Aktuelle Meldungen
Auf goldenen Steigen in das Reich der Auerhühner
Einst war das Auerhuhn, der größte Hühnervogel Europas, im gesamten Bayerischen Wald weit verbreitet. Doch seit dem 19. Jahrhundert ging sein Bestand drastisch zurück. In den 1980er Jahren überlebten nur noch wenige Individuen, zurückgezogen in den abgelegenen Hochlagen der Berge. Hauptursache für diesen dramatischen Rückgang war der Verlust ihres natürlichen Lebensraums.
Das Auerhuhn benötigt großflächige, zusammenhängende Waldgebiete mit einer Mischung aus offenen Flächen, gut strukturiertem Mischwald und einem reichen Angebot an Nahrung.
Durch den Umbau der Wälder zu Fichtenmonokulturen verschwanden diese strukturreichen, mosaikartigen Wälder, auf die das Auerhuhn zum Überleben angewiesen ist. Hinzu kam die zunehmende Zerschneidung der Landschaft, wodurch ihre Lebensräume noch weiter schrumpften.
Dank intensiver Schutzmaßnahmen konnte sich der Bestand in den letzten Jahrzehnten wieder etwas erholen. Doch bleibt das Auerhuhn eine stark gefährdete Art. Besonders in den Wintermonaten ist es sehr störungsanfällig. Da sich die Tiere in dieser Zeit hauptsächlich von energiearmen Nadeln der Fichten und Tannen ernähren, welche nur sehr wenig Energie liefern. Jede Flucht, etwa ausgelöst durch Wandernde oder Skifahrende abseits der ausgewiesenen Wege, kostet wertvolle Kraft und kann im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein, da die verbrauchten Energiereserven nur schwer wieder aufgefüllt werden können.
Auf unserer Wanderung werfen wie einen Blick in den Lebensraum dieses faszinierenden Vogels und erfahren Wissenswertes über seine Lebensweise, seine Ansprüche an den Wald und die Herausforderungen, denen er heute gegenübersteht. Außerdem zeigen wir auf, wie jede und jeder Einzelne dazu beitragen kann, diese selten gewordene Art zu schützen.
Begleitet werden wir von Uwe Stanke von „Goldsteig Wandern“, er gibt spannende Einblicke in die Entstehung und Besonderheiten der Goldsteig-Wanderwege. Ein Großteil unserer Route verläuft auf diesem besonderen Wanderweg.
Die Veranstaltung beginnt am Samstag, den 11.07.2026 um 11:00 Uhr und dauert ca. 5-6 Stunden.
Treffpunkt ist am Parkplatz Ruselabsatz vor dem kleinen Naturparkhäuschen.
Anmeldungen bis zum 10.07.2026 um 12:00 Uhr unter 09922 802480.
Hinweis: Bitte festes Schuhwerk mitnehmen. Ebenso ist eine gute Kondition wichtig. Die Wegstrecke beträgt ca. 12 Kilometer und 250 Höhenmeter.
Kurzfristige Änderungen werden über die Homepage des Naturparks bekannt gegeben:
https://www.naturpark-bayer-wald.de/veranstaltungen.html
Weiterlesen … Auf goldenen Steigen in das Reich der Auerhühner
Am Großen Pfahl lebt altes Handwerk wieder auf
Viechtach. Am zweiten Juniwochenende wurde im Schatten in der alten Verladestation neben dem Steinbruch am Großen Pfahl fröhlich geklopft, als sich die Teilnehmenden des Sensenkurses, der heuer zum zweiten Mal in Viechtach stattfand, im Dengeln übten. Bei dem ganztägigen Kurs mit dem Sensenlehrer und Bio-Imker Georg Zellner in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Bayerischer Wald lebte die alte Wirtschaftsweise des Sensens, Dengelns und Wetzens wieder auf. Wie mäht man ökologisch und ohne Maschinenlärm und fördert dabei noch die Artenvielfalt? Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling und viele Schmetterlingsarten, sowie seltene Pflanzenarten wie die Heidenelke, die Skabiosenflockenblume und die Arnika danken es den Sensenmähern für die Möglichkeit abzublühen und sich fortzupflanzen mit ihrem Bestand. So konnten 8 Teilnehmer am Samstag, den 13.06.2026 lernen, bzw. wieder auffrischen wie eine Sense gepflegt, rasiermesserscharf hergerichtet und eingesetzt wird. Und nebenbei konnte man sogar noch etwas für die eigene Gesundheit und Beweglichkeit tun.
Der Theorieteil des Kurses fand in der Verladestation statt, wo Georg Zellner und Naturpark Rangerin Christina Frank vom Naturpark Bayerischer Wald die Teilnehmenden begrüßten. In konzentrierter Runde drehte sich alles um die historischen und handwerklichen Hintergründe der Sensenmahd und deren Einfluss auf die Entwicklung unserer Kulturlandschaft und die Artenvielfalt. Dabei wurden grundlegende Fragen geklärt: Wie ist eine Sense aufgebaut? Was für Sensen gibt es und wann kommt welche Sense zum Einsatz? Warum muss man Dengeln und wie verhindert man „Blodan“? Welche unterschiedlichen Dengelarten haben sich in Bayern und dem Alpenraum entwickelt? Neben den Grundlagen von Zellner zeigte Frau Frank zudem auf, welchen ökologischen Wert die Sensenmahd im Vergleich zu den heute üblichen Mähweisen besitzt.
Im Anschluss folgte auf die Theorie folgte die Praxis. Dabei war zuerst das Dengeln an der Reihe. Unter der Anleitung des Kursleiters konnten alle Teilnehmenden verschiedene Dengeltechniken und dazugehörige Dengelwerkzeuge ausprobieren. Schnell wurde dabei klar: mit etwas Übung ist das Dengeln gar nicht so schwer! Einige Passanten staunten nicht schlecht, als sie auf ihrem Spaziergang an der Verladestation vorbeikamen.
Nach dem Mittagessen ging es bei schönstem Sonnenschein dann zum Mähen auf die Streuobstwiese unterhalb des Großen Pfahls, wo die Teilnehmer nun die richtige Einstellung und Ausrichtung aller Einzelteile einer Sense erlernten. Sie durften die bereitgestellten Sensen selbst zusammenbauen und dabei auf die individuelle Körpergröße anpassen. Nach kurzen Trockenübungen wurden die Sensen unter Anleitung gewetzt und so gut gerüstet ging es dann ans Mähen. Die Begeisterung aller Teilnehmenden war groß, als sie merkten, wie leicht und schnell die Sensenmahd mit einer hochwertigen und individuell eingestellten Sense von der Hand geht, und wie schnell dabei eine relativ große Fläche gemäht werden kann. Anschließend zeigte Zellner noch spezielle Techniken wie das Mähen am Hang und um Hindernisse wie Bäume herum. Während des Kurses wurden auch die mitgebrachten alten Sensen in Augenschein genommen. Besonders bei alten Sensenblättern, die teilweise über Jahre unbenutzt in Scheunen vergessen wurden, ist laut Zellner der Anteil qualitativ hochwertiger Modelle relativ hoch. Diese lassen sich in der Regel mit etwas Geduld wieder instand setzen.
Wer nun Lust bekommen hat, das alte Handwerk des Sensenmähens zu erlernen, hat dieses Jahr auch noch die Gelegenheit dazu. Die nächsten beiden Ganztageskurse finden am 04.07.2026 in Niederwinkling und am 12.09. in Waldkirchen statt und sind für alle Interessierten mit und ohne Vorkenntnisse und auch für Kinder ab 12 Jahren geeignet. Die Kursgebühr beträgt 120 € pro Person. Eine Voranmeldung ist beim Naturpark unter der Nummer 09922-802480 erforderlich. Weitere Informationen finden Sie im Naturpark-Jahresprogramm und im Veranstaltungskalender unter www.naturpark-bayer-wald.de.
Weiterlesen … Am Großen Pfahl lebt altes Handwerk wieder auf
Hirt is gwen, owa schee
Das Läuten der Kuhschellen gehört bereits seit Jahrhunderten unzertrennbar zu den Hochlagen des Bayerischen Waldes. Bereits seit dem Jahre 1522 werden mehrere Schachten in der Arberregion von Weiderechtlern aus Bodenmais beweidet. Von den einst über hundert Weiderechtlern, sind es heute nur noch drei, die alljährlich Jungrinder auf die Bodenmaiser Schachten auftreiben. Heute leistet die Beweidung einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in der Arberregion.
Der Naturpark Bayerischer Wald lädt am Sonntag, den 12.07.2026 zu einer ganztägigen Wanderung ein. Hierbei besteht die Gelegenheit die alte Weidetradition und die botanischen Besonderheiten am Wegesrand näher kennenzulernen. Ludwig Fritz, einer der Bodenmaiser Weiderechtlern wird Historisches und Informatives zu dieser alten Nutzungsform erläutern. Die Wanderung wird von der Gebietsbetreuerin für die Arberregion Corinna Kapfenberger geleitet, welche die naturschutzfachlichen Aspekte der Beweidung erläutern wird.
Treffpunkt ist um 10.30 Uhr am Bretterschachten. Festes Schuhwerk, wetterangepasste Kleidung und Brotzeit sind für die mittelschwere, ca. sechsstündige Wanderung erforderlich. Eine gute Kondition und Ausdauer sind zudem Voraussetzung. Eine Anmeldung zur Wanderung ist bis Freitag, den 10.07.2026, 12 Uhr bei der Tourist-Info Bodenmais, Tel.: 09924 312 960 erforderlich.
Botanische Wanderung ins malerische Büchelbachtal
Bayerisch Eisenstein.
Nicht nur in der Pflanzenwelt gibt es jetzt im malerischen Büchelbachtal einiges zu entdecken, sondern auch beim Geschichtlichen. Darum nimmt Christina Frank, Umweltpädagogin an der Umweltstation Bayerisch Eisenstein, am Sonntag, den 11. Juli 2026, alle Interessierten mit auf eine vielseitig botanische sowie geschichtliche Wanderung.
Der geplante Rundweg führt vorbei an alten Baumriesen unterhalb des Grenzverlaufes und entlang des Büchelbachs bis zur Grenze. In diesem beschaulichen Tal des Landschaftsschutzgebietes Šumava standen mehrere Glashütten und der Reindlhof. Während diese bis auf wenige Reste schon verschwunden sind, finden sich neben diesen Zeugnissen des alten Böhmerwaldes noch viele Relikten des Eisernen Vorhangs. So führt die Wanderung zur ehemaligen Kaserne und Grenzanlage „Hinteres Büchelbachtal“. Am Regen entlang geht es auf dem Geh- und Radweg zurück zum Grenzbahnhof.
Treffpunkt zur Wanderung ist um 10.15 Uhr an der Infotheke im Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein. Auf Reisende mit der Bahn wird gewartet. Die Führung dauert etwa vier Stunden. Für Teilnehmende sind der Personalausweis, Rucksackvesper, festes Schuhwerk, Trittsicherheit und eine gute Grundkondition notwendig. Ausreichend Getränke werden empfohlen, sowie Sonnenschutz und Hut sind von Vorteil. Die Strecke beträgt ca. 13 km und 200 Höhenmeter. Einkehrmöglichkeit im Vo-Gunder’s ist im Anschluss im Grenzbahnhof möglich.
Eine Anmeldung ist bis zum Freitag, 10.07. um 12.00 Uhr unter der 09922 802480 erforderlich.
Weiterlesen … Botanische Wanderung ins malerische Büchelbachtal
Artenvielfalt auf Wiesen erleben
Jandelsbrunn.
Am Samstag, 11. Juli 2026, findet von 14 bis etwa 16 Uhr eine kostenlose Hofführung auf dem Betrieb von Georg Angerer in Schindelstatt 10, 94118 Jandelsbrunn statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die Bewirtschaftung und die ökologische Bedeutung blumenreicher Grünlandflächen. Beim Rundgang über Wiesen und Weiden erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Einblicke in typische Pflanzenarten, geeignete Pflegemaßnahmen sowie deren Einfluss auf die Artenvielfalt. Die Referenten erläutern, wie traditionelle Bewirtschaftungsformen zum Erhalt dieser wertvollen Lebensräume beitragen und welche Herausforderungen und Chancen sich dabei ergeben.
Die Führung übernehmen Georg Angerer (Landwirt), Karel Kleijn (Bund Naturschutz Freyung-Grafenau) sowie Markus Grünzinger (Naturpark Bayerischer Wald).
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltung ist familiengeeignet.
Die Hofführung findet in Kooperation mit dem Bund Naturschutz Freyung-Grafenau, der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) und der Umweltstation Waldkirchen statt.
Mit der Ilztalbahn in die Natur
Hutthurm/Fürsteneck. Zu einer geführten, naturkundlichen Wanderung entlang der Ilz und der Wolfsteiner Ohe von Kalteneck nach Fürsteneck lädt der Naturpark Bayerischer Wald e.V. gemeinsam mit dem Goldsteig und der Ilztalbahn ein.
Naturpark-Ranger Markus Grünzinger und Goldsteig-Wegemanager Uwe Stanke begleiten die Teilnehmer auf der rund sieben Kilometer langen Tour mit etwa 100 Höhenmetern. Dabei erfahren die Wanderer Wissenswertes über die heimische Tier- und Pflanzenwelt, das FFH-Gebiet „Talsystem der Ilz“ sowie den Goldsteig und die Natur- und Kulturlandschaft des Bayerischen Waldes. Die abwechslungsreiche Wanderung eignet sich auch für Familien.
Auf dem Programm stehen außerdem eine mittägliche Einkehr im Schloss Fürsteneck sowie ein Besuch der Naturpark-Infostelle Ilz am Nachmittag.
Treffpunkt ist am Sonntag, 12. Juli 2026, um 10.20 Uhr am Bahnhof Kalteneck. Die Teilnahme an der Führung ist kostenlos. Lediglich für die An- und Abreise mit der Ilztalbahn fällt der reguläre Fahrpreis an. Die Anreise ist beispielsweise ab Freyung mit Abfahrt um 9.25 Uhr möglich. Die Ankunft in Kalteneck erfolgt um 10.18 Uhr, die Rückfahrt ab Fürsteneck in Richtung Freyung um 15.24 Uhr. Fahrkarten sind bequem im Zug erhältlich.
Eine Anmeldung ist bis spätestens Freitag, 10. Juli 2026, 14.00 Uhr, erforderlich. Anmeldungen werden unter Telefon 08581 9897 136 oder per E-Mail an info@ilztalbahn.eu entgegengenommen.
Wöchentliche Naturpark-Führung um den Großen Arbersee
Auch in diesem Jahr gibt es wieder Führungen um den Großen Arbersee. Vom 02.07.2026 bis zum 24.09.2026 bietet sich jeden Donnerstag um 10.45 Uhr die Möglichkeit, zu einem gemeinsamen Rundgang mit der Gebietsbetreuerin für die Arberregion um den Großen Arbersee zu gehen. In ungefähr 1,5 Stunden erfahren Sie mehr über die Entstehung des Sees, die Schwimmenden Inseln, die reiche Tierwelt und den urwaldartigen Wald im Naturschutzgebiet „Großer Arbersee mit Seewand“. Am Wegesrand finden sich einige botanische Besonderheiten. Lauschen Sie dabei den Sagen und Geschichten rund um den Arber. Der Treffpunkt ist vor dem Arberseehaus am Großen Arbersee. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Tourist Information Bayerisch Eisenstein statt, ist mit den Öffentlichen Verkehrsmittel zu erreichen und auch für Familien geeignet. Es ist keine Anmeldung notwendig.
Weiterlesen … Wöchentliche Naturpark-Führung um den Großen Arbersee
Blühender Naturpark
Schmetterlinge wie Perlmuttfalter, Wiesenknopf-Ameisenbläuling oder das Schachbrett tummeln sich auf den zahlreichen Blüten von Wiesenmargerite, Heilziest, Glockenblume und Co. Eine artenreiche Wiese bietet neben der bunten Blütenpracht, Lebensraum und Nahrungsquelle und bewahrt die ursprüngliche Vielfalt unserer heimischen Flora und Fauna.
Wenn Sie sich fragen, wie Sie mehr Artenreichtum auf Ihre Wiese bringen und wie das genau funktionieren soll, lädt Sie die Koordinatorin vom Projekt Blühender Naturpark zu einer Führung in Kreuzberg im Landkreis Freyung-Grafenau ein.
Am 03.07.2026 ab 16:00 Uhr erläutert Andrea Rinke vom Naturpark Bayerischer Wald e. V. für ca. 1,5 Stunden an einer bereits artangereicherten Wiese, welche landschaftspflegerischen Methoden angewendet werden, damit sich verschwundene Arten wieder ansiedeln und wie man den zurückgewonnenen Artenreichtum auf langfristig erhält.
Die Veranstaltung ist kostenlos und wendet sich an alle Interessierten. Um Anmeldung bis zum 03.07.26, 12.00 Uhr unter 09922 802480 wird gebeten. Bei schlechtem Wetter entfällt die Veranstaltung.
Der Treffpunkt liegt an der B 533 bei Kreuzberg, Abzweigung Rotbach, https://v.bayern.de/yBBWv
Das Projekt Blühender Naturpark wird durch die Regierung von Niederbayern, Höhere Naturschutzbehörde mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, sowie dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert und von der Europäischen Union kofinanziert.