2004


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte zusammen mit dem Arbeitskreis Energie und Verkehr des Landkreis Regen zu einer gemeinsamen Veranstaltung in das Naturpark – Informationshaus in Zwiesel eingeladen. Das Thema lautete Raum - Energie- Forschung, eine neue Energiequelle für die Zukunft ? Über denn aktuellen Stand dieser Globalscaling – Technik informierte der Leiter des Instituts für Raum – Energie - Forschung in Wolfratshausen, Dr. Hartmut Müller. Bildungsreferent Hartwig Löfflmann begrüßte Dr. Müller, der gleichzeitig Chefredaktor der Zeitung Raum und Zeit ist, ganz herzlich im Naturparkhaus. Dr. Kestel und Will Baumgartner vom Arbeitskreis Energie und Verkehr gaben beide eine kurze Einführung. Auf die Frage Baumgartners hin, wie viele Leute bisher von Globalscaling etwas gehört hatten, konnten nur fünf Leute den Arm heben. Die Zuhörer waren teilweiße von sehr weit angereist, um Dr. Müller treffen zu können. Der promovierte Wissenschaftler studierte in Sankt Petersburg und genoss somit eine renomierte Ausbildung. Er warnte gleich vorab, dass man die Hoffungen in Sachen Raum – Energie nicht zu hoch schrauben darf. Es ist eine alternative Energieart. Aber so wie wir heute Energie erzeugen, so Dr. Müller, kann es nicht mehr weiter gehen, wir betreiben eine massive Vernichtung fossiler Brennstoffe. Er warnte auch gleichzeitig davor, dass es eine Energie aus dem „Nichts“ nicht geben kann, Grundlage müssen immer solide physikalische Zusammenhänge sein. Zunächst schwenkte er noch einmal zu den regenerativen Energien. „Biomasse ist nichts anders wie Sonnenenergie, Windenergie ist nichts anderes als Sonnenenergie, so Dr. Müller“. Die Windenergie entsteht durch die Neigung der Erdachse um 23 Grad, wir nutzen das Phänomen von Sommer und Winter und Hoch- und Tiefdruckgebieten. Auch die Wasserkraft ist nichts anders als Sonnenenergie. Über die Verdunstung und das Abregnen entstehen Flüsse an denen wir Wasserkraftwerke gebaut haben. Auch die Energie des Gravitations-Feldes der Erde kann man nutzen. Sein Institut in Wolfratshausen beschäftigt sich auch mit alternativen Verfahren der Energie- Erzeugung. Das Institut für Raum - Energie - Forschung finanziert sich aus eigener Kraft. Es wird aus Prinzip keine „Bettelei“ nach Spenden geben, so Dr. Müller. Den weit überwiegenden Teil des Vortrags widmete er der Frage, was versteht man überhaupt unter Raum - Energie bzw. Globalscaling ? Den Bergriff „Freie Energie“ hört er nicht so gerne. Die Materie im Weltraum ist nicht gleich verteilt. Etwa 99 Prozent sind Vakuum. Nachts können sie mit bloßem Auge etwa 3.000 Sterne am Himmel sehen, bzw. deren sichtbares Licht, so Dr. Müller. Was sie nicht sehen, sind beispielsweiße UV-, Röntgen- und Mikrowellenstrahlung. Diese Strahlungen sind regelmäßig verteilt, und es sieht so aus, als ob das „Weltraumvakuum“ regelmäßig schwingt. Sehr viele Forschungsarbeiten hat es zu diesen Themen bereits gegeben. Bekannte Forschungszentren sind Pushchino in Russland und Prinzton in den USA. Bis zu 9.000 habilitierte und promovierte Wissenschaftler haben in Pushchino Forschungsarbeit betrieben. Dr. Müller brachte weiter Beispiele und Belege. Die Sonne schwingt auf Grund ihrer Umdrehung und ihrer Grundfrequenz harmonisch wie musikalische Intervalle. Auch die musikalischen Intervalle sind logarithmisch - hyperbolisch aufgebaut. Wir kennen in der Musik eine Terz eine Quarte eine Quinte und eine Oktave. Auch der Regenbogen ist so aufgebaut. Das geht so weit, dass unser ganzes Sonnensystem einen regelmäßigen Aufbau besitzt, Beispiele gibt es bis hinein in die Medizin, egal ob Atemzüge, Herzfrequenzen oder die Hauptarbeitsfrequenz des Gehirns, zwanzig - jährige Forschung in Sachen Globalscaling hat bewiesen, das es hier Regelmäßigkeiten gibt. Und genau dieses Phänomen, dass sämtliche Materien logarithmisch – hyperbolisch – fraktal schwingen, das kann man technisch nutzen. Zwischen Entdeckung eines Phänomens und Erfindungen liegen oft lange Zeiträume, so Dr. Müller. Der elektrische Strom wurde vor etwa 300 Jahren entdeckt. Die Erfindungen dazu haben die Entdecker nicht erlebt. Die Erfindungen werden auch bei der Raum – Energie – Forschung noch Jahrzehnte bis zu ihrer Perfektion in Anspruch nehmen. Dr. Müller berichtete noch von Forschungsarbeiten aus Prinzton, die Weltweit etwa fünfzig „Rauschgeneratoren“ installiert hat. Als bekanntes Beispiel diente der Radio, der im Keller oder in der U-Bahn betrieben wird. Er hat keinen Empfang, man hört es nur rauschen. Dieses Rauschen der Bauelemente ist letztendlich eine chaotische Schwingung, deren Signale man auswerten kann. Diese Eigenschwingungen, die man in allen Prozessen wieder finden kann treten chaotisch - synchron und nicht zeitverschoben auf. Diese Synchronität kann man dann zu Datenübertragung nutzen. Die Natur, so Dr. Müller kennt diese Phänomene seit Jahrmillionen. Ein bekanntes Beispiel sind die Delphine. Das „Gequietsche“ der Delphine korrespondiert mit den Eigenschwingungen der Materie. Kommunikation ist so über große Entfernungen möglich. Der derzeitige Stand der Globalscaling - Technologie ermöglichte zum Beispiel die Übertagung von Morsesignalen von Deutschland nach Australien über eine Entfernung von etwa 12.000 Kilometern mit einer Datenübertragungsrate von 16 Bite pro Sekunde. Dr. Müller verwies zum Schluss noch auf Institutionen die zusammenarbeiten. Informationen kann man Beispielsweise unter www.donau-uni.at oder unter www.gloablscaling.de finden. Zum Schluss bedanke sich Bildungsreferent Hartwig Löfflmann bei den 25 Teilnehmern, die bei der letzten Veranstaltung 2004 bis zur letzten Minute interessiert ausgeharrt und rege Fragen gestellt hatten. Das neue Jahresbildungsprogramm des Naturparks gibt es ab etwa mit Januar 2005 wieder bei denn bekannten Stellen, bei Banken und Touristikinformationen.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2004 findet im neuen Naturpark- Informationshaus an der B11 - Abfahrt Zwiesel - Süd (Infozentrum 3) ein Vortrag mit dem Thema „Aktueller Stand der Globalscaling – Technik“ statt. Die Veranstaltung beginnt am Freitag, 12.11.2004 um 19.30 Uhr im Veranstaltungsraum des neuen Nullenergiehauses. Es ist die letzte Veranstaltung für dieses Kalenderjahr. Referent ist Dr. Hartmut Müller, der Leiter des Instituts für Raum – Energie – Forschung in Wolfrathshausen. Die Suche nach verschiedenen Energieformen ist bald so alt wie die Menschheit selbst. Dass die fossilen Energieträger Kohle, Eröl, Gas und Uran bald zu Ende gehen werden, ist wohl jedem klar. Derzeit beginnt man allmählich die nachwachsenden Rohstoffe nach und nach zu akzeptieren. Möglicherweise lassen sich aber irgendwann neue Energieformen nutzen, an die heute noch niemand denkt, das reicht hin bis zu Idee, sich das Rauschen von Halbleitern zu Nutzen zu machen. "Es gibt keine von Menschen entwickelte Technologie, die in der Natur nicht schon bekannt ist und dort in aller Regel intelligenter, effizienter und umweltverträglicher genützt wird." (Dr. rer. nat. Hartmut Müller). Weitere Infos unter www.globalscaling.de.


Im Rahmen des Projekts „Praktikum für die Umwelt“ der Commerzbank bietet der Naturpark Bayer. Wald e.V. auch im Jahr 2005 wieder 2 Praktikantenstellen von jeweils 3 Monaten Dauer an. Im Zeitraum Mai bis Ende Juli ist der/die Praktikant/in hauptsächlich mit der Gestaltung und Durchführung von Projekttagen für Schulklassen beschäftigt. Von August bis Oktober steht dann v.a. konzeptionelles Arbeiten im Vordergrund (Führungskonzepte, Lehrpfadbegleithefte etc.). Dieses mit dem Internationalen Sponsoring-Award ausgezeichnete Projekt führt die Commerzbank bereits seit 15 Jahren in Zusammenarbeit mit EUROPARC Deutschland – dem Dachverband der Großschutzgebiete in Deutschland – durch. Seit 1990 konnten über 900 Praktikantinnen und Praktikanten für jeweils drei bis sechs Monate ihr Wissen in die Arbeit der Nationalparke, Naturparke und Biosphären¬reservate einbringen und zugleich wertvolle Erfahrungen in der Praxis sammeln. Voraussetzung für eine Teilnahme am „Praktikum für die Umwelt“ ist Interesse an Ökologie, Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit. Die Unterkunft und ein monatliches Praktikantengehalt zahlt die Commerzbank. Unter www.praktikum-fuer-die-umwelt.de können sich Studierende aller Fachrichtungen bewerben. Bewerbungsschluss ist der 7. Januar 2005.


Modernes Heizen mit Sonne und Holz - Welche Möglichkeiten bietet das „Paar der Zukunft“? Um diese Frage dreht es sich am Donnerstag, 21. Oktober um 19:30, in einem Vortrag von Wolfgang Hilz, Solarpionier und Vorsitzender des neu gegründeten Sonnenhaus-Instituts e.V., im Naturparkhaus in Zwiesel (vor der B11 - Abfahrt Zwiesel - Süd (Infozentrum 3). Für Wolfgang Hilz gibt es keinen Zweifel: Die zukünftige Energieversorgung in unserer Region kann nur krisensicher mit Sonne und Holz bewerkstelligt werden. Für ihn hat diese Zukunft auch schon längst begonnen. Seit über zehn Jahren ist der Diplom-Ingenieur für die erneuerbaren Energien aktiv und hat maßgeblich zur Weiterentwicklung und Verbreitung der Solartechnik beigetragen. Hierzu zählt auch die Entwicklung des Sonnenhaus-Heizkonzeptes. In dieser neuen Form des „Niedrigst – Energiehauses“ wird mindestens die Hälfte des Wärmebedarfs solar, der Restbedarf durch eine moderne Holzheizung gedeckt. Dass das Konzept funktioniert, beweisen mehr als 30 Sonnenhäuser vorwiegend im ostbayerischen Raum. Dazu zählt auch das Naturparkhaus, das erste öffentliche ganzjährig solar beheizte Gebäude Europas. Dabei müssen es nicht einmal hohe solare Deckungsgrade von 50 bis 100 Prozent sein. Auch kleinere Solaranlagen können in Kombination mit einer modernen abgasarmen Holzheizung den Wärmebedarf für Heizung und Warmwasser rund ums Jahr problemlos decken. Zusammen bieten sie außerdem Unabhängigkeit von den knapper werdenden Ressourcen wie Öl und Gas. In seinem Vortrag zeigt Solarexperte Wolfgang Hilz die vielfältigen Möglichkeiten des Heizens mit Sonne und Holz auf. Bauinteressierte und Eigenheimbesitzer können sich über die Kombination fortschrittlicher Solartechnik mit komfortabler Pelletsheiztechnik im Zuge einer Heizungsmodernisierung informieren. Weiterhin geht Hilz auf Fördermöglichkeiten und Wirtschaftlichkeit der zukunftsträchtigen Heizkombination ein. Alle Hauseigentümer, die einen „Ölwechsel“ in ihrem Keller planen, können derzeit mit einer kräftigen Finanzspritze vom Staat rechnen: Die Bundesregierung hat ihr Programm zur Nutzung erneuerbarer Energien ausgeweitet und unterstützt den Einbau von Pellet-Zentralheizungskesseln mit 55 Euro je kW Leistung, bei Anlagen mit einem Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent sogar mit mindestens 1.700 Euro. Solarkollektoren werden mit je 110 Euro pro Quadratmeter bezuschusst. Nähere Informationen gibt es telefonisch unter der Rufnummer 0 99 22 / 5007 - 0 oder per E-Mail unter info@sonnenhaus-institut.de.


Mit einer naturkundlichen Wanderung durch die Seewand zum Großen Arber ging das diesjährige Sonderveranstaltungsprogramm der beiden Naturparke Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald „Rund um den Großen Arber“ zu Ende. An den 14 angebotenen Veranstaltungen nahmen mehr als 400 Personen teil. Thema der Auftaktveranstaltung im Mai war die Vogelwelt am Arbergipfel. „Von Wasserpieper und Alpenbraunelle ...„ lautete der Titel der vogelkundlichen Wanderung mit Fritz Reiter. Da der höchste Berg des Bayerischen Waldes eine Vielzahl von Lebensraumtypen bietet (Felsgruppen, Borstgrasrasen, Baumgruppen oder Latschengebüsch), wird er von vielen Vogelarten als Brut- und/oder Rastplatz genutzt und dient als wichtiger „Trittstein“ zwischen Alpen, Sudeten und den Tundragebieten im Norden. 44 Vogelarten wurden auf dem ca. 15 ha großen Plateau bisher registriert. Davon zählen 17 Arten zu den Brutvögeln, 27 Arten, darunter Mornellregenpfeifer und Alpenbraunelle, kommen nur als Gäste im Frühjahr oder Herbst. Die dominierende Vogelart des Plateaus ist der Wiesenpieper. Das Brutvorkommen seines Verwandten, des Bergpiepers am Arber war einzigartig im Bayerischen Wald. Leider konnte in den letzten Jahren kein Brutnachweis mehr erbracht werden. Es ist zu befürchten, dass das Brutvorkommen inzwischen erloschen ist, stehen doch auf den ehemals bevorzugten Balzplätzen jetzt die Bergstationen der neuen Sesselbahn und der Gondelbahn. Arten, wie Haselhuhn, Auerhuhn, Rauhfußkauz und Waldschnepfe kommen im Arbergebiet vor und sind auch gelegentliche am Arbergipfel zu sehen. Vogelarten, die den Arber nur zur Nahrungssuche nutzen sind Mauersegler, Turmfalke und Baumfalke. Auf Grund des kalten und regnerischen Wetters waren nur wenig Vogelstimmen zu hören. Dafür erlebten die rund 20 Teilnehmer aber eine höchst interessante, sehr lehrreiche und kurzweilige Wanderung. Am Ende der Veranstaltung betonte der Referent nochmals die, gerade für die Vogelwelt, herausragende Stellung des Großen Arber innerhalb des Bayer- und Böhmerwaldes. Des weiteren standen 2004 Informationsveranstaltungen über die Schutzgebiete rund um den Großen Arber auf dem Programm. Während eines ca. 1 stündigen Rundgangs informierten die Arberbetreuerinnen der beiden Naturparke Elke Ohland und Caroline Stautner über Flora, Fauna, Geschichten und Geschichtliches beider Arberseen oder des Arbergipfels. Im Juli war dann eine botanische Exkursion am Arbergipfel geboten und im August standen Reptilien im Mittelpunkt einer Exkursion. Auch die Erlebniswanderungen für Familien fanden wieder großen Anklang. Das Programm für das Jahr 2005 wird ab Januar wieder an allen Touristinfos und beim Naturpark erhältlich sein.


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte zu einer pilzkundlichen Wanderung in das Perlbachtal eingeladen. Der Referent Max Kronfeldner führte die Gruppe von Steinburg aus das Perlbachtal aufwärts. Etwa 5.000 Pilzarten gibt es. Ca. 3.000 davon kommen in Bayern vor. Nur etwa 50 sind als Speisepilze begehrt. Bei Pilz-Exkursionen findet man meist an die 50 Arten. Die Naturparkwanderung sollte keine Sammelaktion sein. Interessant war alles, was an Wegen, im Wald, an Bäumen oder an halbzersetzten Baumstümpfen zu finden war. Interessant für die Teilnehmer war beispielsweise auch der Hinweis auf den Maisbrand, einen Pilz der in einem Maisacker am Zugangsweg zu sehen war. Trotzdem gab es natürlich auch ausführliche Hinweise für Pilzsammler und zu Speisepilzen. Die alte Glaubensfrage, herausdrehen oder abschneiden, wurde noch einmal beleuchtet. Viele Merkmale gehen mit dem Abschneiden verloren. Denn ob ein Pilz unten noch ein Knolle hat und dabei möglicherweise zu den gefährlichen Knollenblätterpilzen zählt, kann man nur dann mit Sicherheit sagen, wenn man vorsichtig weit unten herausdreht und den Pilz im gesamten zum Bestimmen aller Merkmale zur Verfügung hat. Die wenigen, oft seltenen wohlschmeckenden Speisepilze werden natürlich beim Einkauf von Mischpilzen, gerade aus Osteuropa, meist mit minderwertigen Arten ergänzt. Der fuchsige Ritterling ist hier ein Beispiel. Er ist essbar, schmeckt aber nach gar nichts. Für viele Teilnehmer war auch interessant, dass es Pilze gibt, wie z.B. den brennenden Rübling, der Laub abbaut. Das Zersetzen von Holz gesteht man den Pilzen ja zu. Es gibt sie aber genau so gut beim Zersetzen von Laub oder sogar von Nadeln. Die alte Irrmeinung, dass Pilze, die an Holz wachsen nicht giftig sind, wurde am Beispiel Grünblättriger Schwefelkopf widerlegt. Zur Vorsicht gemahnt wurde auch bei älterer Literatur. Es gibt beispielsweise Bücher, die vor 1960 entstanden sind, die Grünlinge noch als essbar einstufen, während mittlerweile aus Frankreich bereits Todesfälle bekannt geworden sind. Im Zweifelsfall also immer die Finger davon lassen oder entsprechende Pilzberatungsstellen aufsuchen. Vielfach werden farbenfrohe Arten wie zum Beispiel der lilablau hervorstechende Lacktrichterling gerne zum Garnieren an Buffets verwendet. Wichtig bei Pilzen sind immer die Begleitbaumarten. Pilze sind nur die Fruchtkörper, die das im Boden wachsende Myzel ausbildet. Das Pilzmyzel im Boden ist aber eng mit den Feinwurzelnetzen der Baumarten vergesellschaftet, weil Pilze ja keine Photosynthese betreiben können und die Nährstoffe von Bäumen beziehen. Bei vielen Speisepilzen sind die Beziehungen bekannt. Bei anderen Baumarten, wie der im Perlbachtal vorkommenden Hainbuche, war es neu, dass dort der Hainbuchenmilchling vorkommt, oder an Haselnussstauden der Haselmilchling, der sogar schärfer als Peperoni ist. An den Tieren soll man sich nicht orientiere, diese haben einen anderen Stoffwechsel. Da kann es schon vorkommen, dass Schnecken absolut giftige Pilze zusammenfressen oder auch Rehe beim Fressen von Pilze beobachtet werden können. Nachdem man einen Teil des Naturpark- Naturerlebnispfades, der von Steinburg nach Neukirchen führt, abgeschritten war, führte die Runde über einen Steg über den Perlbach wieder zurück zum Ausgangspunkt und Bildungsreferent Hartwig Löfflmann bedankte sich beim Referenten und bei allen Teilnehmern.


Am Sonntag, den 26.09.04 laden die beiden Naturparke Bayerischer Wald e.V. und Oberer Bayerischer Wald e.V. zu der letzten Sonderveranstaltung im Arbergebiet für dieses Jahr ein. Vom Großen Arbersee aus wird durch das Urwaldgebiet in der Arberseewand auf den Gipfel des Großen Arbers gewandert. Begleitet wird die ca. 3 stündige naturkundliche Wanderung von Elke Ohland. Treffpunkt für die Veranstaltung ist um 10:00 Uhr am Großen Arbersee bei den Informationstafeln. Wetterfeste Kleidung und eine Brotzeit nicht vergessen! Gutes Schuhwerk ist unbedingt erforderlich da der Aufstieg z.T. schwierig ist!! Die Führung endet am Arbergipfel. Information/ Anmeldung bis Freitag, 12:00 Uhr unter 09922 / 80 24 80.


Die Besonderheiten der Pflanzenwelt standen am 24. Juli im Mittelpunkt der von den Naturparken Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald im Rahmen ihres Arberprogramms angebotenen Exkursion. Als Referenten konnten zwei Spezialisten für das Arbergebiet, die Diplombiologen Martin Scheuerer (für Gefäßpflanzen) und Oliver Dürhammer (für Moose und Farne) gewonnen werden. Beide haben bereits am Arber kartiert bzw. betreuen dort Dauerbeobachtungsflächen und Artenhilfsmaßnahmen. Nach einer kurzen Einführung stellte Martin Scheuerer auch gleich das erste Eiszeitrelikt am Arber, die Dreispaltige Binse, vor. Eiszeitrelikte finden sich an Standorten die ehemals vergletschert waren und deren Klima auch heute noch relativ extrem ist. Dabei bevorzugen sie besonders waldfreie Standorte bzw. Felsen. Der Arber zeigt die stärkste Anhäufung von diesen Eiszeitpflanzen ganz Bayerns außerhalb der Alpen. Neben der Dreispaltigen Binse sind noch der Krause Rollfarn und das Felsstraußgras hervorzuheben. Von Letzterem wurden im vergangenen Herbst im Rahmen einer Artenhilfsmaßnahme zur Bestandssicherung etwa 100 nachgezogene Exemplare ausgepflanzt. Dass der Arber viel Platz für Extremisten und Pioniere bietet, wurde auch bei den Ausführungen von Oliver Dürrhammer deutlich, der die Moose und Flechten (eine Lebensgemeinschaft aus Pilz und Alge) am Arber vorstellte. Besonders die steinbewohnende Flechten und Moose in den zahlreichen Felsriegeln müssen mit extremsten Bedingungen fertig werden. Dass diese Pflanzen optimal an diese extremen Bedingungen angepasst sind, demonstrierte Dürrhammer am Glashaartragenden Frauenhaarmoos, welches in seinem Glashaar einen eigenen Strahlungsschutz entwickelt hat. Auch Schüsselflechten und Krustenflechten besiedeln in großer Anzahl und Artenvielfalt die Felsen des Arbers. Ganz anders als in den Tieflagen dominieren am Arber diese Spezialisten die Artenzusammensetzung. Insgesamt finden sich am Arber ca. 170 Moosarten, über 130 Flechtenarten und „nur“ 135 Arten Höherer Pflanzen. Viele dieser, oft unscheinbaren Pflanzen sind sehr empfindlich gegen Trittbelastung. Deshalb ist das seit 2000 geltende Wegegebot am Arbergipfel überlebensnotwendig für sie. Martin Scheurer betonte besonders die Wichtigkeit solcher Besucherlenkungsmaßnahmen am Arber, dem wohl besucherreichsten aber auch artenreichsten Berg im Bayerischen Wald. Aufgrund seiner seltenen Pflanzenarten hat er eine hohe naturschutzfachliche Bedeutung. Als großes Problem sieht Scheurer die Bauaktivitäten am Arber, so sind den Wegebaumaßnahmen im letzten Jahr z.B. die letzten Standorte des Norwegischen Ruhrkrauts und des Wiesenhabichtskrauts hier am Arber zum Opfer gefallen. Aber auch die zunehmende Ausbreitung der Heidelbeere hält er für problematisch. Die Beobachtungen auf den Dauerflächen, die seit 10 Jahren kontrolliert werden, zeigen, dass die Pflanzen der Borstgrasrasen von den Zwergsträuchern immer mehr überwuchert werden. Hier hofft Scheurer auf die Erfolge durch Beweidung und Mahd um die Artenvielfalt am Arber zu erhalten.


Am Mittwoch, den 18.08.04 laden die beiden Naturparke Bayerischer Wald e.V. und Oberer Bayerischer Wald e.V. zu einer weiteren Sonderveranstaltung im Arbergebiet ein. Im Verlauf einer ca. 1 stündigen Wanderung informiert Caroline Stautner über Flora, Fauna, Geschichte und Geschichten rund um den Arbergipfel. Treffpunkt ist um 11:00 Uhr bei der Arberkapelle. Die Veranstaltung ist kostenlos, es ist keine Anmeldung erforderlich.


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. war Veranstalter einer geführten Wanderung rund um das Schloß Fürsteneck. Trotz des plötzlichen Gewitterregens fanden sich eine Reihe interessierter Gäste zur Führung ein. Nach einer kurzen geschichtlichen Einleitung mit Informationen über die Schlosskirche ging die Führung über den Burgberg zur Triftsperre in der Wolfsteiner Ohe. Neben den botanischen Besonderheiten am Burgberg berichtete der Diplom - Forstingenieur Stefan Poost über die mehr als zweihundert Jahre andauernde Holztrift im Bayerischen Wald. Eindrucksvoll lassen sich noch überall im Ilz Einzugsgebiet die menschlichen Eingriffe in die Flussläufe belegen. Die Begradigungen der Flussläufe und die Befestigungen der Ufer lassen sich an der Ilz und an allen Nebenbächen finden. „Wenn man sich die technischen Hilfsmittel aus damaliger Zeit vor Augen hält, waren sowohl die Holztrift, als auch die Wasserführung Ingenieurtechnische Meisterleistungen, die über mehrere Jahrhunderte viele Menschen in Brot und Arbeit brachten“. Von dem Triftrechen in der Wolfsteiner Ohe ging die Führung vorbei an der Aumühle zur Ohe - Mündung in die Ilz und weiter zum „Schönberger Triftrechen“. Zur Zeit bestimmen der gelbblühende, Schlitzblättrige Sonnenhut sowie das rosa-blühende, Indische Springkraut das Bild an der Ilz. Beide Arten sind nicht heimmisch, und verdrängen mangels Fraßfeinde oder konkurrierender Arten die heimische Flora. „Die Probleme liegen aber hier nicht nur in der Verdrängung heimischer Arten, sondern auch in der schlechten Uferbefestigung, da diese Arten nur eine sehr kleine Wurzel ausbilden und beim ersten Frost zusammenklappen. Die Uferbefestigung durch Pflanzenwurzeln ist nicht gegeben und beim ersten Hochwasser werden die Bereiche, die nicht von Steinen befestigt werden, abgetragen und verfrachtet.“ Nach ca. 2 Std. endetet die Führung nach einem steilen Aufstieg wieder an der Burg Fürsteneck.