Juni 2005


Der Arber war schon immer ein geheimnisvoller und in der Vergangenheit auch ein verrufener Ort, der die Fantasie der Menschen beschäftigt hat. Deshalb gibt es bis heute eine Fülle von Geschichten, Sagen und Berichten rund um das Arbergebiet. Diese „G´schichtn vom Arwa“ stehen im Mittelpunkt einer Abendwanderung am Samstag, den 25.06., zu der die beiden Naturparke Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer herzlich einladen. Begleitet wird die ca. 3 stündige Wanderung von Günther Bauernfeind vom Kulturreferat am Landratsamt Cham sowie den beiden Schutzgebietsbetreuerinnen Elke Ohland und Caroline Stautner. Treffpunkt ist um 18 Uhr am Brennesparkplatz. Anmeldung bis Freitag, den 24. Juni um 12 Uhr beim Naturpark (09922/802480 oder 09971/78394). Unbedingt an festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung denken! Taschenlampen mitbringen! Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2005 bietet der Naturpark Bayer. Wald e.V. eine Wanderung zum Keltenstein von Igleinsberg, Gemeinde Prackenbach im Landkreis Regen an. Treffpunkt ist am Freitag, 24.06.2005 um 19:30 Uhr am Parkplatz der „Kesselbodenkapelle“ an der Straße von Prackenbach nach Zell / Ödhof. Maria Beenen wird die Exkursion leiten. Im Rahmen der kleinen Wanderung wird man sich mit den Schalensteinen, die keltischen Ursprungs sind, auseinandersetzen und Interessantes über die frühe Besiedelung des Bayerischen Waldes erfahren. Keltische Lebensweisen, Runenzeichen und auch die Bezüge zu Ortsnamen werden erläutert. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt und dauert etwa 1,5 Stunden. Wetterfeste Kleidung und gutes Schuhwerk sind erforderlich. Anmeldung ist nicht notwendig. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.


Im Rahmen einer gemeinsamen Botanik - Exkursion besuchten Naturpark Bayerischer Wald e.V. und Landschaftspflegeverband Straubing - Bogen den „heiligen Berg“ Niederbayerns, den Bogenberg, der ja überwiegend von der Bogenberger Wallfahrt her bekannt ist. Der Bogenberg ist aber auch von seiner geologische Besonderheit als Urgesteinsberg aus Mylonit und von der Vegetation her ein „Heiligtum“ in Sachen Naturschutz. Während der Bayerische Wald überwiegend aus Gneisen und Graniten besteht, gibt es hier am Donaurandbruch Besonderheiten wie die Kalkstandorte auf den Helmberg oder auf dem Buchberg oder eben die Mylonite auf den Bogenberg. Weil der Bogenberg sehr wärmebegünstigt ist, entstand eine interessante Vegetation, die sich komplett vom sonstigen Bayerischen Wald abhebt. Es wechseln Waldbereiche mit Fels- und Felsspaltengesellschaften oder mit Schlehen- Ligustergebüschen ab. Die Feldulme ist hier häufig verbreitet. Von der Karthäuser Nelke bis zur Hauswurz kann man eine Vielzahl botanischer Raritäten vorfinden, die Heribert Kemmer ausführlich erläuterte. Im Rahmen von Landschaftspflegeaktionen wurden immer wieder einige Streifen dieser Privatgrundstücke die stets unten vom Ortsrand bis zum Bogenberg hochreichen, gepflegt. Hier existiert ein eigener Pflegeplan. Nicht alle Eigentümer waren aber dazu bereit. Kemmer erläuterte anschaulich die Anpassung der einzelnen Pflanzen an die übermäßigen Wärmeeinflüsse. Der Bleiche Schwingel beispielsweise hat schmale Blätter, die noch dazu weißlich überzogen sind, damit sie wenig Wärme aufnehmen. Bei anderen Pflanzen, zum Beispiel der Fetthenne oder der Hauswurz wird Wasser in die Blätter eingelagert, um so besser Trockenperioden überstehen zukönnen. Die Vegetation ändert sich dort sofort, wo über Friedhofsabfälle vom Friedhof auf dem Bogenberg Nährstoffe in die Hangbereiche eingespült worden sind. Früher wurden die Standorte am Bogenberg teilweise als Niederwälder zur Brennholzgewinnung genutzt. Bildungsreferent Hartwig Löfflmann vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. bedankte sich zum Schluss des etwa 2,5 - stündigen Rundgangs beim Referenten und verwies darauf, das die interessante Natur des Bogenbergs künftig Thema in der Naturpark - Infostelle Bogen im alten Bahnhof werden soll.


Die „Abenddämmerung“ war das Thema einer Veranstaltung mit Pfarrer Kohler aus Grafenau und Gebietsbetreuer Stefan Poost am Freitagabend. Sie brachten den Zuhörern die Zeit zwischen Tag und Nacht den Zuhörern auf einer Wanderung entlang der Ilz näher brachten. Vor der Kulisse des ehemaligen Steinbruchs in Ruderting, der die harte Arbeit vergangener Tage in der Abendstille spüren ließ, erfuhren die Zuhörer den Gedanken des Sabbats, als den einen Tag, an dem sich alle erholen sollen und die Arbeit ruht. Stefan Poost erläuterte den Zuhörern die Tierwelt in der Zeit von Abenddämmerung und Nacht. Der Uhu, als Vogel des Jahres 2005, und die anderen Eulen und ihre Lebensgewohnheiten wurden ebenso behandelt wie die Fledermäuse. Dabei wurde den Zuhörern auch ihre Verfolgung durch den Menschen in früheren Zeiten erläutert. Als Lebewesen, die erst in der Dämmerung und Nacht aktiv wurden, waren diese Tierarten den Menschen oft nicht geheuer und wurden als Teufelsgetier oder Totenvogel bezeichnet. Den Grund erläuterte Poost in der Tatsache, dass es in früherer Zeit Brauch war, für einen Verstorbenen, der ja Zuhause aufgebahrt wurde, Kerzen ans Fenster zu stellen, die durch ihren hellen Schein natürlich Insekten anlockten und diese wiederum ihre nachtaktiven Fraßfeinde wie Fledermäuse und Eulen. Aberglaube und Angst vor der Finsternis taten das übrige für die Abneigung der Menschen gegenüber Fledermäusen. An einem kleinen Bachlauf wurde die Wanderung mit Gedanken zur Dämmerung durch Pfarrer Kohler und einem gemeinsamen Lied beendet. Am Sonntag wanderten über 60 Teilnehmer mit dem Ilz - Gebietsbetreuer Stefan Poost auf den Spuren der Holztrift durch das Naturschutzgebiet Halser-Ilzschleifen. An den Resten der Halser Triftsperre erklärte Poost den Teilnehmern die über einen Zeitraum von mehr als 200 Jahre dauernde Epoche der Holztrift aus dem Inneren Bayerischen Wald nach Passau. Das Einzugsgebiet der Ilz und das ausgeklügelte System von Wasserkanälen und künstlichen Wasserrückhaltebecken, sogenannte Klausen, in den Hochlagen des Bayerischen Waldes wurde den Zuhörern ebenso dargestellt, wie die Gefährlichkeit der Arbeit, die über zwei Jahrhunderte eine große Anzahl von Menschen in der Region in Lohn und Brot brachte. Der Biber und die Flussperlmuschel waren weitere Themen der geführten Wanderung, die nach gut zwei Stunden an der Fischaufstiegstreppe in Hals endete.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2005 bietet der Naturpark Bayer. Wald e.V. eine Botanik - Exkursion in Sonnndorf, Gemeinde Hinterschmiding im Landkreis Freyung - Grafenau an. Treffpunkt ist am Freitag, 17.06.2005 um 15:00 Uhr am Maibaum in Sonndorf. Karel Kleyn wird die Exkursion leiten. Vom Treffpunkt aus wird man noch ein kleines Stück mit dem PKW zurücklegen. Im Rahmen der kleinen Wanderung wird man auf Feuchtflächen unterwegs sein und von dort aus guten Überblick auf einen Hochmoorkomplex haben. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt und dauert etwa zwei Stunden. Wetterfeste Kleidung und gutes Schuhwerk sind erforderlich. Anmeldung ist nicht notwendig. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.


Bildungsreferent Hartwig Löfflmann vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. begrüßte zur gemeinsamen Botanik - Wanderung an den Trockenhängen bei Winzer den Referenten Gerhard Nagl sowie etwa 25 weitere Teilnehmer. Die Magerrasenstandorte an den Donauhängen sind heutzutage sehr selten geworden. Ein Großteil der Wiesen wird intensiv bewirtschaftet, andere Flächen wurden überbaut oder sind bewaldet. Im Laufe des Rundganges wurden verschiedene Flächen aufgesucht und ihre Artenzusammensetzung etwas näher betrachtet. Bereits die Schotterflure am Parkplatz beherbergen interessante Gräser und Kräuter. Für die Teilnehmer war es verblüffend, dass zum Beispiel das Silberfingerkraut, eine Rote Liste Art zwischen den Pkws am Parkplatz wächst. Vielfach kann es ein Vorteil sein, wenn der Parkplatz geschottert und nicht geteert ist. Das Überfahren macht der Pflanze erstaunlicher Weise nichts aus, schade ist, dass vielfach Straßenböschungen humusiert worden sind, dann zu nährstoffreich sind, um bestimmten Magerrassenpflanzen Lebensraum bieten zukönnen. Entlang einer Siedlungsweges konnten weitere interessante Arten entdeckt werden. Entlang eines Wegrandes begab man sich dann den Hang bergauf. Taubenkropf, Odermennig und Wiesenglockenblumen begleiteten am Wegesrand. Die Ackerwitwenblume ist beispielweise selbst wenig spektakulär und noch relativ häufig. Interessant ist aber, dass sich eine sehr seltene Wildbienenart genau auf diese Blütenpflanze spezialisiert hat. Das Problem ist immer die starke Stickstoff Anreicherung bei Gülledüngung. Sie verdrängt die meisten Magerrasenarten und reduziert die Artenvielfalt in den Wiesen auf einige Futtergräser. Öffentliche Flächen sollten deshalb, so auch die Vorgabe im Bayerischen Naturschutzgesetz, vorbildlich bewirtschaftet werden, um den zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Chancen zu geben. Beispielsweise 130 Tagfalterarten gibt es bei uns und etwa 2.000 Insekten- und Nachtfalterarten. Nach Durchquerung eines kleinen Eichen - Hainbuchenwäldchens konnte man in einer extensiven genutzten Wiese Klappertopf, Wiesensalbei, Ackerhornkraut und das für den Landkreis Deggendorf ausgestorben geglaubte Kleine Mädesüß wiederfinden. Auch der Aufrechte Ziest war vorhanden, er ist eine der seltensten Pflanzen im Landkreis Deggendorf. Bereits schon bei der Vorexkursion konnte Gerhard Nagl eine Krabbenspinne in seine Becherlupe einfangen, die er ebenfalls als seltene Rarität präsentierte und anschließend wieder in die Wiese setzte. Auf den Trockenhängen gibt es auch eine große Zahl verschiedener Armeisenarten. Etwa 80 heimische Arten sind registriert, ein Grossteil ist auf den Roten Listen erfasst. Ganz zum Schluss widmete man sich noch dem „Loher Trockenhang“ der als botanisches „Mekka“ an den Donauhängen gilt. Hier gibt es Arten die erst wieder auf Standorten bei Regensburg zu finden sind. Zahlreiche Rote Liste Arten wie Gelbe Sommerwurz, eine Reihe von Habichtskräutern, die Behaarte Gänsekresse oder die Ungarische Schafgarbe kommen hier vor. Die Hirschwurz hat hier ihr einzigen Standort im Landkreis Deggendorf. Nagl unterstrich die Wichtigkeit der Flächenpflege auf diesen einzigartigen Standorten. Nur durch eine späte Mahd einmal jährlich, nachdem sich die Pflanzen ausgesamt haben und durch das Fernhalten von Nährstoffen kann man diese Lebensräume sichern. Im Anschluss daran bedankte sich Hartwig Löfflmann bei den Teilnehmern und beim Referenten und lud zu den weiteren Veranstaltungen des Naturparks im Rahmen des Bildungsprogramms.


Mit einer großen vogel- und naturkundlichen Wanderung startet am Sonntag, den 12.06.05 das diesjährige Sonderveranstaltungsprogramm der Naturparke Bayer. Wald und Oberer Bayerischer Wald am Großen Arber. Die von Fritz Reiter und Elke Ohland begleitete Exkursion führt vom Großen Arbersee aus durch die Seewand auf den großen Arber und über den Fernwanderweg wieder zurück zum Arbersee. Treffpunkt für die ca. vierstündige Veranstaltung ist um 08:00 Uhr bei den Informationstafeln am Großen Arbersee. Neben einem Fernglas sind wetterfeste Kleidung, gutes Schuhwerk und eine Brotzeit erforderlich. Eine Anmeldung ist bis Freitag, 10.06.05, 12:00 Uhr unter 09922 / 80 24 80 oder 09971 / 78 384 möglich.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2005 bietet der Naturpark Bayer. Wald e.V. zusammen mit dem Landschaftspflegeverband Straubing - Bogen eine Botanik - Exkursion zum Bogenberg von der Stadt Bogen aus an. Treffpunkt ist am Freitag, 10.06.2005 um 15:00 Uhr am Rathaus der Stadt Bogen. Heribert Kemmer vom Landschaftspflegeverband wird die Exkursion leiten. Im Rahmen der kleinen Wanderung wird man zu Fuß über den „Lippweg“ zum Bogenberg wandern und die Pflanzen und Tiere des Trockenhanges etwas näher erkunden. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt und dauert etwa zwei Stunden. Wetterfeste Kleidung und gutes Schuhwerk sind erforderlich. Anmeldung ist nicht notwendig. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.