März 2012


In dem bebilderten Vortrag „Die Dohle“ berichtete Hannelore Summer vom Landesbund für Vogelschutz über den Vogel des Jahres 2012 in der Umweltstation Viechtach. Bei der Gemeinschaftsveranstaltung vom Naturpark und dem Landesbund für Vogelschutz im Viechtacher Alten Rathaus wurde auch eine kleine Ausstellung über den Vogel des Jahres gezeigt. Die Referentin präsentierte mit einer Vielzahl von Bildern die Lebensweise und die Lebensraumansprüche dieses geselligen Rabenvogels. Die Dohlen leben meist in Gruppen und sind gemeinsam unterwegs auf Nahrungssuche oder zu Schlafplätzen. In den Kolonien gibt es eine deutliche Rangordnung, wer die besten Nist- und Futterplätze erhält. Bereits im ersten Lebensjahr findet sich ein Dohlenpaar und ist sich ein Leben lang treu. Ab dem zweiten Lebensjahr bauen sie gemeinsam ein Nest. In der freien Natur nutzen sie dazu meist Baumhöhlen oder Felsen. In menschlichen Siedlungen nisten sie als Höhlenbrüter in Nischen von Kirchtürmen oder anderen hohen Gebäuden. Während das Weibchen die Eier ausbrütet, wird es von den Männchen gefüttert. Die Jungvögel werden von beiden Eltern versorgt und sind nach ca. zwei Monaten selbständig. Nahrungsreiches Grünland mit reich gegliederten Hecken, Rainen, Weiden und Wiesen sind ein bevorzugter Lebensraum. Als Allesfresser ernähren sie sich von Würmern, Käfern, Spinnen, Schnecken aber auch von pflanzlicher Nahrung wie Fallobst, Samen und Getreide. Die proteinhaltigen Insekten sind gerade für die Aufzucht der Jungtiere besonders wichtig. Dohlen sind in unseren Breiten meist Standvögel. Aus dem hohen Norden finden sich auch einige Wintergäste hier ein, so dass gerade in den Wintermonaten größere Dohlenkolonien zu sehen sind. Dohlen können bis zu 20 Jahre alt werden. Die interessierten Zuhörer diskutierten nach dem Vortrag über Möglichkeiten, Dohlen in Viechtach wieder anzusiedeln. Dabei wurde auch vorgeschlagen, Dohlenbrutkästen an hohen Gebäuden wie beispielsweise der „Sporerquetsch“ beim Großen Pfahl oder an hohen Bäumen anzubringen.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2012 bietet der Naturpark Bayer. Wald e.V. eine Baustellenbesichtigung für die Öffentlichkeit im Grenzbahnhof Eisenstein an. Treffpunkt ist am Freitag, 30.03.2012 um 15:00 Uhr auf der Gleisseite des Grenzbahnhofes beim Fahrkartenautomaten. Die Ankunft des Zuges um 15:15 wird noch abgewartet. Referent ist Hartwig Löfflmann vom Naturpark Bayer. Wald e.V.. Im Rahmen der Führung wird der Sanierungsablauf in diesem „national bedeutsamen Baudenkmal“ näher vorgestellt. Der Naturpark engagiert sich seit Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts im Grenzbahnhof im Hinblick auf grenzüberschreitende Zusammenarbeit der benachbarten Schutzgebiete und Völkerverständigung. Die Sanierungsmaßnahme im höchst gelegenen Grenzbahnhof der Bundesrepublik Deutschland soll bis Anfang 2013 abgeschlossen sein. Die Anreise zur Veranstaltung ist aus Richtung Plattling bequem mit der Waldbahn möglich (Ankunft: 15:15 Uhr). Auch die Rückfahrt mit der Waldbahn ist gut möglich. Anmeldung ist nicht erforderlich. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Eintritt frei.


In Zusammenarbeit mit dem Naturpark Bayerischer Wald und dem Naturpark Oberer Bayerischer organisierte das Tourismusbüro der Marktgemeinde Eschlkam am letzten Sonntag eine Wanderexkursion zum Kleinen Arbersee. Ein Traumwetter bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Frühlingstemperaturen lockte 61 Wanderfreunde aus ganz Ostbayern an, die sich beim Parkplatz an der Reißbrücke in Sommerau trafen. Der Eschlkamer Tourismusbeauftragte Josef Altmann begrüßte alle Wanderer recht herzlich, insbesondere die beiden Gebietsbetreuerinnen Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald und Anette Lafaire vom Naturpark Oberer Bayerischer Wald, mit denen das Tourismusbüro Eschlkam schon seit Jahren eine ausgezeichnete Zusammenarbeit pflegt. Einen extra Gruß richtete Altmann noch an Petra Geiger vom Tourismusbüro Drachselsried, die auch unter den Wanderern war. Josef Altmann: „Wir befinden uns hier in einer der größten Waldlandschaften Deutschlands, die auch zu den schönsten im ganzen Bayerischen Wald gehört. Eingebettet in diese herrliche Landschaft ist ein Naturjuwel des Bayerisch-Böhmischen Grenzgebirges: der Kleine Arbersee, wo auch der Weiße Regen entspringt.“ Dr. Isabelle Auer und Anette Lafaire wiesen gleich zu Beginn auf die tierischen Besonderheiten des Naturschutzgebiets „Kleiner Arbersee“ und des weitaus größeren FFH-Gebiets „Großer und Kleiner Arber mit Arberseen“ hin. Anhand eines Auerhahnpräparats zeigte Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer, dass schon allein an der Schnabelform des Wappenvogels des Bayerischen Waldes zu erkennen ist, was er hauptsächlich frisst: Im Sommer zupft er Heidelbeeren, im Winter sind es vor allem energiearme Nadeln, z.B. von Latschen. Um zu gewährleisten, dass der bedrohte Vogel auch weiterhin in den schneereichen Höhenzügen des Arbergebiets, des angrenzenden Nationalparks aber auch in dem dritten Schwerpunktgebiet des Auerhuhns, dem Dreisesselgebiet, überlebt, sollen verantwortungsbewusste Naturgenießer vor allem im Winter, aber auch während der Jungenaufzucht im Frühjahr auf den markierten Wegen bleiben. Anette Lafaire, die als Anschauungsmaterial einen Biber mitgebracht hatte, erzählte den Wanderern, dass - obwohl Biber in etwas tieferen Lagen inzwischen häufig anzutreffen sind - die Biber am Kleinen und am Großen Arbersee doch etwas Besonderes sind: Nirgendwo anders in Deutschland lebt ein Biber höher als an den beiden Arberseen. Auf dem anfangs geräumten, nach wenigen hundert Metern jedoch noch tief verschneiten Weg zum Kleinen Arbersee, der hin und wieder das Vorankommen erschwerte, die gute Stimmung der Wanderer jedoch noch hob, konnten die beiden Gebietsbetreuerinnen auch die ersten botanische Frühjahresboten, die Weiße Pestwurz, zeigen. Und obwohl auch der Kleine Arbersee noch von einer geschlossenen Schneedecke verhüllt war, schimmerte hin und wieder der dunkle See durch. Seine heutige Form, so verdeutlichte Lafaire an einer Skizze, erhielt der See erst, als er im Jahr 1885 für die Trift aufgestaut wurde. Ursprünglich war er – wie alle Karseen – eher rund. Durch die Trift entstanden auch die Schwimmenden Inseln, für die die beiden Arberseen berühmt sind. Dass letztes Jahr zum ersten Mal seit Jahrzehnten wieder offiziell Saiblinge im Kleinen Arbersee nachgewiesen wurden und auch im Großen Arbersee hin und wieder Fische gesichtet wurden, werteten die Gebietsbetreuerinnen als Zeichen dafür, dass der Saure Regen, der letztendlich auch zur Versauerung der Seen führte, zurückgegangen ist. In einer geselligen Runde im wiedereröffneten Berggasthaus Mooshütte, bei der alle das soeben Erlebte und Erfahrene Revue passieren lassen konnten, dankte Josef Altmann den beiden Gebietsbetreuerinnen und allen Wanderern für ihre Teilnahme und lud sie schon zu den nächsten Kooperationsveranstaltungen der Gemeinde Eschlkam mit den beiden Naturparken Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald ein.


„Steinalte Naturdenkmäler und Meisterwerke der Erde – Geotope im Bayerischen Wald “ lautete der Titel eines Vortrages in der Naturpark-Infostelle im Bahnhof Bogen. Zahlreiche Besucher füllten die Infostelle bei diesem spannenden Vortrag bis auf den letzten Platz und wurden vom Naturpark-Geschäftsführer Hartwig Löfflmann und Naturpark-Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher begrüßt. Dr. Johann Rohrmüller vom Bayerischen Landesamt für Umwelt berichtete in seiner reich bebilderte Präsentation über die regionale Erdgeschichte. Der Bayerische Wald gehört zu den ältesten Mittelgebirgen Europas. Im Erdaltertum entstanden, war das heutige Waldgebirge zur damaligen Zeit ein echtes Hochgebirge. Ehemalige Steine vom Südpol verschoben sich durch die Wanderung der Urkontinente nach Mitteleuropa. Der Zahn der Zeit formte im Laufe der Jahrmillionen die geschwungenen Höhenzüge des Vorderen und Inneren Bayerischen Waldes. Eine Vielzahl von erdgeschichtlichen Naturdenkmälern – den sogenannten Geotopen – kamen dabei zum Vorschein. Die interessantesten und spektakulärsten wurden in die Bestenliste der einhundert schönsten Geotope Bayerns aufgenommen. Dazu zählen beispielsweise die Felsentürme am Dreisessel, das Blockmeer am Lusen, der Berggipfel am Osser, die Wildbachklamm Buchberger Leite in Freyung oder das Quarzriff Großer Pfahl in Viechtach. Der zum Donaurandbruch gehörende Bogenberg wurde ebenso vor zwei Jahren in die Bestenliste der einhundert schönsten Geotope Bayerns aufgenommen. Der Bogenberg als der „Heilige Berg Niederbayerns“ ist damit mit einem weiteren Preis und Gütesiegel ausgezeichnet. Am Natur- und Kulturdenkmal Bogenberg finden sich die zermahlenen und geschieferten Gesteine des Donaurandbruches besonders eindrucksvoll. Zahlreiche Fragen an den Referenten zeigten das rege Interesse der Zuhörer an den „Meisterwerken der Erde“ im Bayerischen Wald. Wie hoch war im Erdaltertum das Waldgebirge? Gab es vulkanische Ausbrüche ? Wie erdbebensicher ist unsere Region heute ? Diese und viele weitere Anfragen wurden von Dr. Johann Rohrmüller beantwortet. Zum Anschluss der Veranstaltung wies Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher auf die zahlreichen weiteren Veranstaltungen des Naturparks in Bogen hin. Als nächstes wird im April eine botanische Frühjahrsexkursion auf den Bogenberg angeboten. Einige Besucher nutzten noch die Gelegenheit sich in der Ausstellung und Infotheke zu informieren. Naturkundliche Themen sind der Schwerpunkt der kleinen Ausstellung in der Naturpark-Infostelle, die ganzjährig geöffnet ist. Dabei kann man Wissenswertes und Interessantes über Entstehung, Geologie und Lebensräume der artenreichen Tier- und Pflanzenwelt am Donaurandbruch erfahren. In einer kleinen Kinderlinie kann man durch Schauen, Tasten, Riechen und vieles mehr die Ausstellung interaktiv erleben. Für Schulklassen und Gruppen werden Führungen angeboten.


Genau 45 Jahre ist es her, dass am 18. Mai 1967 in Zwiesel der Naturpark Bayerischer Wald e.V. gegründet wurde. Heute deckt er vier Bayerwaldlandkreise, den Landkreis Regen, den Landkreis Freyung – Grafenau und die nördlich der Donau gelegenen Landkreisteile von Deggendorf und Straubing – Bogen ab. Wegen der ähnliche Begriffe, beide enden mit der Silbe „Park“ wird der Naturpark häufig mit dem Nationalpark verwechselt. Einer Umfrage zufolge konnten nur 6 % der Deutschen zweifelsfrei Naturparke und Nationalparke voneinander unterscheiden. Beide Schutzgebietstypen sind jedoch in ihrem Wesen und ihrem Aufgabenspektrum unterschiedlich angelegt. Im N a t i o n a l p a r k stehen der strenge Schutz der Natur und die Forschung im Vordergrund. Die Erholungsnutzung ist möglich, soweit es Schutzzweck zulässt auch der Informationsauftrag ist wichtig. Die Flächen sind im staatlichen Eigentum und die Verwaltung als Sonderbehörde des Bayerischen Umweltministeriums organisiert. Wer es plakativ in einem Satz formulieren will: Im Mittelpunkt steht die Natur und die N a t u r l a n d s c h a f t. Im N a t u r p a r k steht der Erhalt der bäuerlich geprägten K u l t u r l a n d s c h a f t im Mittelpunkt. Über Jahrhunderte hinweg ist sie durch den Einfluss von Menschen, durch Land- und Forstwirtschaft, Siedlungs- und Gewerbetätigkeit, politische Vorgaben und Traditionen entstanden. Der Naturparkverein selbst besitzt keine eigenen Flächen. Die Eigentümerstruktur ist bunt verzahnt, Staatswälder und öffentliche Flächen wechseln sich mit Privatflächen und kommunalen Flächen ab. Der Naturpark Bayerischer Wald ist als gemeinnütziger Verein organisiert, getragen von den Landkreisen und Gemeinden. Auch Verbände und Vereine und Privatleute können Mitglied werden. Das Tätigkeitfeld umfasst vier klassische Aufgabenbereiche: 1. Naturschutz und Landschaftspflege 2. Erholungsnutzung und Besucherlenkung 3. Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit 4. Unterstützung der Regionalentwicklung Beispiele der Naturparkarbeit sind Artenschutzprojekte für bedrohte Tier- und Pflanzenarten genauso wie Renaturierung von Flächen oder die Offenhaltung der Landschaft durch Mähen und Entbuschen. Wo eine Wiesennutzung aufgrund der heute modernen Landwirtschaft fehlt, droht die Landschaft zuzuwachsen und sich in ihrem Charakter zu verändern. Im Erholungsbereich steht die Markierung und Beschilderung sowie Instandsetzung von Wanderwegen im Vordergrund. Dabei ist man ständig bemüht ein einheitliches Erscheinungsbild in den Naturparkgemeinden zu erhalten und die Einrichtungen als Basis für einen qualitativen Tourismus, der dann über die Touristiker beworben wird, sicher zu stellen. Die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit reicht von Vortrags- und Exkursionsveranstaltungen bis hin zur Presse- und Medienarbeit. Daneben wird ein Netz von Informationseinrichtungen in den 89 Naturparkgemeinden aufrecht erhalten. Dies reicht von Übersichtswanderkarten mit Kurzinformationen im Gelände über Naturerlebnispfade bis hin zu Informationspavillons, Infostellen und Infozentren. Die Zentrale ist das Naturpark- Informationshaus in Zwiesel, das als Nullenergiehaus erbaut wurde und heuer sein zehnjähriges Bestehen feiert. Im Rahmen der Unterstützung der Regionalentwicklung möchte der Naturpark stets dazu anhalten, dass man sich auf die Werte in der Region besinnt. Arbeitsplätze und Wertschöpfung sollen in der Region erhalten werden. Zum Einsatz kommen bäuerliche und handwerkliche Produkte, die vor Ort entstanden sind. Nicht der Einkauf in der weiter entfernten Großstadt oder die in eBay ersteigerte asiatische Billigware erhält eine Region lebenswert. Beim Bauen kommt es auf den Einsatz von Baustoffen aus der Region, beispielsweise auf Holz an. Der Einsatz von lokal erzeugten regenerativen Energien war hier schon lange vor der jetzt propagierten „Energiewende“ ein Thema. Das Naturpark- Informationshaus nutzte soweit es möglich war Baustoffe aus der Region und wurde mit seinem beispielhaften Sonnenenergieeinsatz zum „Solarplushaus“ strukturiert. Der Naturpark Bayerischer Wald präsentiert sich 45 Jahre nach seiner Gründung durchaus modern und zeitgemäß, wenn auch die politischen und fördertechnischen Rahmenbedingungen für Naturparke nicht zeitgemäß mitwachsen. Die Finanzdecke ist dünn, die Personalausstattung spärlich und Vieles basiert auf ehrenamtlicher Arbeit. Mitglieder im Naturparkverein sind die 89 Gemeinden und die vier Landkreise Regen, Freyung-Grafenau und Deggendorf und Straubing-Bogen nördlich der Donau sowie ca. 75 Verbände und Vereine und etwa 250 Privatmitglieder. Für nur 11.- € im Jahr kann man Fördermitglied werden. Wer sich näher über den Naturpark, die Vereinsstruktur und die Projekte informieren will, findet dazu auf der Internetseite www.naturpark-bayer-wald.de vielfältige Möglichkeiten. Passend zum Jubiläum findet am Freitag, 23.03.2012 um 19:30 im Naturpark – Informationshaus in Zwiesel eine Bilderschau in Überblendtechnik von Hubert Bauer-Falkner zu den „Vier Jahreszeiten im Waldgebirge“ statt. Eintritt frei.


Der Kleine Arbersee ist ein Naturjuwel und zu jeder Jahreszeit ein sehr beliebtes und beeindruckendes Wanderziel. Daher laden die beiden Naturparke Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald sowie die Gemeinde Eschlkam im Rahmen des Arber-Jahresprogramms am Sonntag, den 18. März alle naturbegeisterten Wanderer zu einer Frühlingswanderung zum Kleinen Arbersee mit anschließender Einkehr im Berggasthof Mooshütte ein. Unter der Leitung von Gebietsbetreuerin Anette Lafaire, Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer und Sepp Altmann erfährt man unterwegs viel Interessantes zu Auerhühnern, Biber & Co sowie Geschichten und Sagen, die sich rund um den Kleinen Arbersee ranken. Treffpunkt ist um 11.00 Uhr am Parkplatz Reißbrücke in Sommerau. Für diese Exkursion ist eine Anmeldung erforderlich bis Freitag, 16. März beim Tourismusbüro Eschlkam unter Tel.: 09948 – 940815. Bitte denken Sie an wetterfeste Kleidung und an gutes Schuhwerk.


Während in den Hochlagen des Bayerischen Waldes noch dicke Schneefelder das Bild des Frühjahrs prägen, beseitigt die Ilz in den unteren Lagen die letzten Reste des Winters. Nach und nach verschwinden die Kunstwerke aus Eis und Schnee am Ufer. Wer die letzten Zeugen des strengen Frostes noch erleben will, muss sich beeilen. Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. lädt am Sonntag den 18.03.2012 zu einer geführten Frühlingswanderung entlang der Ilz ein. Treffpunkt ist 14:00 Uhr beim Parkplatz am Schloss Fürsteneck. Der Gebietsbetreuer Stefan Poost wird auf der etwa zweistündigen Wanderung durch das Naturschutzgebiet „Obere Ilz“ mit den Teilnehmern die letzten Zeugen des Winters und die ersten Boten des Frühlings erkunden. Festes Schuhwerk wird empfohlen.


Im Rahmen der Veranstaltungsprogramme von Umweltstation Viechtach und Naturpark Bayer. Wald e.V. findet zusammen mit dem LBV ein bebilderter Vortrag zum Thema „Die Dohle – Vogel des Jahres 2012“ statt. Beginn ist am Freitag, 16.03.2012 um 19:30 Uhr in der Pfahlinfostelle Viechtach im Alten Rathaus, Stadtplatz 1. Referentin ist Hannelore Summer von der LBV – Bezirksgeschäftsstelle Niederbayern in Moos. Gleichzeitig wird auch eine Sonderausstellung dazu eröffnet. Im Rahmen des Vortrages wird auf Biologie, Lebensweise, Gefährdungen und Schutzmaßnahmen näher eingegangen. An alle Interessierten ergeht herzliche Einladung, der Eintritt ist frei.


„Steinalte Naturdenkmäler und Meisterwerke der Erde – Geotope im Bayerischen Wald “ lautet der Titel eines Vortrages in Bogen. Die reich bebilderte Präsentation findet am Freitag, den 9. März um 19:30 Uhr in der Naturpark – Infostelle im Bahnhof Bogen (2.Stock) statt. Veranstalter ist der Naturpark Bayerischer Wald e.V. . Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Referent ist Dr. Johann Rohrmüller vom Bayerischen Landesamt für Umwelt und im geologischen Dienst zuständig für Geoinformation und Geomanagement. Geotope sind steinalte Boten der Erdgeschichte, wie beispielsweise bizarre Felsen, geheimnisvolle Höhlen oder Fundstellen seltener Mineralien. Hier kann man gleichsam den „Pulsschlag der Erde“ fühlen. Der Bayerische Wald gehört zu den ältesten Mittelgebirgen Europas. Im Erdaltertum entstanden, war das heutige Waldgebirge zur damaligen Zeit ein echtes Hochgebirge. Der Zahn der Zeit formte im Laufe der Jahrmillionen die geschwungenen Höhenzüge des Vorderen und Inneren Bayerischen Waldes. Eine Vielzahl von erdgeschichtlichen Naturdenkmälern kam dabei zum Vorschein. Die Wildbachklamm Buchberger Leite in Freyung, das Quarzriff Großer Pfahl in Viechtach und der Bogenberg als der „Heilige Berg Niederbayerns“ sind imposante Beispiele für die bewegte Vergangenheit. Der zum Donaurandbruch gehörende Bogenberg wurde vor zwei Jahren in die Bestenliste der einhundert schönsten erdgeschichtlichen Naturdenkmäler Bayerns aufgenommen. Das Natur- und Kulturdenkmal Bogenberg ist damit mit einem weiteren Preis und Gütesiegel ausgezeichnet. Dr. Johann Rohrmüller berichtet in seinem Vortrag über die regionalen Erdgeschichte und interessantesten Geotope im Bayerischen Wald: Was sind eigentlich Geotope? Wie kann man sie schützen, pflegen und einer breiten Öffentlichkeit präsentieren? Was ist das einmalige am Bogenberg in erdgeschichtlicher Hinsicht? Auf diese und viele weitere Fragen geht der Referent ein. Der Vortrag ist die erste Veranstaltung des Naturparks im Jahr 2012 in Bogen. Im weiterem werden Wanderungen und Exkursionen sowie Führungen und Projekttage für Schulklassen und Gruppen angeboten. Die Naturpark-Infostelle mit einer kleinen Ausstellung im Bahnhof Bogen ist ganzjährig geöffnet. Naturkundliche Themen sind der Schwerpunkt der Ausstellung. Dabei kann man Wissenswertes und Interessantes über Entstehung, Geologie und Lebensräume der artenreichen Tier- und Pflanzenwelt am Donaurandbruch erfahren. In einer kleinen Kinderlinie kann man durch Schauen, Tasten, Riechen und vieles mehr die Ausstellung interaktiv erleben.


Zusammen mit dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) präsentiert der Naturpark Bayerischer Wald e.V. eine kleine Sonderausstellung zur Dohle im Foyer des Naturparkes- Informationshauses in Zwiesel. Anton Ripl spannte in seinem Einführungsvortrag den Bogen vom Erscheinungsbild der Dohle über ihre Verbreitung bis hin zu Verhaltensweisen, Lebensräumen, Biologie und Gefährdungen. Auch Schutzmaßnahmen und die Botschaft die uns die Dohle bringen kann, wurden erwähnt. Die Dohle wurde hauptsächlich deswegen Vogel des Jahres 2012, um auf Nistplatz-und Nahrungsmangel hinzuweisen. Der etwa 36 cm große Vogel mit seinen 72 cm Flügelspannweite ist ganzjährig bei uns. Die Vögel fressen hauptsächlich Insekten, Würmer, Schnecken, Sämereien und Beeren und können im Extremfall bis zu 20 Jahre alt werden. Interessant ist, dass ein Dohlen - Paar sich lebenslang die Treue hält und ein Partner den anderen selbst bei Krankheit mit versorgt. Ca. 100.000 Brutpaare gibt es noch in Deutschland. Was viele nicht wissen, die Hauskatzen tragen beim Dezimieren des Singvogelbestandes mit bis zu 50 % bei. Hier wird den Rabenvögeln oft zu Unrecht die Schuld in die Schuhe geschoben, in dem man sie als Nesträuber beschuldigt. Wichtig für die Dohlen sind auch alte hohe Bäume mit vielen Baumhöhlen. Die Sonderausstellung ist bis zum 02.05.2012 im Naturparkhaus täglich während der üblichen Öffnungszeiten von 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr zu besichtigen.