Mai 2015


Botanik mit Gerhard Nagl

Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte zusammen mit der BN-Kreisgruppe Deggendorf und dem Verein Grünes Herz Europas e.V. zu einer gemeinsamen Botanik-Exkursion mit dem Thema vom Donaurand zum Donauhang eingeladen. Im Rahmen der Exkursion wurde die Pflanzenvielfalt eines Donauhanges erkundet. Einige Dutzend Baum-, Strauch-, und Pflanzenarten fand man auf wenige 100 Meter entlang von Wegen und Wiesenrändern. Darunter waren auch „Highlights“ wie der Riesenschachtelhalm und die Kleine Wachsblume. Gerhard Nagl verstand es wiederum geschickt mit Begleitinformationen einzelne Arten auf kurzweilige Art und Weise vorzustellen. Die Schachtelhalmgewächse erinnern an die Dinosaurier-Zeit. Die heutigen Steinkohlelagerstätten rühren aus der Zeit der Schachtelhalmwälder her. Pflanzennamen können oft einiges über die Pflanze selbst verraten, manchmal aber auch verwirren. Die Breitblättrige Glockenblume, beispielsweise, hat ihren Namen nur vom breiten Grundblatt, hat aber ansonsten ganz schmale Blätter. Nagl wies ausdrücklich darauf hin, dass das Ausgraben von „Lieblingspflanzen“ in der freien Natur und das nach Hause Pflanzen meist keinen Erfolg bringt. Ganz oft schadet man nur der Natur, da es sich oft um einjährige Pflanzen handelt, kommen diese im nächsten Jahr im Garten sowieso nicht mehr. Hier ist es besser, in einschlägigen Geschäften Samen zu kaufen und diese auszusäen. Staunend stand man vor einem Feldahorn, der an einem Wiesenrain bereits zu einem riesig großen Baum herangewachsen war. Nagl verstand es aber auch im Rahmen der Botanik-Exkursion nicht achtlos an Kleintieren vorbeizugehen. Von der Käferlarve bis zur Gespinstmotte konnte er entsprechend Auskunft geben. So gibt es beispielsweise bei uns etwa 1.000 Spinnenarten und in Mitteleuropa an die 6.000 Käferarten. Erst nach etwa drei Stunden erreichte die Gruppe wieder den Ausganspunkt.


Sankt Englmar. Eine Vogelstimmenexkursion in Sankt Englmar bietet der Naturpark Bayerischer Wald e.V. an. Die Wanderung wird von Fritz Reiter, Förster und Vogelkundler und Matthias Rohrbacher, Naturpark - Gebietsbetreuer geführt. Treffpunkt für die zweistündige Exkursion ist am Freitag, den 22. Mai um 19:00 Uhr am Parkplatz Kurpark nahe dem Edeka-Markt. Alle Interessierten sind zu dieser kostenlosen Veranstaltung für Groß und Klein herzlich eingeladen. Bitte Fernglas mitnehmen. Im landschaftlich sehr reizvollen Wiesental des Englmarbaches zeigt sich eine bunte Vielfalt an Lebensräumen für viele Vogelarten. In den beschaulichen Talwiesen sind Heckenraine, Feldgehölze und kleine Weiher zu finden. Hier lebt gerade abends der Gesang der Vögel wieder auf. In den pfleglich genutzten Feucht- und Nasswiesen zeigt sich im Frühjahr auch eine bunte Vielfalt an Blumen, Gräsern und Kräutern.


Fledermausbaby mit Mutter neu in Freiflugvoliere

Insgesamt drei deutschsprachige und eine tschechische Führung waren beim Internationalen Museumstag im Grenzbahnhof Bayer. Eisenstein angeboten. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, bei freiem Eintritt die fünf Etagen des Grenzbahnhofes vom Europäischen Fledermauszentrum über die Arberinfo und das Skimuseum bis hin zur Eisenbahngeschichte mit Modelleisenbahn zu besichtigen.

Höhepunkt für die Besucher und auch die Kinder, war die Ankunft eines Abendseglerweibchens mit ihrem Baby in der Freiflugvoliere. Beide müssen in den nächsten Tagen fliegen lernen, denn Ziel ist es, die Tiere dann wieder in die Natur zu entlassen. „Wir haben hier keinen Zoo in dem die Tiere bleiben“, so die Fledermausexpertin Susanne Morgenroth, „sondern das ist der klassiche Fall, für den wir die Freiflugvoliere brauchen. Das Baby muss fliegen lernen und die Flugmuskulatur kräftigen und die Mutter hat noch etwas zu viel Winterspeck, ist aber auch flugfähig“. Mit diesen Worten setzte Sie die Tiere in den eigens dafür zuvor vorbereiteten Fledermauskasten und rückte die Mehlwürmer im Futternapf in erreichbare Nähe.

Im Anschluss daran, bauten die Kinder Fledermausbretter als Tagesverstecke für Fledermäuse zusammen und durften die Kästen dann auch mit nach Hause nehmen, um sie am Schuppen oder an Bäumen oder auch am Balkon aufzuhängen.

Wer dem schlechten Wetter zum Pfingstfest die positive Seite abgewinnen will, kann an den Feiertagen oder auch in den kommenden Pfingstferien täglich zwischen 09:30 und 16:30 Uhr die Ausstellungen und Museen in den NaturparkWelten besuchen oder im Museumscafe Mittag essen oder Kaffee trinken.


Hofführung auf dem Biohof Scherm in Kirchberg

Im Bayerischen Wald ist der Frühling angekommen und überall erstrahlt neues Leben. So auch auf dem Biobauernhof Scherm, den Besucher auf der ersten Hofführung dieses Jahres mitentdecken konnten. Neben Katzen, einem lieben und anhänglichen Lama, Enten, Hühnern, Ziegen und ihrem Nachwuchs steht vor allem das Schwäbisch Hällische Landschwein im Mittelpunkt des Hofbetriebs. Der Biobauer Ludwig Scherm besitzt damit den einzigen Zuchtbetrieb dieser Schweineart in ganz Bayern. Charakteristisch für diese, dem Urschwein ähnelnde Art, ist ihr großer Magen und ihr langer Darm, wodurch diese Schweine bei extensiver Fütterung leicht zur Fettbildung neigen. Um dies zu vermeiden dauert die Aufzucht eines Schwäbisch Hällischen Landschweinferkels länger als die eines Ferkels aus der kommerziellen Aufzucht für den Massenverkauf. Dieser Mehraufwand ist auch im höheren Verkaufspreis der Ferkel des Biobauernhofes zu sehen. Außerdem ist dieser Preis durch die teuren Kontrollen für das Öko-Siegel, den erhöhten Zeitaufwand für die bürokratischen Pflichten, die größeren für die Schweine zur Verfügung gestellten Landflächen und die aufwändige Fütterung der Tiere gerechtfertigt. Laut Gesetz müssen die Schweine rein vegetarisch und ohne Futterersatzmittel ernährt werden und bei der Bewirtschaftung der Felder für das Schweinefutter darf kein Düngemittel oder keine Gentechnik benutzt werden. Als Konsequenz hat ein Biobauer rund ein Drittel weniger Ernteertrag als er mit chemischer Feldbehandlung hätte. Die Idee hinter der eigenen Futterproduktion ist das Erschaffen eines nachhaltigen Produktionskreislaufes. Das angebaute Futtermittel wird an die Tiere weitergegeben und mit deren Mist werden wiederum die Felder gedüngt. Der Biobauernhof Scherm produziert circa 60 Prozent des Futters selber und bezieht den restlichen Bedarf von Bioproduktverkäufern aus der Region. Alles in allem bedarf es einem Spagat zwischen der Wirtschaftlichkeit dieses Unternehmens und der vorgegebenen Ökogesetze. Letztendlich entscheidet jeder Ökobauernhof individuell wie kommerziell sein Betrieb sein soll und wieviel „Bauernhofidylle“ machbar ist. Also kann man auf Grund eines Ökosiegels nicht automatisch auf eine kleinere Tierherde in Familienhaltung auf einem großen Freigelände schließen. Der Biobauer Ludwig Scherm setzt dieses persönliche Konzept zwar um, muss aber darauf hinweisen, dass dies für ihn nur als Nebenerwerbstätigkeit möglich ist. Des weiteren vermietet er Ferienwohnungen und betreibt eine Polstereiwerkstatt. Die Ferkel verkauft er zu 75% an Ökobetriebe und das Fleisch an Edelköche oder besonders umweltbewusste und naturverbundene Menschen, die diese Art der Tierhaltung schätzen. Bei Interesse an einer Hofführungen man sich an den Biobauernhof Scherm oder die Gemeinde Kirchberg wenden.


Wiesenfelden. „Weiher und Moore um Wiesenfelden“ - eine Frühjahrsexkursion auf der Wiesenfeldener Hochebene bieten der Landschaftspflegeverband Straubing-Bogen e.V. und der Naturpark Bayerischer Wald e.V. an. Treffpunkt ist am Freitag, den 8. Mai um 15 Uhr vor dem Rathaus am neuen Naturpark-Infopunkt in Wiesenfelden. Alle Interessierten sind herzlich zu dieser ca. zweieinhalbstündige, kostenlosen Wanderung eingeladen. Bitte festes Schuhwerk mitnehmen. Der Weg verläuft über die Naturschutzgebiete am Beckenweiher und im Brandmoos wieder zurück nach Wiesenfelden. Vom barrierefreien Naturlehrpfad am Beckenweiher führt die Exkursion weiter zum Flachmoor Brandmoos, an dessen Rand der Wanderweg Goldsteig vorbeiführt. Dabei kann man Wissenswertes und Interessantes zur Tier- und Pflanzenwelt sowie Pflege und Entwicklung der Landschaft erfahren. Referenten sind Diplom Biologe Heribert Kemmer, Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbandes und Matthias Rohrbacher, Gebietsbetreuer des Naturparks.

 


Fortbildung in der Natur

Viechtach. Die Umweltstation Viechtach des Naturparks Bayerischer Wald und der Tourismusverband Viechtacher Land bieten eine Fortbildung für Vermieter, Touristiker und alle interessierten Naturliebhaber über den Pfahl an. Die kostenlose Wanderung findet am Dienstag, den 5. Mai von 15 bis 17 Uhr statt. Treffpunkt ist am Parkplatz „Großer Pfahl“ an der B 85. Referent ist Naturpark-Mitarbeiter Matthias Rohrbacher von der Umweltstation Viechtach. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Rückfragen unter 09942 – 1661. „Großer Pfahl und Kulturlandschaft – der grüne Mantel des weißen Quarzriffs“ lautet der Titel der Exkursion, die vom Großen Pfahl in das angrenzende Riedbachtal führt. Auf touristische Fragen wie Wanderwege, Info-Materialien, Führungsangebote, Schaustände usw. wird dabei ebenso eingegangen.

Die Exkursion beginnt am einzigartigen Naturdenkmal „Großer Pfahl“ - Bayerns Geotop Nummer eins - mit seinen hoch aufragenden Quarzriffen und lichten Pfahlheiden. Der ehemalige Quarzbruch mit der „Verladestation“ und „Alten Schmiede“ sind Zeugnisse der einhundertjährigen Abbaugeschichte des Pfahls in Viechtach. Am „Klopferplatz“ kann man sich auf die Suche nach Quarzen und Kristallen begeben.

Am und im Umfeld des „Großen Pfahl“ liegt das Außengelände der Umweltstation Viechtach. Eine vielfältige und sanft gepflegte Kulturlandschaft findet sich im angrenzenden Riedbachtal mit seinen beschaulichen Bachwiesen und knorrigen Hangwäldern. Am „Erlebnislehrpfad Kulturlandschaft“ säumen heckenreiche Streuobstwiesen, ein Schaubienenstand und ein Naturweiher den Weg. Hier gibt es viele Angebote, sich über die Natur zu informieren und die Natur zu erleben.


Am Ufer der Ilz von Kalteneck nach Fürsteneck

Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. bietet im Rahmen von Bayern Tour Natur am Sonntag, 03.05.2015 eine geführte Wanderung an der Ilz an. Treffpunkt ist der Bahnhof in Kalteneck, die Abfahrt der Ilztalbahn erfolgt um 9:41 Uhr in Passau. Wer nicht mit der Bahn anreist, kann sich der Führung um 10:10 Uhr am Bahnhof in Kalteneck anschließen, Parkmöglichkeiten sind vorhanden. Die Wanderung erfolgt entlang der Ilz nach Fürsteneck. Es gibt Erläuterungen zum Gewässersystem der Ilz, und zu Flora und Fauna durch Gebietsbetreuer Stefan Poost. Mittags ist die Einkehr in der Schloß- Gaststätte möglich. Nach der Besichtigung der „Naturpark-Infostelle Ilz“ im Schloss geht es nach einem kurzen Rundgang im Naturschutzgebiet „Obere Ilz“ entlang der Wolfsteiner Ohe zurück zum Bahnhof Fürsteneck. Die Rückfahrt nach Passau mit der Bahn ist entweder um 13:40 Uhr oder 16:18 Uhr möglich. Festes Schuhwerk und der Witterung entsprechende Kleidung wird empfohlen die Wegstrecke beträgt ca. 8 km, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

 


Naturpark unterwegs an Donau und Altwasser

Bei der Vogelexkursion des Naturpark Bayerischer Wald mit dem Natur- und Landschaftsführer Frater Ludwig Schwingenschlögl von der Abtei Niederalteich konnte man etwa drei Dutzend verschiedene Vogelarten sehen oder hören. Trotz des bedeckten Himmels, bei dem die Lichtverhältnisse nicht so optimal zum Beobachten sind, konnte man den Teilnehmern ein sehr abwechslungsreiches Programm bieten. Frater Ludwig Schwingenschlögl verstand es wieder geschickt Arten zu entdecken oder zu erkennen und interessante Informationen dazu zu geben. Die Männchen sind bei den meisten Arten bunt und auffällig gefärbt. Dies dient dazu Weibchen anzulocken. Mit dem Gesang grenzen Männchen ihr Revier ab und versuchen Weibchen anzulocken. Der Gesang dient aber auch dazu, es den Jungvögeln wieder zu lernen oder aber auch nur aus Freude am Singen. Zwischendurch kam man immer wieder auf das Thema Klimaerwärmung und Verschiebung des Artenspektrums . Der Storch in Hengersberg hat beispielsweise heuer den Winter hier verbracht und ist nicht mehr in den wärmeren Süden gezogen. Die Weisskopf-Möwe, die normalerweise im Mitterlmeerraum vertreten ist, lässt sich neben den Lachmöwen verstärkt an der Donau entdecken. Vom Stiglitz über den Gartenrotschwanz bis zu Blaumeise und Mönchsgrasmücke konnte man die verschiedensten Arten hören. Interessant ist, dass einige Arten ihren Namen rufen wie zum Beispiel der Zilpzalp und der Kuckuck, den man auf einem Baumwipfel entdeckte. Der dritte der seinen Namen ruft ist der Uhu. Mit Grünspecht, Graureiher, Graugänsen und zwei Reiherenten wurde anschließend das Repertoire am Donaualtwasser noch bereichert. Auch der gelb-schwarz gefärbte, bunte Pirol ließ sich am Altwasser noch hören, ehe Bildungsreferent Hartwig Löfflmann vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. die Gruppe zum Schluss der Exkursion verabschiedete.