August 2010


Zum zweiten diesjährigen Arberabenteuertag des Naturpark Bayerischen Walds meldeten sich wieder viele kleine, tatkräftige Helfer. Der Tag bot neben Informationen zu verschiedensten pflanzen- und tierkundlichen Themen, Naturerlebnisspiele und viel Spaß beim Fichtenzupfen auf dem Mittagsplatzl. Zu Beginn des Arberabenteuertags spürten die Kinder ein präpariertes Auerhuhnpärchen auf, das Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald zuvor im Wald versteckt hatte. Damit war das Interesse der 16 Teilnehmer am Auerhuhn, dem bedrohten Wappentier des Bayerischen Waldes, geweckt. Das Arbergebiet ist Auerhuhngebiet. Isabelle Auer erklärte u.a., dass das Einhalten der Wegepflicht für den Schutz des Auerhuhns besonders im Winter sehr wichtig ist. Durch das Aufschrecken verliert das Auerhuhn sehr viel Energie, die es gerade im Winter zum Überleben braucht. Aber auch andere tierische Bewohner des Bayerischen Waldes lernten die Exkursionsteilnehmer kennen: An einem mitgebrachten Luchsfell stellten die kleinen Teilnehmer die Unterschiede zwischen Luchs und Katze fest. Beim Spiel „Fledermaus und Motte“ lernten die Kinder spielerisch, wie Fledermäuse jagen. Nach einer Brotzeit auf dem Mittagsplatzl ging es, ausgerüstet mit Arbeitshandschuhen und Gartenscheren, voller Tatendrang an die Arbeit. Die regelmäßige Pflege der „Almen des Bayerischen Waldes“ beinhaltet neben der großen kulturellen Bedeutung auch einen Naturschutzaspekt bzw. Artenschutzaspekt. Das Auerhuhn braucht als Lebensraum neben dem Wald auch freie Flächen, wie die Schachten. Daher ist das Bewahren dieser Plätze vor dem Zuwachsen von großer Bedeutung. Bei dieser Schachtenpflege halfen die jungen fünf- bis vierzehn jährigen Landschaftspfleger, indem sie kleine Fichten auszupften. Am Ende des fünfstündigen Arberabenteuertags erhielten die kleinen Helfer und ihre Eltern die Arberverdienstmedaille des Naturparks Bayerischer Wald verliehen. Dabei versprach Isabelle Auer den Eltern: „Wer in der Kindheit Bergen hilft, kann später als Erwachsener - sprichwörtlich - Berge versetzen“.


Der Naturpark Bayer. Wald lädt für Donnerstag, den 02. September besonders alle Familien dazu ein, zusammen mit Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer spielend-spielerisch und mit viel Spaß den höchsten Berg des Bayerischen Waldes zu erklimmen und dabei nebenbei auch viel Interessantes über die Arberwelt zu erfahren. Treffpunkt der dreistündigen Wanderung zum Arbergipfel (reine Gehzeit: 1,5 Stunden) ist um 10:00 Uhr am Brennesparkplatz. Zu dieser Naturerlebniswanderung ist eine Anmeldung beim Naturpark erforderlich bis Mittwoch, 01. September 12:00 Uhr unter Tel.: 09922 – 802480. Denken Sie bitte an festes Schuhwerk und an eine Brotzeit.


Die Kapelle auf dem Falkensteingipfel wurde vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. im Jahr 1987 errichtet. Der damalige Landwirtschaftsminister Hans Eisenmann kam persönlich zur Einweihungsfeier. Der damalige 1. Vorsitzende Emil Rimpler und der Kassenverwalter Eduard Gistl waren beide Motor in Sachen Errichtung einer Kapelle auf dem Falkensteingipfel. Ihnen zu Ehren wurden im Frühjahr 2006 zwei Gedenkbretter an der Kapelle angebracht. Alljährlich am 1. Sonntag im September wird die Falkenstein-Kirchweih begangen. Die Kapelle ist dem Hl. Franziskus geweiht. Er gilt als Patron für Natur und Schöpfung. Zum Gottesdienst am Sonntag, 05.09.2010, um 11:30 Uhr an der Falkensteinkapelle (Neben dem Schutzhaus) ergeht daher herzliche Einladung. Für die musikalische Umrahmung sorgt der Ludwigsthaler Kirchenchor. Für eine anschließende Bewirtung ist gesorgt. Herzliche Einladung ergeht an die Bevölkerung zu einer Wanderung zur Falkensteinkirchweih. Um 09:00 Uhr und um 10:00 Uhr wird jeweils ein Bus von Zwieselerwaldhaus ab Parkplatz Schillerstraßl bis zur Ruckowitz-Kreuzung verkehren, am Nachmittag gibt es um 16:00 Uhr eine Rückfahrmöglichkeit.


Dem Großen Arber Gutes zu tun und ihm einen kleinen Teil von dem zurückzugeben, was er uns Erholungssuchenden schenkt, ist das Grundanliegen der Arberabenteuertage der Naturparke Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald. Als Dankeschön erhalten alle Arberfreunde, die sich für den Naturschutz am „König des Bayerischen Waldes“ engagieren, die Arberverdienstmedaille verliehen. Die nächste Möglichkeit, diese - inzwischen begehrte – Auszeichnung zu erhalten, bietet der Naturpark Bayerischer Wald im Rahmen eines Arberabenteuertags am Mittagsplatzl an. Treffpunkt der 5 – 6-stündigen Veranstaltung, die speziell für Familien mit Kindern ab 9 Jahren geeignet ist, ist am Mittwoch, 25. August um 10:30 Uhr auf dem Parkplatz Bretterschachten. Auf der ungefähr 2-stündigen Wanderung zum Mittagsplatzl werden die Teilnehmer von Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer spielerisch viel Interessantes über die Arberwelt und speziell über das Auerhuhn erfahren. Nach einer ausgiebigen Mittagsrast – Brotzeit nicht vergessen (!) – werden die Teilnehmer lernen, warum Schachtenpflege nicht nur dazu dient, die „Almen des Bayerischen Waldes“ erhalten, sondern auch dem Artenschutz nützt. Bitte bringen Sie Arbeitshandschuhe, gutes Schuhwerk, eine Brotzeit und ausreichend Getränke mit. Wer sich am Arberabenteuertag auf dem Mittagsplatzl beteiligen möchte, meldet sich bitte bis Dienstag. 24.08.10, 16:00 Uhr beim Naturpark unter Tel.: 09922-802480 an.


Der Naturpark Bayerischer Wald und die LBV- Kreisgruppe Regen bieten in der Europäischen Fledermausnacht am Samstag, 28. August eine Fledermaus-Exkursion zur Gottesgabe am Silberberg an. Treffpunkt der dreistündigen Veranstaltung ist um 20:00 Uhr am Kassenhäuschen der Talstation am Silberberg in Bodenmais. Nach einer kurzen Wanderung zum Barbarastollen, auf der Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald die Teilnehmer spielerisch auf das Thema „Fledermaus“ einstimmt, berichtet die Fledermausexpertin und Diplom Biologin Susanne Morgenroth über das faszinierende Leben der „Kleinen Schatten der Nacht“. Nach diesem Bildervortrag können die Teilnehmer ihr neu gelerntes Wissen bei der anschließenden Fledermausbeobachtung mit Bat-Detektoren im Freien anwenden und vertiefen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bitte Taschenlampe mitnehmen und an wetterfeste Kleidung und stabiles Schuhwerk denken. Diese Führung ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der beiden Naturparke Bayerischer Wald e.V. (Geschäftstelle Zwiesel) und Oberer Bayerischer Wald e.V. (Geschäftstelle Cham) sowie des LBV Regen.


Zur mittlerweile traditionell stattfindenden gemeinsamen Exkursion von Naturpark Bayerischer Wald e.V. und Naturkundlichem Kreis Bayerischer Wald e.V. konnte Bildungsreferent Hartwig Löfflmann 36 Teilnehmer am Kaltecksattel begrüßen. Unter der Leitung von Fritz Pfaffl aus Zwiesel erkundete man im Rahmen einer etwa dreistündigen Exkursion die geologischen Verhältnisse und die Blockmeere am Rahen Kulm etwas näher und beleuchtete die Spuren der letzten Eiszeiten. An drei Haltepunkten gab es anschauliche Informationen. Anhand einer geologischen Karte und von verschiedenen Gesteinsschliff-Präparaten erläuterte Pfaffl die Entstehung des Grundgebirges. Der Vordere Bayerische Wald ist überwiegend aus Perlgneis aufgebaut. Damit existiert zwischen dem Brotjacklriegel und der Käsplatte ein Gestein mit hohem Quarzanteil und großer Verwitterungsbeständigkeit. Perlgneis gilt als Härtling, in der Vergangenheit wurde er kaum verwendet, weil er zum Bearbeiten viel zu hart und beschwerlich war. Blockmeere sind durch Frostsprengungen entstanden. Wild durcheinander gewirbelte Gesteinsblöcke liegen hier oft bis zu zehn Metern mächtig übereinander. Sehr ausgedehnte Blockmeere gibt es auch auf dem Dreisessel oder auf dem Zwercheck, das prominenteste Beispiel ist der Lusen im Inneren Bayerischen Wald. Hier am Rauhen Kulm gibt es jedoch verschiedene, häufig vom Wald bedeckte Blockmeere. Auch der Vordere Bayerische Wald hat von den letzten Eiszeiten einiges abbekommen, wenn auch seine Vergletscherung nicht sicher nachgewiesen werden kann. Die letzten Eiszeiten begannen vor etwa 600.000 Jahren und endeten vor ca. 10.000 Jahren. Die Eiszeiten wurden nach den oberbayerischen Flüssen Günz, Mündel, Riss und Würm benannt. Die Würm Eiszeit war die allerletzte. Erst seit dieser Zeit fand wieder Bodenbildung statt und hat sich unsere heutige Vegetation mit den Pflanzen und Baumarten entwickelt. Zum Abschluss ging Pfaffl noch auf die verschiedenen Böden ein, die sich über dem Ausgangsgestein entwickelt hatten. Zum Schluss beendete man die Fachexkursion mit einer gemeinsamen Einkehr.


Dem „König des Bayerischen Waldes“ mit viel Spaß etwas Gutes zu tun und außerdem viel Interessantes über die besondere Pflanzen- und Tierwelt des Arbers zu erfahren, war das Ziel des ersten diesjährigen Arberabenteuertags mit Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald. Standen in den letztjährigen Arber-Naturschutztagen der Große Arbersee und die Märchenwiese im Mittelpunkt, so lernten die 31 Teilnehmer diesmal die besondere Pflanzenwelt des Arbergipfels kennen. Dass es aber auch über ganz gewöhnliche häufig zu findende Pflanzen Interessantes zu berichten gibt, erfuhren die jungen Naturschützer bereits zu Beginn des achtstündigen Arberabenteuertages auf dem Weg vom Brennes zum Arbergipfel: Bei der Weißen Pestwurz beispielsweise, die man besonders an feuchten Stellen findet , handelt es sich um eine wahre „Zauberpflanze“. Sie hat im Frühjahr kleine längliche Blätter, die sich erst nach dem Verblühen zu großen runden Blättern entwickeln. Wie bereits im vergangenen Jahr sollten die Teilnehmer des Arberabenteuertags aber nicht nur viel Neues über die Natur am „König des Bayerischen Waldes“ erfahren, sondern ihm auch auf ihrer Art und Weise helfen können. Der Arbergipfel ist Heimat vieler bedrohter Pflanzenarten. Einige von ihnen - wie etwa der Krause Rollfarn - sind der ständigen Gefahr ausgesetzt, von den Tritten unachtsamer Wanderer zerstört zu werden. Andere, wie der im Bayerischen Wald stark gefährdete Alpen – Flachbärlapp oder selbst der Ungarische Enzian, werden am Arbergipfel von den sich ausbreitenden Heidelbeersträuchern bedrängt. Um sie zu schützen, müssen in regelmäßigen Abständen die Heidelbeersträucher zurückgeschnitten werden. Dabei mussten die sensiblen, normalerwiese abgesperrten Bereiche des Arbergipfels betreten werden. Ausgerüstet mit Gartenscheren und mit dem notwendigen Wissen über das naturverträgliche Verhalten, machten sich die sechs- bis zwölfjährigen Landschaftspfleger an die Arbeit, die sie sich hin und wieder mit Heidelbeeren versüßen konnten. Nebenbei erfuhren die Kinder auch, dass Naturschutz nicht nur körperliche Arbeit bedeutet, sondern dass die Natur nur geschützt werden kann, wenn alle zusammenarbeiten oder zumindest den guten Willen haben, Naturschutzregeln einzuhalten, da diese Regeln einen Sinn haben. Besonders deutlich wird dies am Arbergipfel, den jährlich über eine Million Ausflügler – Bergbahnbenutzer, Wanderer und Mountainbiker - besuchen. Die meisten der Fußgänger akzeptieren das Wegegebot. Dass das Radfahren im Gipfelbereich jedoch verboten ist, da Mountainbiker zum Einen die Fußgänger gefährden, zum Anderen sich die Summe von Mountainbikebremsspuren unweigerlich zu Erosionsrinnen entwickeln, die den Bodenabtrag fördern, ist leider vielen Sportlern nicht bewusst. Damit keiner – weder Berg, Fußgänger oder Radfahrer – unter den Bedürfnissen des anderen leidet, muss sich jeder an die Regeln, die es in den Naturschutzgebieten und am Arbergipfelplateau nun einmal gibt, halten. Als Dankeschön erhielten alle Teilnehmer nach getaner Arbeit von Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer die „Arberverdienstmedaille 2010“ verliehen. Den besonderen ideellen Wert dieser Holzmedaille drückte die achtjährige Michelle so aus: „ Ich habe ja schon zwei Leichtathletik-Goldmedaillen und einen Pokal gewonnen, aber das ist die schönste Medaille von allen!“


Rund fünfunddreißig Naturliebhaber aus Nah und Fern nahmen an der Naturpark-Veranstaltung „Vom Tal des schwarzen Regen zum weißen Quarzriff Großer Pfahl“ teil. Von weither reisten manche Teilnehmer an und waren von dem vielfach unberührten Tal des „Schwarzen Regen“, durch das die Bahnstrecke nach Viechtach führt, besonders beeindruckt. Der stellenweise schnell fließende Fluss liegt mit einem stein- und geröllreichen Bett in einem steilen Flusstal. Am Bahnhof Viechtach begrüßte Heinrich Schmidt, 1. Vorsitzender des Naturparks, die Teilnehmer. Sein besonderer Dank galt den Mitgliedern des Wanderbahn-Vereins, die diese Ausflugsbahnfahrt am Wochenende ehrenamtlich ermöglichten. Dabei forderte der Naturpark-Vorsitzende eine Wiederaufnahme des täglichen Bahnverkehrs im Zweistunden-Takt nach Viechtach. „Eine Anreise mit der Bahn ist nicht nur umwelt- und klimafreundlich, sondern lädt dazu ein, die Natur und Kultur weiter zu erkunden“, betonte Heinrich Schmidt die Bedeutung einer regelmäßigen Bahnverbindung für den Tourismus und versprach das Führungsangebot des Naturparks noch stärker darauf abzustimmen. Nach der Begrüßung wanderten die Teilnehmer vom Stadtzentrum auf dem Pfahl-Steig zum Großen Pfahl. Naturpark-Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher führte die Gruppe auf diesem reizvollen Wanderweg. Unterwegs, im schattigen Riedbachtal, säumten knorrige Hangwälder, beschauliche Bachwiesen und ein weiträumiger Naturweiher den Weg. Nach einer kleinen Rast beim Schaubienenstand ging es über heckenreichen Streuobstwiesen zum weithin sichtbaren, hoch aufragenden Quarzriff Großer Pfahl. Der Quarzfelszug ist nicht nur das landschaftliche Wahrzeichen von Viechtach, sondern als bayerisches und nationales Geotop ein erdgeschichtliches Naturdenkmal mit überregionaler Bedeutung. Erstaunt waren die Teilnehmer der Wandergruppe über das bunte Farbenspiel an manchen Felspartien. Grünlich leuchtende Schwefelflechten überdauern neben blaugrauen Silikatfelsflechten auf den stellenweise rostrot überlaufenen Quarzfelsen. Die bizarren Pfahlkiefern wachsen wie Bonsaibäumchen in manchen Felsritzen. Vogelbeeren und Birken stehen auf kleinen Felsvorsprüngen. Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher berichtete auch über einige besondere Tierarten, die am Felsen vorkommen. Flugakrobaten wie die nachtaktiven Fledermäuse übertagen in den Ritzen und Spalten im Felsen. In den sogenannten „Wochenstuben“ bringen die Fledermausweibchen hier ihre Jungen zur Welt. Am Felsenfuß wartet im einem Fangtrichter der Ameisenlöwe auf seine Beute. Weiter wanderte die Gruppe zum bis zu 40 Meter tiefen Steinbruch und zu den heute restaurierten Steinbruchgebäuden. Die Verladestation und die Alte Schmiede informieren über die einhundert jährige Abbaugeschichte des Pfahls. Sie sind Zeugnisse des Quarzabbaus und geben Einblicke in das harte Leben der „Schudderschloger“. So wurden die Steinbrucharbeiter genannt, die in schwerster körperlicher Arbeit das sehr harte Quarzgestein abbauten. Zum Abschluss der Wanderung nahmen einige Teilnehmer als Andenken ein Quarzmineral vom sogenannten „Klopferplatz“ mit – nur hier ist die Mitnahme von Quarzen aus dem Naturschutzgebiet erlaubt.


Rund 30 Einheimische und Urlauber waren auf den Spuren der Holztrift an Wolfsteiner Ohe und Ilz unterwegs. Schon bei der Begrüßung an der Ilz-Infostelle auf Schloss Fürsteneck wies der Naturpark Gebietsbetreuer Stefan Poost auf das deutlich vernehmbare rauschen der Wolfsteiner Ohe hin. Ähnlich müssen die Wahrnehmungen jedes Frühjahr zur Zeit der Schneeschmelze und Holztrift in früheren Zeiten in Fürsteneck gewesen sein. Nach einem kurzen Marsch vom Burgberg hinab ins Tal der Wolfsteiner Ohe konnten die Teilnehmer die Spuren des Hochwassers der letzten Tage anhand der umgeknickten Pflanzen am Ufer erahnen. An der Triftsperre in der Wolfsteiner Ohe wurde das Flusssystem der Ilz erläutert. Von dort wanderten die Teilnehmer von der Wolfsteiner Ohe zur Schönberger Triftsperre in der Ilz. Hier erfolgte anhand historischer Bilder eine detaillierte Erklärung über den Holzeinschlag im Winter und den Holztransport mittels Schlitten an die Bäche. Poost erläuterte anschließend das Ilzer Triftsystem, den künstlichen Bau von Klausen zum Wasserrückhalt in den höheren Lagen und die oft nur mit ganz wenig Querneigung angelegten Kanäle – manchmal nur im Promillebereich liegend - für die Wassersammlung der Klausen. Einige Bilder verdeutlichten die harte und gefährliche Arbeit der Trifter vergangener Zeiten. Das ein oder andere Marterl im Wald und an den Bächen zeugt noch heute von der gefährlichen Arbeit der Holztrift. Nach ca. 2 Std. endete die Führung wieder am Schloss Fürsteneck. Die Teilnehmer wurden auf die bis Ende August geöffnete Ausstellung des Grafikers und Heimatdichters Josef Fruth im Schloss Fürsteneck hingewiesen. Dieser hat sich in vielen seiner Werke unter andrem auch der harten Arbeit der Holzgewinnung und Holztrift immer wieder gewidmet. Auch der neu eröffnete Künstlersteig an der Wolfsteiner Ohe erinnert an das frühere Leben in dieser Bayerwaldregion


Vierjährige, die die rund 400 Höhenmeter vom Brennes zum Arbergipfel spielerisch und mit viel Spaß überwinden, interessierte Erwachsene, die viel Neues über die Welt des „König des Bayerischen Waldes“ erfahren, Schulkinder, die sich auch in den Ferien für naturkundliche Themen begeistern – all das erlebten die 33 Teilnehmer einer Naturerlebniswanderung mit Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald. Dass man die Natur nur mit allen Sinnen begreifen kann, wenn man entweder einen ungewohnten Blickwinkel einnimmt oder einzelne Sinnesorgane bewusst nicht einsetzt, zeigte die Gebietsbetreuerin gleich zu Beginn der dreistündigen Führung: Legt man sich etwa einen Taschenspiegel auf den Nasenrücken, so konzentriert sich der Blick entweder nur nach oben oder nur auf den Erdboden. Man entdeckt plötzlich Dinge, die eigentlich leicht zu sehen wären, die man beim normalen „Blick nach vorne“ aber nicht entdecken würde: Die Baumwipfel, die Muster, die Licht und Schatten auf den Boden zeichnen, werden normalerweise weniger beachtet. Beim „Raupengang“, bei dem die Teilnehmer unter Führung eines sehenden Gruppenleiters hintereinander durch den Wald gehen, werden den Spielteilnehmern – Kindern wie Erwachsenen – auch kleinere Bodenunebenheiten, leisere Geräusche oder Gerüche bewusster. Intensive Naturerfahrungen sind jedoch nur möglich, wenn man sich sowohl auf sich selbst als auch auf seine Mitwanderer verlassen kann. Das wurde auch beim „Baumfreund“ – Spiel deutlich, bei dem jeweils ein Teilnehmer mit verbundenen Augen von einem Spielpartner zu einem Baum geführt wurde, seine besonderen Merkmale ertasten musste und anhand dieser Besonderheiten diesen „Baumfreund“ sehend wieder erkennen sollte. Besonders Spaß machte der Gruppe jedoch das Zapfenwurfspiel, bei dem die Teilnehmer kurz vor dem Gipfelsturm noch einmal ihre Geschicklichkeit und vor allem ihre Treffsicherheit so beweisen konnten. Nach drei Stunden hatten so nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder, selbst der gerade vierjährige Nico, spielerisch den „König des Bayerischen Waldes“ erklommen. – Ein „Gipfelsieg“, der besonders den Jüngsten noch lange in Erinnerung bleiben wird.