Teisnach. „Entdecken Sie Kultur- und Naturschätze im Teisnach- und Regental“ – unter diesem Titel lädt der Naturpark Bayerischer Wald, Umweltstation Viechtach, von Frühjahr bis Herbst zu besonderen Naturerlebnissen ein, ob es nun die Vogelwelt im Tal des Schwarzen Regens ist, die Pflanzenwelt im Liebestal, eine Gewässererkundung mit dem Kescher oder ein Streifzug am Fluss und zur Burg Altnussberg. Ein besonderes Schmankerl gab es zuletzt bei einer literarischen Abendwanderung.
15 Natur- und Literaturliebhaber – mehr durften es coronabedingt nicht sein – trafen sich am Bahnhaltepunkt Teisnach, um von dort aus am Schwarzen Regen entlang und auf Forstwegen durch dichten Wald zu wandern. Unterwegs lasen Eva Bauernfeind und Kristina Pöschl, die beiden Geschäftsführerinnen des Viechtacher Lichtung Verlags an vier Stationen literarische Texte mit dem Motto „Auf neuen Wegen“.
Sie trugen zunächst Textpassagen aus dem Buch „Schattengeher“ von Arthur Schnabl sowie aus dem Buch „Tagwerk“ von Bernhard Setzwein vor. Letzterer war häufig im Nachbarland Tschechien unterwegs und erzählt von seinen Wanderungen nach Böhmen. Weitere Kostproben gab es aus Werken von Marianne Ach („Von gestern eine Spur“), von Siegfried von Vegesack („100 Zeilen“ und „Eine Reise nach Graz“), von Harald Grill und Friedrich Hirschl. Eindrucksvoll und besonders passend zum Thema Umwelt und Schutz der Natur war das vorgetragene Gedicht von Harald Dobler über den „Gezähmten Fluss – Oder was wir von den Forellen lernen können“, das in dem neuen Buch mit dem Titel „Auf unebenen Wegen“ abgedruckt ist und in Kürze im Lichtung Verlag erscheinen wird. Da heißt es:„ Das Flussbett wurde begradigt, die steilen Uferböschungen abgeflacht und mit Pflastersteinen befestigt. Dort, wo zwischen Weiden und Erlen bisher Schwäne ihre Nester gebaut hatten, ernähren sich heute Ratten und Elstern aus den Abfallkörben, die neben den Sitzbänken stehen. Die letzten Brennnesseln fallen der Motorsense des Landschaftspflegers zum Opfer… Nur die Forellen schwimmen noch immer gegen die Strömung.“
Der während der abendlichen Wanderung einsetzende Regen konnte den Teilnehmern, die teils auch dem Deggendorfer Raum gekommen waren, wenig anhaben. Auch Regen gehört zur Natur, meinte Organisator Matthias Rohrbacher, Projektbetreuer Umweltbildung und Landschaftspflege. Nach zwei Stunden am Bahnhof Teisnach zurückgekehrt, wurden die Wanderer gar mit einem herrlichen Regenbogen belohnt, der sich über Teisnach aufgespannt hatte.


Bayer. Eisenstein. Unter dem Motto „Grenzenlos.Natur&Geschichte.Erleben.“ bietet die Umweltstation Bayerisch Eisenstein bis Oktober immer am ersten Sonntag im Monat geführte, grenzüberschreitende Wanderungen an. Natur und Geschichte beiderseits der Grenze stehen dabei im Mittelpunkt. Beim nächsten Termin am Sonntag, 5. Juli, wird eine Wanderung ausgehend vom Grenzbahnhof ins Büchelbachtal angeboten. Unter alten Alleebäumen hindurch führt der Weg entlang des Büchelbachs in ein sehr beschauliches Tal des Landschaftsschutzgebietes Šumava. Entlang des Weges standen einst mehrere Glashütten. Neben diesen Zeugnissen des alten Böhmerwaldes finden sich eine Menge an Relikten des Eisernen Vorhangs. So führt die Wanderung auch zur ehemaligen Kaserne „Hinteres Büchlbachtal“. Im Ansschluss an die Wanderung besteht die Möglichkeit zur Einkehr im Naturpark-Wirtshaus. Geleitet wird die Wanderung von Antje Heideroth vom Naturpark Bayerischer Wald. Die Strecke beträgt etwa zehn Kilometer mit 200 Höhenmetern, verläuft überwiegend auf asphaltierten Wegen und setzt eine gewisse Grundkondition voraus. Die kostenlose Führung dauert drei bis vier Stunden. Treffpunkt ist um 9.15 Uhr an der Infotheke in der Eingangshalle des Grenzbahnhofs. Eine Anmeldung bis Freitag unter ✆ 09925-902430 ist erforderlich. Es gelten die üblichen Hygienevorschriften.


Weißenstein. Der Pfahl ist eines der bedeutendsten landschaftlichen Wahrzeichen des Bayerischen Waldes. Seine Eigenart und Schönheit verleihen diesem Naturdenkmal einen besonderen Wert. Durch die Bodeneigenschaften, die sich aufgrund des Quarzgesteins von denen des restlichen Mittelgebirges unterscheiden, ergibt sich eine im Bayerischen Wald sehr seltene Fauna und Flora mit vielen Besonderheiten. Neben den landschaftlichen Höhepunkten bietet Weißenstein zudem einen interessanten Einblick in die Geschichte, angefangen vom Dichterturm bis zur Burgruine. Der Naturpark bietet allen Interessierten die Gelegenheit, die höchsten Punkte des Pfahls kennen zu lernen und dabei allerhand Wissenwertes zu erfahren – zur Botanik, zur Geschichte und zu den Schwerpunkten der Landschaftspflege im Naturschutzgebiet Weißensteiner Pfahl. Los geht’s am Samstag, 4. Juli, um 14 Uhr am Parkplatz bei der Burgruine Weißenstein. Die kostenlose Führung mit NP-Ranger Martin Graf dauert etwa zwei Stunden und findet in Kooperation mit der LBV-Kreisgruppe Deggendorf statt.
Eine Anmeldung ist spätestens bis zum Freitag 16.30 Uhr beim Naturpark unter ✆ 09922/80 24 80/ erforderlich. Es dürfen nur angemeldete Personen teilnehmen, da die Teilnehmerzahl corona-bedingt auf 15 Personen beschränkt ist.


Lalling. Dass man auch abseits von Besucher-Hotspots wie Arber, „Bayerisch Kanada“, dem Lusen und dem Dreisessel einzigartige Naturerlebnisse im Bayerischen Wald erleben kann, möchte der Naturpark Bayerischer Wald mit einem wöchentlichen Naturpark-Wandertipp zeigen. Heutiger Tipp ist eine Wanderung in der sogenannten „Obstschüssel des Bayerischen Waldes“: dem Lallinger Winkel. Durch verwunschene Waldstücke, entlang von verschlungenen Bachtälern, begleitet von blühenden Wiesen und durch den schönen Ort Lalling führt der Natur und Walderlebnispfad des Lallinger Winkels. Es ist eine vier Kilometer lange Erkundungstour, bei der man unter anderem wieder einmal feststellen kann, dass es nicht immer einen Berg zum Wandern braucht. Der Rundweg beginnt beim Recyclinghof von Lalling unterhalb der Tennisplätze und ist mit der Ziffer 1 markiert. Auf dem Weg finden sich Informationen zu den Themen Wald und Gewässer. Zusätzlich sind entlang der gesamten Wanderstrecke Steckbriefe zu den vorkommenden Baumarten verteilt. Aufgrund seiner geringen Höhendifferenz und häufigen Nähe zum Bach ist der Wandertipp der Woche auch geeignet für Familien mit kleineren Kindern.


Gr. Arbersee. Wann und wie ist der Große Arbersee entstanden? Welche seltenen Pflanzenarten wachsen auf den „schwimmenden Inseln“? Was macht das Naturschutzgebiet „Großer Arbersee mit Arberseewand“ so besonders? Auf all diese Fragen und mehr gibt der Gebietsbetreuer für die Arberregion, Johannes Matt, bei regelmäßigen Führungen am See Antworten. Die Reihe „Rund um den Großen Arbersee“ findet wöchentlich donnerstags statt und beginnt kommende Woche am 2. Juli.
Die Gebietsbetreuung für die Arberregion ist beim Naturpark Bayerischer Wald angesiedelt und wird über den Bayerischen Naturschutzfonds mitfinanziert. Der Große Arbersee bietet den Besuchern immer wieder von Neuem interessante Ein- und Ausblicke. Entlang des Weges gibt es nicht nur viele botanische Besonderheiten, sondern auch verschiedenste Tierspuren zu entdecken. Zudem erzählt Johannes Matt von den Sagen und Geschichten, die sich um den See ranken.
Die kostenlose Führung wird bis zum 24. September jeden Donnerstag angeboten. Treffpunkt ist immer um 10.45 Uhr vor dem Arberseehaus am Großen Arbersee. Die geführte Wanderung dauert etwa eineinhalb Stunden und ist auch für Familien geeignet. Eine Anmeldung ist spätestens bis zum Vortag um 12 Uhr bei der Touristinfo Bayerisch Eisenstein unter ✆ 09925-90 19 001 erforderlich.
Mitgehen darf nur, wer sich angemeldet hat, da die Teilnehmerzahl auf zehn beschränkt ist. Vor, während und nach der Veranstaltung ist der Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Es gelten die üblichen Hygienevorschriften.
Die Anreise zur Führung ist mit dem ÖPNV sowohl von Bayerisch Eisenstein und Bodenmais mit dem Regionalbus Ostbayern als auch mit dem Wanderbus Lambürger von Zwiesel aus möglich. Die Ankunft der Busse wird abgewartet. − bbz


Bodenmais. Die Rißlochschlucht und der Silberberg zählen zu den echten Bodenmaiser Naturschätzen. Die höchsten Wasserfälle des Bayerischen Waldes begeistern zu jeder Jahreszeit und bieten auch in den Abendstunden ein einmaliges Erlebnis. Eine geführte Wanderung führt durch das Rißloch-Naturschutzgebiet zur Schönebene und von dort bis zum Silberberg. Referenten sind der Bürgermeister von Bodenmais, Joachim Haller, und der Gebietsbetreuer für die Arberregion, Johannes Matt.
Zu dieser Wanderung laden der Naturpark Bayerischer Wald mit dem Markt Bodenmais am Freitag, 26. Juni, ein. Treffpunkt ist um 17 Uhr am Rathaus in Bodenmais. Bitte wetterfeste Kleidung, Rucksackverpflegung für die etwa vierstündige Wanderung und eine Taschenlampe für den Abstieg mitbringen. Die Veranstaltung endet am Silberberggipfel. Eine Anmeldung zur Wanderung ist bis Freitag, 26. Juni, 12 Uhr bei der Tourist-Info Bodenmais, ✆09924/778135, erforderlich. Es dürfen nur angemeldete Personen teilnehmen. − bb


Teisnach. Eine literarische Abendwanderung bieten der Lichtung Verlag aus Viechtach und die Naturpark-Umweltstation Viechtach im Flusstal des Schwarzen Regens bei Teisnach an. An verschiedenen Rastplätzen am Ufer und im Wald lesen Eva Bauernfeind und Kristina Pöschl literarische Texte nach dem Motto „Auf neuen Wegen“. Die Lyrik und Prosa stammt aus Büchern, die im Lichtung Verlag erschienen sind.
Treffpunkt für die etwa zweistündige Abendwanderung ist am Donnerstag, 25. Juni, um 19 Uhr am Bahnhaltepunkt Teisnach. Alle Interessierten sind zu dieser kostenlosen Veranstaltung herzlich eingeladen. Eine Anmeldung ist bis spätestens Mittwoch, 24. Juni, 12 Uhr, beim Naturpark unter ✆09922/802480 erforderlich. Es dürfen nur angemeldete Personen teilnehmen, da die Teilnehmerzahl auf 15 Personen beschränkt ist.
Vor, während und nach der Veranstaltung ist der Mindestabstand von 1,5 Meter einzuhalten. Es gelten die üblichen Hygienevorschriften. Die An- und Abfahrtszeiten der Bahn werden berücksichtigt. Hinfahrt ab Viechtach um 18.37 Uhr und ab Gotteszell um 18.39 Uhr. Rückfahrt um 20.58 Uhr nach Viechtach und um 22.01 Uhr nach Gotteszell.
Die Abendwanderung gehört zur Veranstaltungsreihe „Natur- und Kulturschätze im Regen- und Teisnachtal erleben“. Bei diesen Sonderaktionen kann man umweltweltfreundlich und entspannt auf einer der schönsten Bahnstrecken Bayerns anreisen – natürlich mit Mundschutz und Abstand. Die Bahnlinie im Regental unmittelbar am Fluss gilt als eine der landschaftlich schönsten Bayerns. Wilde Wasserwelten und Schluchtwälder wechseln sich mit sanften Hügeln und Auen ab. Die attraktivsten Wandermöglichkeiten entlang der Bahn wurden zu einem Wanderfaltblatt zusammengestellt, das auch bei der Veranstaltung kostenlos mitgenommen werden kann.
Dieses Faltblatt informiert über neun attraktive Wandervorschläge entlang der Bahnlinie von Viechtach nach Gotteszell. Eine anschauliche Wanderkarte unterstützt die Wegebeschreibungen. Die abwechslungsreichen Wanderungen führen zu Burgen, Kapellen und vielen anderen Natur- und Kulturschätzen im Regen- und Teisnachtal. Von Teisnach nach Viechtach führt auch ein 19 Kilometer langer Flusswanderweg.  − ro


Innernzell. Dass man auch abseits von Besucher-Hotspots wie Arber, Bayerisch Kanada und Dreisessel einzigartige Naturerlebnisse im Bayerischen Wald erleben kann, möchte der Naturpark Bayerischer Wald mit Naturpark-Wandertipps zeigen.
Heutiger Tipp ist eine entspannte Wanderung an der Mitternacher Ohe. Der naturnahe Mittelgebirgsbach entspringt an der Landkreisgrenze zwischen Regen und Freyung-Grafenau und fließt zunächst zwischen den Gemeinden Innernzell und Eppenschlag südlich an Schönberg vorbei Richtung Eberhardsreuth, wo sie in die Große Ohe fließt.
Die Mitternacher Ohe wird teils von extensiv bewirtschafteten Streuwiesen und ausgedehnten Feuchtwiesenlandschaften begleitet sowie von einem meist geschlossenen Erlensaum. Nicht umsonst ist sie daher im oberen Flussabschnitt als Naturschutzgebiet gekennzeichnet. Selten gewordene Tierarten wie Fischotter, Wasseramsel und Eisvogel kommen hier noch vor, auch die stark bedrohte Flussperlmuschel hat hier noch einen kleinen Restbestand.
Wandern kann man beispielsweise von Innernzell aus, indem man dem 2er Rundwanderweg folgt. Los geht’s direkt in Innernzell, wo man über Hilgenreith hinab zur Manglhammühle geht und anschließend wieder bergauf nach Gmünd. Von da an geht es weiter Richtung Lungdorf hinab in das Bachtal. An der Mitternacher Ohe wandert man entlang bis Holzmühle und an der B533 entlang zurück zum Ausgangspunkt.
Eines der Highlights der Tour ist die Furt bei Kleinarmschlag, welche auch als Roßschwemm bekannt ist. Die Wanderung ist ungefähr elf Kilometer lang und weißt Höhenunterschiede von etwa 230 Metern auf. − bb


Zwiesel. Nur wenige Geräusche verbinden wir so innig mit dem Sommer, wie das eines laufenden Zwei-Takt-Motors eines Rasenmähers in der Nachbarschaft. Doch wie gegenwartsnah ist der perfekt getrimmte, englische Rasen noch zu Zeiten von Petitionen wie „Rettet die Bienen“?
Tatsächlich gibt es dazu bereits wissenschaftliche Studien, wie etwa die des Landwirtschaftsministeriums der USA (USDA forest service), welche sich mit den Auswirkungen des Rasentrimmens auf die Insektenvielfalt beschäftigen. Für den Naturpark Bayerischer Wald war das Ergebnis wenig überraschend: Je regelmäßiger gemäht wird, umso weniger wertvoll ist der Lebensraum für Insekten. Ein Rasen, der wöchentlich gemäht wird, ist praktisch wertlos, andererseits kann durch ein Mähintervall von zwei Wochen die Artenvielfalt bereits deutlich erhöht werden. Für eine große Bienen- und Blumenvielfalt sollte man mindestens drei Wochen keinen Rasen mähen.
Rasenmäher werden wohl auch in Zukunft noch zu unserem Alltag gehören. Wichtig, so der Naturpark, sei aber, wie oft gemäht werde. Wer also ohnehin wenig Lust auf Rasen mähen habe, der müsse sich nicht unbedingt einen Rasenmähroboter kaufen. In der heutigen Zeit könne man ganz bequem die Artenvielfalt als Ausrede für „ungepflegte“ Gärten nutzen und einfach Gras drüber wachsen lassen.  − bbz/Foto: NP


St. Englmar. Im ca. 5 km  langen Rundweg ist man eingeladen die Landschaft um St. Englmar auf Infotafeln und mit spielerischen Erlebnispunkten näher kennen zu lernen. Hier findet man weite Wälder, wilde Felsengipfel, lichte Wacholderheiden und sonnige Bergwiesen. Die Infotafeln enthalten unter anderem Hinweise zu Luchs und Auerhahn, informieren über die Wichtigkeit naturnaher Bergmischwälder und erklären den geologischen Aufbau des Vorwaldgebirges. Dank Frageklappen, einer Baumwippe und einer Sprunggrube ist die leichte Wanderung ideal für Kinder und lädt zur spielerischen Naturerfahrung ein. Am Naturlehrpfad befinden sich drei Felsengipfel mit über 1000 m Höhe. Diese liegen nur ca. einen Kilometer Luftlinie voneinander entfernt. Der Predigtstuhl ermöglicht einen Panoramablick in Richtung Norden und der Knoglgipfel in Richtung Süden zum Bogenberg. Die Tour starten kann man beispielsweise vom Parkplatz Kletterwald bei St. Englmar aus. Sobald es die Corona-bedingten Einschränkungen zulassen, sind auch wieder regelmäßige Führungen rund um das Wilde Waldgebirge geplant.