April 2012


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. veranstaltete eine geführte Botanik- Wanderung an der Ilz. Referenten waren der Biologe Karel Kleyn und Gebietsbetreuer Stefan Poost. Bei herrlichem Wetter fanden sich gut zwanzig Naturinteressierte an der Schneidermühle zur Wanderung ilzaufwärts in die Dießensteiner Leite ein. Die gerade weiß aufblühende, späte Traubenkirsche, verbreitet momentan einen süßlichen Duft. Die häufigen Frühblüher wie Lichtnelken, Schöllkraut oder Erdbeere konnten blühend bewundert werden. Neben dem gefleckten Lungenkraut konnte aber auch das wollige Lungenkraut mit den langen und weichbehaarten Blättern als eine Besonderheit an der Ilz gezeigt werden, ebenso die vielblütige Weißwurz und auch die Einbeere. Die gerade austreibenden, hellgrünen Farnwedel des seltenen Straußfarnes heben sich vor dem dunklen Hintergrund der fließenden Ilz im Gegenlicht ab. In den Startlöchern stehen Eisenhut, Waldgeißbart und Mädesüß, die erst im Frühsommer das Ufer der Ilz mit ihren Blüten säumen. Unübersehbar waren auch die unzähligen Keimlinge des drüsigen Springkrautes und auch der beginnende Austrieb des schlitzblättrigen Sonnenhutes. Diese Neophyten bestimmen von Juli bis weit in den September wieder das Bild an der Ilz. Das große Samenpotential, die Verbreitung durch das Wasser und die lange Keimfähigkeit der Samen des Sprinkrautes sind die Ursache dieser Vermehrung. Aktive Maßnahmen zur Beseitigung der Neophyten werden deshalb nicht in Erwägung gezogen. Verschiedene Schmetterlinge nutzten das warme Wetter zum Fliegen. Der kleine Aurorafalter mit den orangen Flügelspitzen und der Zitronenfalter waren neben Tagpfauenauge und kleinem Fuchs schon unterwegs. Die abgenagten Zweige im Wasser zeigen die Anwesenheit des Bibers. An der Dießensteinmühle wurde über die ehemaligen Pläne zur Errichtung eines Stauwehres diskutiert, welches im Rückstaubereich die Dießensteiner Leite komplett unter Wasser gesetzt hätte, eine Vorstellung, die bei den Teilnehmern nicht auf Gegenliebe stieß. Auf der weiteren Wanderung wurde auch der Neubau des Weges in diesem Bereich angesprochen. „In ein paar Jahren wird sich alles wieder verwachsen haben, die geringe Wegereite und der moderate Ausbau haben dem Naturschutzgebiet keinen größeren Schaden zugefügt“, so die Meinung der Beteiligten, wenngleich der eine oder andere aber doch lieber auf einem Waldweg an der Ilz entlang gehen möchte.


Rund zwanzig Interessierte hatten sich zur abendlichen Vogelstimmenwanderung in das Riedbachtal eingefunden, die vom Landesbund für Vogelschutz Kreisgruppe Regen und dem Naturpark Bayerischer Wald e.V. in der Umweltstation Viechtach angeboten wurde. Förster Fritz Reiter führte fachkundig zu den Naturweihern, Hangwäldern und Wiesen im Riedbachtal. Der Referent informierte auch über Lebensweise und Lebensräume der heimischen Vogelwelt. Auf den noch unbelaubten Bäumen konnten einige Vögel wie Singdrossel oder Haubenmeise erspäht werden. Je später der Abend, umso intensiver erfreute der Vogelgesang die Wanderer. Das Rotkehlchen mit seiner perlend hohen Strophe, die kunstvoll flötende Mönchsgrasmücke oder der trillernde Zaunkönig wechselten sich ab. Einige höhlenbrütende Vögel wie Kleiber oder Waldbaumläufer tippelten auf den grobrindigen Eichen, Erlen und Weiden hin und her. Sie suchten dabei nach Insektennahrung und Bruthöhlen. „Gerade für die Höhlenbrüter sind dicke, alte und stellenweise morsche Bäume in den Wäldern wichtig, da hier bevorzugt die Spechte ihre Höhlen anlegen. Verlassene Spechthöhlen werden wiederum von vielen Vogel- und Fledermausarten genutzt“, berichtete Förster Fritz Reiter über einen naturnahen Wald mit einem gewissen Anteil von Tot- und Altholz. Nach der ca. zweistündigen Exkursion hatten die zufriedenen Wanderer mehr als dreißig Vogelarten erspäht oder gehört.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2012 bietet der Naturpark Bayer. Wald e.V. eine Vogelstimmenwanderung in Offenberg im Bereich der Runstwiesen an. Treffpunkt ist am Samstag, 05.05.2012 um 8:00 Uhr am Bahnhof Deggendorf. Wer aus dem Raum Offenberg kommt kann auch unter der Autobahnbrücke warten. Von dort aus startet die Exkursion. Die Veranstaltung dauert etwa zwei bis drei Stunden. Referent ist der Natur- und Landschaftsführer Frater Ludwig Schingenschlögl von der Abtei Niederalteich. Die Erläuterungen bieten für jeden etwas und ermöglichen auch dem ornithologisch weniger Geübten Vogelstimmen unterscheiden zu lernen. Wetterfeste Kleidung und gutes Schuhwerk sind erforderlich. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bitte Fernglas mitbringen.


Umweltbildung für alle Altersgruppen anzubieten, ist das Ziel der Umweltstation Viechtach, die vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. getragen wird. Das neue Jahresprogramm informiert über alle Aktivitäten und Veranstaltungen. Neben Projekttagen und Führungen für Kinder und Jugendliche werden auch Vorträge, Seminare und Fortbildungen für Erwachsene angeboten. „Mit ca. 3.100 Teilnehmer im Jahr 2011 haben sich die Teilnehmerzahlen wieder sehr positiv und mit steigender Tendenz entwickelt“, freut sich Naturparkvorsitzender Heinrich Schmidt über den regen Zuspruch im Vorjahr. „Wer die Natur bereits in frühen Jahren kennen und schätzen gelernt hat, dem ist sie oft ein Leben lang ein schützens- und erhaltenswertes Gut“, so der Leiter der Umweltstation. Schon im Vorfeld wurden viele Institutionen, Vereine und Verbände eingebunden, um gemeinsam Veranstaltungen unter dem Dach der Umweltstation anzubieten: Der Imkereiverein Viechtach, der Landesbund für Vogelschutz, der Bund Naturschutz, der Kreisverband Regen für Gartenbau und Landespflege, der Tourismusverband Viechtacher Land oder das Staatliche Schulamt Regen sind hier zusammen mit dem Naturpark tätig. Auch Vertreter von örtlichen Kindergärten und Schulen waren bei den Vorbereitungen aktiv. „Mit Exkursionen, Ausstellungen und Projekttagen sollen Kinder, Jugendliche und Erwachsene für Umweltthemen sensibilisiert werden“, so Naturpark - Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher. Das Außengelände der Umweltstation im Umfeld des „Großen Pfahl“ bietet dazu vielfältige Möglichkeiten. Nach dem Motto „Der Natur auf der Spur“ kann man auf den Streuobstwiesen, Beobachtungsständen und Naturweihern die Natur erkunden. Die vielfältigen Angebote wenden sich an Einheimische und Urlauber. Große und kleine Naturfreunde sind herzlich dazu eingeladen. Für Schulklassen und Gruppen werden Projektaktionen zu Themen wie Pfahl, Wiese, Hecke, Bach, Weiher oder Wunderwelt der Insekten angeboten. Für ältere Jahrgangsstufen sind Themen wie Energie, Klima, Ökologie, Erdgeschichte oder gesunde Ernährung aus der Natur aktuell. Im Juni findet zusätzlich der Sonderprojekttag „GPS-Rallye und digitale Naturfotographie“ statt, der zeitgleich mit der Sonderausstellung „Natur im Fokus“ angeboten wird. Im Alten Rathaus kann man neben der Dauerausstellung „Der Pfahl im Bayerischen Wald“ in diesem Jahr die Sonderausstellungen „Vom (K)altbau zum Sonnenhaus“, „Gesteine und Mineralien im Bayerischen Wald“ oder "Nachhaltige Ernährung - Essen für die Zukunft" kostenlos besichtigen. Ab Pfingsten stehen regelmäßig Führungen am Großen Pfahl auf dem Programm. Die LBV - Kindergruppe „Die Pfahldrachen“ trifft sich hier im zweiwöchigen Abstand. Bei Vorträgen, Seminaren oder Fortbildungen können sich Interessierte über Themen wie gesunde Ernährung aus der Natur, Kräuterpädagogik, Pfahl, Klima und Energie informieren. Die Veranstaltungen werden aus dem Förderprogramm „Umweltstationen“ des Bayerischen Umweltministeriums mit finanziert. Die fachkundigen Referenten bieten praxisnahe Beratung und Aufklärung an, auch zur privaten und beruflichen Fortbildung. „Die Weiterbildung von Multiplikatoren ist uns ein wichtiges Anliegen“, erklärt Heinrich Schmidt als Leiter der Umweltstation. Eine Fortbildung zum Thema „Pfahl und Kulturlandschaft – grüner Mantel des weißen Quarzriffes“ (22.Mai) wird für Vermieter und Touristiker angeboten. Das Jahresthema der Umweltbildung in Bayern ist „G´scheit Essen mit Genuss und Verantwortung“. Nach dem Motto „gesunde Ernährung aus der Natur“ findet dazu eine Kräuterexkursion (24.Mai) für Lehrkräfte und Erzieherinnen statt. Im Seminar „Alte und junge Streuobstbäume schützen und nützen“ (6.Juli) werden Informationen zur Pflege und Ökologie von Streuobstbeständen und eine praktische Anleitung zum Sommerschnitt an Bäumen gegeben. „Bäche und Weiher als Lebensadern in der Landschaft – Gewässergüte einfach bestimmen“ (19.Juli) ist der Inhalt einer Weiterbildung für Lehrkräfte und KindergärtnerInnen. „Wildpflanzen sammeln, verwerten und genießen“ kann man bei einer Beerenexkursion (27.Juli) oder einer Pilzwanderung (21.September). Neben vielen weiteren Aktionen rundet ein Seminar (19.Oktober) über „Erneuerbare Energien und Energiegenossenschaften – gemeinsame Wege in die Energiezukunft – wie Bürger und Umwelt von der Energiewende profitieren“ das Angebot ab. Der neu erstellte Flyer, der auch die vielen weiteren Angebote beschreibt, kann bei der Umweltstation Viechtach, Stadtplatz 1 in der Pfahl-Infostelle im Alten Rathaus angefordert werden (bitte Rückporto beilegen). Alle Interessierten sind zu den kostenlosen Veranstaltungen herzlich eingeladen. Rückfragen unter 09942 – 90 48 64.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2012 bietet der Naturpark Bayer. Wald e.V. eine Botanische Frühjahrsexkursion im Ilztal an. Treffpunkt ist am Sonntag, 29.04.2012 um 14:00 Uhr am Parkplatz an der Schneidermühle. Unter dem Motto „Raus aus dem Winterschlaf“ wird der Biologe Karel Kleyn zusammen mit dem Naturpark Gebietsbetreuer Stefan Poost die Exkursion leiten. Erste Frühlingsboten und Maßnahmen im Naturschutzgebiet „Obere Ilz“ werden den Teilnehmern näher erläutert. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt und dauert etwa zwei Stunden. Wetterfeste Kleidung und gutes Schuhwerk sind erforderlich. Anmeldung ist nicht notwendig. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.


„Der Vordere Bayerische Wald im Frühjahr – Weiher, Moore und Donauseitentäler bei Wiesenfelden“: Unter diesem Motto steht der Tag der Natur- und Landschaftsführer im Landkreis Straubing-Bogen am letzten Aprilwochenende. Die Veranstaltung wird vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. angeboten. Alle Natur- und Landschaftsführer sowie interessierten Naturfreunde, die sich über diese Ausbildung informieren möchten, sind herzlich zu den kostenlosen Exkursionen eingeladen. Die Veranstaltung beginnt am Samstag, den 28. April um 10:00 Uhr am Rathaus Wiesenfelden. Eine Anmeldung ist bis Donnerstag, den 26. April unter 09922 – 802480 erforderlich. Am Vormittag findet eine Exkursion zu Weihern und Mooren um Wiesenfelden statt. Die ca. vier km lange, zweistündige Wanderung verläuft über die Naturschutzgebiete am Beckenweiher und Brandtmoos zum Naturerlebnisweg Kobelberg. Vom barrierefreien Naturlehrpfad am Beckenweiher führt die Strecke über den Goldsteig und Jakobsweg zum Waldgasthof Schiederhof. Referent ist Matthias Rohrbacher, Gebietsbetreuer des Naturparks. Am Nachmittag findet ab 14:00 Uhr eine Exkursion zu den Donauseitentälern statt. Die ca. sechs km lange, zweistündige Wanderung verläuft vom Schiederhof durch das Tal des Leithenbaches nach Pillnach. Referent am Nachmittag ist Diplom Agraringenieur Robert Rossa, der auch das Bayern-Netz-Natur Projekt Donauseitentäler betreut. Er berichtet über Landschaftspflegemaßnahmen und geht auf die Flora und Fauna in den Donauseitentälern ein. Die Veranstaltung endet um ca. 16:30 Uhr in Pillnach mit einer Rückfahrt der Teilnehmer im Bus nach Wiesenfelden.


„Frühlingsflora am Bogenberg“ – so der Titel einer Exkursion zum „heiligen Berg Niederbayerns“, die vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. angeboten wird. Treffpunkt ist am Freitag, den 27. April um 15:00 Uhr am Neuen Rathaus in Bogen. Alle Interessierten sind herzlich zu der kostenlosen, ca. dreistündigen Wanderung eingeladen. Referent ist Dr. Willy Zahlheimer, Diplom Biologe bei der Regierung von Niederbayern. Er berichtet über die eindrucksvolle Pflanzenwelt an den steilen Donauhängen. Die Donau ist ein bedeutender Wanderraum für Pflanzen und Tiere bis aus dem Balkangebiet. Der Donaurandbruch mit Welchenberg, Helmberg, Buchberg und Bogenberg beherbergt bedeutende Lebensräume für mager- und trockenheitsliebende Pflanzenarten wie Küchenschelle oder Sonnenröschen. Im Naturschutzgebiet am Bogenberg sind Eichen- und Hainbuchenwälder eng mit Schlehen- und Ligusterbuschwerk verzahnt. Auf felsigen und steilen Standorten mit wenig Humusauflage finden sich kleine Trockenrasen.


Eine abendliche Vogelstimmenwanderung in der Umweltstation Viechtach bietet der Naturpark Bayerischer Wald e.V. und der Landesbund für Vogelschutz Kreisgruppe Regen an. Die Wanderung wird von Fritz Reiter geführt, der als Förster und Ornithologe mit der heimischen Vogelwelt gut vertraut ist. Treffpunkt für die zweistündige Exkursion ist am Freitag, den 20.April um 17:30 Uhr am Parkplatz unterhalb der Sporer-Quetsch am Beginn des Radweges von Viechtach nach Tresdorf. Im Riedbachtal findet sich eine bunte Vielfalt an Lebensräumen für viele Vogelarten. In den knorrigen Hangwäldern, weiträumigen Naturweihern, heckenreichen Streuobstwiesen und beschaulichen Bachwiesen lebt gerade abends der Gesang der Vögel wieder auf. Mehr als dreißig Vogelarten konnten bei den bisherigen Vogelstimmenexkursionen gesehen oder gehört werden: z.B. das Rotkehlchen mit seiner perlend hohen Strophe, die kunstvoll flötende Mönchsgrasmücke oder der trillernde Buchfink. Alle Interessierten sind zu dieser kostenlosen Veranstaltung für Groß und Klein herzlich eingeladen. Bitte Fernglas und geeignetes Schuhwerk mitnehmen. Rückfragen unter 09942 – 90 48 64 an die Umweltstation Viechtach.


Gesunde Ernährung aus der Natur ist für viele ein wichtiges Thema. Im Laufe des Jahres bieten sich dazu viele heimische Wildpflanzen an. Ob Kräuter, Früchte, Beeren oder Pilze – Mutter Natur hat fast das ganze Jahr über den Tisch reich gedeckt. „Man ist was man isst!“ - diese Volksweisheit über die Bedeutung der Ernährung zeigt den hohen Stellenwert des Essens in der Gesellschaft. Gesunde Ernährung ist das Jahresthema der Umweltbildung in Bayern. Nach dem Motto „G´scheit Essen mit Genuss und Verantwortung“ finden dazu einige Veranstaltungen in der Umweltstation Viechtach statt. Der Vortrag “Wildkräuter und Wildfrüchte - ein natürliches Lebensmittel im Lauf der Jahreszeiten – Trend oder Tradition?!“ gehört zu diesem Jahresthema. Der reich bebilderte Vortrag findet am Samstag, den 14.April um 19:30 Uhr im Alten Rathaus am Viechtacher Stadtplatz statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Referent ist Dipl. Agraringenieur (FH) Hansjörg Hauser, der als überregional tätiger Seminarleiter und Kräuterpädagoge in der Aus- und Fortbildung aktiv ist. Bei seinem Vortrag geht er auf wichtige heimische Pflanzen und Früchte ein, die als Lebensmittel verwendet werden. Welche sind gut zum Verzehr geeignet oder haben sogar eine heilende Wirkung? Was kann ich zu welcher Jahreszeit finden? Wie kann ich Kräuter und Früchte am besten sammeln und verwerten? Wie muss ich mit seltenen Pflanzen umgehen? Diese und viele weitere Fragen wird der renommierte Referent ansprechen, der als Ausbilder von Kräuterpädagogen viele Erfahrungen und Kenntnisse hat. Eine kleine Kostprobe mit Lebensmitteln von Mutter Natur – ob in fester oder flüssiger Form - schließt die Veranstaltung ab.


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte zu einer Baustellenführung in den Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein eingeladen. Der 1. Vorsitzende Heinrich Schmidt konnte ca. 20 Interessierte begrüßen. Zusammen mit dem Geschäftsführer Hartwig Löfflmann wurde dann in einem etwa zweistündigen Rundgang der Sanierungsablauf des historischen Gebäudes erläutert. Der Grenzbahnhof ist ein Stück weit auch ein Musterbeispiel für energetische Sanierung eines geschützten Baudenkmals. Dreifachverglaste Fenster schützen zusammen mit einem Thermodach vor Wärmeverlusten. Im Bereich der Holzfassade im zweiten Obergeschoß und im Dachgeschoß wurde Außendämmung unter die Bretterverschalung eingebracht. Dort wo im Granitmauerwerk eine Außendämmung nicht möglich war, wurde innen ein Dämmziegel der Firma Schlagmann, der mit mineralischen Perlite gefüllt ist, vorgemauert. Bei der Haustechnik wurde auf Wärmerückgewinnung gesetzt. Im Kellergeschoß und im Erdgeschoß laufen Fußbodenheizungen. Über Hackschnitzelheizungen kann Holz aus der Region verheizt werden, das über die Waldbesitzervereinigung Regen geliefert wird. Gefördert wird die Sanierung mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II des Bundes und der Europäischen Union aus dem Fördertopf INTERREG IV. Weitere Geldgeber sind die Bayerische Landesstiftung, der Landkreis Regen, die Gallinger-Max-Stiftung, die Gemeinde Bayerisch Eisenstein, die Landesstelle für die nicht staatlichen Museen in Bayern, das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege und die Bayerische Sparkassenstiftung. Für das Fledermauszentrum in den Kellergewölben des 1872 bis 1877 gebauten Grenzbahnhofes ist die Deutsche Bundestiftung Umwelt weiterer Partner. Darüber hinaus entsteht im Erdgeschoß eine Arberausstellung und ein Filmraum. Im ersten Stock ein Skimuseum und Räume für Wechselausstellungen. Nicht zu kurz kommen darf natürlich das Thema Eisenbahnbau und Bahnhofsbau. Diesem Thema wird die größte Fläche im zweiten Obergeschoß gewidmet. Zur Abrundung des Themas Eisenbahn und Mobilität gibt es im Dachgeschoß des höchstgelegenen Grenzbahnhofes der Bundesrepublik eine Modelleisenbahn, die eine der schönsten Bahnstrecken in Bayern und im benachbarten Böhmerwald, von Plattling bis nach Klattau abbilden wird. Im zweiten Bauabschnitt wird auch der historische Warteraum erster Klasse wieder saniert. Die Fertigstellung und Eröffnung ist für Anfang 2013 vorgesehen.