Februar 2013


Abseits der Pisten und der geräumten Winterwanderwege lässt sich die Natur beim Stapfen durch den Tiefschnee besonders intensiv erfahren. Deshalb gilt für viele Naturliebhaber Schneeschuhwandern neben Skitourengehen als eine der schönsten Wintersportarten überhaupt. In besonders sensiblen Bereichen, wie z.B. im Arbergebiet, müssen dabei aber einige einfache Regeln eingehalten werden, um die sensible Bergnatur, wie z.B. das bedrohte Auerhuhn, nicht zu gefährden. Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald bietet daher am Sonntag, 03. März eine naturverträgliche Schneeschuhwanderung für alle sportlich Aktive – sowohl Schneeschuheinsteiger als auch –kenner - vom Großen Arbersee über den Goldsteig zum Gipfel an. Wie immer, werden die Teilnehmer dabei viel Spannendes über die – diesmal winterliche – Arberwelt erfahren. Treffpunkt ist um 10:00 Uhr vor der Gaststätte am Großen Arbersee. Für die etwa vierstündigen Tour zum Arbergipfel und wieder zurück zum Großen Arbersee ist eine Anmeldung erforderlich bis spätestens Donnerstag, 28. Februar 16:00 Uhr beim Naturpark unter Tel.: 09922 80 24 80. Bitte bringen Sie die Schneeschuhe und Wanderstöcke mit Schneetellern oder Skistöcke bereits mit und denken Sie bitte an wetterfeste Kleidung, stabile, wasserdichte Schuhe und eine Brotzeit für unterwegs.


„Eiswelten“ – der Naturpark Bayerischer Wald e.V. und die Gemeinde Wiesenfelden bieten eine vertonte Dia – Show über Winterlandschaften im Waldgebirge an. Die Veranstaltung findet am Freitag, den 1. März um 19.30 Uhr im Bürgersaal im Rathaus in Wiesenfelden im Landkreis Straubing-Bogen statt. Der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Das winterliche Farbenspektakel ist untermalt mit Musik und hinterlegt mit gedichteten Gedanken. Eisige Impressionen mit lyrischen Texten zeigen sich dabei als farbenfrohe Naturschauspiele aus dem Bayer- und Böhmerwald. Die Dia-Show in Überblendtechnik mit sechs Projektoren und drei Leinwänden wurde von Hubert Bauer-Falkner zusammengestellt: „Orkanartige, eisige Ostwinde fegen über die Grenzkämme hinweg. Lassen alles erstarren, frieren alles ein. Sich auftürmende mächtige Schneemassen und kristalline Welten zeigen sich auf engsten Raum“, berichtet der Referent über dieses Zusammenspiel von Lichtern und Farben. Damit kann man Interesse und Verständnis für die Natur im winterlichen Waldgebirge wecken. Die Diashow mit Texten und Musik dient aber auch der Entspannung und bietet „Wellness für Geist und Seele“.


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. lädt am Sonntag, den 24.02.2013 zu einer geführten Wanderung im Naturschutzgebiet „Obere Ilz“ ein. Treffpunkt ist der Parkplatz am Schloss in Fürsteneck. Der Rundgang erfolgt zur Mündung der Wolfsteiner Ohe in die Ilz und weiter entlang der Ilz mit dem Gebietsbetreuer Stefan Poost. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Festes Schuhwerk und der Witterung entsprechende Kleidung werden empfohlen.


Wie kann man möglichst viele Menschen gleichzeitig für die Natur sensibilisieren und sie für den Naturschutz begeistern? Der wohl am häufigsten begangene Weg ist wohl der, Führungen und Exkursionen anzubieten und auf Vorträgen über die z.T. bedrohten und manchmal etwas versteckten „Naturwunder“ des Bayerischen Waldes, wie Luchs, Auerhuhn und Fischotter hinzuweisen. Jeder Exkursionsleiter hat dabei seinen ganz eigenen unverkennbaren Stil entwickelt. Ein Naturschützer, dessen „Handschrift“ und Stil für Natur- und Tierfilmfans bereits unverkennbar ist, ist der Filmemacher Jürgen Eichinger, der letzten Freitag gemeinsam mit der Gemeinde und Touristinfo Bayerisch Eisenstein und Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald zu einem Filmeabend in die Arberlandhalle einlud: Alle Filme Jürgen Eichingers faszinieren durch beeindruckende Naturbilder, durch faszinierende Tieraufnahmen. Eichinger zeigt aber nicht nur Bilder und weist nicht nur eindrucksvoll auf die Auswirkungen des wirtschaftenden Menschen auf die Natur hin: In allen seinen Filmen erzählt er Geschichten. So folgten beispielsweise im zuerst gezeigten Film „Oasen im Fels – Leben im Steinbruch“ den Sprengszenen, in denen die Gewalt, die die Menschen – oberflächlich gesehen - der Natur antun, Nahaufnahmen brütender Turmfalken, streitender Dohlen oder eines fast spielerisch jagenden Hermelins. Sie alle nützen den künstlich entstandenen Ersatzlebensraum zum Überleben. Eichinger erzählt „Tier-Familiengeschichten“, die sich ähnlich auch in Menschenfamilien zutragen könnten, wie beispielsweise die des „Uhuvaters“, dessen Weibchen und Jungen empört reagieren, als er nach einem nächtlichen Streifzug ohne Futter nach Hause kommt. Die Kraft der Natur ist so stark, dass selbst an so einem kargen Ort wie einem Steinbruch noch viele Naturwunder zu finden sind. Wie diese Naturgeschichten gefilmt werden können und dass Dreharbeiten nicht nur in Extremlandschaften wie etwa im Hochgebirge, sondern selbst in einer künstlich hergestellten Landschaft abenteuerlich sein können, zeigte Eichinger in einem kurzen „Making of“ des „Steinbruch-Films“. Engagierte Naturschützer erklären und sensibilisieren nicht nur, sie hinterfragen. Sie zeigen keine „heile Welt“, sondern sie kritisieren auch, sie regen zu sachlichen Diskussionen an, wie auch im bisher wohl bekanntesten Film Jürgen Eichingers „Der Große Arber – König des Bayerischen Waldes“, der im Mittelpunkt des zweiten Teils des Filmabends stand. Der Arber, der bei vielen Menschen noch immer als vom Massentourismus geprägter „Skiberg“ gilt, dessen Gipfelplateau auch durch die infrastrukturelle Erschließung jährlich von über einer Million Ausflüglern besucht wird, ist in weiten Teilen dank der Bemühungen des Naturschutzes noch immer ein „Naturparadies“, in dem jeder, der mit offenen Augen durch das Gebiet streift, eine Vielfalt an Tieren, Pflanzen und Lebensräumen finden kann, die es in dieser Form im benachbarten Nationalpark Bayerischer Wald gar nicht gibt. Diese Lebensräume auch für die Zukunft zu bewahren, sollte nicht allein Aufgabe der Naturschützer sein. Naturschutz, in diesem Fall vor allem der Schutz der sensiblen Bergnatur, dient auch den Menschen. Nur in einer intakten Natur kann der Mensch der heutigen Hektik des Alltags entfliehen, einer Hektik, die krank macht. Interessante und amüsante Einblicke in die Arbeit des Natur- und Tierfilmers gab Jürgen Eichinger auch nach den Filmen mit einigen Anekdoten: zum Beispiel, wie kompliziert und aufwendig es ist, das Schmelzen eines Eiszapfens zu drehen - ein in den Augen des Zuschauers alltäglich ablaufender Vorgang. Die nächste Filmnacht mit Jürgen Eichinger im Rahmen des Naturpark-Jahresprogramms findet am 05. April im Naturparkhaus in Zwiesel statt. Gezeigt werden an diesem Abend die Filme „Die Ilz - Die Schwarze Perle des Bayerischen Waldes“ und „Geheimnisvolle Flusslandschaften – Die Vils im Passauer Land. Alle Natur- und Tierfilmfans sind schon jetzt herzlich dazu eingeladen.


„Die Donauleiten bei Passau – die Tier- und Pflanzenwelt am großen Strom“ lautet der Titel eines reich bebilderten Vortrages in der Umweltstation Viechtach. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 21. Februar um 19:30 Uhr im Alten Rathaus am Viechtacher Stadtplatz statt. Veranstalter ist die Umweltstation des Naturparks Bayerischer Wald zusammen mit dem Landesbund für Vogelschutz. Alle Interessierten sind herzlich zu diesem kostenlosen Vortrag eingeladen. Referent ist Diplom Biologe Ralph Braun-Reichert, Leiter vom Donauinfozentrum „Haus am Strom“ bei Passau. Er berichtet bildreich über Interessantes und Wissenswertes zur Tier- und Pflanzenwelt an der Donau. Die Sonderausstellung „Die Donauleiten bei Passau – die Natur am großen Strom“ wird im Anschluss an den Vortrag eröffnet und ist in den nächsten Wochen in der Umweltstation Viechtach zu besichtigen. Der Vortrag und die Ausstellung sind die ersten Aktionen im Rahmen des Sonderprojektes „DonauEinFlüsse“, das vom Bayerischen Umweltministerium gefördert wird. Viele niederbayerische Umweltbildungseinrichtungen und Verbände, wie das „Haus am Strom“ bei Passau, der Bund Naturschutz in Deggendorf, die Jugendbildungsstätte im Kloster Windberg oder die Umweltstation im Schloss Wiesenfelden beteiligen sich an diesem Gemeinschaftsprojekt. Die Donau ist die südliche Grenze des Naturparks Bayerischer Wald. Fast alle im Bayerischen Wald entspringenden Flüsse und Bäche münden in die Donau. Diese „Lebensadern der Landschaft“ sind als Lebensraum und Wanderlinie für die Natur besonders wichtig. Bäche und Flüsse dienen auch der menschlichen Erholung. Zahlreiche Wanderwege wie der Flusswanderweg am Regen oder Radwege wie der Donau - Regen - Radweg ermöglichen Naturerfahrung in der Region. Reizvolle Wanderbahnlinien wie die Strecke im Regental von Gotteszell nach Viechtach bieten natur- und umweltschonende Mobilität. Mobilität ist das Jahresthema 2013 der UN Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. „Eine Reaktivierung unserer Bahnstrecke von Viechtach nach Gotteszell wäre sowohl für die einheimische Bevölkerung als auch für den Tourismus und die Wirtschaft ein wichtiger Umweltbeitrag für die Region“, betont Heinrich Schmidt, Vorsitzender des Naturpark Bayerischer Wald und Leiter der Umweltstation Viechtach in diesem Zusammenhang. Dabei könne das für den Umwelt- und Klimaschutz so wichtige Motto „Global denken und lokal handeln“ zum Nutzen von Mensch und Natur umgesetzt werden.


Fast jeder, der Natur- und Tierfilme mag, kennt heute den niederbayerischen Filmemacher Jürgen Eichinger, der in der Branche als der beste Kenner des Bayerischen Waldes gilt. Einen seiner bisher bekanntesten Filme hat er im Arbergebiet gedreht: „Der Große Arber – König des Bayerischen Waldes“ machte einer breiteren Öffentlichkeit erstmals bewusst, dass weite Teile des Arbergebiets heute – Gott sei Dank – noch immer eine Vielfalt an Lebensräumen und Arten beheimatet, die es selbst im benachbarten Nationalpark in dieser konzentrierten Form gar nicht gibt. Weniger bekannt, aber nicht minder spannend, ist der Film „Oasen im Fels – Leben im Steinbruch“, der im Jahr 2005 erstmals ausgestrahlt wurde. Hier zeigt Jürgen Eichinger am Beispiel des Granitabbaus im Bayerischen Wald, wie sich die Natur in den neu entstehenden Felswüsten Oasen voller Leben schafft. Jürgen Eichinger, die Gemeinde und Touristinfo Bayerisch Eisenstein sowie Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald laden alle Arber-, Natur- und Filmfans am Freitag, 15. Februar um 19:30 Uhr zu einer Filmvorführung in die Arberlandhalle Bayerisch Eisenstein ein. Spannend wird es auch im Anschluss an die Filme sein, da Jürgen Eichinger auch von seiner Arbeit als Natur- und Tierfilmer und speziell von seinen Erlebnissen am Arber erzählen wird und für Fragen gerne zur Verfügung steht. Der Eintritt ist frei.