Februar 2006


Für das Jahr 2006 wurde vom Verband Deutscher Naturparke (VDN) unter dem Slogan „Natürlich Naturparke“ das Jahr der Naturparke ausgerufen. Mit verschiedenen Aktionen sollen die 93 Naturparke, die fast ¼ der Fläche der Bundesrepublik Deutschland bedecken, wieder näher in den Mittelpunkt gerückt werden.

Einer aktuellen Umfrage zufolge können nur 6 Prozent der Deutschen den Unterschied zwischen Nationalparken und Naturparken erklären. Erinnern wir uns kurz: Nationalparke haben den Schutz von Naturlandschaften möglichst ohne wirtschaftsbestimmte Nutzung und ohne Eingriffe des Menschen unter dem Motto „Natur Natur sein lassen“ zum Ziel. Weniger als 1 Prozent der Bundesfläche sind als Nationalparke ausgewiesen. Anders ist es bei den Naturparken. Hier sollen die über Jahrhunderte hinweg durch menschliche Nutzung geprägten Kulturlandschaften erhalten und zeitgemäß weiterentwickelt werden. In Naturparken finden Land- und Forstwirtschaft und auch gewerbliche und industrielle Nutzung statt. Der Mensch prägt hier ganz wesentlich und soll sich deswegen an Leitlinien halten.

Die Ziele des „Jahrs der Naturparke 2006“ sind die Steigerung des Bekanntheitsgrades, die Stärkung des Ansehens der Naturparke und die Bündelung von Aktivitäten der Naturparke.

Die Anfänge der Naturparkbewegung reichen in das Jahr 1909 zurück, als der „Verein des Naturschutzpark Lüneburger Heide“ als erste deutsche Naturschutzorganisation mit dem Ziel eines großflächigen Schutzes von Natur und Landschaft gegründet wurde. Erst viel später, im Jahre 1956, forderte der Hamburger Kaufmann und Reeder Dr. h. c. Alfred Töpfer als Vorsitzender dieses Vereins für die Bundesrepublik Deutschland ein Naturparke-Programm. Er fand große Unterstützung in der Politik bis hin zum damaligen Bundespräsidenten. Ein Naturparke-Programm mit etwa 25 vorgeschlagenen Naturparken wurde ins Leben gerufen. Dieses Naturparke-Programm jährt sich nun im Jahr 2006 zum 50. Mal.

Der Verband Deutscher Naturparke als Dachorganisation aller Naturparke in Deutschland wurde 1963 gegründet. Zu dessen 40-jährigem Jubiläum fand im Naturpark Bayerischer Wald im Jahr 2003 die Verbandstagung mit Jubiläumsfeierlichkeiten in Zwiesel und in Frauenau statt.

Nun soll es im Jahr 2006 unter Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Horst Köhler und anderer Schirmherren in den einzelnen Bundesländern ein Jubiläum für 50 Jahre Naturparke-Programm in der Bundesrepublik geben. Die vier großen Naturparkaufgaben, Unterstützung der Erholungsnutzung, Naturschutz und Landschaftspflege, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit und die Unterstützung der Regionalentwicklung werden naturgemäß in den Vordergrund gestellt werden.

Möglichst viele regionale Partner sollen das „Jahr der Naturparke 2006“ mittragen. Der Bundespräsident wird einen Naturpark bereisen, am 8. September 2006 wird es in Bonn eine Festveranstaltung geben, dort wurde 1956 das Naturparke-Programm ausgerufen. Für Bayern hat Ministerpräsident Edmund Stoiber die Schirmherrschaft übernommen. Die von der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen organisierte Auftaktveranstaltung fand am 23.01.2006 im Kloster Plankstetten im Beisein von Umweltstaatssekretär Dr. Ottmar Bernhard statt.

Es wird sich auch in der Medienlandschaft einiges tun. Mit dem WDR-Journalisten Jürgen Vogt, bekannt durch die „Sommerreise“, wird zusammen mit Fernsehgesellschaften in allen Bundesländern verstärkt auf eine Darstellung der Naturparke als Erholungslandschaften für Naherholung und Sommer- wie Wintertourismus im Fernsehen hingewirkt. Daneben gibt es Buchprojekte über die Naturparke für jedes Bundesland. Auch eine Neuauflage der Naturparkbroschüren für jedes Bundesland ist vorgesehen, darüber hinaus natürlich jede Menge Imagearbeit in Form von Flyern, Plakaten und mit prominenten Personen bei Veranstaltungen.

Im Naturpark Bayerischer Wald, dem einzigen Naturpark Niederbayerns wird man das „Jubeljahr“ entsprechend unterstützen. Die Veranstaltungen werden unter das Motto „Natürlich Naturparke – Jahr der Naturparke 2006“ gestellt. In diesem Zusammenhang wird die Grenzüberschreitende Datenbank mit Naturinformationen im Internet der Öffentlichkeit vorgestellt und die fünfte Naturpark-Infostelle im Bahnhof Bogen der Öffentlichkeit vorgestellt. Darüber hinaus wird es noch etliche kleinere Aktivitäten geben. Außerdem wurde der Naturpark Bayerischer Wald e.V. auf einem Wandkalender, der in Zusammenarbeit von Bundesumweltministerium und VDN entsteht, mit einem typischen Gericht aus der Region auch aus kulinarischer Sicht dargestellt.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Naturpark Bayerischer Wald reihen sich nach Norden hin der Naturpark Oberer Bayerischer Wald, der Naturpark Oberpfälzer Wald und der Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald aneinander. Zusammen mit den Naturparken Steinwald und Fichtelgebirge in Oberfranken zieht sich eine Naturparkregion entlang der Tschechischen Grenze hin. Die Glasstrasse mit ihren sehenswerten Attraktionen schlängelt sich somit durch landschaftlich reizvolles Gebiet. Die waldreichen Regionen haben in den vergangenen Jahrhunderten die Grundlage für die Entstehung und Weiterentwicklung der Glasindustrie und des Glashandwerkes geschaffen.

Wer sich noch näher über das Jahr der Naturparke informieren will, kann die Internetseite des Naturpark Bayerischer Wald e. V. unter www.naturpark-bayer-wald.de oder die Seite des Naturparkverbandes unter www.naturparke.de zur näheren Information nutzen.


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte zu einem Seminartag zum Thema Anlegen von naturnahen Spielräumen eingeladen. Bildungsreferent Hartwig Löfflmann konnte eine ganze Reihe von interessierten Teilnehmern begrüßen. Als hochkarätiger Referent konnte Dr. Peter Hohenauer vom Verein Infospiel in München gewonnen werden. Zusammen mit Heinz Schönbrunner von ASID GmbH informierte er die Teilnehmer über die Anlage von Spielräumen.

Zunächst ging Heinz Schönbrunner auf Sicherheitsvorschriften ein. „Wer Spielgeräte baut, haftet dafür“, so Heinz Schönbrunner. Gut gemeint sind oft Eigenbauaktionen, manchmal über Elterninitiativen und Privatleute, es werden Kataloge hergenommen und Spielgeräte nachgebaut. Teilweise ist das sehr problematisch, weil Sicherheitsmaße dadurch nicht erkannt werden und nicht eingehalten werden können. Außerdem müssen entsprechende Funktions- und Sichtkontrollen regelmäßig erfolgen, um Gefahren und Verletzungen vermeiden zu können. Schönbrunner informierte über die einschlägigen Normen und gab Tipps, wo man sich entsprechend weiter informieren kann. Am besten ist es, Kinder auf Gefahren vorzubereiten, anstatt sie ständig von Gefahren fern zu halten, Spielen bedeutet Lernen fürs Leben. Bei den Giftpflanzen gibt es ohnehin nur wenige, die nicht auf Spielplätze gehören. Es sind dies Pfaffenhütchen, Seidelbast, Stechpalme, Goldregen und auch Eiben sollte man nicht unbedingt pflanzen.

Dr. Peter Hohenauer ging in seinem Hauptreferat auf das Anlegen von naturnahen Spielräumen ein. Früher waren ideale Spielräume in Form Brachland, Wildnis und wenig genutzten Bereichen vorhanden. Die Situation heute ist eine andere. Früher wurde ein Kind von den Eltern zur Rede gestellt, wenn es mit Abschürfungen nach Hause kam, heute wird vielfach der Rechtsanwalt bemüht und irgendwo ein Schuldiger gesucht.

Auch Hohenauer gab Tipps zur Sicherheit, brachte aber im Wesentlichen Vorschläge, wie man mit Baumstämmen, mit Natursteinen und mit natürlichen Situationen Kinder auf die Welt vorbereiten kann. Kinder wollen positiv in die Welt gehen, etwas erleben und Lust haben. Gute Spielräume sind für alle Generationen geeignet. Gerade um sich selbst zu ertüchtigen, braucht man zum Beispiel Findlinge zum Kraxeln und eine gute Atmosphäre, auch was Licht und Schatten anbelangt. Kinder sollen in den Bau miteinbezogen werden. Damit lernen sie zum Einen, zum Anderen achten sie das Aufgebaute ganz anders und halten es in Ordnung.

Ein ganz wichtiges Element sind Wasserbereiche und Wasserläufe. Dort soll es aber auch trockene Bereiche geben, an denen man stehen kann ohne nass zu werden. Höhlen mit großen Steinen sind stets ein Erlebnis. Wichtig ist es, mit guten Firmen sicher zu arbeiten.

Hohenauer ist gerne von der Planung bis zur Ausführung vor Ort. Wenn Pflege für bestimmte Bereiche z.B. einen Bauerngarten oder für Weidenelemente nicht von vornherein über mehrer Jahre sichergestellt werden kann, so unterlässt er derartige Aktionen, weil diese dann keinen Sinn machen. Als Literatur empfahl er das Büchlein des gesetzlichen Unfallversicherer GUV zu naturnahen Spielräumen mit der Nummer 20.57 und ein offizielles Merkblatt des Landes Rheinland Pfalz zur „Kinderfreundlichen Umwelt“. Das Land Rheinland Pfalz hat sich schwerpunktmäßig mit naturnahen Spielräumen für Kinder auseinandergesetzt. Ansonsten ist Dr. Peter Hohenauer unter der Emailadresse mail@infospiel.de erreichbar.


Die zwei Gemeinden Frauenau und Rinchnach arbeiten in Sachen Loipennetz ganz eng zusammen. Mit Unterstützung des Naturpark Bayerischer Wald e.V. wurde noch vor Weihnachten eine neue digitale Loipenkarte erstellt. Diese umfasst die Loipennetze beider Gemeinden zwischen dem Loipenzentrum Oberlüftenegg in Frauenau und dem Langlaufzentrum Kohlau im Gemeindegebiet Rinchnach. Erstmals wurde hier eine digitale Übersichtskarte auf der Grundlage eines Geoinformationssystems zum Aufstellen draußen an den Loipen - Einstiegpunkten im Gelände geschaffen.

Naturräumlich stellt der „Rinchnacher Wald“ ein großes unzerschnittenes Waldgebiet zwischen Rinchnach und Frauenau dar. Für den Langläufer erschließen sich in diesem ziemlich schneesicherem Gebiet zahlreiche Loipen-Kilometer in unterschiedlichster Länge und mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. An den Wochenenden und in Ferienzeiten können sich Ski-Langläufer in der Skihütte der Sparte Ski in Kohlau aufwärmen. Zugangsmöglichkeiten in dieses Loipennetz gibt es auch über Bärnzell und über Flanitzalm bzw. auch von Klingenbrunn bzw. Kirchdorf her, weil auch die Bayerwaldloipe in diesem Bereich verläuft. Im Langlaufzentrum Oberlüftenegg werden Rundloipen mit 13 km, 9 km, 5 km, 1,6 km und im Langlaufzentrum Kohlau mit 12 km, 5 km, 3 km und 1 km, gespurt. Dazu kommen noch die örtlichen Tal und Verbindungsloipen, was ein Gesamtangebot von ca. 70 Loipenkilometern ergibt. Durch die intensive Zusammenarbeit der beiden Touristiker Kurt Joachimstaler von der Touristinfo in Frauenau und Reinhold Ertl von der Touristinfo in Rinchnach konnte dieser weitere Baustein für den Wintersport attraktiv aufgearbeitet werden und in den größeren Zusammenhang des Wintersports im Zwieseler Winkels gestellt werden.

Der Naturpark legt auch bei Loipenkarten wert auf eine einheitliche Gestaltung. Mittlerweile gibt es für vier Gemeinden im Naturparkgebiet dieses Layout. Es sind dies darüber hinaus Schöfweg im Landkreis Freyung-Grafenau und Wiesenfelden im Landkreis Straubing-Bogen.

In Frauenau verkehrt vom Gemeindeplatz ab der Skibus zum Loipenzentrum eine umweltfreundliche Anreise ist somit möglich. Im Rinchnacher Gemeindegebiet gibt es mehrere Einstiegsmöglichkeiten und die Langläufer können von Rinchnach aus über eine Verbindungsloipe zum Langlaufzentrum gelangen. Damit steht ein breites Angebot für die kommenden Faschingsferien zur Verfügung.


Zur Eröffnung der Fotoausstellung von Ivo Svoboda konnte der 1. Vorsitzende des Naturpark Bayerischer Wald e.V. Heinrich Schmidt eine Reihe interessierter Gäste, darunter Bürgermeister Müller begrüßen. Sein ganz besonderer Dank ging an den Künstler Ivo Svoboda für das zur Verfügung stellen von Bildern und an Vladimir Mares und Heidi Kreuz für die Präsentation der etwa 80 Fotos auf den Stellwänden. Leider war Ivo Svoboda schwer erkrankt und konnte selbst nicht an der Eröffnung teilnehmen.

In seinem Grußwort führte Bürgermeister Müller die Idee vom „Fünf Seen-Land“ an. Gemeint sind der Lackasee, der Teufelssee, der Schwarze See und Großer und Kleiner Arbersee, die von Bayerisch Eisenstein aus gut erreichbar sind. Dieses „Seen- Land“ mit einer anderen Qualität bei der nicht das Baden im Vordergrund steht, sondern das Wandern und Natur erleben, könnte hier ein Alleinstellungsmerkmal schaffen. Bürgermeister Müller bedankte sich ebenfalls bei Ivo Svoboda und bei Vladimir Mares, unter anderem auch für die Dolmetschertätigkeit.

Ingenieur Ivo Svoboda, geboren 1930 in Prag, studierte an der Forstwissenschaftlichen Fakultät in Prag. Von 1965 bis 1990 arbeitete er im Forstbetrieb in Zelezna Ruda.

Bereits als 14-jähriger Fotografierte er leidenschaftlich gern und kaufte sich nach und nach verschiedene leistungsfähige Kameras. Seine fotografische Vorliebe galt dem Böhmerwald, vor allem den Landschaften bis hin zu Pflanzendetails. Später spezialisierte er sich auf Pflanzen-Gesellschaften im Böhmerwald.

Svoboda ist außerdem Mitglied der tschechischen „Botanischen Gesellschaft“ im Pilsener Museum. Für dieses Museum hat er das Ganze fotografische Archiv der Böhmerwald-Pflanzenwelt zusammengestellt. Er ist außerdem als ehrenamtlicher Naturschützer tätig. Svoboda stellte bereits vor vier Jahren einmal im Grenzbahnhof Sumpfpflanzengesellschaften aus. Die meiste Zeit widmet Svoboda, der mittlerweile nach Janovice im Böhmerwald umgezogen ist, seinem fotografischen Archiv, das er digital verwaltet.

Die etwa 80 Fotos und Illustrationen, die mit zwei Gedichten zu Arbersee und Schwarzem See umrahmt werden, sind bis Montag, 16. Oktober 2006 im Infozentrum Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein während der üblichen Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen, jeweils von 9:30 bis 16:30 Uhr zu sehen.
Auf Wunsch gibt es auch Erläuterungen zu den Sehenswürdigkeiten in der Natur in kopierter Form im Infozentrum.


Trotz der schlechten Wetterverhältnisse konnte Bildungsreferent Hartwig Löfflmann eine ganze Reihe von interessierten Besuchern im Naturpark-Informationshaus zur Eröffnung der neuen Ausstellung mit den Titel „Vom (K)Altbau zum Sonnenhaus“ begrüßen. Als Referenten für diesen Solartag im Naturpark-Informationshaus konnten Dipl. Ing. Wolfgang Hilz und Architekt Georg Dasch, beide vom Sonnenhaus-Institut e.V., gewonnen werden.

Beim ersten Referat informierte Wolfgang Hilz über die verschiedene Heizanlagen, die auf regenerative Energien zurückgreifen. Es ging in erster Linie um einen großzügigen Einsatz von Sonnenenergie mit großen Sonnenkollektoren und entsprechenden dazu angepassten Pufferspeichern. Die Restwärme, die nicht über die Sonne gewonnen werden kann, soll am besten durch dem nachwachsenden Rohstoff Holz ersetzt werden. Dies kann in Form von Stückholz-, Hackschnitzel- oder Pelletsheizungen erfolgen. Bevor jedoch an die Erneuerung von Heizanlagen gedacht werden kann, müssen zuerst Wärmedämmmaßnahmen greifen. Vielfach lassen sich dadurch die Heizanlagen wesentlich kleiner Dimensionieren und damit sparsamer betreiben. Es genügen zum Beispiel kleinere Heizkessel, dünnere Rohre und vielleicht lassen sich auch kleinere Heizkörper verwenden.

Sanierungen sollten langfristig auf die nächsten 50 Jahre angelegt sein. Unprofessionelle Flickschusterei kostet den Hausbesitzer mehr und bringt wenig. Hilz erläuterte ausführlich an hand einer Modellrechnung, dass sich der Austausch einer Öl- oder Gasheizung und der Einbau einer Pelletsheizung auch finanziell deutlich rechnet. Die etwas höhere Anfangsinvestition soll man nicht scheuen, denn die Ausgaben für Heizöl bei einer nur 10 % Energiepreissteigerung pro Jahr liegen nach 10 Jahren für ein Durchschnittshaus bei etwa 15.000.- Euro. Danach ist aber das Problem des Heizungstausches nicht vom Tisch sondern nur nach hinten verlagert und verschärft.

Im zweiten Referat informierte Architekt Georg Dasch über Altbausanierungsmöglichkeiten. „Glauben sie mir, es ist einfacher ein neues Haus zu bauen als ein altes zu sanieren, so Dasch“. Bei neuen Häusern bereitet man den Menschen meist Freude, bei Altbausanierungen macht man sie zuerst einmal unglücklich. Es müssen verschiedenste Problembereiche durchleuchtet werden, wie zum Beispiel aufsteigende Feuchtigkeit in Mauern, Schimmelbildung, manchmal auch Altlasten wie zum Beispiel, Asbest, Mineralfasern oder PVC, manchmal Feinstaub oder Undichtigkeiten bei Dächern bzw. ungenügende Luftdichtheit. Schnell kommen hier Geldsummen zusammen, die bei hunderttausend Euro liegen können. Trotzdem muss man sich den Problemen stellen und mit gutem fachlichen Rat die Aufgaben angehen. Fördermöglichkeiten können am besten über die Hausbank erfragt werden.

Aber auch alte Gebäude lassen sich durch konsequente Wärmedämmmaßnahmen und den Austausch von Heizanlagen auf gute Energiestandards bringen. Mit Dämmstoffen sollte man nicht geizen. Früher hat man mit 6 cm oder 14 cm dicken Dämmungen gearbeitet. Rund 20 cm sind Heute angebracht. Das Ziel muss ein Wärmedurchgangswert (U–Wert) unter 0,2 sein. Wichtiges Augenmerk gilt auch den Fenstern, alten Rollokästen, Glasbausteinen aber auch Abschlüssen in Treppenhäusern und zum Beispiel den Kellerdecken.

Auch für Altbauten gibt es größere Pufferspeicher, die an dafür vorgesehenen Stellen auseinander geschnitten werden können und im Keller wieder zusammenschweißbar sind.

„Lebensstandart und Energieverbrauch stehen in einen engen Zusammenhang“, so Dasch, „wenn wir unseren Energieverbrauch nicht in den Griff bekommen werden wir mittelfristig beim Lebensstandard deutliche Abstriche machen müssen.“

In einem letzten Referat ging Dasch auf die knappen Ressourcen bei Öl und Gas ein und propagierte den Bau von überwiegend Solar beheizten Häusern, untermalt mit einer Reihe von Bildern.

Bildungsreferent Hartwig Löfflmann bat die Besucher zum Schluss der Veranstaltung um engagierte Werbung für den neuen Ausstellungsteil im Naturpark-Informationshaus, man kann sich über verschiedene Möglichkeiten von ökologischen Dämmungen informieren, wissenswertes zu Solaranlagen erfahren aber auch jede Menge Informationen in ausgelegten Unterlagen lesen oder aber auch mitnehmen bzw. über angegebene Bestelladressen beschaffen.

Das Naturpark-Informationshaus ist zu den gewohnten Zeiten von Dienstag bis Sonntag und an Freiertagen von 9:30 bis 16:30 Uhr geöffnet.

Wer verhindert war und Interesse an weiteren Veranstaltungen hat, kann sich bereits den Donnerstag 23. März und den Donnerstag 19. Oktober 2006, jeweils um 19:30 Uhr vormerken. An diesen Abenden wird Georg Dasch im Naturpark – Informationshaus referieren. Veranstalter sind das Sonnenhausinstitut, zusammen mit den Initiatoren der Landkreis-Agenda und dem Naturpark Bayerischer Wald e.V..


Rund dreißig interessierte Zuhörer fanden sich zum Vortrag „Schrazelgänge als Schaufenster in eine verborgene Zeit“ im Viechtacher Alten Rathhaus ein. Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte zu einem kulturhistorischen Vortrag in der Pfahl-Infostelle eingeladen. Kreisheimatpflegerin und Archäologin Cornelia Schink berichtete in ihrem reich bebilderten Vortrag über regionale Vorkommen und mögliche Zweckbestimmung der geheimnisvollen Erdställe.

Die im Volksmund als „Schrazellöcher“ bezeichneten Bodendenkmäler sind Höhlen und unterirdische Gänge, die häufig mit frühester bäuerlicher Besiedelung verbunden werden. Im Bayerischen und Oberpfälzer Wald kommen diese besonders gehäuft vor. Erdställe sind meist in Dörfern und Weilern, wie in der Ortschaft Pfahl, Böhmersried Burgstall oder Altnussberg, zu finden. Aber auch unter dem Viechtacher Stadtplatz liegen einige „Schrazelgänge“ verborgen. Die niedrigen und verzweigten Gänge und Kammern sind mit sehr engen Schlupflöcher verbunden. Sie münden häufig in eine eindrucksvolle Schlusskammer, die meist Sitzbänke und Nischen aufweist wie beispielsweise im gut erhaltenen Erdstall in Altnussberg. Mit einfachsten hauenartigen Eisenwerkzeugen wurden die Schrazelgänge gebaut. Referentin Cornelia Schink: „Wenn die damaligen Menschen in Schwerstarbeit diese Erdställe in die Erde getrieben haben, so müssen sie auch eine wichtige Bedeutung für die Erbauer gehabt haben“. Eine Nutzung als Zufluchtstätten oder Lagerorte sei eher fraglich. Dagegen spreche Kälte, Nässe, schlechte Luftversorgung und der meist fehlende zweite Ausgang. Bei kriegerischen Situationen könnten die einmal gefundenen Gänge leicht mit Feuer vor den Eingangsschlupfen ausgeräuchert werden. Erdstallforscher sehen nach aktuellem Stand in den „Schrazelgängen“ i.d.R. ehemalige Kultstätten, in den die Ahnen verehrt oder die heilende Kraft der Mutter Erde empfangen wurde. „Die Vielzahl von Sagen, die von hilfreichen Zwergen und Schrazeln handeln, könnte ein Hinweis auf den kultischen Ursprung der Erdställe sein.“ Berichtete Archäologin Cornelia Schink.


Der Pfahl, die auf die Felsen gebaute Burg und das gleichnamige Dorf Weißenstein bei Regen sind seit jeher eng verbunden. Die hoch aufragenden, weiß schimmernden Pfahlfelsen haben nicht nur Dorf und Burg den Namen gegeben. Das Quarzriff bildet auch ein landschaftliches Wahrzeichen und ist ein Anziehungspunkt für Naturliebhaber aus Nah und Fern. Eine besondere Tier- und Pflanzenwelt findet sich hier: Knorrige Pfahlkiefern überdauern auf den Felsen. Die Schwefelflechte überzieht im leuchtenden Hellgrün manche Felsentürme. Versteckt am Wegesrand oder auf ehemaligen „Pfahlheiden“ findet man eingewachsene Wacholder. Der von Weidetieren nicht verbissene Wacholder ist ein typischer Anzeiger dafür, dass viele dieser Flächen früher beweidet wurden. Auf alten Bildern und Stichen zeigt sich das Umfeld der Burg meist als offene, licht durchflutete Weidelandschaft. Im Laufe des letzten Jahrhunderts haben sich diese seltenen und mageren Heiden wieder bewaldet. Burgruine und Pfahlfelsen sind dabei regelrecht eingewachsen.

Die Stadt Regen, der Landkreis Regen und der Naturpark Bayerischer Wald e.V. sind bereits seit längerem bemüht, dieses besondere Zusammenspiel von Naturdenkmal und Kulturgeschichte am Weißensteiner Pfahl zu erhalten und weiter zu entwickeln. Mit Felsfreistellungen, Waldauflichtungen und Entbuschungen konnten bereits einige pfahltypische Lebensräume gepflegt werden. In Zusammenarbeit mit dem Amt für Ländliche Entwicklung Landau wurde nun als weiterer Schritt ein Verfahren zur Flurneuordnung auf die Wege gebracht. Interessierte Grundstückseigentümer haben damit auf freiwilliger Basis die Möglichkeit, am Pfahl liegende Grundstücke zu vertauschen oder gegen Entgelt an die öffentliche Hand abzugeben. In Zukunft sollen auf diesen Flächen Pflegemaßnahmen durchgeführt werden. Die Grundstückseigentümer wurden zu einer öffentlichen Veranstaltung im Gasthof zur „Weißensteiner Alm“ eingeladen. Johann Hierer, Sachgebietsleiter Land- und Dorfentwicklung vom Amt für Ländliche Entwicklung, leitete die Veranstaltung, bei der eine Teilnehmergemeinschaft gegründet wurde. Heinrich Schmidt, Naturparkvorsitzender und stellvertretender Landrat, wies auf die Vorteile der Flurneuordnung für alle Beteiligten hin: Staatliche Fördermittel für Stadt und Landkreis sowie keine Notar- und Vermessungskosten bei den freiwilligen Maßnahmen für die Grundstückseigentümer. In die Vorstandschaft der Teilnehmergemeinschaft wurden gewählt: Bürgermeister Walter Fritz, Stellvertreter Stadtkämmerer Klaus Wittenzellner, Franz Obermeier, Stellvertreterin Lieselote Bielmeier (Landratsamt, untere Naturschutzbehörde), Naturpark-Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher, Stellvertreter Heinrich Schmidt. Vorsitzender der Flurneuordnung ist Amtsrat Franz Meindl vom Amt für Ländliche Entwicklung, Stellvertreter Oberinspektor Gerhard Pitz.

Bei der ersten Vorstandssitzung im Regener Rathaus wies Bürgermeister Walter Fritz auf die Chancen der Flurneuordnung hin: „Die Faszination Weißenstein kann damit weiter vorangebracht werden.“ Als örtlich Beauftragter wurde bei der Vorstandssitzung Matthias Rohrbacher gewählt, der damit auch erster Ansprechpartner für die Grundstückseigentümer ist.


Zur ersten Bildungsveranstaltung im „Jahr der Naturparke 2006“ im Infozentrum Grenzbahnhof Eisenstein konnte Bildungsreferent Hartwig Löfflmann 22 Interessierte darunter Bürgermeister Thomas Müller aus Bayerisch Eisenstein begrüßen. Dr. Jirí Baburek vom Geologischen Landesamt in Prag stellte in einem bebilderten Vortrag die Ergebnisse der neuen Kartierung im Maßstab 1:25.000 vor. Die alten Kartierungen im Böhmerwald stammten aus der K&K - Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts und waren nur im Maßstab 1:50.000 erstellt. Neuere Ergebnisse waren wegen des militärischen Sperrgebietes entlang der Grenze nicht vorhanden.

Die Böhmische Masse ist geologisch sozusagen eine Insel. Die Tschechische Republik ist wohl der einzige Staat weltweit, so Baburek, bei dem die Staatsgrenzen mit den geologischen Grenzen in etwa zusammenpassen. Im Vergleich zur Böhmischen Masse mit einem Alter von weit über 200 Mio. Jahren sind die Alpen mit ihren nur etwas 120 Mio. Jahren noch sehr jung.

Baburek zeigte sich auch erfreut über das erste geologische Freilichtmuseum im Böhmerwald, das vor einigen Jahren in Rokyta bei Rehberg errichtet wurde. Während der Grenzstreifen, entlang des Eisernen Vorhanges damals nur für Grenzpolizisten und Waldarbeiter zugänglich war und ein unseliges Kapitel der Geschichte darstellte, sind die schnurgeraden Grenzstraßen heute für die geologische Kartierung durch ihre Gesteinsanschnitte manchmal sogar eine Hilfe.

Baburek ging im Folgenden auf die einzelnen Gebirgsmassive etwas näher ein. Das Kühnische Gebirge, rund um den Osser besteht aus Glimmerschiefer. Es ist ein Paradies für Mineralogen. Im Glimmerschiefer sind viele Mineralien vor dem Schmelzen verschont geblieben. Man findet Granate, Chloride, Biotite usw.. Granite und Gneise sind lange nicht so interessant.

Das Massiv des Hohen Bogens, ein grüner Fleck in der geologischen Karte, ist dagegen vulkanischen Ursprungs. Auch Steine werden geboren, altern und sterben dann wieder. Pyroxene und Feldspat waren die primären Minerale des Gesteins, die bei Temperaturen bis zu 800 Grad Celsius in zehn Kilometer Tiefe entstanden sind.

Das Zwercheck, auf tschechischer Seite „Seewand“ genannt, zum Schwarzen See hin, trug während den Eiszeiten einen Gebirgsgletscher. Eine der am besten entwickelten Endmoränen findet man am Schwarzen See. Interessant ist natürlich auch das Blockmeer auf der deutschen Seite.

Auf dem Buckel des Lackaberges bis hin zum Mittagsberg und noch etwas weiter südlich findet mal nochmals Glimmerschieferbestandteile. Der Fallbaum südlich von Zelezna Ruda ist aus Quarziten zusammengesetzt.

Wer sich mit der Geologie des Panzers befasst, erhält die Antwort darauf, warum der Berg diesen Namen trägt. Der Berggipfel ist nämlich vom Grauwackengestein, das sehr hart ist überzogen. Er ist sozusagen gepanzert. Er ist auch der einzige Berg im Böhmerwald der eine Wasserscheide mit der Uhlavaquelle Richtung Nordsee und der Regenquelle am Südhang Richtung Donau und Schwarzes Meer darstellt.

Die große geologische Einheit des Moldanubikums, das Land zwischen der Moldau und der Donau ist bekannt durch den Moldavit. Sande aus dem Rieskrater bei Wemding in der Bundesrepublik wurden beim Meteoriteneinschlag in einem bestimmten Winkel weggeschleudert, wie wenn man einen schweren Stein in einen Sandhaufen wirft. Diese Sande sind dann hier wieder eingefallen.

Der übrige Böhmerwald besteht überwiegend aus migmatischen Gneis. Es ist eine Art angeschmolzener Gneis, der Name stammt daher, dass die Finnen erste Untersuchungen dazu machten. Der gesamte Böhmerwald mit Ausnahme des Kühnischen Gebirges ist davon geprägt.

Interessant ist auch, dass die erste geologische Karte des Böhmerwaldes zuerst in Deutschland erschienen war. Eine Besonderheit stellt das geologische Profil durch den Eisenbahntunnel am Spitzberg dar. Dies wurde auch damals bereits in einem touristischen Führer publiziert. Italiener und Dalmatiner hatten damals schon als Gastarbeitern den Tunnel aus beiden Richtungen gebaut. Zum ersten Mal in der K&K - Zeit wurde dort Sprengstoff verwendet.

Dr. Jirí Baburek erzählte zum Schluss von seinen Kartierarbeiten, damals während des Kalten Krieges. Nur mit einer Ausnahmegenehmigung und einer Wartezeit von einem halben Jahr durfte er auf seinen Lieblingsberg, den Osser im Kühnischen Gebirge. Überwacht von drei Soldaten mit scharfen Gewehren und einem Hund, durfte er Gesteinsproben nehmen. Keine drei Meter weiter saßen Touristen vor dem Osser-Berghaus, doch für ihn galt die Drohung, bei einem Schritt weiter nach rechts über die Grenze sei er sofort tot. Baburek bekannte ganz offen, dass er ein absoluter Böhmerwald-Fan ist und für ihn die derzeitigen Kartierarbeiten ein alter Traum waren. Die neuen Erkenntnisse, dass zum Beispiel Granitbereiche teilweise größer sind als bisher kartiert oder dass die Grenzen zwischen Sumava und Moldanubikum um 300 Meter weiter südlich verläuft, sind kleine Sensationen für Geologen und naturkundlich Interessierte