April 2021


PM 13/2021: Wandertipp der Woche

Lalling. Langsam aber sicher verwandelt sich der Lallinger Winkel in ein Blütenmeer. Also allerhöchste Zeit die Wanderschuhe zu schnüren und diese Ecke des Bayerischen Waldes zu erkunden! Zum Beispiel auf dem ca. 7,5 Kilometer langen Steinbruchsteig (Nr. 3). Der gut ausgeschilderte Rundweg startet am Feng-Shui-Kurpark in Lalling.

Der Frühling liegt in der Luft, lässt sich beinahe schon schmecken. Auf der kleinen Wanderung wird man von duftenden (Obst-)Blüten und gluckernden Bächen begleitet. Für die ganz Mutigen ist auch schon das Wasser im Kneippbecken der Gemeinde Lalling aufgefüllt. Wer es lieber etwas gemütlicher hat, lässt seinen Blick über sonnige Waldhänge schweifen. Schmecken, Hören, Riechen, Sehen, Fühlen – keiner unserer Sinne kommt zu kurz. Aber wie ist das eigentlich mit den Pflanzen?

Ja, auch Pflanzen nehmen Reize aus ihrer Umgebung wahr. Denkt doch mal an die Mimose, die sich bei Berührung zusammenzieht. Und nicht nur das, Pflanzen können auch mit ihrer Umwelt interagieren. So sind mittlerweile einige Pflanzenarten bekannt, die bei Parasitenbefall einen Lockstoff produzieren, der wiederum den Fressfeind des Parasiten anlockt. Das vermutlich bekannteste Beispiel ist der Wilde Tabak, der bei einem Befall durch den Tabakschwärmer Duftstoffe produziert, die wiederum Raubwanzen anlocken. Diese „Auftragsmörder“ fressen wiederum die Raupen des Tabakschwärmers. Und da gibt es auch noch die „hörenden Erbsen“. Spaß bei Seite: der Wissenschaftlerin Monica Gagliano von der University of Western Australia ist es tatsächlich gelungen nachzuweisen, dass Erbsenkeimlinge auf das Geräusch von fließendem Wasser reagieren, indem ihre Wurzeln in dessen Richtung wachsen.

Also in diesem Sinne unterschätzt unsere grünen Mitbewohner nicht! Viel Spaß bei der Frühlingswanderung, und vielleicht schauen Sie die Pflanzen am Wegrand nun mit etwas anderen Augen an! Übrigens: Auch auf Facebook und Instagram können Sie unsere Wandertipps verfolgen. Dort finden Sie weitere Impressionen der Wanderung und einen kleinen Kartenausschnitt.  


PM 12/2021: Wandertipp der Woche

Zachenberg.

Der Steinbruch einsam
Am moosgrünen Berg eine
Verwunschene Welt.

Mit diesem Haiku lässt sich der Steinbruchweg der Gemeinde Zachenberg gut beschreiben. Der 6,5 Kilometer lange Weg (mit Aussichtspunkten etwa 8 Kilometer) mit ungefähr 300 Höhenmetern führt durch einen mystischen Wald mit moosbewachsenen Felsen zu verlassenen Steinbrüchen. Beim Gasthaus Egginger (Talstraße 25, 94239 Zachenberg) im kleinen Dorf Auerbach angekommen, führt der Themenweg auf der Straße immer geradeaus, bis er nach links in den Wald abbiegt. Sogleich geht es bergauf durch den Fichtenwald. Die anfängliche Monokultur weicht nach und nach einem vielfältigen Bergmischwald. Bald erreicht man den ersten Steinbruch, den Vogl Bruch. Ein bezeichnender Name - im dichten Wald hört man Buchfinken, Tannenmeisen und den Zilpzalp um die Wette rufen. Nun führt der Weg mal steil bergauf, mal leicht bergab an Steinbrüchen und einer Lichtung vorbei bis die Muschenrieder Kapelle erreicht wird. Die steinerne Kapelle mit dem eisernen Kreuz ist ein faszinierender Anblick.

Im Anschluss geht es mit dem Steinbruchweg bergab, bis man auf eine Forststraße trifft. Von der fehlenden Markierung nicht irritieren lassen und bei der kommenden Kreuzung den Weg nach rechts einschlagen. Bald schon geht’s auf einen kleinen Pfad nach links zu drei weiteren Steinbrüchen – den Hartl Bruch, Rosenlehner Bruch und Wagner Bruch. Verlassene Steinbrüche wie diese dienen mittlerweile einigen bedrohten Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum. So sind die Felswände gute Brutplätze für Uhu, Wander- und Turmfalke. Die Abraumhalden der Steinbruchsohle dagegen bieten ideale Standortbedingungen für Pionierpflanzen und in den Spalten verstecken sich Reptilien wie die Zauneidechse. Auch gibt es in der Sohle oft nährstoffarme Stillgewässer, in denen sich diverse Amphibien- und Libellenarten wohlfühlen.

Unweit von den Steinbrüchen befindet sich ein schöner Rastplatz mit einem Tisch und toller Aussicht, auf dem sich wiederum vom Hunger bedrohte Wanderer wohlfühlen werden. Nach der Pause zurück auf dem Weg erreicht man schnell einen Parkplatz. Von dort aus den Forstweg nach links nehmen, der an einem kleinen Bach vorbei schließlich zurück nach Auerbach führt. Am Wegesrand kann man hierbei einige Frühblüher wie Huflattich, Buschwindröschen, wechselblättriges Milzkraut und am Bachlauf Weiße Pestwurz sowie Sumpfdotterblumen ausmachen, an denen sich die Insekten erfreuen.

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PM 11/2021: Wandertipp der Woche

Bodenmais. Diese Woche führt der Naturpark-Wandertipp der Woche in das bekannte Bodenmais zur etwas versteckten Gottesgab. Der Silberberg ist das Wahrzeichen von Bodenmais. Der markante Felsgipfel, wegen seines Doppelgipfels auch „Bischofshaube“ genannt, thront gleichsam über dem Markt, der sich zu seinen Füßen hin ausbreitet. Die Geschichte von Bodenmais ist untrennbar mit der Geschichte des Bergbaus am Silberberg verbunden. In den über 20 Kilometer langen Stollengängen, beherbergt er über 60 verschiedene Mineralien. Und noch etwas verbirgt der Silberberg ganz tief in seinen Stollen: Fledermäuse, die hier eines der größten Winterquartiere Mitteleuropas haben.

Mit 18 verschiedenen Fledermausarten gehört der Silberberg zu den artenreichsten Gebieten im gesamten Bayerischen Wald. Er ist ein wichtiges Balzgebiet und auch Winterquartier. Da es im Bayerischen Wald kaum natürliche Höhlen gibt, werden hauptsächlich aufgelassene Bergwerkstollen von den Fledermäusen für ihren Winterschlaf genutzt. Die Winterquartiere müssen feucht und kühl, aber frostfrei sein. Während des Winterschlafs sind alle Körperfunktionen der Fledermäuse auf ein Minimum reduziert und der Energieverbrauch äußerst gering. Beispielsweise benötigen sie dann nur einen Atemzug pro 90 Minuten. Diese noch mehr spannende Informationen über Fledermäuse lassen sich entlang des kleinen Fledermaus-Lehrpfad des Naturparks Bayerischer Wald rund um den Silberberg erfahren.

Wir starten die Wanderung an der Talstation des Silberbergs und folgen zunächst der steilen Teerstraße zur Mittelstation. An dieser wählen wir nicht den direkten Aufstieg zum Silberberg, sondern gehen daran vorbei. Hier war einmal der sogenannte Bremsberg. Mit etwas Klettergeschick und Furchtlosigkeit kann man ein paar Meter in den Stollen „Hochort- ausgebranntes Ort“ hineinklettern, aber Vorsicht ist dabei geboten. Wir setzen unseren Weg auf einem Kiesweg fort und biegen erst beim zweiten Abzweig nach links in den bequemen Weg auf den Silberberg. Dieser führt uns zu einer Stelle mit viel roter Erde, die uns das Eisenerz anzeigt. Hier gibt es wieder für mutige einen kleinen, versteckten Durchschlupf, wo vielleicht Eiskristalle einem noch in Winterwelt verzaubern. Oder man wählt alternativ den kurzen steilen Anstieg, der zur Gottesgab ausgeschildert ist. Hier beim größten Übertageabbau lädt ein Aussichtssteg zum Besuch ein. Dieser wurde in Zusammenarbeit von Markt Bodenmais und Naturpark Bayerischer Wald vor Kurzem erneuert und bietet einen beeindruckenden Einblick in die Gottesgab. Das Farbenspiel aus blauen, gelben, weißen, brauen und roten Farben ist besonders eindrucksvoll. Im Bereich der Gottesgabe gibt es zudem Wissenswertes zum Monitoring am Silberberg und ein paar Rätselfragen zur Franzi Fledermaus.

Wir steigen die paar Meter wieder zurück und folgen wieder dem Wanderweg Nummer 1 der nochmals etwas nach Norden ausholt und dann zum Gipfel des Silberbergs führt. Vom Gipfel können wir einen tollen Rundumblick auf Bodenmais, Kronberg und Harlachberg, das Arbermassiv und bis zum Rachel genießen. Unmittelbar unterhalb des Silberberggipfels informieren drei größere Infotafeln über das Gebiet, das Bergwerk und die Fledermäuse. Für den kurzen Abstieg nehmen wir wieder den Wanderweg Nummer 1, gehen oberhalb der Skipiste in den Wald, halten uns links bergab und folgen dem Wanderweg Nummer 10 bevor wir wieder die Talstation erreichen. Insgesamt ist die Runde etwa 3 km kurz und es sind im Auf- und Abstieg jeweils 200 Höhenmeter zu bewältigen.


PM 10/2021: Wandertipp der Woche

Zenting. Heute führt der Naturpark-Wandertipp nach Ranfels. Dessen gleichnamige Burg sich oberhalb des idyllischen Tals der Großen Ohe auf den Felsen schmiegt. Es erwarten Sie sechs abwechslungsreiche Kilometer zum Wohlfühlen.

Gestartet wird von dem Wanderparkplatz in der Ortsmitte von Ranfels. Auch eine Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist möglich (Haltestelle: Ranfels, Zenting).

Bevor es Richtung Tal geht, lohnt sich ein kleiner Abstecher Richtung Burg und Kirchenanlage. Entlang des Burg-Rundwegs finden sich tolle Ausblicke und bei dem richtigen Wetter sonnenbeschienene Bänke unterhalb der Burgmauern und Felsen. Hat man sich erst einmal satt gesehen geht es entlang der Nr.24 Richtung Ranfelsmühle. Von dem kurzen Straßenabschnitt sollte man sich keinesfalls entmutigen lassen. Ist man nämlich erst einmal im Tal der Großen Ohe angekommen geht es durch das einladende Tal entlang der Nr. 24 und 29 nach Neuhof. Während sich rechterhand die Große Ohe durch die Wiesen schlängelt, erheben sich linkerhand im lichten Buchenwald verschieden große Felsen.  Nach Neuhof verlassen wir kurzzeitig den markierten Wanderweg und biegen nach rechts Richtung Hauermühle ab. Nach ca. 200 m biegt ein Feldweg nach rechts ab (noch vor der Brücke), diesem folgen wir und kommen so auf den Wanderweg Nr. 68. Nach der Querung der Großen Ohe und einem leichten Anstieg geht es auf der Nr.63 wieder talabwärts Richtung Ranfels. Schon bald lassen sich die Spuren eines pelzigen Burgherrn namens Bieber am Wegrand entdecken. Ab Ranfelsmühle ist der Rückweg nach Ranfels auf der linken Seite der Ohe zusätzlich mit der blau weißen Goldsteig Markierung gekennzeichnet.

Während der Wanderung lohnt es sich den ein oder anderen Blick in das Wasser zu werfen. Die Döbel ziehen wieder munter ihre Kreise in der Goßen Ohe und Froschleich ist an jeder Ecke zu entdecken. Auch in etwas tieferen Fahrspuren findet sich der Laich. Trocknet dieses temporäre „Gewässer“ während der Laichentwicklung nicht aus, ist es eine gute Kinderstube für so manch eine Kaulquappe. Denn in diesen flachen Gewässern erwärmt sich das Wasser schneller, wodurch sich die Tiere auch schneller entwickeln können. Zudem gibt es keine Fressfeinde wie Libellenlarven oder Fische die im benachbarten Teich ganz heißhungrig auf den Laich und die Kaulquappen warten. In intakten Flusssystemen bilden sich immer wieder neue Gewässer zum Beispiel durch Überschwemmungen im Frühjahr. Diese neuen temporären Gewässer in den Flussauen gehören zu den ursprünglichen Laichhabitaten vieler Amphibien. Hier haben die kleinen Kaulquappen aufgrund der fehlenden „Bewohner“, sprich keine Fische oder Libellenlarven, gute Chancen sich zu entwickeln.  Aufgrund der Begradigung der Flüsse finden sich immer weniger so natürlich entstandenen temporäre Gewässer. Heutzutage finden einige Amphibien auch in Fahrspuren ein geeignetes Ersatzhabitat für die Laichablage.


PM 09/2021: Wandertipp der Woche

Geiersthal. Diese Woche führt der Naturpark-Wandertipp der Woche in die Gemeinde Geiersthal, in den Ortsteil Altnussberg. Die circa acht Kilometer lange Runde startet am Burgparkplatz an der Hofbei-Kapelle und führt abschnittsweise über den Flusswanderweg am Schwarzen Regen. Danach verläuft der Weg hinauf zur Burgruine Altnussberg am höchsten Punkt der Rundtour und schließlich wieder zurück zum Ausgangspunkt. Auf dem mittelschweren Rundweg werden in circa drei Stunden Gehzeit Anstiege von etwa 260 Höhenmetern absolviert.

Zunächst führt der Weg vom Burgparkplatz auf Forstwegen entlang des Wanderwegs mit der roten Nummer 3 bergab in Richtung Schwarzer Regen und Gumpenried. Vorbei an eindrucksvollen Baumriesen, sonnigen Lichtungen und rauschenden Bachläufen geht es teilweise steil hinab ins Regental. An waldfreien Stellen ergeben sich dabei wunderschöne Blicke auf den noch schneebedeckten Gipfel des Großen Arber.

Nach Erreichen des Schwarzen Regen am Holzunterstand des „Nostalgie Haltepunkts Nußberg Schönau“, folgt man der Flusswanderwegs-Beschilderung nach links in Richtung Gstadt. Begleitet von den Schienen der Waldbahn können am rauschenden Fluss mit etwas Glück unter anderem ruhende Gänsesäger und Wasseramsel auf den Felsen im Wasser beobachtet werden. Entlang des meist flachen, sonnigen Wegs sind einige Frühblüher dank der letzten warmen Tage bereits in voller Pracht zu bestaunen und werden von summenden Insekten verschiedener Arten aufgesucht.

Auf Höhe des Haltepunktes Gstadt führt der Flusswanderweg weg vom Schwarzen Regen hinauf in Richtung Rannersdorf. Auf dem etwas steileren Anstieg sind auf nördlicher Seite des Flusses der Turm der Burgruine Neunussberg und der malerische Ort Schönau zu entdecken. Eine dort aufgestellte Bank lädt zur Rast und zum Verweilen ein.

Nach Erreichen der Straße auf Höhe Rannersdorf wird der Flusswanderweg verlassen und die Runde führt nach links entlang der ruhigen Nebenstraße in Richtung Seigersdorf. Auf dieser Strecke sind die Nordseiten und die grünen Gipfel der Vorwaldberge um Predigstuhl, Pröller und Käsplatte zu entdecken. Ab Seigersdorf folgt die Runde dem Wanderweg mit der roten Nummer 2 über Oberleiten und einen letzten etwas steileren Anstieg in Richtung der Burgruine Altnussberg. An der Burgruine angekommen ergeben sich traumhafte Aussichten auf Geiersthal sowie auf die Vorwaldberge um Vogelsang und Dreitannenriegel. Die letzten Meter führen dann etwas steiler bergab zurück zum Ausgangspunkt.