Februar 2011


Im Rahmen der Gemeinschaftsveranstaltung von Naturpark und Energiearbeitskreis ging es um die Herstellung von Diesel und Heizöl aus Kunststoffabfällen. Zunächst schildert die Dipl.-Ing. Hans-Peter Wagner die Situation der Kunststoff-Müll-Problematik weltweit. Während Deutschland weltweit führend im Recycling ist, werden von den Kunststoffabfällen beispielsweise in den USA nur 5% recycelt. Früher wurde viel deponiert, dann ging man zur Verbrennung über, vieles wird illegal entsorgt. In den Ozeanen und Weltmeeren befinden sich heut sechsmal mehr Kunststoffabfälle als Plankton, die Kurve ist stark steigend. Fische verhungern beispielsweise bei vollem Magen. Auch die Abfälle auf dem Lande nehmen stark zu. Dabei handelt es sich um eine wertvolle Rohstoffquelle. Bei den Verfahren zur Verwertung der Kunststoffabfälle ging es an diesem Abend nicht um die sauber sortierten Kunststoffabfälle sondern um verunreinigte Dinge und Mehrkomponentenprodukte, solche die man „Riechen sieht“, wie es der zweite Referent Christian Widmer aus der Schweiz formulierte. Er hatte 1992 die Ersterfindung gemacht. In den Jahren 2007/2008 wurde im Ormalingen in der Schweiz eine Pilotanlage gebaut. In einem Niederdruckröhrenreaktor werden vier Tonnen Kunststoffabfall pro Stunde behandelt, es entstehen ca. 4.000 Liter Öl pro Stunde. Aus einem Kilogramm Polyoleofinen entsteht etwa ein Liter Öl bzw. Naphta, der Industriekraftstoff. Heute kostet das Heizöl 0,52 Euro pro Liter und für den Industriekraftstoff Naphta werden 0,86 Euro bezahlt. Neben dem Öl entsteht für den Anlagenbetrieb selbst und etwa 5-10 % Koks aus Verunreinigungen. Dies kann aber wiederrum verwendet werden. Die erforderlichen, Industriellen Anlagen benötigen einen Platzbedarf von etwa 160 x 80 Metern. Sechs bis Sieben LKW-Ladungen pro Tag sind an Werktagen für die Anlieferung notwendig. Das Potenzial in Europa bei 740 Millionen Einwohnern beträgt etwa 16 Milliarden Liter Flüssigkraftstoff pro Jahr, was einen enormen Wirtschaftswert darstellt. Die Energieeffizienz liegt mit 86,9% deutlich besser als bei jeder Verbrennung. Ideal ist es wenn sich neben der Anlage ein Wärmeabnehmer, beispielsweise ein Schwimmbad befindet. Im dritten Kurzreferat ging Professor Dr. Bank von der MAN Diesel und Turbo in Deggendorf, kurz darauf ein, dass die Werft Deggendorf schon lange keine Schiffe mehr baut, aber dafür weltweit die Marktführerschaft bei Reaktoren inne hat. Während der Vorträge wurde ein Kurzfilm von der Pilotanlage in Ormalingen gezeigt. Einig waren sich die Referenten, dass Müllvermeidung das beste Konzept ist. Trotzdem wird mit steigender Weltbevölkerung die Kunststoffmüllmenge immer mehr. Bei knapper werdenden Fossilen Ressourcen gewinnt das Müllrecycling zusehends an Bedeutung. Rekordverdächtig bei diesem Vortragsabend war, dass einer der Zuhörer, wie er selbst hinterher bemerkte, extra aus Frankfurt angereist war, weil er von der Veranstaltung im Internet gelesen hatte.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2011 und zusammen mit dem Arbeitskreis Energie des Landkreises Regen findet im Naturpark- Informationshaus an der B11 - Abfahrt Zwiesel - Süd (Info-Zentrum 3) ein Vortrag zum Themenbereich Erneuerbare Energien statt. Es geht um Bau und Betrieb einer Kunststoffverflüssigungsanlage im Bayerischen Wald. Kunststoffabfälle sollen auf diesem Wege zur Kraftstofferzeugung genutzt werden. Referent ist Dr. Hans-Peter Wagner, Dipl. Ing. für Kunststofftechnik. Herr Dipl. Ing. Christian Widmer, aus Binningen in der Schweiz sowie Herr Professor Edward Kosior, aus London haben Ihre Bereitschaft erklärt, mit zu kommen. Die Veranstaltung beginnt am Freitag, 25.02.2011 um 19.30 Uhr im Veranstaltungsraum des Sonnenhauses. An alle Interessierten ergeht herzliche Einladung, der Eintritt ist frei.


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. lädt am Sonntag, den 20.02.2011 zu einer geführten Winterwanderung im Ilz- und Ohetal ein. Treffpunkt ist um 14:00 Uhr am Parkplatz vor Schloss Fürsteneck. Der Gebietsbetreuer Stefan Poost wird auf der etwa zweistündigen Wanderung durch die Winterlandschaft den Teilnehmern anhand gefundener Spuren und Bauwerke die Tierwelt und Geschichtliches über die Region näher erläutern. Festes Schuhwerk und warme Kleidung werden empfohlen. Aufwärmen kann man sich anschließend in der Naturpark - Infostelle und in der Schlossgaststätte. Die Gebietsbetreuerstelle wird über den Bayerischen Naturschutzfonds und den Europäischen Sozialfonds gefördert. Daher ist die Teilnahme kostenlos.


„Der Gartenrotschwanz – Vogel des Jahres 2011“ lautet der Titel eines bebilderten Vortrages in der Umweltstation Viechtach, der gemeinsam vom Landesbund für Vogelschutz Kreisgruppe Regen und vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. angeboten wird. Der Vortrag findet am Freitag, den 11. Februar um 19:30 Uhr im Alten Rathaus am Viechtacher Stadtplatz statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Referentin ist Karin Hodl, Leiterin der Bezirksgeschäftsstelle Niederbayern vom Landesbund für Vogelschutz. Sie berichtet in ihrem Vortrag über Verbreitung und Lebensweise dieses farbenprächtigen Singvogels mit dem namensgebenden ziegelroten Schwanz. Ein wichtiger Lebensraum für den Gartenrotschwanz sind Streuobstwiesen. Die hochstämmigen Obstbäume dienen ihm als Sitzwarten für die Jagd nach Insekten. In alten dicken Bäumen findet er Nisthöhlen, die er für seine Jungenaufzucht nutzen kann. Während früher der Gartenrotschwanz relativ häufig zu entdecken war, ist er heute in manchen Gebieten eher selten anzutreffen. Die Referentin berichtet in ihrem Vortrag über einfache Schutzmöglichkeiten für den Vogel des Jahres 2011.


Im Rahmen einer Veranstaltung des Arbeitskreises Energie und Verkehr des Landkreises Regen präsentierte Heinrich Schmid aus Langdorf sein neues Buch „Energie für alle“ vor in dem er seinen „HPH-Energiekonverter“ beschreibt. Ca. 90 Teilnehmer waren dem Aufruf zur Veranstaltung gefolgt. Nach einer Begrüßung durch den Arbeitskreisleiter Dr. Paul Kestel und den Geschäftsführer Willi Baumgartner stellte sich der Referent kurz selbst vor und ging auf das Thema ein. Mit dem Energiekonverter möchte er die Schwerkraft auf der Erde und die Auftriebskraft im Wasser nutzen und in Verbindung bringen. Die Abkürzung „HPH“ steht für Hydraulisch-pneumatische-Hebepumpe. Der Schwerpunkt der Veranstaltung bestand jedoch darin, das Buch in den Mittelpunkt zu stellen. Bei Fachfragen wurde des Öfteren auf das Buch verwiesen. Im Rahmen der Diskussion stellte sich wiederholt die Frage, warum keine Maschine gebaut und präsentiert worden ist, wenn es so einfach ist. Viele Fragen wurden eher nur ausweichend beantwortet. Ohne Kommentar verließen die meisten Zuhörer den Vortragsraum. Es wurde weder ein Modell noch ein Foto eines funktionstüchtigen „HPH-Energie-Konverters“ gezeigt. Dafür wurden die Zuhörer aufgefordert das Buch des Erfinders Heinrich Schmid zu kaufen, welches mit einer Lizenz zum einmaligen Bau eines Energiekonverters ausgestattet ist. Auch der Buchinhalt wurde nur bruchstückhaft dargestellt. Immerhin erklärte der Erfinder Heinrich Schmid auf Nachfragen des Arbeitskreisleiters, Dr. Kestel, dass eine von ihm gebaute Versuchsanlage ca. 2 Stunden lang gelaufen sei, danach aber wieder abgebaut wurde. Und: Wer das Gerät nachbauen möchte, müsse Vorher die Lizenz erwerben. Während beim Vorsitzenden des Arbeitskreises die Skepsis blieb, freute sich der Geschäftsführer, Willi Baumgartner über die vielen Besucher, von denen einige wenigstens neugierig gemacht wurden. Es war und blieb ein fragwürdiger Abend.