Mai 2012


Der Arberwald birgt viele Geheimnisse und Kostbarkeiten. Entdecken kann man sie aber nur, wenn man sich auf die Bergnatur einlässt. Kürzlich lernten 39 Einheimische und Feriengäste auf einem Rundgang mit Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald einen kleinen Teil dieses „Abenteuers Arbernatur“, das Naturschutzgebiet und Naturwaldreservats Rißloch kennen. Bereits zu Beginn zeigte die Gebietsbetreuerin, dass neben den floristischen und faunistischen Besonderheiten des Rißlochs, wie beispielsweise Wasseramsel, Wanderfalke oder Uhu, die im Rißloch brüten, auch die unscheinbareren tierischen Bewohner des Rißlochs faszinieren können: Da die von Dr. Isabelle Auer aus dem Rißbach gefischten Eintagsfliegenlarven, die viele der Teilnehmer zum ersten Mal in ihrem Leben sahen, nur in sauberem Wasser überleben können, sind sie ein guter Indikator für die hohe Wasserqualität dieses Bergbachs. Auf Spuren anderer heimlicher Rißlochbewohner trifft der aufmerksame Wanderer gleich zu Beginn des sogenannten „steinigen Weges“: Fledermauskästen geben einen Hinweis darauf, dass die im Jahr 1939 zum Naturschutzgebiet erklärte Schlucht in der wärmeren Jahreszeit Heimat einiger waldbewohnenden Fledermausarten ist. Allerdings dienen diese Kästen eher als Ergänzung der natürlichen Übertagungsquartiere in alten Bäumen oder in stehenden Totholzstämmen. Diese aufrecht sterbenden Stämme, die bei genauem Hinschauen voll von neuem Leben sind, wirken darüber hinaus auf viele Menschen manchmal wie bizarre Kunstwerke des „Bildhauers“ Natur. Bekannt ist das Rißloch aber nicht nur bei naturliebhabenden Wanderern, sondern auch bei vielen Botanikern für die Vielfalt seiner Moose: Sogar ein botanischer Laie kann hier mit bloßem Auge auf engstem Raum über zehn unterschiedliche Moosarten erkennen. Am Ende der zweistündigen Führung waren sich die Teilnehmer einig: „Der „König des Bayerischen Waldes“ ist reich an Naturschätzen und Naturwundern, nicht nur an besonders geschützten Pflanzen und Tieren, sondern auch durch die vielen kleineren und größeren Naturerlebnisse, die das Arbergebiet jedem, der sich mit offenen Augen auf es einlässt, schenkt und dadurch neue Kraft geben kann.


Anfang Juni, wenn die letzten Schneereste am Arber geschmolzen sind, erwacht auch am Gipfel des „Königs des Bayerischen Waldes“ die Natur zu neuem Leben. Daher bieten die beiden Naturparke Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald am Mittwoch, 6. Juni einen naturkundlichen Rundgang um das Gipfelplateau an. Auf der etwa 1,5-stündigen Führung mit Anette Lafaire, Gebietsbetreuerin beim Naturpark Oberer Bayerischer Wald, werden jedoch auch Geschichte und Geschichten rund um den „König des Bayerischen Waldes“ nicht zu kurz kommen. Treffpunkt ist um 11:00 Uhr an der Arberkapelle am Arbergipfel (beim sogenannten Großen Seeriegel). Bitte denken Sie an stabiles Schuhwerk und wetterfeste Kleidung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Führung findet bei jedem Wetter statt.


Viele Wanderer – Einheimische wie Gäste – kennen den Großen Arbersee als eines der beliebtesten Ausflugsziele des Bayerischen Waldes. Mit rund 500.000 Besuchern im Jahr ist es jedoch leider nur früh morgens oder abends möglich, die Schönheit des Sees, den „Hauch von Urzeit“, wie der Filmemacher Jürgen Eichinger diese besondere Stimmung einst umschrieben hat, in Ruhe zu genießen. Fast 60 Teilnehmer einer Naturpark-Führung mit Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer konnten kürzlich nicht nur diese fast mystische Ausstrahlung des abendlichen Arbersees erleben, sondern erfuhren auch viel Interessantes über die Tier- und Pflanzenwelt des Naturschutzgebiets und Naturwaldreservats, über die Sagen und Anekdoten, die sich um das Gebiet ranken, aber auch über die abwechslungsreiche Naturschutzarbeit im Arbergebiet. Dass in der Natur alles in irgendeiner Weise miteinander zusammenhängt, verdeutlichte die Arbergebietsbetreuerin gleich zu Beginn der Führung: Heidelbeeren, die für viele „einfach zum Wald dazugehören“, gibt es nur dort, wo das Gestein, wie z.B. bei den Gneisen und Graniten des Bayerischen Waldes, sauer ist. Dort, wo das Gestein basisch ist, wie etwa die Kalke auf der Schwäbisch-Fränkischen Alb, gibt es nur in Ausnahmefällen Heidelbeeren. Während Heidelbeeren also „Säureanzeiger“ sind, sind andere Pflanzen, wie die Sumpfdotterblume oder das Wollgras, Feuchtigkeitsanzeiger. Einige Pflanzen im Arbergebiet, wie z.B. der Alpenlattich oder der Alpenmilchlattich, sind – wie der Name schon sagt – an ein besonders raues Klima angepasst und neben dem Bayerischen Wald hauptsächlich in den Alpen verbreitet. Damit alle diese Kostbarkeiten nicht zerstört werden, wurde in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit den Azubis des Forstbetriebs Bodenmais an den besonders belasteten Bereichen des Seerundwegs Balkenabsperrungen errichtet. Mit den Balkenabsperrungen im See, die teilweise bereits vor vielen Jahren vom Forstbetrieb Bodenmais erstellt wurden, konnte man sicherstellen, dass die besonders gefährdeten Gelbe Teichrosen aber auch die naturkundliche Besonderheit im hinteren Teil des Großen Arbersees, die Schwimmenden Inseln, nicht unter dem Besucherdruck leiden. Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer: „Naturschutz und besonders Bergschutz kann bloß dann erfolgreich funktionieren, wenn alle, die sich für die Natur begeistern, zusammenarbeiten und das beitragen, was sie können. Bergschutz geschieht jedoch nie zum Selbstzweck: Für viele Menschen hat besonders die Bergnatur etwas geradezu Mystisches an sich, etwas, was sie in unseren heutigen – manchmal sehr hektischen Welt mit ihren Reizüberflutungen – dringend brauchen. Wer die Bergnatur schützt, schützt auch den Menschen.“


In der Lebensgemeinschaft Wald spielt der Honigtau als Nahrungsquelle für zahlreiche Insekten, z.B. für die Familie der Ameisen und die Familie der Bienen, eine wichtige Rolle. Doch die Bodenbeschaffenheit und das Wetter sind Faktoren, die über das Wohl und Weh vieler dieser Tiere entscheiden. Diese und andere biologischen Zusammenhänge sind Thema der naturkundlichen Exkursion „Waldhonig im Arbergebiet“ unter der Leitung von Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald und vom Imker und Fachwart für Bienengesundheit im Landkreis Regen Jochen Wiecha. Treffpunkt der etwa zweistündigen Führung, zu der alle interessierte Einheimische und Urlaubsgäste eingeladen sind, ist am Sonntag, 03. Juni um 15.00 Uhr vor der Gaststätte am Großen Arbersee. Falls vorhanden, können die Teilnehmer eine Lupe mitbringen. Bitte denken Sie an festes Schuhwerk und an wettergerechte Bekleidung.


Bereits seit mehreren Jahren laden der Naturpark Bayerischer Wald und die Gemeinde Eschlkam im Rahmen von Veranstaltungsreihen zu einem bestimmten Thema alle naturbegeisterte Arberfreunde zu naturkundlichen Wanderungen ein, bei denen die Teilnehmer jedoch auch Einblicke in die Geschichten und Geschichte des Arbergebiets erhalten. Im Rahmen des diesjährigen Eschlkamer Wanderprogramms „Hüttenwandern im Bayerischen Wald und Böhmer Wald“ laden Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald und Sepp Altmann von der Gemeinde Eschkam alle Interessierten zu einer etwa sechsstündigen Wanderung vom Bretterschachten über das Mittagsplatzl zum Arbergipfel mit Einkehr im Arberschutzhaus ein. Treffpunkt ist am Montag, 04. Juni um 9:50 Uhr auf dem Parkplatz Bretterschachten oberhalb von Bodenmais. Die Anreise mit dem ÖPNV wird empfohlen. Alle Teilnehmer aus Eschlkam, die mit dem RBO-Bus anreisen wollen, treffen sich um 8:00 Uhr an der Bushaltestelle beim Gasthof zur Post in Eschlkam. Die Führung findet bei jedem Wetter statt. Bitte denken Sie an festes Schuhwerk und wetterangepasste Kleidung sowie ausreichend Getränke.


Echten Urwald, vom Menschen nicht bewirtschaftete unberührte Natur, findet man selbst im Bayerischen Wald relativ selten. Im Naturwaldreservat Rißloch, dem kleinsten Naturschutzgebiet am Arber, kann jeder Naturliebhaber eindrucksvoll erfahren, wie faszinierend diese ursprüngliche Natur sein kann. Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald bietet daher am Mittwoch, den 30. Mai einen naturthematischen Rundgang durch das Rißloch an. Neben der Tier- und Pflanzenwelt – hier wird auch auf die kleineren und unscheinbareren Bewohner des Rißlochs, die im Wasser lebenden Insektenlarven eingegangen – steht vor allem die Entstehung der höchsten Wasserfälle des Bayerischen Waldes im Mittelpunkt des 1,5-stündigen Rundgangs durch die Schlucht. Treffpunkt ist um 11 Uhr beim Wanderparkplatz Rißloch am Ende des Rißlochwegs in Bodenmais. Wanderschuhe und wetterfeste Kleidung sind empfehlenswert. Die Führung findet bei jedem Wetter statt. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte zu einer Botanik-Exkursion in den Gemeindebereich Bernried Ortsteil Oberschocha eingeladen. Es handelte sich um eine Gemeinschaftsveranstaltung der BN Ortsgruppe Metten-Bernried, der LBV-Kreisgruppe Deggendorf und des Vereins „Grünes Herz Europas“. Bildungsreferent Hartwig Löfflmann konnte neben dem Referenten Gerhard Nagl ca. 30 interessierte Teilnehmer begrüßen. Ziel der Exkursion waren blumenreiche Wiesen des Vorderen Bayerischen Waldes, Kleinode, die heute sehr selten geworden sind. Das Problem besteht darin, dass viele Blumen, vor allem heimische Orchideen, auf Nährstoffarmut angewiesen sind. Dort wo die Gülle kommt oder intensiver Kunstdüngereinsatz erfolgt, verschwinden die Arten. Eine weitere Schwierigkeit besteht in der frühen Mahd der Wiesen. Früher wurde nur zweimal gemäht, im Herbst vielleicht noch beweidet. Heute erfolgt bei fünfmaligem Schnitt die erste Mahd bereits so zeitig im Mai, dass die Blumen noch nicht blühen, keine Samen gebildet haben und kein Vermehrungszyklus in Gang kommt. Nur wenige Futtergräserarten bestimmen daher die Wirtschaftswiese. Artenreiche Blumenwiesen sind aber auch wieder lebenswichtig für viele Falter, deren Raupen wiederum an bestimmten Pflanzen fressen und ausschließlich daran angepasst sind. Im Lauf der Exkursion konnte man etwa dreidutzend verschiedene Blumen- und Gräserarten betrachten und Erläuterungen von Gerhard Nagl dazu entgegennehmen. Auf nährstoffarmen und feuchten Standorten konnte man das Schmalblättrige Wollgras und das Breitblättrige Knabenkraut als „prominenteste Vertreter“ betrachten. Der Referent stellte dabei bei seinen langjährigen Beobachtungen fest, dass die Anzahl der Standorte immer weniger werden und appellierte an eine naturnahe extensive Bewirtschaftung. Früher wurde kleinteilig gemäht und gewirtschaftet, der Begriff „Tagwerk“ war die Fläche, die man an einem Tag bearbeiten konnte. Für viele Pflanzen und Tierarten gab es genügend Möglichkeiten auszuweichen.


Die Umweltstation Viechtach bietet eine Fortbildung für Vermieter, Touristiker und alle interessierten Naturliebhaber über den Pfahl und die umgebenden Kulturlandschaft an. „Großer Pfahl und Kulturlandschaft – der grüne Mantel des weißen Quarzriffs“ lautet der Titel der Exkursion, die vom Naturpark Bayerischer Wald in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Viechtacher Land veranstaltet wird. Auf touristische Aspekte wie Wanderwege, Info-Materialien, Führungsangebote, Schaustände, Schutzgebote usw. wird dabei ebenso eingegangen. Die kostenlose Veranstaltung findet am Dienstag, den 22. Mai von 15:00 bis 17:00 Uhr statt. Treffpunkt ist am Parkplatz „Großer Pfahl“ an der B 85. Referent ist Naturpark-Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher von der Umweltstation Viechtach. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Rückfragen unter 09942 – 90 48 64. Die Exkursion beginnt am einzigartigen Naturdenkmal „Großer Pfahl“ - Bayerns Geotop Nummer eins - mit seinen hoch aufragenden Quarzriffen und beweideten Pfahlheiden. Der ehemalige Quarzbruch mit der „Verladestation“ und „Alten Schmiede“ sind Zeugnisse der einhundertjährigen Abbaugeschichte des Pfahls in Viechtach. Am „Klopferplatz“ kann man sich auf die Suche nach Quarzen und Kristallen begeben. Am und im Umfeld des „Großen Pfahl“ liegt das Außengelände der Umweltstation Viechtach. Eine vielfältige und sanft gepflegte Kulturlandschaft findet sich im angrenzenden Riedbachtal mit seinen beschaulichen Bachwiesen und knorrigen Hangwäldern. Am „Erlebnislehrpfad Kulturlandschaft“ säumen heckenreiche Streuobstwiesen, ein Schaubienenstand und ein Naturweiher den Weg. Hier gibt es viele Angebote, sich über die Natur zu informieren und die Natur zu erleben.


Der Gebietsbetreuer, Matthias Rohrbacher konnte zur wald- und vogelkundlichen Exkursion mit dem Referenten Peter Zach von der Forstdienststelle Konzell im Kurpark St. Englmar eine Reihe Interessierter, darunter eine Abordnung der Bergwachtbereitschaft Bogen und einige Natur- und Landschaftsführer begrüßen. Die Gemeinschaftsexkursion zusammen mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Straubing behandelte auf dem Rundweg durch den „Öko-Kurpark“ nicht nur vogelkundliche Themen sondern auch Aspekte zu den Wäldern und zu den botanischen Highlights im Kurpark. Von der Ökologie her ist der Kurpark mit seinen Botanischen Vorkommen, wie z.B. Orchideen, Fieberklee oder niedrige Schwarzwurzel absolut herausragend. In diesen landkreisweit bedeutsamen Biotopen fühlen sich auch eine Reihe von Vogelarten wohl. Wenngleich das schwüle Wetter vor dem Wetterumsturz die Vögel ungewöhnlich still werden ließ, konnte man doch einige Arten an ihrem Gesang unterscheiden und Wissenswertes beispielsweise zu den verschiedenen Drosselarten im Bayerischen Wald, zu Goldammer, Ringeltaube, Hausrotschwanz und Zaunkönig erfahren. Dieser hat als sehr kleiner Vogel den kräftigsten Gesang von allen. Wenn es Schönheitspreise für das Singen in der Vogelwelt geben würde, käme die Mönchsgrasmücke mit ihrer schwarzen Kopfkappe beim Männchen wahrscheinlich wegen ihres schönen Gesangs gut weg. Mit Erstaunen wurden die Informationen zu den Mauerseglern von den Teilnehmern aufgenommen. Diese Flugkünstler sind auf Brutmöglichkeiten in alten Gebäuden angewiesen. Mit der Gebäudesanierung verlieren sie oft ihre Daseinsmöglichkeit. Dabei reichen ihnen drei bis vier Zentimeter Spalten bereits aus. Wo kaum natürliche Nistmöglichkeiten sind, kann man in fünf bis sechs Meter Höhe auch Mauersegler-Kästen anbringen. Die kühnen Flieger mit ihren sichelförmigen Flügeln treten oft in Trupps bis zu 20 Vögeln auf. Ihr aufgesperrtes Maul beim Fressen während des Fluges funktioniert wie ein Trichter. Mauersegler können auch im Flug schlafen, dazu steigen sie sehr weit nach oben. Ihre Verweilzeit bei uns ist sehr kurz. Sie kommen erst Ende April aus Afrika zurück und ziehen Ende Juli, also nach drei Monaten, schon wieder weg. Mauersegler gehen nur ausnahmsweise an hohe Bäume, haben sich also sehr gut an Gebäude angepasst. Erstaunlich ist, dass Jungtiere auch in eine tagelange Starre verfallen können, wenn das Nahrungsangebot aufgrund von Schlechtwetterperioden ungünstig ist. Die älteren Tiere können auf ihren Nahrungsbeschaffungsflügen oft mehrere hundert Kilometer zurücklegen. Die Flügelspannweite der Mauersegler beträgt bis zu 30 cm. Nach einer etwa zwei stündigen Runde durch den Englmarer Kurpark, zu dem man die Gemeinde nur beglückwünschen kann, endete die Exkursion wieder an der alten Mühle. Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher bedankte sich beim Referenten Peter Zach und lud gleichzeitig zu den kommenden Veranstaltungen, nämlich zur Botanischen Wanderung auf Bergwiesen im Waldgebirge mit Dipl. Biologe Heribert Kemmer am 15.06.2012 um 15:00 Uhr nach Hinterwies ein.


Zum Thema „Energiewende beginnt mit Sparen - Das Sonnenhaus des Naturpark Bayerischer Wald e.V. in Zwiesel“ referiert Bildungsreferent Hartwig Löfflmann vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. am 24.05.2012 um 20:00 Uhr in Wettzell im Geodätischen Zentrum. Im Rahmen dieses bebilderten Vortrages wird auf die Entstehung des Naturparkhauses als Null-Energie-Haus näher eingegangen. In den Jahren 1997 und 1998 reifte die Idee ein Gebäude zu errichten, das ganzjährig von der Sonne beheizt werden kann und ohne fossile Energieträger auskommt. Das Sonnenhaus des Naturparks am Ortseingang von Zwiesel zeichnet sich durch eine Gebäudehülle aus, die den konsequenten Spargedanken in nahezu perfekter Form umsetzte. Die Gebäudehülle des Holzhauses ist in diffusionsoffener Bauweise geschaffen worden, drei verschiedene Fenstertypen tragen zur energetischen Optimierung bei. Der geringe Energiebedarf des Gebäudes kann auch in den kritischen Wintermonaten von November bis Februar über eine große, steile Solaranlage und einen 20.000 Liter Pufferspeicher gedeckt werden. Es wurden überwiegend Baustoffe aus der Region verwendet und die Bauteile soweit möglich ökobilanziert. Mittlerweile blickt der Naturpark Bayerischer Wald e.V. auf 10 Jahre Betriebserfahrung zurück. Das Naturparkhaus war Vorbild für zahlreiche andere Sonnenhäuser. Der Energiebedarf des 760 m² Nutzfläche umfassenden Informations-Zentrum beträgt im Jahr weniger als 10.000 Kilowatt-Stunden. Das bedeutet, die Energiewende begann hier vor 10 Jahren auch mit intelligentem Sparen. Die ersten Planentwürfe zeigten einen sehr viel größeren Pufferspeicher und sehr viel größere Sonnenkollektoren. Im Laufe eines Vorprojektes über die Deutsche Bundesstiftung Umwelt wurden die Daten dann nach und nach optimiert und unter Einarbeitung der Wetter- und Klimadaten eine vernünftige Dimensionierung der Anlagenkomponenten gefunden. Bildungsreferent Hartwig Löfflmann wird im Verlauf des Vortrages auch näher auf die Solarerträge und Betriebserfahrungen der letzten 10 Jahre eingehen und auch über interessante Baudetails von wasserlosen Urinalen bis zur PVC - freien Abdichtungsbahn und halogenfreien Kabeln im Gebäude berichten.