April 2017


Stadt, Landkreis und Länderbahn erweitern die Angebotspalette – Sonderticket zur B 11-Sperrung – Wandern und Genießen mit dem Zug

Viechtach. Waldbahn, Rufbus und Stadtbus: Seit 1. April ist die Angebotspalette im Öffentlichen Personennahverkehr in und um Viechtach komplett. Im Rahmen einer Präsentationsfahrt stellten gestern Nachmittag Vertreter der beteiligten Akteure die Fahrmöglichkeiten vor – und was sie sich als besondere Schmankerl zur Steigerung der Nachfrage für die nächsten Monate ausgedacht haben.

Länderbahn-Geschäftsführer Gerhard Knöbel machte in der Waldbahn zwischen Teisnach und Viechtach den Anfang. Er bezeichnete den seit September laufenden Probebetrieb mit Personenzügen mit 550 Fahrgästen in den ersten drei Monaten als sensationellen Erfolg, wenn man bedenke, dass 25 Jahre hier kein Zug gefahren sei. „Und dabei geht es ja jetzt erst richtig los“, sagte er.

Denn mit besonderen Angeboten soll die Waldbahn in den nächsten Monaten für Pendler und Ausflügler noch attraktiver werden. Knöbel erwähnte die bevorstehende Totalsperrung der B 11 von Mai bis September. Dafür biete sein Unternehmen ein 3-Monats-Abo zu Sonderpreisen an, das neben Pendlern aber auch jeder andere kaufen kann. Für jede benötigte Verbindung wird ein eigener Preis errechnet. So würde eine Fahrt Viechtach-Pankofen pro Person pro Tag (hin und zurück) ab 4,77 Euro kosten; Ruhmannsfelden-Deggendorf 2,87 Euro, Viechtach-Teisnach 1,84 Euro. Die Abo-Karte gilt für beliebig viele Fahrten, samstags kann die Familie kostenlos mitfahren (eine Begleitperson und bis zu drei eigene Kinder oder Enkel).

„Der Landkreis hat ein vitales Interesse, dass der Probebetrieb zum Erfolg führt“, sagte Landrat Michael Adam. Denn den Zug bezahle der Freistaat. Für den Landkreis bleiben die Busse, die mit Linien- und Rufbussen ein flexibles Zubringersystem anbieten. Der Raum Viechtach erhalte damit ein ähnliches Angebot wie der Altlandkreis Regen. Viechtachs Bürgermeister Franz Wittmann stellte den seit 1. April laufenden Stadtbus vor, der schon jetzt gute Nachfrage mit fünf bis zehn Gästen pro Fahrt zeige, wie Rathaus-Mitarbeiter beobachtet haben. Zusätzlich soll der Busbahnhof gebaut werden, den die Stadt unabhängig vom Zug in jedem Fall benötige.

Heinrich Schmidt präsentierte für den Naturpark Bayerischer Wald das druckfrische Faltblatt „Wandern im Regen- und Teisnachtal“, das neun Wanderungen zusammenfasse, die mit dem Zug machbar seien. Zudem habe seine Organisation 4000 Vereine bis Deggendorf angeschrieben, um für Ausflüge mit dem Zug zu werben.

Zur „Genusslinie“ haben sich drei Gastronomen zusammengefunden, um einen Ausflug zum gepflegten Speisen mit dem Zug schmackhaft zu machen. Geuzelena und Jürgen Lahner waren für den Brauerei-Gasthof Ettl Teisnach im Zug, Sebastian Nielsen für die Schnitzmühle sowie Günther Klein vom Blossersberger Keller.

Nach kurzem Aufenthalt am Bahnhof Viechtach lud der für die Bayerwald-Landkreise zuständige RBO-Teamleiter Thomas Ederer ein in den neuen Stadtbus. Über den Sudetenplatz ging es in knapp zehn Minuten zum Krankenhaus und dann zum Stadtplatz. Zur Freude der ÖPNV-Anbieter stand hier am Ausstellungs-Pavillon eine 15-köpfige Urlaubergruppe und wartete auf den Zustieg in den Stadtbus; mit dem GUTi-Ticket fuhren die Urlauber kostenfrei.

Zur Unterhaltung spielte im Zug Zitherspieler Tobias Probst auf, bis November ist er einmal pro Monat in der Waldbahn zu hören. Diesmal spielte er „Über den Wolken“, und zu den sehnsuchtsvollen Klängen ließen die Fahrgäste die Blicke über das malerische Regental schweifen.gsc 


Waldkauz-Ausstellung im Naturparkhaus

Zwiesel. Der Waldkauz ist Vogel des Jahres 2017. Der Naturpark und die LBV Kreisgruppe Regen stellten bei einer Ausstellungseröffnung im Naturparkhaus den nächtlichen Jäger näher vor.

Referentin Ruth Waas von der Bezirksgeschäftsstelle des LBV Niederbayern ging auf Aussehen, Verbreitung, Lebensraum, Brutbiologie, Gefährdungen und Schutzmaßnahmen näher ein. Sie gab auch einen Überblick über die Verwandtschaft zu anderen Eulen und Käuzen. Für die Zuhörer gab es einige interessante Vergleiche. Der Waldkauz schaut mit seinem runden Kopf und den großen Augen sehr niedlich aus. Die Wirkung entsteht durch das aufgeplusterte Gefieder. Sieht man den Vogel einmal ganz nass, fällt die ganz normale Vogelform auf.

Die Augen, die bei Nacht eine sehr gute Orientierung ermöglichen, sind für den kleinen Körper sehr groß. „Auf den menschlichen Körper übertragen, müssten wir Augen in der Größe eines Apfels haben“, sagte Ruth Waas. Spannend war auch der Vergleich der Federn von Tag- und Nachtgreifvögeln. Ruth Waas bewegte eine Bussardfeder schnell auf und ab, man konnte das Pfeifen der Luft hören, die Uhufeder verhielt sich dagegen ganz lautlos. Der ideale Lebensraum für den Waldkauz sind große alte Wälder mit vielen Höhlenbäumen. Gefährdungen gehen vom Straßenverkehr, von Zäunen und von der chemischen Mäusebekämpfung aus, auf die sollte man verzichten.bbz 

Die Sonderausstellung im Foyer des Naturparkhauses kann bis Sonntag, 23. April, täglich von 9.30 bis 16.30 Uhr besichtigt werden.


Viechtach. Im Rahmen des Klimanetzwerkes veranstaltet der Agenda 21 Arbeitskreis „Energie und Verkehr“ und die „Umweltstation Viechtach“ des Naturparks Bayerischer Wald am heutigen Dienstag um 19.30 Uhr einen Vortragsabend zum Thema „Klimawandel: erhöhte Naturgefahren – wer zahlt die Schäden?“. Die Veranstaltung findet im Alten Rathaus am Marktplatz in Viechtach statt. Es referiert Mathias Baur, Kaufmann für Versicherungen und Finanzen (IHK) von der Versicherungsagentur Baur & Koller OHG, Viechtach. Er wird in seinem Vortrag mit Bezug auf den Naturgefahrenreport 2016 des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft einen Rückblick über Schadensentwicklungen geben und eine Risikobewertung darlegen. Dabei wird er mit realem Bezug auf die Region spezielle Gefahrenzonen aufzeichnen. Auch wird der Referent erklären, was ein „Elementarschaden“ ist und wie Versicherungen damit umgehen. Der Vortrag ist kostenfrei. Die Veranstalter freuen sich über eine rege
Teilnahme.vbb 


Viechtach. Der Wald-Verein Viechtach war mit der Waldbahn unterwegs. Die Fahrt führte entlang des Regens nach Gotteszell, von dort ging die Bahnfahrt weiter nach Bayerisch Eisenstein. Im alten historischen neu renovierten Wartesaal konnte die Gruppe sehr gut essen. Anschließend führte Naturpark-Vorsitzender Heinrich Schmidt durch die Naturwaldwelten. Auf der kürzesten Eisenbahnverbindung zwischen München und Prag wurde von 1872 bis 1877 als repräsentatives Bauwerk der Bahnhof mit 136 Meter Länge errichtet. Der deutsche Teil des Grenzbahnhofes ist heute im Eigentum des Vereins Naturpark Bayerischer Wald. Im 2000 geschaffenen Infozentrum kann man Informationen über die Nationalparks Šumava und Bayerischer Wald sowie über das Landschaftsschutzgebiet Šumava und den Naturpark Bayerischer Wald erhalten. Außerdem gibt es einen Überblick über die Region zwischen Donau und Moldau und einen Veranstaltungsraum.

Seit 2014 gibt es das Europäische Fledermauszentrum, eine Ausstellung zum „König Arber“, das einzige ostbayerische Skimuseum und die Ausstellung Eisenbahn, Mobilität und Kulturlandschaft im neu sanierten deutschen Bahnhofsteil. Im Dachgeschoss des grenzdurchschnittenen Gebäudes entsteht eine 260 Quadratmeter große Modelleisenbahn; Helfer seien willkommen. Zusätzlich gibt es die Ausstellung „Grenze – Kalter Krieg“. Im Mittelbau liegt der ehemalige, historische Warteraum mit dem Naturpark Wirtshaus. vbb/Foto: E. Illing 


Bayer. Eisenstein. Der Naturpark Bayerischer Wald bietet gemeinsam mit dem Staatlichen Schulamt Regen eine Lehrerfortbildung in den NaturparkWelten im Grenzbahnhof Eisenstein an. Das Thema lautet: „Grenzüberschreitende Natur- und Kulturinformation in den NaturparkWelten“. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 5. April, um 14.30 Uhr statt und dauert etwa zwei Stunden und ist auch im FIBS-Informationssystem für Lehrkräfte eingetragen. Anmeldung bis Dienstag bei Schulamt oder Naturpark, 09922/80 24 80. Der Naturpark möchte den Pädagogen in Schulen und Kindergärten die neue Einrichtung und das pädagogische Programm bekannt machen.

Der Grenzbahnhof bietet mehrere Schwerpunkte unter einem Dach: das Europäische Fledermauszentrum, eine interaktive Ausstellung zum „König Arber“ und das einzige ostbayerische Skimuseum (im Bild der Skisimulator). Darüber hinaus gibt es Informationen zur Eisenbahn als umweltfreundlichem Verkehrsmittel und zur Geschichte der Bahnstrecke von Plattling nach Klattau. Außerdem liefert die Einrichtung Informationen zu den Natur- und Nationalparken beiderseits der Grenze sowie zu einer mustergültigen, energetischen Gebäudesanierung. Ferner wird in einer Sonderausstellung das Thema „Grenze – Kalter Krieg“ behandelt.

Die dreisprachigen Ausstellungen werden durch interaktive Medien mit Apps und ausleihbaren Tablets ergänzt. Zusätzlich gibt es ist im historischen Naturpark-Wirtshaus eine Bewirtungsmöglichkeit. Die Anreise ist im Stundentakt mit der Waldbahn möglich. löf