August 2003


Nach dem tollen Erfolg im letzten Jahr war es auch heuer wieder möglich das von EUROPARC und dem Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen unterstützte Junior - Ranger Projekt in den Naturparken Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald durchzuführen. 20 Jugendliche im Alter von 11-15 Jahren aus den Landkreisen Cham und Regen hatten die Möglichkeit, in zwei Gruppen je eine Woche als Junior Ranger die heimischen Schutzgebiete kennen zu lernen. Das diesjährige EUROPARC Junior - Ranger Programm lief nahezu zeitgleich in 6 Schutzgebieten in Deutschland, Polen, Slowenien, Ungarn und der Tschechischen Republik. Ziel des insgesamt zweiwöchigen Programms ist es, Jugendlichen ihre heimischen Schutzgebiete vorzustellen und ihnen die Möglichkeit zu geben die Aufgaben der dort tätigen Ranger kennen zu lernen. Jugendliche sollen so angeregt werden, sich im Naturschutz zu engagieren und künftig auch selbst als Fürsprecher für ihre heimatlichen Schutzgebiete einzutreten. Darüber hinaus will dieses Projekt das Bewusstsein der Teilnehmer für die natürlichen, kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Werte von Schutzgebieten stärken. Bereits Anfang Juli starteten die Vorbereitungen für das Projekt, welches in den ersten beiden August Wochen stattfand. Mit Information und Werbung in Schulen der beiden Landkreise wurden möglichst viele Jugendliche auf das Junior - Ranger Projekt aufmerksam gemacht, um sich dafür zu bewerben. Die Aufgabe, die Bewerbung möglichst kreativ zu gestalten, wurde von allen Bewerbern hervorragend gemeistert. Aufgrund der am Ende weit über 80 Einsendungen, von denen alle wirklich ideenreich und aufwendig gestaltet worden waren, entschied letztlich das Los, wer die 20 Junior Ranger sein würden. Zu Beginn wurden alle Teilnehmer mit einheitlichem EUROPARC – Outfit ausgestattet. Bei hochsommerlichen Temperaturen standen anschließend verschiedenste Exkursionen auf dem Programm. Am Kleinen Arbersee erfuhren die Jugendlichen beispielsweise allerhand über die Entstehung des Sees mit seinen schwimmenden Inseln. Während einer Bootsfahrt auf dem Regen wurden Wasseruntersuchungen (u.a. Geruch, Farbe, Gewässergüte, Pflanzen und Tiere) durchgeführt. Der Spaß kam dabei auch nicht zu kurz: Wasserschlachten auf und ein abkühlendes Bad im Regen durften nicht fehlen! Am Rötelseeweiher informierten sich die Jugendlichen über eines der bedeutendsten Wiesenbrütergebiete mit nationaler Bedeutung. Der Tag am Großen Arber und Großen Arbersee war ein wesentlicher Schwerpunkt des Programms. Dabei wurde nicht nur die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt am Arber erkundet, bei Besucherumfragen durften die Jugendlichen auch zum ersten mal unter Anleitung der beiden Schutzgebietsbetreuerinnen der Naturparke Caroline Stautner und Elke Ohland selbst aktiv werden. So gaben sie Touristen und Wanderern z.B. Auskunft über das Verhalten in den Schutzgebieten und informierten auch über das Wegegebot. Krönender Abschluss dieses Tages war ein Besuch bei der Bergwacht und eine Rallye beim Abstieg vom Arber. Einen halben Tag lang ging es schließlich noch rund ums Thema Luchs. Dipl. Biologe Manfred Wölfl stellte das Artenschutzprojekt des Naturparks vor. Er erklärte u.a., dass mit Hilfe der Telemetrie das Leben der Luchse erforscht und besser verständlich gemacht werden kann. Den Abschluss des Projektes bildete eine gemeinsame Abschlussparty. Während eines kleinen Festaktes wurde vom Vorsitzenden des Naturpark Bayerischer Wald, Herrn Baumgartl, im Naturparkhaus in Zwiesel allen Teilnehmern zur Anerkennung ihrer Leistung und ihres Engagements ein Zertifikat überreicht. Anschließend versammelten sich alle Junior- Ranger mit Eltern und Geschwistern im Garten des Naturparkhauses, um beim gemütlichen Grillen und Beisammensein den Abschluss des Junior - Ranger Projektes zu feiern.


Im Bereich der „grünen Berufe“ bemüht man sich seit einiger Zeit bundesweit einen Ausbildungsberuf für die Anforderung in Naturparken und Nationalparken sowie im Landschaftspflegebereich auf die Beine zu stellen. Als Kompromiss wurde in den vergangenen Jahren eine Fortbildung zum geprüften Natur- und Landschaftspfleger zu Wege gebracht. Derzeit handelt es sich um Fortbildungslehrgänge für Personen, die einen anderweitigen Berufsabschluss haben. Im Rahmen dieser Fortbildungslehrgänge sind Praktikumwochen zu absolvieren. Kurt König aus Berneck, Gemeinde Kirchberg hat diese Praktikumwoche mit der Anlage und Gestaltung einer Kräuterspirale am Naturpark-Informationshaus absolviert. Rund um die Kräuterspirale, die verschiedene Standorte für Kräuter vom feuchten bis zum trockenen Bodenzustand aufweist, wurde ein Barfußpfad integriert. Diese Kombination stellt bisher eine Besonderheit dar. Beim Barfußpfad kann man die verschiedenen Bodenbeläge beim Darüberschreiten barfuß mit seinem Tastsinn erfahren. Der Mensch nimmt etwa 70 % seiner Eindrücke mit dem Sehsinn wahr. Ein Ertasten rundet das Wahrnehmungsfeld des Menschen ab. Zusammen mit der Holzskulptur „Waldwildnis“ von Justus Müller und den Weidenbauelementen, einem Sandhaufen, sowie verschiedenen Sitzgruppen wird das Ensemble rund um das Naturparkhaus abgerundet. Eine „lebendige“ Sonnenuhr auf der Terrasse der Südseite des Naturpark- Informationshauses weist die „Zeit zum Solarzeitalter“. Am Schatten seines eigenen Körpers kann man die Uhrzeit ablesen. In diesem Zusammenhang entstand auch eine Musterführung durch das Außengelände des Naturpark-Informationshauses. Der Naturpark bietet in seinem Jahresprogramm auch Projekttage zum Naturpark – Informationshaus an. Einen Rahmenstoffplan für die Fortbildung zum geprüften Natur- und Landschaftspfleger kann man über das Bundesministerium für Ernährung Landwirtschaft und Forsten anfordern. Die Ausbildung wird Bayernweit zentral über die Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen (ANL) durchgeführt. Informationen zur Ausbildung über den geprüften Natur und Landschaftspfleger gibt es bei der ANL in Laufen, Tel. 08682/89630.


Am Sonntag, den 10. August findet eine Wanderung für Naturliebhaber im Naturschutzgebiet „Pfahl bei der Burg Weissenstein“ statt. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr vor dem Kiosk am Parkplatz unterhalb der Burg. Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. lädt Sie herzlich zu dieser naturkundlichen Führung für Groß und Klein ein. Ob Tiere und Pflanzen am Pfahl, ein Einblick in die Burggeschichte oder die erdgeschichtliche Entstehung des Pfahlgesteins – das kann man dabei kennen lernen. So lautet der Titel der Wanderung „Von Pfahlheide, Pfahlfelsen und Pfahlwäldern“. Die Veranstaltung dauert ca. 2 Stunden. Nach dem Motto „Der Natur auf der Spur“ kann im gemeinsamen Wandern die Schönheit der Pfahlnatur erlebt werden. „Der Pfahl – ein mit Quarz und Pfahlschiefer gefüllter „Riss“ im Gebirgsgrund des Bayerischen Waldes – ist ein einmaliges Kunstwerk der Natur“ so Matthias Rohrbacher, der als „Pfahlbetreuer“ des Naturparks die Wanderung führt: „Auf den weißen Felsformationen, auf denen die Burg ruht, erreicht der Pfahl mit 753 m über dem Meeresspiegel seinen höchsten Punkt.“ Der Burgturm gewährt einen wunderbaren Rundblick auf die Höhenzüge des Vorderen und Inneren Bayerischen Waldes.