August 2005


Herbert Pöhnl fotografiert seit 1972 im Bayerischen Wald und bald auch in den benachbarten Regionen Oberpfalz, Donauraum, westlicher Böhmer-wald und Mühlviertel. Im Mittelpunkt seiner fotografischen Arbeit steht die Realität und damit häufig der Gegensatz von Klischee, Tradition und Alltag, die Unterschiedlichkeit von Landschaften, Räumen, Menschen und Dör-fern, die oftmalige Widersprüchlichkeit und das zugleich bedingte Gemein-same von Alt und Neu, die Dokumentation des als „schön“ empfundenen und interpretierten und dessen, oft nur scheinbarenen, Gegenteils. Die Schwerpunkte seiner fotografischen Arbeit sind die Kultur und die Natur in ihren verschiedenartigsten Erscheinung von Nutzung bis Zerstörung, von Wildnis bis Dekorum, von Meditation bis Grafik. Die jeweilige Zuordnung läßt oft schon erhebliche und damit interessante Unklarheiten, Miss-verständnisse und Spannungen erkennen. So umfasst die aktuelle Ausstel-lung neben den anfangs überwiegend grafischen Arbeiten („GeoGrafik“) zunehmenden die erzählenden Bilder (aus „HinterBayern“ und „Heimat, bitte lächeln“). Seine Motive sind die gegenwärtige, also die genutzte, veränderte, gestal-tete, romantisierte Umwelt, ist das Alltägliche, nicht das Sensationelle, ist das Beunruhigende, Grafische, Melancholische, Skurille, Unspektakuläre, oft in seiner Gleichzeitigkeit. Die Fotografie versteht er überwiegend als ein Mittel der Bestandsaufnahme. Dazu bedient er sich neben der traditionellen Dunkelkammer- zunehmend der Computertechnik. Mit diesem neuen Möglichkeiten und Arbeitsweisen können bisherige technische Beschrän-kungen überwunden werden und es ist besser möglich, auf die Motive ein-zugehen und deren Geschichten und Stimmungen intensiver darzustellen. Bei den Arbeiten ist auch ein Heimat kritisierender und damit suchender und liebender Blick dominant erkennbar. Und ein Heimat in verschiedenen Va-riationen findender, in den Symboliken des Tourismus bis hin zu den Natur ersetzenden Wohlfühl-Installationen der Pflanzen-Arangements über die kargen und doch oft lyrischen, melancholischen, viel erzählenden Motive des Alltags bis zu den Motiven aus den beiden Nationalparks. Heimat als Ort der Auseinandersetzung, Symbolik und Zugehörigkeit. Pöhnl hinterfragt und beschreibt so die äussere Erscheinung der Region, damit deren Inneres, die verschiedenen Identitäten, Schönheiten, Zerstö-rungen und Veränderungen und somit auch die Form unseres Umgangs mit ihr. Dabei erschließen sich die Geschichten in den Fotografien oft erst beim zweiten Blick, wenn der Betrachter in die Falle des Realen tappt. Jetzt könnte ein Gedanke beginnen, eine Neugierde, ein Gespräch über Traditi-on, Natur und Alltag, ein Grübeln, ein Interesse, ein Engagement, vielleicht ein Lächeln. seit 1987 Mitarbeiter der ostbay. Kulturzeitschrift und des Verlages "lichtung" diverse Veröffentlichungen 1993 bis 1998 Dia-Schau „Servus Hoamad“ seit 2000 „Wo bitte liegt HinterBayern?“ ein „Heimatabend“ mit Lesung und Bildern und Musik mit der OrginalWaldlerBuamShowBänd 1998 bis 2001 CDRom-Projekt „Zwischen Donau und Moldau“ der Arbeitsgemeinschaft „Waldwildnis“ seit 1990 Verschiedene Illustrationen und Texte für andere Bücher, Zeitschriften, Zeitungen und Fernsehsendungen 1996 „HinterBayern“, Fotoband mit Texten von Bernhard Setzwein und Karl Krieg seit 1978 über 100 Austellungen 1993 bis 1996 „Grenzfälle“, Wander-Fotoausstellung mit Mooser, Hanke, Kuklik durch den Bayerischen Wald und den Böhmerwald seit 2003 „www.hinterbayern.de“, ein heimatliches InternetProjekt 2004 „Blickkontakt“, Ausstellung mit Anna Kocourkova Stadtgalerie Deggendorf 2004 Fotoband „Heimat, bitte lächeln“ mit Texten von Bernhard Setzwein 2005 Ausstellung „Heimat, bitte lächeln“ im Grenzbahnhof Bayer.Eisenstein des Naturparks Bayerischer Wald Geboren 1948 in Furth im Wald, Bankkaufmann, Studium der Pädagogik und Betriebswirtschaftlehre Mitarbeiter im Verlag lichtung in Viechtach Kontakt: Herbert Pöhnl, Steinäcker 38, 94234 Viechtach, tel.: 09942-3356, poehnl@t-online.de www.hinterbayern.de


Beim Naturpark Bayerischer Wald e.V. gab es im Bayerisch – Böhmischen Informationszentrum für Natur - und Nationalparke im Grenzbahnhof Eisenstein Grund zum Feiern. Das Infozentrum wurde am 12.Oktober 2000 im Beisein zahlreicher Ehrengäste eröffnet. Seit dem haben sich im Infozentrum jährlich etwa 40.000 – 50.000 Besucher aus verschiedenen Ländern eingestellt. Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte das Projekt über die Europäische Union mittels dem Förderprogramm INTERREG und mit Hilfe des Bayerischen Naturschutzfonds gefördert bekommen. Nun freuten sich der 1. Vorsitzende Heinrich Schmidt, Bürgermeister Thomas Müller, der gleichzeitig stellvertretender Naturpark – Vorsitzender ist, zusammen mit den tschechischen Kollegen von der Nationalparkverwaltung Sumava über den 200.000. Besucher im Infozentrum Grenzbahnhof. Aus diesem Grund wurde ein kleiner Empfang gegeben. Der Naturpark hatte ebenso wir der Nationalpark Sumava je ein Buch als Geschenk gestiftet und Bürgermeister Thomas Müller überreichte einen Gutschein für die Kuschelgondel bei der Arberbergbahn. Bei dem 200.000. Besucher handelte es sich um Irene Bauer, die mit ihrem Mann Josef aus Rupertsbuch bei Eichstätt angereist war. Beide verbringen gerade ihren einwöchigen Urlaub im Bayerischen Wald. Josef Bauer hatte als historisch Interessierter schon lange einmal den Bahnhof besuchen wollen, zuletzt motiviert von einem Fernsehbericht darüber. Für den Tourismus im Landkreis und speziel im Raum Zwieseler Winkel und Bayerisch Eisenstein ist der Grenzbahnhof ein touristischer Magnet. Das aus der K & K Zeit stammende, historische Bahnhofsgebäude mit dem historischen Grenzstein in der Mitte der Eingangshalle zieht all diejenigen an, die einmal mit ihren zwei Beinen in zwei verschiedenen Länder stehen wollen.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2005 bietet der Naturpark Bayer. Wald e.V. eine Veranstaltung zum Thema „Tier im Wasser“ an. Treffpunkt ist am Freitag, 12.08.2005 um 15:00 Uhr am Schloss in Fürsteneck. Im Rahmen einer naturkundlichen Familienwanderung erhält man Einblick in den Lebensraum Fluss mit seinen Tieren. Kinder können beispielsweise mit Becherlupen auch Gewässerkleintiere erforschen und kennenlernen. Referent ist der Ilzbetreuer Stefan Poost vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. Zur Veranstaltung sind alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung ist kostenlos. Eine Anmeldung ist bis 11.08.05 bei der Ilz – Infostelle 08555 / 40 72 986 notwendig. Gutes Schuhwerk, am besten Gummistiefel und wetterfeste Kleidung sind erforderlich.


Das Bänkel, das in 1270 m Höhe zwischen den Gipfeln des Großen und Kleinen Arbers eine Jochhöhe bildet, war während der letzten Eiszeit Akkumulationsgebiet für zwei Gletscher. Nach Norden erstreckte sich das Kleine Arbersee-Kar, hier findet sich heute der Kleine Arbersee. Genau entgegengesetzt, nach Bodenmais zu, liegt im Talschluß des Schwellbachs ein weiterer deutlich ausgeprägter Karboden mit rechtseitiger steiler Seewand. Von dem ehemaligen 3. Arbersee ist heute nur mehr ein kleines Hochmoor geblieben. Dorthin führt am 14.08.05 eine Exkursion welche die beiden Naturparke Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald gemeinsam mit dem Naturkundlichen Kreis Bayerischer Wald veranstalten (3. Eiszeitkurs 2005). Die ca. 2 stündige Veranstaltung wird begleitet von Fritz Pfaffl, Fritz Reiter und Elke Ohland. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr am Parkplatz der Firma Joska im Ort Bodenmais (nicht Werk an der Umgehungsstraße). Von dort aus geht es mit Fahrgemeinschaften weiter. Eine Anmeldung ist bis Freitag 12.08.05 unter 09922/802480 erforderlich. Gummistiefel und Regenschutz sollten mitgebracht werden.


Eine Wanderung am niederbayerischen Pfahl wird im freizeitMAGAZIN des Bayerischen Fernsehens am kommenden Dienstag, 9. August um 19.00 Uhr vorgestellt. Der Pfahl ist ein uralter, mit Quarz oder Schiefergestein gefüllter Riss im Gebirgsgrund des Bayerischen Waldes, der sich heute mancherorts als hoch aufragendes Felsenriff zeigt. In einer von vielen Sagen wird dieser Felsenzug als der oberirdische Kamm eines im Erdinneren ruhenden Drachens verklärt. Max Schmidt, Moderator des freizeitMagazins, war zu Fuß entlang der landschaftlich schönsten Punkte des Pfahls in Moosbach, Viechtach, Regen, Ringelai und Freyung unterwegs. Die Wanderung führte vorbei an den weiß schimmernden Quarzriffen und Steinbrüchen um Viechtach zur Burgruine Weissenstein und weiter zu den dunklen Schieferfelsen in der Wildbachklamm „Buchberger Leite“. Max Schmidt begegnete dabei auch örtlichen Originalen, Künstlern oder Naturführern. Nach dem Motto „Land und Leute“ wurden diese Begegnungen bei den Dreharbeiten dargestellt. Interessantes zur Entstehung des Naturdenkmals Pfahl mit seiner besonderen Tier- und Pflanzenwelt lässt sich bei der Sendung ebenso erfahren. Matthias Rohrbacher, Pfahl - Gebietsbetreuer des Naturparks Bayerischer Wald e.V. und Isabelle Auer, Praktikantin beim Naturpark, begleiteten das Fernsehteam unter der Regie von Alexander Saran bei seinen viertägigen Dreharbeiten am niederbayerischen Pfahl.