Oktober 2016


Abgeordneter wandert mit Interessierten vom Arber zum Falkenstein

Gr. Arber/Gr. Falkenstein. Die unterschiedlichsten Facetten des Bayerischen Waldes konnten die Teilnehmer der Zweitageswanderung „Gipfel-Gespräche“ von MdL Alexander Muthmann vom Arber zum Falkenstein kennen lernen.

Die breiten Forststraßen vom Arbersee zur Seebachschleife, auf denen im Winter die Loipen gespurt sind. Der einladende Schwellsteig nach Zwieslerwaldhaus inmitten eines Buchenwaldes. Und die verwurzelten Pfade im Urwaldgebiet Mittelsteighütte bis hinauf zum Falkenstein. „Jeder Teil der Wanderung hatte für sich etwas ganz Besonderes“, waren sich die rund 20 Teilnehmer einig. Vor allem auch, weil sich das Wetter häufig änderte.

Während es am ersten Tag am Arber- und Falkenstein-Gipfel schneite und im Schwellhäusl leicht regnete, offenbarte am zweiten Tag der Wanderung der Goldene Oktober sein Gesicht: Bei Sonnenschein ging es vom Falkenstein über verschiedene Schachten hinunter nach Spiegelhütte. Auch zahlreiche Informationen rund um die Natur im Bayerischen Wald erhielten die Teilnehmer. Auf dem ersten Teil der Strecke wurden sie von Nationalpark-Ranger Mario Schmid, der die Leitung der Gruppe übernommen hatte, und von Arbergebietsbetreuer Johannes Matt vom Naturpark begleitet.

Rund um den Arber habe man 18 Pflanzenarten gefunden, die bayernweit gefährdet seien, erfuhren die Wanderer von ihm. „Auch eine Vielzahl bedrohter Tierarten sind im Arbergebiet heimisch“, so Matt. Neben Luchs und Auerhuhn finde man hier Vogelarten, die normalerweise für das Hochgebirge typisch sind, wie den Bergpieper.

Während im Bereich des Naturparks der Wald auf die Teilnehmer als „aufgeräumt und geordnet“ wirkte, konnten sie dann im Nationalparkgebiet rund um den Falkenstein sehen, was die Philosophie „Natur Natur sein lassen“ bedeutet. Erläuterungen dazu gab neben Mario Schmid auch Nationalparkchef Dr. Franz Leibl, der die Gruppe von Zwieslerwaldhaus bis zum Falkenstein begleitete.

Gesprächsthemen mit ihm waren unter anderem die Beweidung des Ruckowitzschachtens, die Borkenkäferbekämpfung, die Ausweisung von Naturzonen sowie die Holztrift. Nach der Übernachtung im Falkenstein-Schutzhaus wanderte die Gruppe am zweiten Tag über die Schachten nach Spiegelhütte.

Wie Mario Schmid erklärte, sollen diese Bergwiesen, die bis in die Fünfzigerjahre hinein als Weidefläche für das Vieh genutzt wurden, als Zeugen einer vergangenen Kulturepoche auch in Zukunft als waldfreie Flächen im Nationalpark erhalten bleiben.bbz 


B. Eisenstein.
Der Naturpark Bayer. Wald bietet am Freitag, 28. Oktober, eine Führung im Grenzbahnhof Eisenstein an mit dem Schwerpunktthema „Energetische Sanierung eines Baudenkmals“. Treffpunkt ist um 15 Uhr in der historischen Eingangshalle; die Ankunft des Zuges um 15.15 Uhr wird abgewartet. Naturpark-Bildungsreferent Hartwig Löfflmann stellt bei der Führung den Sanierungsablauf in diesem „national bedeutsamen Baudenkmal“ näher vor und geht besonders auf die energetische Sanierung ein. Der Naturpark hat sehr viel Engagement darauf verwendet, nach der Sanierung möglichst wenig Energie im laufenden Betrieb zu verbrauchen. Mauertrockenlegung, dreifachverglaste Fenster, Innendämmziegel und die Beheizung mittels Hackschnitzeln ermöglichen einen energiesparenden Betrieb. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung findet zusammen mit dem Arbeitskreis Energie und Verkehr statt.bbz/F.: BBZ 


Stefan Kreidenweis von C.A.R.M.E.N. referierte im Naturparkhaus – Viele Fördermöglichkeiten

Zwiesel. Das Thema „Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit“ stand jüngst im Fokus der Vortragsreihe des Klimanetz-werks, einer Kooperation des Naturparks Bayerischer Wald, der Umweltstation Viechtach und des Agenda 21-Arbeitskreises „Energie und Verkehr“.

Referent Stefan Kreidenweis vom C.A.R.M.E.N. e. V. Straubing stellte im Naturparkhaus in Zwiesel kurz seine Institution vor, die als Kompetenzzentrum für Erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe den Bürgern mit Rat und Tat zur Seite steht. In Haushalten würden 85 Prozent Energie für Wärme und Warmwasser verbraucht. Deshalb sei es vordringlich, so der Referent, in diesem Bereich mit dem Energiesparen zu beginnen.

Bei den meisten Häusern gehe viel Energie durch schlechte Dämmung und Undichtigkeit verloren. So entweichen laut Kreidenweis durchschnittlich 22 Prozent der Wärme durch das Dach, 28 Prozent durch Türen und Fenster, 30 prozent durch die Außenwände, 10 Prozent durch Wärmebrücken und nochmals 10 Prozent durch die Bodenplatte im Keller. Eine thermische Sanierung, fachgerecht ausgeführt, führet zu weniger Energieverbrauch, steigere die Behaglichkeit und bedeute eine Wertsteigerung für die Immobilie.

„Energieeffiziente Gebäude zeichnen sich durch eine hochwertige Gebäudehülle, wärmebrückenfreie und möglichst luftdichte Konstruktion aus“, betonte der Referent. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und eine effiziente und bedarfsgerechte Heizung seien ebenso ein Muss. Besonders stellte Kreidenweis die Weiterentwicklung eines Wärmeverteilsystems vor. Das klassische System, bestehend aus einem Heizkessel mit einem Pufferspeicher, der im oberen Bereich vom Heizsystem und im unterem Bereich durch eine Solarthermie-Anlage erwärmt wird, wurde demnach durch ein neues, geschlossenes Pufferspeichersystem abgelöst, bei dem beide Wärmequellen, Heizkessel und Solarthermie-Anlage, nur im oberen Bereich mit bis zu 90 Grad den Pufferspeicher von oben erwärmen.

Das Brauchwasser wird bei Bedarf über einen Wärmetauscher, der die Wärme aus dem oberen Bereich entnimmt, erhitzt. Das im Wärmetauscher abgekühlte Wasser wird dem Pufferspeicher im unteren Bereich wieder zugeleitet. Ebenso wird Wärme aus dem oberen Pufferspeicherbereich für den Heizkreis entnommen. Eine intelligente Steuerung aktiviert die Komponenten und regelt Pumpen und Mischer für die Wärmeverteilung in den Heizkreis.

Nach den Aussagen des Referenten lassen sich so 20 bis 25 Prozent Energie im Vergleich zum klassischen System einsparen. Eindringlich riet Kreiden-weis, vor dem Austausch einer Heizanlage eine thermische Sanierung des Gebäudes vorzunehmen.

In seinen wirtschaftlichen Betrachtungen bezifferte er die Mehrkosten für eine thermische Sanierung auf 19 bis 32 Prozent. Dabei legte er zugrunde, dass normale Sanierungskosten ohnehin anfallen. Der Mehraufwand für die thermische Sanierung sei eine lohnende Geldanlage, die eine Rendite bis zu acht Prozent ergebe, so der Referent.

Anreize zur thermischen Sanierung würden zudem durch zahlreiche staatliche Förderungen gegeben. In seinem Vortrag ging Stefan Kreidenweis auch auf die verschiedenen Fördermöglichkeiten ein. Er gab einen Überblick über Fördermaßnahmen des Kreditinstituts für Wiederaufbau (KfW), des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhr (BafA) und über das Bayerische 10 000 Häuser-Programm. Entscheidend für eine Förderung sei die Einbindung eines anerkannten Energieberaters und eine fachgerechte Planung, unterstrich der Referent. In den meisten Fällen dürfe mit den Maßnahmen auch erst nach Bewilligung der Förderung begonnen werden.

Wie die folgende Diskussion ergab, ermöglicht der Landkreis einen guten Einstieg, um sich im Dschungel der Förderungen zurecht zu finden: Er gewährt einen Gutschein für eine Erstberatung mit einem anerkannten Energieberater. Mit einer Eigenleistung von 20 Euro erleichtert diese Erstberatung (Dauer etwa eine Stunde) eine sachgerechte Herangehensweise an die thermische Sanierung. Zu erfragen ist so ein Gutschein bei der Arberland Regio GmbH unter info@arberland-regio.de oder 09921/ 960 54140.

Kreidenweis ging auch noch auf die Energieausweise für Immobilien ein, die im Falle eines Verkaufs bzw. einer Vermietung beim Eigentümer vorliegen müssen. Ein Energieausweis kann durch einen zertifizierten Energieberater erstellt werden. Nach dem kurzweiligen Vortrag folgte noch eine rege Abschlussdiskussion.ws 


Viechtach. „Energiesparen im Alltag – Nichts für Warmduscher?“ lautet der Titel eines bildreichen Vortrags, den der Agenda Arbeitskreis Energie und die Umweltstation des Naturparks anbieten. Die Veranstaltung dieses Klimanetzwerkes beginnt heute, Donnerstag, um 19.30 Uhr im Alten Rathaus Viechtach. Der Stadtplatz ist nur etwa 300 Meter vom Viechtacher Bahnhof entfernt und bei Anreise mit der Bahn um 19.22 Uhr rechtzeitig zu erreichen. Referentin ist Wirtschaftsingenieurin Kathrin Memmer von C.A.R.M.E.N. e.V. im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe aus Straubing. Als Projektmanagerin im Bereich Energie vor Ort geht sie auf praktische Chancen zum Energiesparen ein, das nicht nur den eigenen Geldbeutel schone, sondern ein Beitrag zum Klimaschutz sei. ro 


Bayer. Eisenstein. Auf eine eindrucksvolle Bilderreise nahm der Fotograf Vladislav Hošek knapp 30 Interessierte aus Deutschland und Tschechien im Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein mit.

Der neue Bilderband „Zauberhafter Böhmerwald“ des Fotografen führt vom Osser über den gesamten bayerisch-böhmischen Grenzkamm bis zur Burgruine Wittinghausen am Moldaustausee. Die Aufnahmen reichen von den höchsten Wasserfällen Bílá strž – Klammerloch und Riesloch zu den Tälern der Wottawa, Kieslingbach, Widra und Moldau bei Inversionswetterlagen. Eiszeitliche Karseen, Moore, Filze und Urwälder beiderseits der Grenze lichtet Vladislav Hošek bevorzugt in den frühen Morgenstunden ab. Um diese ganz besonderen Stimmungen bei Sonnenaufgang einfangen zu können, muss der Fotograf bereits um drei Uhr in der Früh aufstehen und seine Kameraausrüstung einpacken. Atemberaubend sind auch die Aufnahmen der Alpen, die auf den Bildern unmittelbar hinter den Böhmerwaldbergen zu stehen scheinen.

Ziel der fotografischen Arbeiten von Vladislav Hošek ist es, den Böhmerwald in Bildern so festzuhalten wie ihn einst der berühmte Böhmerwaldschriftsteller Karel Klostermann beschrieben hat. Mit Bildern von sonnendurchfluteten Wäldern endete die kurzweilige Reise und der gemütliche Abend klang im Restaurant Grenzbahnhof aus. Unser Bild zeigt den Blick vom Pürstling zum Lusen. löf/Foto:Hošek  


Klimanetzwerk lädt ein zu Vortrag am Donnerstag

Viechtach. „Energiesparen im Alltag – Nichts für Warmduscher?“ – lautet der Titel eines bildreichen Vortrags, den der Agenda Arbeitskreis Energie und die Umweltstation des Naturparks anbieten. Die Veranstaltung dieses Klimanetzwerkes findet am Donnerstag, 20. Oktober, im Alten Rathaus Viechtach statt. Der Eintritt ist frei. Beginn ist um 19.30 Uhr.

Der Stadtplatz ist nur etwa 300 Meter vom Viechtacher Bahnhof entfernt und bei Anreise mit der Bahn um 19:22 Uhr rechtzeitig zu erreichen.

Referentin ist Wirtschaftsingenieurin Kathrin Memmer von C.A.R.M.E.N. e.V. im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe aus Straubing. Als Projektmanagerin im Bereich Energie vor Ort geht sie auf praktische Chancen zum Energiesparen ein, das nicht nur den eigenen Geldbeutel schone, sondern ein Beitrag zum Klimaschutz ist. ro 


Gr. Arbersee. Am kommenden Donnerstag, 20. Oktober, findet die letzte Führung für diese Wandersaison rund um den Großen Arbersee statt.

Der Naturpark-Gebietsbetreuer für die Arberregion, Johannes Matt, leitet die Rundwanderung im Naturschutzgebiet „Großer Arbersee mit Seewand“. Dabei erfährt man mehr über die Entstehung des Sees, die Schwimmenden Inseln, die reiche Tier- und Pflanzenwelt und den urwaldartigen Wald in der Arberseewand. Jetzt im Herbst laden die bunten Wälder am Großen Arber besonders zum Wandern ein. Treffpunkt ist um 10.45 Uhr vor dem Arberseehaus am Großen Arbersee. Die geführte Wanderung dauert etwa eineinhalb Stunden und ist für Familien geeignet. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

bbz/Foto: Matt 


Bayer. Eisenstein. Der Naturpark zeigt ab Freitag, 14. Oktober, eine Fotoschau mit Bildern aus dem Šumava. Eröffnung ist um 19.30 Uhr im Historischen Restaurant des Grenzbahnhofes. Referent ist der Fotograf Vladislav Hošek aus dem Böhmerwald. Wer sich bei schönen Landschaftsaufnahmen aus einer wenig bekannten Region entspannen will und daran Freude hat, unbekannte Details des Böhmerwaldes kennen zu lernen oder später vielleicht das eine oder andere Ziel selbst erwandern will, ist herzlich ingeladen.Die Anreise zur Veranstaltung ist mit der Waldbahn möglich. Der Eintritt ist frei.löf 


Burgfreunde Weißenstein als Landschaftspfleger am Pfahl im Einsatz

Weißenstein. Mit großem Eifer und Einsatzwillen haben in diesem Jahr insgesamt zwölf freiwillige Helfer der Burgfreunde Weißenstein eine umfangreiche Auslichtung- und Mähaktion auf der Nordseite der Burganlage Weißenstein und im südlichen Bereich des Pfahls durchgeführt.

Matthias Rohrbacher vom Naturpark Bayerischer Wald, der Beauftragte für die Pfahlpflege, hatte bei den Weißensteiner Burgfreunden angefragt, ob sie in diesem Jahr den Mähdienst um den Pfahl übernehmen könnten, da er keinen Mäh-Trupp mehr zur Verfügung habe. Nach Gesprächen in den Reihen der Aktiven des Vereins, konnte ihm der 1. Vorsitzender Josef Niedermeier die Zusage geben, dass in diesem Jahr die Nord- und auch die Südseite gemäht werden kann. Diese Maßnahme wurde begleitet und unterstützt durch den Naturpark und mit Fördermitteln des Landratsamtes Regen.

Ziel dieser Maßnahme ist die Entfernung des hohen Gras- und Buschbewuchses unmittelbar am Pfahl. Die zum Teil sehr steilen Hänge galt es zu mähen und zu entbuschen, was den freiwilligen Helfern erhebliche Mühe bereitete. Mit einem kleinen Traktor, fünf Motorsensen und Motorsäge ausgestattet, bewältigten sie eine Fläche von insgesamt 7000 Quadratmetern an zwei Arbeitstagen. Die Burgfreunde mähten auch die komplette Nordseite bis zum Burglehrpfad ab. Diese vielen zusätzlichen Quadratmeter der zu mähenden Fläche wurden ebenfalls gelichtet. Schützenswertes Gehölz musste natürlich stehen bleiben, aber viel am Pfahl nicht brauchbares Buschwerk und Dornengestrüpp wurde entfernt. Das Ausrechen des gemähten Grases und der Gehölze war ebenfalls sehr mühsam. Bei dieser mühsamen und schweißtreibenden Arbeit ging es an die Grenze des Machbaren. Stundenlanger Maschineneinsatz war für die eine oder andere Motorsense zu viel, sie versagten einfach den Dienst und wollten sich einfach nicht mehr starten lassen. Ersatzsensen mussten geholt werden, damit die gesamte Fläche auch wirklich komplett abgemäht werden konnte. Mit Schubkarren wurde das Gras zusammengefahren und zu großen Haufen gesammelt, um anschließend durch von Josef Muhr abtransportiert werden zu können.

Fazit: Eine sehr arbeitsintensive Maßnahme wurde von den Burgfreunden Weißenstein in rekordverdächtiger Zeit durchgeführt. Entsprechend groß fiel das Lob aus, das Matthias Rohrbacher an die beteiligten Arbeitskräfte aussprach.bb 


Bürgermeister Wittmann unterzeichnet Vertrag in neuer Waldbahn-Linie – Offizieller Start im Dezember

Stefan Muhr 

Viechtach. In der Region als Urlauber kostenlos in größere Städte fahren, Rad- und Wandertouren auch außerhalb des Stadtgebiets unternehmen oder einfach die Natur kennenlernen: Das ist ab dem 1. Dezember möglich, denn Viechtach ist seit gestern der 23. Ort, der das GUTi (Gäste Service Umwelt-Ticket) in Anspruch nimmt. Dadurch können die Urlauber im Bayerwald kostenlos alle öffentlichen Verkehrsmittel, die im GUTi-Netzwerk integriert sind, beanspruchen. Den Vertrag hierzu hat Bürgermeister Franz Wittmann am Sonntag in der neuen Waldbahnlinie 4 zwischen Gotteszell und Schnitzmühle unterzeichnet.

Seit 2010 steht laut Tourismuschefin Monika Häuslmeier fest, dass bei einer Reaktivierung der Bahnstrecke Gotteszell-Viechtach auch eine Aufnahme in die GUTi-Gemeinschaft angestrebt werde. Im Zentrum stehe laut Häuslmeier eine umweltfreundliche Mobilität sowie ein tourismusfreundliches Angebot. Sie habe von anderen Orten wie Regen und Zwiesel, die den GUTi-Service schon nutzen, nur positive Rückmeldungen bekommen: „Es gab zwar anfangs eine Eingewöhnungsphase, aber mittlerweile ist das GUTi ein Zugpferd, auf das keiner mehr verzichten will.“

Auch Bürgermeister Franz Wittmann sieht Chancen für die Stadt Viechtach: „Ich finde das sehr gut, dass Viechtach nun ein GUTi-Ort ist, denn dadurch können Gäste die wunderschöne Landschaft bei uns sehen. Das kommt bestimmt auch der Stadt zugute.“ Naturpark-Vorsitzender Heinrich Schmidt und der Chef des Mobilitätsvereins Go-Vit Wolfgang Schlüter hoffen außerdem, durch die zusätzlichen Urlauber auch die für eine Weiterführung der Bahnlinie nach dem Probebetrieb notwendige Zahl von 1000 Fahrgästen pro Tag zu erreichen. Monika Häuslmeier schätzte die durchschnittliche Urlauberzahl in Viechtach pro Jahr auf zwischen 50 000 und 55 000 Personen. Würde nur ein Teil dieser Menschen das GUTi-Angebot nutzen, bedeute dies eine positive Auswirkung und eine Steigerung der durchnittlichen Fahrgastzahl derzeit von 300 bis 400 Menschen.

Die Vertragsunterzeichnung fand gestern im Rahmen einer Pressefahrt von Gotteszell nach Viechtach statt. Ebenfalls unterschrieben haben die Landräte von Freyung-Grafenau und Regen, Sebastian Gruber und Michael Adam. Diese beiden fuhren allerdings nicht mit.

Dabei waren allerdings unter anderem Julia Aspodien (Naturschutzbund Deutschland), Katharina Frieg (GUTi-Koordinationsstelle) und Dr. Kathrin Bürglen (Projektleiterin Fahrtziel Natur).

GUTi ist ein Angebot von „Fahrtziel Natur“, das eine Kooperation ist von BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland), NABU (Naturschutzbund Deutschland), VCD (Verkehrsclub Deutschland) und Deutscher Bahn. Der Nationalpark und Naturpark Bayerischer Wald haben 2016 den „Fahrtziel Natur Award“ gewonnen. Dadurch sei Viechtach mit seinem Einstieg in den GUTi-Service ein Vorreiter in der Region, sagte Projektleiterin Dr. Kathrin Bürglen. Nicht nur GUTi, sondern auch Bayerwald-Ticket für Urlauber mit einer Gästekarte komplettieren das Angebot für Touristen. Durch den „Fahrtziel Natur Award“ werde laut Bürglen das GUTi auch überregional nach außen getragen, was sowohl dem Projekt als auch den einzelnen Orten zugute komme.

Mit diesen Angeboten ist der Bayerische Wald einer der wenigen Orte, der sowohl Gästen als auch Einheimischen ein Ticket zur Verfügung stellt, mit dem Startpunkte zu Wanderungen und Ausflugsziele mit dem ÖPNV erreicht werden. GUTi und Bayerwald-Ticket können unter anderem für die Waldbahn, auch auf der Strecke Gotteszell-Viechtach, wie auch für die Igelbusse genutzt werden.

ÖPNV-Angebote:

GUTi

GUTi ist das Gästeticket für kostenlose Fahrten mit dem ÖPNV, sprich allen Bussen und Bahnen im Tarifgebiet. GUTi gibt es seit 2010, Start war mit acht Gemeinden.

Mit Beitritt Viechtach (Beginn ab Dezember 2016) sind es nun 23 Gemeinden in den Landkreisen Regen, Freyung-Grafenau und Cham. Im vergangenen Jahr gab es 1,7 Millionen GUTi-Übernachtungen.

Pro Übernachtung und Gast werden 33 Cent abgeführt, 32 gehen an die Tarifgemeinschaft, ein Cent an die Verwaltung.

Bayerwald-Ticket

Das GUTi-Gegenstück für Einheimische und Tagesgäste ist das Bayerwald-Ticket.

Für 8 Euro pro Person und pro Tag können alle Busse und Bahnen im Tarifgebiet genutzt werden, eigene Kinder und Enkelkinder unter 14 Jahren fahren kostenlos mit.