August 2012


Das Arbergebiet bietet jedem Naturliebhaber etwas: Kürzere und längere Wanderungen aber auch Mountainbikestrecken durch meist unberührt erscheinende Natur. Dass der Arber aber auch ein „Familienberg“ ist, zeigte sich kürzlich bei einer Naturerlebniswanderung zum Arbergipfel, bei der Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer und die beiden Naturpark-Praktikantinnen Cora-Michel Graulich und Veronika Hofmann 39 Teilnehmer, darunter hauptsächlich Familien, am Brennes begrüßen konnten. Bereits zu Beginn zeigte die Gebietsbetreuerin, wie spannend es sein kann, hin und wieder einzelne Sinne bewusst „auszuschalten“: Geht man beispielsweise in einer „blinden Raupe“, also in einer Polonaise und mit geschlossenen Augen durch den Wald, so werden nicht nur der Waldboden, sondern vor allem Geräusche bewusster wahrgenommen, gleichzeitig wird aber auch das Vertrauen in die Mitspieler gestärkt. Auch beim Spiel „Baumfreund“, bei dem ein „sehender“ Wanderer seinen „blinden“ Mitspieler zu einem Baum führt, dessen Besonderheiten der „Blinde“ ertasten muss, um ihn später wiederzufinden, konnten sich die Teilnehmer die unterschiedlichen Baumarten durch Betasten der Baumrinde quasi „erfühlen“. Den nötigen Schwung für den letzten Teil der ungefähr vierhundert Höhenmeter holten sich die jüngsten Teilnehmer beim Fichtenzapfenschießen, bei dem sie nicht nur spielerisch die Unterschiede zwischen Fichten- und Tannenzapfen kennenlernten, sondern auch erfuhren, wie schwer „Zapfenbowling“ ist, bei dem ein in den Boden gesteckter Fichtenzapfen mit Hilfe von geworfenen Zapfen umgestoßen werden muss. Nach ungefähr drei – für Jung und Alt – sehr kurzweiligen Stunden erreichte die Gruppe das Gipfelkreuz.


Die „8-Tausender Tour“: Unter Arberkennern gilt sie – besonders im Herbst, wenn sich in den tieferen Lagen des Bayerischen Waldes und über der Donauebene die Nebel länger halten, als Geheimtipp: Nirgendwo anders im Arbergebiet, als auf dem Gebirgskamm zwischen dem Eck oberhalb von Arnbruck und dem „König des Bayerischen Waldes“, kann man mit etwas Glück im Herbst so lange „über den Wolken“ wandern. Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald, Gebietsbetreuerin Caroline Stautner vom Naturpark Oberer Bayerischer Wald und Sepp Altmann von der Gemeinde Eschlkam bieten diesen Herbst daher am 28./29. September eine Zweitageswanderung über die Acht-Tausender-Kette mit Übernachtung auf der Chamer Hütte an. Treffpunkt zu dieser Exkursion, zu der eine verbindliche Anmeldung bis spätestens 15. September bei der Gemeinde Eschlkam unter Tel.: 09948 - 940815 erforderlich ist (hier gibt es auch weitere Informationen), ist am Freitag, 28. September um 11:30 Uhr am Eck. Auf dem Weg über den Höhenkamm werden die Teilnehmer viel über die Natur- und Tierwelt des Arbergebiets, speziell über das Auerhuhn erfahren. Nach einer Übernachtung auf der Chamer Hütte wird die Gruppe über den Kleinen Arbersee und die unteren Tallagen wieder zurück zum Eck wandern. Bitte denken Sie an eine Brotzeit, ausreichend Getränke, wetterangepasste Kleidung und gutes Schuhwerk.


Im kalten Stollen wird es still: Die Fledermausexpertin Susanne Morgenroth erzählt den rund 30 Teilnehmern der europäischen Fledermausnacht im Silberberg, einer Kooperationsveranstaltung des Naturparks Bayerischer Wald und der LBV-Kreisgruppe Regen, Spannendes aus der Welt der Fledermäuse. Diese kleinen Tiere bevölkerten schon vor ca. 60 Millionen Jahren, also kurz nach dem Aussterben der Dinosaurier, die Erde. Neben den Flughunden, die zu der gleichen Ordnung gehören, sind sie heute die einzigen Säugetiere, die aktiv fliegen können. Durch die biegsamen Flughäute zwischen den Fingerknochen, die geschickt gefaltet werden können, um Luftwirbel zu bilden, fliegen sie sogar wendiger als Vögel. Dies macht Fledermäuse zu geschickten Insektenjägern. Neben den in Europa vorkommenden insektenfressenden Fledermäusen gibt es vegetarische, fleisch- und fischfressende und die bei machen Menschen verrufenen bluttrinkenden Vampirfledermäuse. Diese kommen allerdings nur in Lateinamerika vor. Besonders hob Susanne Morgenroth hervor, dass einzelne Fledermausarten 3000 km weit wandern können und bis zu 30 Jahre alt werden. Außerdem ging sie auf die Schutzmaßnahmen des LBV und des Naturparks Bayerischer Wald ein. Neben den interessanten Informationen über Fledermäuse erfuhren die Besucher von Martin Schreiner vom Silberbergbesucherbergwerk, dass der Silberberg 500 Jahre lang dem Erzabbau diente und mit ca. 35 km Stollengängen von oben bis unten durchlöchert ist. Nur 1 km dieser Gänge steht der Öffentlichkeit zur Verfügung, der Rest gehört den 15 Fledermausarten, die das Gebiet im und um den Berg ganzjährig unterschiedlich nutzen. Der Silberberg dient im Winter als Schlafquartier. Besonders hervorzuheben ist dabei die seltene Mopsfledermaus. In der Vegetationsperiode wird das Flora-Fauna-Habitat als Jagdgebiet und im Herbst als Jugendtreff und Balzquartier genutzt. Nach diesen einführenden Informationen durften sich die Interessierten selbst ein Bild von den Fledermäusen machen und begaben sich unter Anleitung von Diplom-Biologin Susanne Morgenroth zu der Gottesgabe, wo Fledermäuse im Flug beobachtet werden können. Leider konnten durch das schlechte Wetter nur fünf Tiere gesichtet werden, darunter das eindrucksvolle Große Mausohr, die größte Fledermausart in Bayern.


Die Kapelle auf dem Falkensteingipfel wurde vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. im Jahr 1987 errichtet. Der damalige Landwirtschaftsminister Hans Eisenmann kam persönlich zur Einweihungsfeier. Der damalige 1. Vorsitzende Emil Rimpler und der Kassenverwalter Eduard Gistl waren beide Motor in Sachen Errichtung einer Kapelle auf dem Falkensteingipfel. Ihnen zu Ehren wurden im Frühjahr 2006 zwei Gedenkbretter an der Kapelle angebracht. Heuer begeht man das 25jährige Jubiläum. Alljährlich am 1. Sonntag im September wird die Falkenstein-Kirchweih begangen. Die Kapelle ist dem Hl. Franziskus geweiht. Er gilt als Patron für Natur und Schöpfung. Zum Gottesdienst am Sonntag, 02.09.2012, um 11:30 Uhr an der Falkensteinkapelle (Neben dem Schutzhaus) ergeht daher herzliche Einladung. Für die musikalische Umrahmung sorgt der Männergesangverein Frauenau. Die Messe zelebriert Kaplan Michael Weny aus Zwiesel. Für eine anschließende Bewirtung ist gesorgt. Herzliche Einladung ergeht an die Bevölkerung zu einer Wanderung zur Falkensteinkirchweih. Um 09:00 Uhr und um 10:00 Uhr wird jeweils ein Bus von Zwieselerwaldhaus ab Parkplatz Schillerstraßl bis zur Ruckowitz-Kreuzung verkehren, am Nachmittag gibt es um 16:00 Uhr eine Rückfahrmöglichkeit.


Naturschutz ist mehr als Naturwissenschaft. Naturschutz zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass man sich aktiv für die Tiere und Pflanzen eines Gebietes einsetzt. Unter fachkundiger Anleitung und wenn z.B. die Landschaftspflegeaktion noch von Naturerlebnisspielen ergänzt wird, können das meistens schon Kinder tun. Kürzlich luden Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer, ihre Naturpark-„Praktikantin für die Umwelt“ (alle Infos unter www.praktikum-fuer-die-umwelt.de) Cora-Michal Graulich, Gebietsbetreuerin Anette Lafaire vom Naturpark Oberer Bayerischer Wald, der ehrenamtliche Arberranger Willi Weinberger und die ArberBergBahn-Ranger daher zu einem Arberabenteuertag auf dem Arbergipfelplateau ein. Bereits auf dem Aufstieg vom Brennes zum Gipfel erfuhren die Teilnehmer, dass man manchmal bewusst einzelne Sinne ausschalten muss, um die Natur intensiver wahrzunehmen: Geht man z.B. in einer sogenannten „Blinden Raupe“ mit geschlossenen Augen durch den Wald, spürt man, wie unterschiedlich sich der Waldboden anfühlen kann. Mit Hilfe eines Taschenspiegels, den man auf dem Nasenrücken hält, sieht man den Wald plötzlich aus einer anderen Perspektive. Nicht nur Bäume, sondern auch kleinere Pflanzen – Sträucher und Blumen – werden bewusster wahrgenommen. Wie man eine ganz besondere Pflanze – den Ungarischen Enzian – schützen kann, erfuhren die Teilnehmer am Arbergipfel: Um zu gewährleisten, dass der Ungarische Enzian aussamen kann, müssen hin und wieder unter naturschutzfachlicher Aufsicht und wegen des auf dem Arbergipfel genauso wie in den Naturschutzgebieten herrschenden Wegegebots mit Sondergenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde Heidelbeersträucher zurückgeschnitten werden. Dass diese Arbeit – nicht nur, da man sie sich hin und wieder durch Heidelbeeren versüßen kann – Spaß macht, wurde vor allem an der Menge des „Schnittguts“ deutlich: Nach einer Stunde Arbeit hatte die 15köpfige Gruppe insgesamt sieben große Säcke voller Heidelbeersträucher gefüllt. Als Dankeschön für diesen Naturschutzeinsatz verlieh Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer, wie es seit ein paar Jahren bereits Tradition ist, allen Teilnehmern und Helfern die Arberverdienstmedaille.


Der Große und der Kleine Arbersee gehören mit mehreren hunderttausend Besuchern jährlich zu den bekanntesten Ausflugszielen des Bayerischen Waldes. Nur wenige Arberkenner wissen, dass es im Arbergebiet einst einen Dritten Karsee gab, der jedoch wegen seiner auch ursprünglich geringen Tiefe von nur drei Metern längst verschwunden ist. Kürzlich führten Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald und der Geologe Fritz Pfaffl vom Naturkundlichen Kreis rund 50 naturkundlich interessierte Wanderer zum verlandeten Dritten Arbersee in der Nähe von Bodenmais. Bereits zu Beginn des Rundgangs um den einstigen See betonte Fritz Pfaffl, dass die Entdeckung des heute gut im Wald versteckte Hochmoors eigentlich einem Zufall zu verdanken ist: Im Jahr 1926 bewanderte der sächsische Geografielehrer Alfred Ludwig Rathsburg mit seinen Schülern das Arbergebiet. Als er vom Gipfelplateau ins Tal blickte, bemerkte er, dass sich zwischen dem Kleinen Arber und Bodenmais eine Waldlichtung befand, deren Form und vor allem deren begrenzende steile Rückwand ihn deutlich an die Form des Kleinen und des Großen Arbersees erinnerte: Das Bänkel, das in 1270 m Höhe zwischen den Gipfeln des Großen und Kleinen Arbers eine Jochhöhe bildet, war während der letzten Eiszeit Akkumulationsgebiet für zwei Gletscher. Nach Norden erstreckte sich das Kleine Arbersee-Kar, hier findet sich heute der Kleine Arbersee. Genau entgegengesetzt, nach Bodenmais zu, liegt im Talschluss des Schwellbachs ein weiterer deutlich ausgeprägter Karboden mit rechtseitiger steiler Seewand. Da diese Gletscherzunge nach Süden exponiert war, das Eis zusätzlich auf sehr hartes Gestein traf, hatte diese Arbergletscherzunge - anders als etwa auf der böhmischen Seite des Grenzmassivs, wo das Gestein weicher ist - nur geringe Schürfkraft. Auf die geomorphologischen Spuren dieser eiszeitlichen Vergangenheit konnte Pfaffl die Teilnehmer immer wieder während des einstündigen Rundgangs um den verlandeten Arbersee hinweisen, etwa auf die sogenannten „Kritzer“, kleine vom Eis ausgeschürften Ritzen im harten Fels der Seewand. Heute erscheint das Seeareal fast unberührt. Dass jedoch auch der Dritte Arbersee einst wirtschaftlich genutzt wurde, zeigte Fritz Pfaffl am Ende des Rundgangs: Wie im Bayerischen Wald noch bis weit in das 20. Jahrhundert üblich, wurde auch der Schwellbach für die Holztrift angestaut. Ein heute mit Heidelbeeren überdeckter Erdwall am unteren Ende des einstigen Dritten Arbersees zeugt noch heute davon, dass der See im 19. Jahrhundert revitalisiert wurde. Mit Ende der Holztrift wurde der künstliche Damm wieder durchbrochen. Der Dritte Arbersee wurde wieder zu dem, was er auch immer bleiben soll: Ein – vergessenes - Kleinod im Arbergebiet.


Fledermäuse faszinieren uns Menschen. Viele Mythen ranken sich um die „Kleinen Schatten der Nacht“, doch nur die wenigsten Menschen wissen etwas Genaueres über ihre Lebensweise oder wie man sie schützen kann. Die LBV-Kreisgruppe Regen und der Naturpark Bayerischer Wald bieten daher im Rahmen der „Europäischen Fledermausnacht“ am Samstag, 25. August eine ihrer bei Jung und Alt besonders beliebten Fledermaus-Exkursionen zur Gottesgabe am Silberberg an. Treffpunkt der dreistündigen Veranstaltung ist um 20:00 Uhr am Kassenhäuschen der Talstation am Silberberg in Bodenmais. Nach einer kurzen Wanderung zum Barbarastollen, auf der Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayer. Wald besonders die jüngeren Teilnehmer spielerisch auf das Thema „Fledermaus“ einstimmt, und nach einer kurzen geschichtlichen Einführung über die Geschichte des Bergwerks durch Martin Schreiner vom Silberbergbesucherbergwerk berichtet die Fledermausexpertin und Dipl.-Biologin Susanne Morgenroth in einem Bildervortrag über das faszinierende Leben der „Kleinen Schatten der Nacht“. Danach können die Teilnehmer ihr neu gelerntes Wissen bei der anschließenden Fledermausbeobachtung mit Bat-Detektoren im Freien anwenden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bitte nehmen sie eine Taschenlampe mit und denken Sie außerdem an wetterfeste warme Kleidung und stabiles Schuhwerk. Diese Führung ist eine Gemeinschaftsveranstaltung des Naturparks Bayerischer Wald des LBV Regen.


Das Arbergebiet lädt zum Entdecken ein. Durch seine Vielfältigkeit und durch die nahe beieinanderliegenden unterschiedlichsten Lebensräume fasziniert es selbst Arberkenner immer wieder. Trotz seiner Bekanntheit – jährlich besuchen über 1,5 Millionen Menschen das Arbermassiv - gibt es zum Glück noch den stillen Arber mit seinen Naturschutzgebieten, FFH-Gebieten und dem Auerwildschutzgebiet. Besonders schützenswert sind jedoch auch die größtenteils naturnah bewirtschafteten Wälder. Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald lädt daher alle Arberbegeisterten dazu ein, diese unterschiedlichen Seiten des „Königs des Bayerischen Waldes“ am Mittwoch, 15.08.12 während einer Tageswanderung vom Rißloch in Bodenmais zum Arbergipfel zu entdecken. Treffpunkt der etwa 7 – 8 - stündigen Exkursion ist um 10:00 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz in Bodenmais. Da das Ziel der Tageswanderung der Grenzbahnhof in Bayerisch Eisenstein ist, wird die An- und Abreise mit der Waldbahn empfohlen.


Echten „Urwald“ – Gebiete, in denen nie Forstwirtschaft betrieben wurde, gibt es selbst im Bayerischen Wald relativ selten. Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald führte kürzlich 51 naturbegeisterte Wanderer – sowohl Einheimische als auch Gäste – in die Geheimnisse eines dieser letzten Urwaldrelikte, das Naturschutzgebiet und Naturwaldreservat Rißloch ein. Gleich zu Beginn der Führung machte Dr. Auer die Teilnehmer, darunter viele Kinder, auf die eher unbekannteren „Einwohner“ des Marktes und der Wälder rund um Bodenmais aufmerksam: Fledermäuse, die „Kleinen Schatten der Nacht“. Waldbewohnende Fledermäuse schätzen besonders die in der Rißlochschlucht reichlich vorhandenen - höhlen- und ritzenreichen - Totholzstämme zum Übertagen. Besonders faszinierte die Teilnehmer dabei ein von der Gebietsbetreuerin mitgebrachtes Fledermausskelett, mit dessen Hilfe sich anschaulich erkennen ließ, dass Fledermäuse quasi mit den Händen fliegen, da sich die Flughäute zwischen den fünf Fingerknochen spannen. Nirgendwo anders lässt sich der „Kreislauf des Lebens“ so gut begreifen, wie in einem „Urwald“: Holzzersetzende Pilze, wie der Zunderschwamm, bewirken, dass dem Baum langsam das stabilisierende Lignin entzogen wird. Stehende Totholzstämme bieten Nahrung und Unterschlupf für viele – z.T. besonders geschützte Tierarten – neben Fledermäusen, Hohltauben, Sperlingskäuze, Wildbienen und Wespen vor allem für Spechte, wie für den seltenen Dreizehenspecht oder den Weißrückenspecht. Haben die Baumpilze den Stämmen das Lignin entzogen, stürzt der letzte Rest des Stammes um, der liegende Baum, auf dem sich nun Baumkeimlinge ansiedeln können, „zerbröselt“ weiter. Der Kreislauf des Lebens ist geschlossen. Dr, Isabelle Auer: „Die Rieslochschlucht hat also jedem etwas zu bieten: Zum einen mit den höchsten Wasserfällen des Bayerischen Waldes großartige Naturschauspiele, zum anderen – wie auch in den naturnah bewirtschafteten stillen Bereichen des Arbergebiets auch viele kleine „ursprüngliche“ Naturerlebnisse, die in unserer heutigen Zeit für uns Menschen immer wichtiger werden. Indem wir diese ursprüngliche Natur des Arbermassivs schützen, tun wir also auch etwas für uns Menschen.“


Bei schönem Sommerwetter trafen sich kürzlich etwa 40 Teilnehmer, um mit Spiel und Spaß zusammen mit Gebietsbetreuerin Anette Lafaire vom Naturpark Oberer Bayerischer Wald den Arber zu besteigen. Am Anfang wurde zuerst der Unterschied zwischen den Fichten und Tannen, die am Wegesrand standen, herausgefunden. Am leichtesten lässt sich die Tanne mit einer Geruchsprobe erkennen, denn ihr zitronenartiger Geruch ist unverkennbar. Wer die abgenagten Zapfen unter den Bäumen liegen gelassen hat, war schnell geklärt: Sowohl Eichhörnchen als auch Mäuse mögen die Samen der Fichte. An der nächsten Station wurde etwas über die Lebensweise der Eichhörnchen erzählt. Zwischendurch wurde etwas über den Luchs und andere heimische Tiere erklärt. Nach einer kräftigenden Brotzeit im Schatten ging es weiter bergauf, dabei konnten alle das Leuchtmoos bewundern, welches unter einem Wurzelstock wächst und wirklich aussieht, als würde es hellgrün leuchten. Nach einem weiteren Spiel ging es zum letzten steilen Anstieg. Um diesen gut zu meistern, bildeten die Kinder eine Raupe, die mit ihren vielen Beinen gar keine Probleme hatte, dieses steile Stück zu meistern. Nach fast drei Stunden und vielen interessanten Erklärungen und lustigen Spielen, waren alle froh, bei doch recht heißen Temperaturen, das Ziel der Wanderung – den Arbergipfel - erreicht zu haben.