2014


Energetische Sanierung eines Baudenkmals am

Beispiel Grenzbahnhof Eisenstein

Zur Führung Klimanetzwerk hatten der Naturpark Bayerischer Wald e.V., die Umweltstation Viechtach und der Arbeitskreis Energie und Verkehr eingeladen. Bildungsreferent Hartwig Löfflmann führte die Gruppe durch den neu sanierten Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein. Mit unter den Anwesenden waren der Leiter des Arbeitskreis Energie und Verkehr Wolfgang Schlüter und sein Vorgänger Dr. Paul Kestel.

Bei Sanierung von Baudenkmälern wird häufig nach der Devise verfahren „… es ist schwierig oder zu teuer, da kann man fast nichts machen in Sachen energetischer Verbesserung…“. Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. wollte bei der Sanierung des aus Polygonal-Granitmauerwerk bestehenden Grenzbahnhofs Bayerisch Eisenstein Maßstäbe setzen. In der zurückliegenden, vierjährigen Bauzeit wurden im Kellerbereich feuchte Wände gegen aufsteigende Feuchte saniert und mit Drainagen trocken gelegt. Eine Kombination aus heizen und lüften schafft eine angenehme Raumatmosphäre.

Weil die Außenmauern im Erdgeschoss und im Bereich des ersten Stocks mit Granit verkleidet sind, kam eine Außendämmung für das knapp 9.000 m³ umbauten Raum umfassende Gebäude auf deutscher Seite nicht in Frage. Deswegen hatte man einen Innendämmziegel der Firma Poroton mit 12 cm Stärke und einer innenliegenden Perlite- Schüttung in den Räumen innen vorgemauert. Gleichzeitig wurden im gesamten Gebäude dreifach verglaste Fenster eingesetzt. Im Bereich des zweiten Obergeschosses und des Dachgeschosses wurde die Holzfassade abgenommen und auf das rote Vollziegelmauerwerk eine Außendämmung aufgebracht, dann die Holzfassade wieder hin gebaut. Ein Thermodach sowie Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sind ein weiterer Schritt zur Reduzierung des Energieverbrauchs für die vier Ausstellungen und Museen. Zusätzlich zur seit dem Jahr 2000 bestehenden Hackschnitzelheizung des Mittelbaus wurde eine neue Hackschnitzelheizung in einem separaten Heizgebäude errichtet. Damit werden Grund- und Spitzenlast bei der Gebäudeheizung ausschließlich C02-neutral mit regenerativen Energien,   nämlich mit Holzhackschnitzeln aus der Region bestritten. Der Naturpark gibt sich damit sehr puristisch, auch beim Spitzenlastverbrauch wird weder Öl noch Gas eingesetzt. Im gesamten Gebäude wurden LED- Beleuchtungen verbaut und diese zudem über Bewegungsmelder geschaltet.

Nach einem etwa zweistündigen Rundgang verabschiedete Hartwig Löfflmann die Teilnehmer und versprach nach Vorliegen genauer Energiedaten nach dem ersten Betriebsjahr eine ausführliche Energiebilanz vorzulegen.


Vortrag im Rahmen vom Klimanetzwerk

Viechtach. „Hochwasser im Bayerischen Wald in Zeiten des Klimawandels“ – die Umweltstation des Naturparks und der Agenda Arbeitskreis „Energie und Verkehr“ bieten diesen Vortrag im Rahmen des Projektes Klimanetzwerk im Landkreis Regen an. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 6. November um 19:30 Uhr im Alten Rathaus am Viechtacher Stadtplatz statt. Der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Referent ist Dr. Albin Schramm, der als Abteilungsleiter beim Wasserwirtschaftsamt Deggendorf für die Landkreise Regen und Freyung-Grafenau zuständig ist. Der Referent berichtet über die Ursache und Entstehung von Hochwasser im Bayerischen Wald. Er geht dabei auch auf den Hochwasserschutz und –abfluss ein. Der Fachmann versucht interessante wasserwirtschaftliche Fragen zu beantworten: Wie schaut ein Vergleich der Hochwassersituation im Bayerischen Wald mit der Donauregion aus? Welche Konsequenzen ergeben sich aus Überschwemmungsgebieten? Ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung schließt den Vortrag ab.


Heutzutage ist es üblich nach 100 Tagen Amtszeit oder Betriebszeit Rückschau zu halten und zu bilanzieren. Beim Naturpark Bayerischer Wald e. V. hatten am 10. Juli 2014 der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber und sein tschechischer Kollege Richard Brabec die neuen NaturparkWelten im Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein eröffnet. Vier verschiedene Museen und Ausstellungen wurden unter einem Dach neu geschaffen. Im Untergeschoss befindet sich das Europäische Fledermauszentrum, im Erdgeschoss eine Ausstellung zum König Arber, im ersten Stock das erste Skimuseum für den Bayerischen Wald und im zweiten Stock eine Ausstellung mit dem Motto „Höchste Eisenbahn“. Im Dachgeschoss befindet sich eine Modelleisenbahnanlage im Bau. Im Europäischen Fledermauszentrum befindet sich auch eine Freiflugvoliere und Pflegestation. Fledermäuse als Insektenfresser halten einen echten Winterschlaf. In der Freiflugvoliere wird es nun ab November ruhig. Die Ausstellungen und Museen in den Naturparkwelten bleiben im November und Dezember aber trotzdem geöffnet. Täglich, außer Montag ist zu den üblichen Zeiten von 9:30 – 16:30 Uhr der Zugang zum gesamten Gebäude möglich, es werden auf Wunsch auch Führungen angeboten. Wer mit der Arberaktivcard oder der Bayerwaldpluscard anreist genießt freien Eintritt. Einige amüsante Anekdoten kann der Geschäftsführer Hartwig Löfflmann aus den ersten 100 Tagen berichten. Es gab Besucher, die den Eingang nicht gefunden haben, der auf dem tschechischen Hoheitsgebiet liegt. Mancher ist umgekehrt, weil ihm die 7 € Eintritt, ermäßigt 5 €, zu hoch gewesen sind. Vereinzelt wird deswegen schon unter dem Drehkreuz durch gekrabbelt. Wer aber kritisch Preise vergleicht, vielleicht mit Museen in größeren Städten oder auch mit kleinen Museen, die nur 1€ Eintritt nehmen, wird zu dem Schluss kommen, dass das Preis-Leistungsverhältnis absolut stimmig ist. Alleine der Deutsche Teil des Grenzbahnhofes umfasst 10.000 m³ umbauter Raum bei einer Nutzfläche von 2.500 m². Es befinden sich vier hochwertige Museen mit digitalen Medien in dem historischen Gebäude, alle Ausstellungen sind dreisprachig in deutsch, tschechisch und in eigenem Führer auf englisch angelegt. Wer will, kann sich mehrere Stunden in der Einrichtung aufhalten und über eine zweite Vertiefungsebene mittels Handy – oder auszuleihender Tabletts viele weitere Informationen wie Filme oder Interviews abrufen.

Hinterher fällen die Besucher ein durchweg positives Urteil: „super“, „tolle Einrichtung“, „ideal für Gruppen und Schulklassen“, „eine gute Alternative bei schlechtem Wetter“, so lautet meist das Fazit. Etliche Berichterstattungen und Beiträge für Filme wurden bereits gedreht.

In der Naturpark Geschäftsstelle arbeitet man derzeit mit Hochdruck an der Abrechnung des Projektes bei 14 verschiedenen Förderstellen. Über 200 Leitzordner füllen die Regale, alleine zum Projekt NaturparkWelten. Derzeit wird noch an der Außenbeschilderung gearbeitet und an der Ausstattung des Museumscafes. Dies soll zu Weihnachten 2014 eröffnet werden. 137 Jahre nach Ankunft der ersten Züge im November 1877 erstrahlt der Grenzbahnhof Eisenstein nun in neuem Glanz. Ermöglicht haben dies u.a. die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Fördermöglichkeiten über dass Konjunkturpaket II des Bundes, das Europäische Förderprogramm INTERREG IV, die Bayerische Landesstiftung, das Denkmalsonderprogramm des Bundesbeauftragen für Kultur und Medien, die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern, die Denkmalbehörden und etliche andere Geldgeber und Sponsoren.


Mit der Ilztalbahn zur Buchberger Leite

Von den Hochlagen im Bereich des Lusen streben die Wasser des Sauß- und Reschbaches im FFH-Talsystem der Ilz unaufhaltsam bergab. In der Buchberger Leite vereinigen sie sich „Bei der Scheer“ zur Wofsteiner Ohe. Von dort fließen sie zu deren Mündung unterhalb von Schloss Fürsteneck in die Ilz und weiter zur Donaumündung in Passau wo sie sich schließlich auf den langen Weg ins Schwarze Meer aufmachen.

Beeindruckende Felsformationen in der Buchberger Leite, die mancherorts nur als sehr schmales Kerbtal ohne Sohle ausgeprägt sind, zeugen von der über jahrzehntausende langen, stetig erodierenden Arbeit des Wassers. Ein besonderes Prädikat erhielt die Buchberger Leite durch die Aufnahme in die Liste „Bayerns schönste Geotope“. Unterhalb „Bei der Scheer“ kreuzen die Wasser eine geologische Besonderheit, den sogenannten bayerischen Pfahl, eine erdgeschichtliche geologische Verwerfungslinie, die sich von der Oberpfalz über Viechtach und Freyung bis nahe der Stadt Linz in Oberösterreich zieht. Durch einen Tunnel geht es anschließend vorbei am Carbidwerk, weiter durch alte, totholzreiche Hang- und Schluchtwälder. Über eine Hängebrücke führt die Wanderung ans gegenüberliegende Ufer der Wolfsteiner Ohe und weiter nach Ringelai zur mittäglichen Einkehr und wieder zurück.

Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. lädt im Rahmen von Bayern Tour Natur alle Interessierten recht herzlich ein. Der Ilz-Gebietsbetreuer Stefan Poost wird die Wanderung führen. Der Weg durch die Buchberger Leite ist nicht barrierefrei, festes Schuhwerk sowie den der jahreszeitlichen Temperatur und Witterung angepasste Kleidung wird empfohlen.

Die Wanderung findet am Sonntag, den 26. Oktober 2014 statt. Abfahrt ist um 7:35 Uhr am Bahnhof in Passau, bitte vor Ort Abfahrtsgleis auf der Anzeigetafel im Durchgangsbereich des Bahnhofes erkunden. Treffpunkt, Begrüßung und Beginn der Wanderung ist um 8:50 Uhr am Bahnhof in Freyung. Wer nicht mit der Bahn anreisen will, kann sich ab Freyung der Wanderung anschließen. Die Rückfahrt mit der Bahn erfolgt um 16:50 Uhr ab Bahnhof Freyung.


Bebilderter Vortrag über einen seltenen Vogel

Viechtach. Der Flussuferläufer am Schwarzen Regen“ – der Landesbund für Vogelschutz (LBV) Kreisgruppe Regen und die Umweltstation des Naturparks bieten diesen bildreichen Vortrag über den Flussuferläufer als besondere Vogelart im wildromantischen Flusstal an. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 23. Oktober um 19:30 Uhr im Alten Rathaus am Viechtacher Stadtplatz statt. Der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Referent ist Claus Gregor als Kreisvorsitzender des Landesbund für Vogelschutz. Bei seinem Vortrag zeigt er interessante Bilder über den Flussuferläufer und geht auf die Entwicklung der Vogelbestände im Laufe der letzten Jahre ein. Er berichtet über die Lebensweise dieser vom Aussterben bedrohten Art, die im Regental ein Rückzugsgebiet hat. Dabei versucht der Referent auch interessante ökologische Fragen zu beantworten: Wie wirkt sich Hochwasser auf die Flussuferbruten aus? Welche Gefährdungen bestehen für die Vogelbestände? Was kann man dagegen tun? Der Vortrag mit anschließender Diskussion soll auch dem Erfahrungsaustausch zum Erhalt schutzwürdiger Arten und einer gezielten Besucherlenkung am Beispiel des Schwarzen Regen dienen.


Naturpark-Wanderung im „Wilden Waldgebirge“

Sankt Englmar. „Felsengipfel und Wacholderheiden“ – eine naturkundliche Wanderung im „Wilden Waldgebirge“ bietet der Naturpark Bayerischer Wald e.V. im Landkreis Straubing-Bogen an. Treffpunkt ist am Sonntag, den 19. Oktober um 15:00 Uhr am Parkplatz Hirschensteinweg nahe dem Kletterwald in Sankt Englmar. Die ungefähr zweieinhalbstündige Wanderung führt auf die drei, über tausend Meter hohen Berge Predigtstuhl, Hochberg und Knogl. Hier bietet sich eine beeindruckende Aussicht einmal in Richtung Donautal und einmal in Richtung Innerer Bayerischer Wald. Felsengebilde oder Blockschuttfelder zeigen den Vorderen Bayerischen Wald von seiner wilden Seite. Lichte Zwergstrauchheiden und weite Wälder säumen den Weg. Interessante Informationen zu seltenen Tieren wie Luchs oder Auerhuhn stehen auf dem Programm. Referent ist Matthias Rohrbacher, Gebietsbetreuer des Naturparks. Alle Interessierten sind zu der kostenlosen Wanderung herzlich eingeladen, die auch für Familien mit Kindern gut geeignet ist. Bitte festes Schuhwerk mitnehmen.


Wiesenfelden. „Herbstzeit ist Schwammerlzeit“ – beim Wandern durch die Wälder begegnet man einer großen Vielfalt an Pilzen. Welche sind genießbar und schmecken besonders gut? Wie stark strahlen Pilze heute noch? Was ist die Rolle der Pilze im Naturhaushalt? Dies sind Fragen, die sich mancher Pilzsucher stellt. Mit dem Wissen über richtiges Sammeln und Zubereiten kann man Pilze guten Gewissens genießen. Gelegenheit dazu bietet sich bei einer Pilzwanderung des Naturparks Bayerischer Wald e.V. in Heilbrunn in der Gemeinde Wiesenfelden.

Die Pilzexkursion nach dem Motto „Gesundheit aus der Natur - im Herbst Pilze sammeln und verwerten“ findet am Freitag, den 17. Oktober statt. Treffpunkt ist um 15.00 Uhr vor der Kirche in Heilbrunn in der Gemeinde Wiesenfelden. Alle Interessierten sind herzlich zu dieser kostenlosen, ca. dreistündigen Wanderung eingeladen. Referent Alois Zechmann, Naturpädagoge und Pilzexperte, berichtet über regionale Pilze und deren Besonderheiten.


Die Dießensteiner Leite ist der wildeste Abschnitt der Ilz auf ihrem Weg vom Zusammenfluss der Großen und Kleinen Ohe an der Ettlmühle bis zur Donaumündung in Passau. Am Fuße der Burgruine Dießenstein bricht sich das Wasser an den großen Geröllbrocken im Flussbett. Alle zwei Jahre messen die Kajakfahrer international auf diesem Wildwasserabschnitt ihr Können. Urige Schluchtwälder haben sich in dem alten Naturschutzgebiet „Die Ilz am Dießenstein“ noch erhalten, welches heute Teil des Naturschutzgebietes „Obere Ilz“ von der Ettlmühle bis Fürsteneck ist. Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. lädt am Sonntag den 12.10.2014 zu einer geführten Herbstwanderung in die Dießensteiner Leite ein. Treffpunkt ist 14:00 Uhr beim Parkplatz an der Schneidermühle. Der Gebietsbetreuer Stefan Poost wird auf der gut zweistündigen Wanderung durch das Naturschutzgebiet „Obere Ilz“ den Teilnehmern Erläuterungen über die Tier und Pflanzenwelt im Naturschutzgebiet geben. Festes Schuhwerk und dem Wetter entsprechende Kleidung wird empfohlen.


Georg Dasch referierte im Naturparkhaus in Zwiesel

Zu einem gemeinsamen Vortragsabend hatten Naturpark Bayerischer Wald e.V., Arbeitskreis Energie und Verkehr sowie die Umweltstation Viechtach eingeladen. Der erste Vorsitzende des Sonnenhausinstituts Georg Dasch referierte zum Thema „vom Sonnenhaus zum Effizienzhaus“.

Eingangs ging er kurz auf die weltweite Entwicklung beim CO2-Ausstoß ein. Im Jahre 1990 waren dies 22,5 Mrd. Tonnen, im Jahr 2012 waren es 32,5 Mrd. Tonnen. Dies ist ein sehr deutlicher Anstieg, obwohl man sich zum Ziel gesetzt hatte bis 2050 den CO2-Ausstoß weltweit zu halbieren. Deutschland ist in der Liste bei den zehn meisten CO2-Emittenten dabei. Anschließend ging Dasch kurz auf die Energieverbräuche ein. Etwa 55 % werden für Wärme benötigt. Die Stromerzeugung benötigt 16 % des Primärenergieverbrauchs, verursacht aber derzeit 100 % der „Energiedebatte“. Feststellbar ist auch, dass seit dem Jahr 2010 der CO2-Ausstoß je Kilowattstunde Stromerzeugung wieder ansteigt. Dasch bemängelte auch das Fehlen von effizienten Speichern. Er ging kurz auf Lageenergiespeicher ein. Die Praxis, dass man PV-Anlagen und Windkraftanlagen bei Spitzen wegschaltet, weil Atomkraftwerke und Kohlekraftwerke eigentlich nicht regelbar sind, ist absurd. Dasch stellte das klassische Sonnenhaus vor, und die Bemühungen das „Effizenzhaus plus“ zu schaffen. Fazit seines eineinhalbstündigen Vortrags war, die Technik im „Effizienzhaus plus“ „ist viel zu teuer und hochtechnisiert“, eigentlich kein zielführender Weg. Sonnenhäuser mit einem deutlichen Anteil von Solarthermienutzung und -speicherung, kombiniert mit Photovoltaikanlagen, die das Stromnetz als Puffer nutzen, sind wesentlich besser. Das Verbot von Nachtspeicheröfen bis zum Jahre 2020 wurde jetzt wieder aufgehoben, den Worten von Dasch zufolge unsinnig, weil diese Systeme im Winter zum Heizen wiederum Strom brauchen. Der Strom ist aber gerade im Winter Mangelware.

Energieeinsparung kombiniert mit Solarwärmenutzung ist auf weiten Gebieten absolut zielführend, die Technik ist entsprechend einfach und von vielen beherrschbar. Zum Schluss bedankte sich Hartwig Löfflmann beim Referenten und den Teilnehmern.


Wasserfälle sind als eindrucksvolle Naturschauspiele und spritzige Besuchermagneten bekannt. Doch wie lässt sich eine solch geräuschvolle Erfahrung mit Fledermäusen, den kleinen flugfähigen Säugetieren, in Zusammenhang bringen, deren Töne unser menschliches Gehör nicht einmal wahrnehmen kann?

Die Antwort auf diese Frage erläuterte die Arber-Gebietsbetreuerin Dr. Isabelle kürzlich ungefähr 40 Interessierten, die dem Angebot des Naturparks Bayerischer Wald gefolgt waren, an einer fünfstündigen Wanderung unter dem Motto „Der (be)rauschende Arber: Vom Rißloch zum Hochfall“ teilzunehmen. Berauschend, strahlend hell und erfrischend zeigte sich der Arber dann tatsächlich während der naturthematischen Führung zu den beiden höchsten Wasserfällen des Bayerischen Waldes an diesem herrlichen Altweibersommertag. Unterstützt wurde die Gebietsbetreuerin durch den Wanderführer Peter Letz sowie dem begeisterten „Arbergeher“ Ludwig Drexler, die sich in dem Gebiet ebenfalls bestens auskennen.

Nach einer kurzen Vorstellungs- und Einleitungsrunde erreichte die Gruppe das Naturschutzgebiet Rißloch und die Wanderung begann mit dem Aufstieg entlang des Rißbachs. Isabelle Auer verglich das geschützte Gebiet mit einem „Mini-Nationalpark im Naturpark“, da es – leider unter dem damals propagandistisch ausgenutzten Gedanken der „Heimatliebe“, der im 1. Reichsnaturschutzgesetz aus dem Jahr 1935 seinen Ausdruck fand - bereits 1939 ausgewiesen wurde und seitdem forstwirtschaftliche Eingriffe des Menschen ausblieben. Daher entstanden im Gegensatz zu vielen anderen Regionen des Bayerischen Waldes keine Fichtenmonokulturen, in denen die berüchtigten Borkenkäfer riesige Baumbestände befielen. Weil das Rißloch seit vielen Jahrzehnten unter Schutz steht, gibt es im Naturschutzgebiet Rißloch Urwald-Bestände, in denen es noch einen einen hohen Anteil an Tot- und Altholzanteil gibt. Dieses ist, so machte Dr. Auer deutlich, für einige Arten als Lebensraum oder Versteck und Unterschlupf lebensnotwendig: Zahllose Insekten, Vögel wie Spechte und mit der Fledermaus sogar Säugetiere sind darauf angewiesen. Im Bayerischen Wald kommen 21 verschiedene Fledermausarten vor, die sich tagsüber zum Schlafen gerne in den schmalen Ritzen zwischen Stamm und abplatzender Rinde verstecken: Bei abgestorbenen Bäumen besteht keine Gefahr mehr, dass Fell und Haut der Tiere durch Harz verkleben. Auf diese Weise profitieren auch die Fledermäuse von der Besonderheit der Rißlochfälle und der damit verbundenen Unterschutzstellung der Schlucht. Weiterhin wies die Gebietsbetreuerin auf andere, in der Schlucht lebende Arten wie Wasseramsel und Wanderfalken hin.

Im Laufe der Führung erklärte Auer die vorhandenen Gesteine, sowie die Entstehung der Wasserfälle in der Eiszeit. Nach einer Brotzeit am sonnigen Südhang des Großen Arber und interessanten Erzählungen über die wirtschaftlichen Hintergründe des umliegenden Buchenwalds gelangte die Gruppe mit dem Naturdenkmal Hochfall schließlich zum zweiten Höhepunkt des Tages. Mit vielfältigen Eindrücken von Flora und Fauna, tosenden Gewässern und Gesteinen ging die Gruppe anschließend bergab durch die Gemeinde Bodenmais wieder zum Rißlochwanderparkplatz, dem Ausgangspunkt der Wanderung.