2007


Ein denkwürdiger Anlass wurde am Donnerstag 20.12.07 um Mitternacht im Grenzbahnhof Eisenstein gefeiert. Mit dem Wegfall der Grenzkontrollen auf Grund des Beitritts der Tschechischen Republik zum Schengener Abkommen, konnte die Doppelglastür in den tschechischen Seitenflügel des Grenzbahnhofes erstmals geöffnet werden.

Der 1. Naturparkvorsitzende Heinrich Schmidt begrüßte dazu Landtagsabgeordneten Helmut Brunner, Landratsstellvertreter Willi Killinger und Bürgermeister Thomas Müller aus Bayerisch Eisenstein, sowie Bürgermeister Michal Šneberger aus Zelezna Ruda. Sein Gruß ging auch an die Vertreterin des Deutschlandfunk und an Donau TV.

MdL Helmut Brunner erinnerte an die Zeit davor und wünschte den Verantwortlichen im Eisensteiner Tal alles Gute zur grenzenlosen Zusammenarbeit, die künftig von interessanten Förderprogrammen begleitet wird. Die Situation, so Brunner war vor 20 Jahren noch völlig undenkbar. Nun kann man in eine gute Zukunft blicken.

Der Stellvertretende Landrat Willi Killinger erinnerte an die drei Meilensteine. Zuerst wurde der Grenzzaun durchschnitten, dann erfolgte der EU-Beitritt und jetzt fallen die Grenzkontrollen weg. „Mit Freude kann man so einen Tag begehen“, so Killinger.

Bürgermeister Michal Šneberger aus Zelezna Ruda erinnerte daran, dass der Ort durch die Ereignisse um Mitternacht lebt. Im Anschluss daran würdigte Naturparkvorsitzender Heinrich Schmidt die Arbeiten der beiden Architekten Tobias Mattes und Johannes Föckersperger, die beide im Rahmen ihrer Diplomarbeit sich dem Eisensteiner Tal gewidmet haben. Beide sind seit über einem Jahr in ihrem Beruf als Architekten tätig. Sie sind jedoch mit den Architekturmodellen, die sie damals in einjähriger Arbeit hauptsächlich über die Stadt Zelezna Ruda erstellt hatten, im Rahmen einer Ausstellung in den Grenzbahnhof zurückgekehrt. Die Ausstellung schildert, wie Haustypen aussehen können und welche Baumaterialien man verwenden kann. Dabei ist das Verhältnis von Gebäudegrößen im Innerortsbereich zueinander ein wichtiger Betrachtungspunkt.

Mattes und Föckersperger gingen auch der Frage nach, welcher Ort hat das Potential, den Anderen mitzuziehen. „Vielleicht kann es das „Ältere der Geschwister“ sein, also Zelezna Ruda“, so Mattes.

Die Ausstellung ist nun noch bis zum 29. Februar im tschechischen Seitenflügel des Grenzbahnhofes zu sehen. Im Anschluss daran wurde das Ereignis mit musikalischer Umrahmung gefeiert. Bewirtet wurden die Gäste mit einer Mitternachtssuppe durch die beiden Bürgermeister.


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. stellt seine neue Fledermaus-Internetseite vor. Seit mehr als 15 Jahren widmet sich der Naturpark intensiv dem Feldermausschutz im Bayerischen Wald. Begonnen hat alles mit einer Diplomarbeit der Biologin Susanne Morgenroth. Sie gilt heute als absolute Expertin in Sachen Fledermäuse. Die fachlichen Inhalte hat sie zusammen mit dem Naturpark-Biologen Alois Hofmann erarbeitet.

Die Internetseite kann man unter der Adresse www.fledermaus-bayern.de oder über die Naturparkseite www.naturpark-bayer-wald.de und dort speziell über den Menüpunkt Artenschutz erreichen. Auf der Seite erfährt man Wissenswertes über die Biologie und die Lebensweise von Fledermäusen. Darüber hinaus gibt es auch praktische Tipps zu Schutzmaßnahmen für Fledermäuse im privaten und öffentlichen Bereich und im Rahmen einer „Erste Hilfe – Checkliste“ wird beschrieben, wie man mit aufgefundenen Fledermäusen umgeht.
Ausführlich wird auch die Zusammenarbeit mit den tschechischen und oberösterreichischen Fledermausschützern im Böhmerwald und im Mühlviertel vorgestellt und zahlreiche Links verweisen auf weitere interessante Webseiten zum Thema Fledermaus- und Naturschutz. Gefördert wurde das Gesamtprojekt und der Internetauftritt von der Europäischen Union über das Programm INTERREG-III und mit Naturpark-Fördermitteln des Bayerischen Umweltministeriums..

Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. ist nach wie vor an Meldungen über Fledermaus-Vorkommen interessiert.


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. errichtet zusammen mit dem Landkreis Freyung-Grafenau und der Gemeinde Fürsteneck bzw. dem Markt Perlesreut eine Naturpark-Infostelle mit dem Schwerpunktthema „Flusslandschaft Ilz“. Der Bildungsreferent und Geschäftsführer des Naturpark Bayerischer Wald e.V. Hartwig Löfflmann und der Gebietsbetreuer für die Ilz Stefan Poost informierten MdL Eike Hallitzky und seinen Mitarbeiter Hermann Schoyerer über das geplante Vorhaben.
Der Naturpark erhält vom Schlosseigentümer Dr. Adrian Forster für 20 Jahre kostenlos einen ca. 100 m² großen Raum gleich nach dem Torturm des Schlosses Fürsteneck. Dort wird in einer Dauerausstellung über die Ilz und speziell über die Flussperlmuschel informiert.
Derzeit wird am Konzept gearbeitet, die Bauanträge für die Nutzungsänderung sind gestellt. MdL Eike Hallitzky interessierte sich als Haushaltspolitiker ganz speziell für die Finanzierung. Diskutiert wurden aber auch inhaltliche Fragen bis hin zur verkehrlichen Anbindung speziell auch der Ilztalbahn und von Radwegen. Ein weiteres Thema war die Finanzierung der Naturparke in Bayern an sich. Hier gibt es seit Jahren Defizite, begleitet von unsäglicher Bürokratie. Ein Presseartikel des Naturparkverbandes Bayern brachte dies Mitte November in der Süddeutschen Zeitung deutlich zum Ausdruck. Hallitzky informierte, dass er einen Landtagsantrag eingebracht habe, damit die Naturparke künftig zusätzliche Mittel aus der Tourismusförderung erhalten können.
Wenn in Sachen Ilzinfostelle alles planmäßig verläuft, dann soll dort bis zum Spätherbst 2008 eine interaktive Ausstellung fertiggestellt und eröffnet werden. Die Zeit drängt enorm, da das Förderprogramm der Europäischen Union, die das Vorhaben über EFRE unterstützt zum 31.12.2008 ausläuft. Weitere Geldgeber sind der Freistaat Bayern mit Landesmitteln, die Wasserwirtschaft, der Bezirk Niederbayern, der Landkreis Freyung-Grafenau, die Gemeinde Fürsteneck und der Naturpark Bayerischer Wald e.V. selbst. Die „Schwarze Perle“, wie die Ilz auch gerne genannt wird, stellt als eine der letzten Wildflusslandschaften der Bundesrepublik eine interessante Artenausstattung bei Tieren und Pflanzen vor. Gerade dies kann Kernstück einer Ausstellung werden und Besucher aus den beiden Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau und auch darüber hinaus anlocken.


Im Freyunger Kulturhaus wurde die Luchsausstellung des Naturpark Bayerischer Wald e.V. eröffnet. Erster Bürgermeister Peter Kasper zeigte sich in seinem Grußwort erfreut, dass die Ausstellung in der Stadt Freyung präsentiert werden kann und dankte den Zuhörern für ihr Kommen. Ein besonderer Gruß ging an Hartwig Löfflmann, den Bildungsreferenten des Naturpark Bayer. Wald e.V. und die Dipl. Biologin Sybille Wölfl, die für den Naturpark das Luchsprojekt leitet. Er dankte der Musikern von der Kreismusikschule Freyung für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung.

Die umfangreiche Ausstellung, die mit Finanzmitteln der Europäischen Union gefördert wurde, bietet multimediale Informationen zur Biologie und Ökologie des Luchses. Verständlich sind Themen wie Lebensweise, Nahrungswahl, Raumnutzung oder Jagdweise des Luchses dargestellt, so dass die Inhalte auch für Schulklassen ab der vierten Jahrgangsstufe sehr gut geeignet sind.

Im Luchsprojekt des Naturparks, das mit Fördermittel aus dem Interreg-III-Programm der EU und dem Naturparkprogramm des Bayerischen Umweltministeriums unterstützt wird, widmen sich die Mitarbeiter insbesondere auch den Konflikten, die im Zusammenleben von Luchs und Mensch entstehen können. Hier schnelle Hilfe und Betreuung anbieten zu können, sei ein wichtiger Faktor, um die Toleranz bei betroffenen Bevölkerungsgruppen wie Landwirten oder Jägern zu erhöhen, betonte, Sybille Wölfl, Biologin und Leiterin des Luchsprojekts im Naturpark bei Ihrem Einführungsreferat. Sie ging in ihrem einführenden Vortrag auch auf aktuelle Entwicklungen im bayerischen Wildtiermanagement ein.

Da ein systematisches Monitoring die Grundlage für jegliche Managemententscheidungen ist, werden beim Luchs-Projekt des Naturparks neue Methoden des Luchsmonitorings getestet. Dabei kommen ab Mitte Dezember Fotofallen zum Einsatz, die im Inneren und im Vorderen Bayerischen Wald, die Anwesenheit von Luchsen dokumentieren sollen.

Hartwig Löfflmann, Bildungsreferent und Geschäftsführer des Naturpark Bayer. Wald e.V. wies außerdem auf die projekteigene Website www.luchsprojekt.de hin. Hier sind weitere Informationen zum Thema Luchs abrufbar .


Einen Rekordbesuch verzeichneten Naturpark Bayerischer Wald e.V. und Arbeitskreis Energie des Landkreises Regen beim Vortragsabend über Stirlingmotoren und Einsatz von Dampfturbinen. Etwa 115 Interessierte waren zu der Veranstaltung gekommen, teilweise saßen die Besucher noch auf den Gängen oder waren wieder umgekehrt. In einem ersten Referat stellte Prof. Dr. Ing. Michael Elsner von der Fachhochschule in Regensburg sein Stirlingmotor-Projekt vor. Er ging kurz auf die Geschichte ab etwa 1950 ein. Zunächst wurde das Grundprinzip eines Stirlingmotors erläutert. Dieser arbeitet mit der Temperaturdifferenz zwischen kalt und warm. Als Arbeitsmedium wird mit Luft, Gas aber auch Stickstoff experimentiert. Kaltes Gas wird dabei komprimiert und warmes Gas expandiert. Die Vorteile gegenüber normalen Otto- und Dieselmotoren liegen im geringeren Kraftstoffverbrauch. Der Motor arbeitet leise und Vibrationsarm, ist robust und langlebig mit einem hohen Wirkungsgrad. Wichtig ist jedoch, dass man diesen Motor in einem konstanten Lastbereich betreibt, also für stationäre Stromerzeugung. Zu lösen sind Dichtigkeitsprobleme, das Arbeitsgas muss in einem geschlossenen Kreislauf bleiben. Fünf Maschinen wurden gebaut, eine davon nur für Messungen. Sehr viel Arbeit steckte Professor Elsner in die Grundlagenforschung. Auch etliche Diplomarbeiten sind in diesem Bereich gelaufen. Es wird derzeit experimentiert, welches Arbeitsgas das beste ist, wie sich die Motorleistung bei Volumenänderung der Maschine oder bei Veränderung des Phasenwinkels der zwei Kolben verändern. Konkret wird an dem Einbau eines Stirlingmotors in einen Pelletsheizkessel der Firma ETA aus Österreich gearbeitet. Die große Schwierigkeit besteht darin, dass bisher keine öffentlichen Gelder zu erhalten waren. Das Projekt wird nur von Firmen unterstützt.

In einem zweiten Referat stellte Geschäftsführer Manfred Rosenkranz aus Heiligenberg sein Dampfturbinenkraftwerk vor. Er betreibt ein System mit einem 90 KW Hackschnitzelkessel und daran angebauter Dampfturbine. Die Dampfturbine ist eine sehr junge Technik und wurde erst 1883 von Laval in Schweden entwickelt. Zahlreiche Ideen holte sich Rosenkranz von einem Schweizer Dampflokomotivenhersteller. Die Dampfturbine war jedoch so für seine Zwecke nicht zu gebrauchen. Seine Anlage liefert etwa zwei 2 KWh elektrische Leistung bei 75 KWh Wärmeleistung. Eine von Rosenkranz selbst entwickelte und gebaute Dampfturbine wurde vorgestellt und erläutert. Heißer Dampf treibt das Turbinenrad an.
Grobes Hackgut mit einem Durchmesser von 5 cm wird verwendet. Mit etwa 250 bis 300 Kilogramm Dampf werden bei etwa 20 bar Druck und hohe Drehzahlen auf der Turbine erreicht. Turbinen, so Rosenkranz, haben gegenüber Kolbenmotoren Vorteile. Deswegen werden sie auch in der Flugzeugindustrie eingesetzt. Mit der Dampfturbine wird ein Generator angetrieben, die elektrische Energie über LKW-Lichtmaschinen in 24 V - Batterien gespeichert, weil die Netzeinspeisung für Strom aus Dampfturbinen im Erneuerbare Energien Gesetz nicht höher vergütet wird. Hier müsste das Gesetz angepasst werden. Plattenwärmetauscher bringen die Energie in einen Puffer. Wenn die Systeme voll, sind stellt sich der Ofen automatisch ab und beginnt auch nach wenigen Stunden wieder mit seiner Arbeit. Sein System ist für Insellösungen ausgelegt. Die Kosten gibt er etwa mit 84000.- Euro an und eine Rentabilitätsrechnung liegt bei etwa neun Jahren. Auch Kälteerzeugung ist möglich. Rosenkranz rechnet mit etwa 40 % Brennstoffersparnis gegenüber normalen Hackschnitzelanlagen, weil heißer Dampf noch einmal in den Brennraum rückgeleitet werden kann.

Im Rahmen der Diskussion wurde von den Besuchern bemängelt, dass der Stromertrag sehr gering ist im Vergleich zur Hackschnitzelkesselgröße. Außerdem wurde in Redebeiträgen bemängelt, dass die Speicherung in Batterien unter Einsatz eines nachfolgenden Wechselrichters zur Wechselstromerzeugung ein sehr aufwendiges und teures System ist. Rosenkranz rechtfertigte sich damit: Dass die derzeit niedrige Stromvergütung ihn statt der Netzeinspeisung zur Batterienspeicherung zwinge.

Der Appell des Referenten ging auch dahin, die hochwertige Energieform Strom nur dort einzusetzen, wo es unbedingt für Steuerungen, PCs und hochwertige Anwendungen notwendig ist. Es ist heutzutage bei knappen fossilen Ressourcen und steigenden Energiepreisen blanker Luxus, wenn mit Strom gekocht oder geheizt wird. Nur so lassen sich die relativ bescheidenen Stromerträge im Vergleich zum hohen Wärmeaufwand in seinen Heizkesseln einigermaßen rechtfertigen. Unter www.dampfturbinenkraftwerk.de findet man weitere Informationen.

Am Schluss der anregenden Diskussion bedankte sich Dr. Paul Kestl vom Arbeitskreis Energie bei den beiden Referenten und bei den zahlreichen Besuchern für ihr Interesse.


Im Grenzbahnhof Eisenstein stellte Verleger Hans Schopf vom Ohetaler Verlag ein neues Buch über Eisenbahnen im Bayerischen Wald und im Böhmerwald vor. Autor ist Dr. Radovan Rebstöck aus Schüttenhofen. Er gilt als Eisenbahnfachmann. Das Buch erscheint als deutsch Erstausgabe im Ohetaler Verlag in Riedelhütte. In tschechischer Sprache erschien es im Sommer 2007, die Übersetzung aus der tschechischen Sprache fertigte Helfried Reischl. Das Buch Böhmerwald-Eisenbahnen ist ein Reiseführer, der über die Schönheiten der Landschaft informiert und die Geschichte der Eisenbahnstrecken unterhaltsam erzählt. Historische Fotos und eine Übersichtskarte von den Eisenbahnen im Bayerischen Wald und Böhmerwald runden das informative Buch ab. Das Buch umfasst die Eisenbahnstrecken von Plattling nach Pilsen, die Böhmerwaldbahnen von Zelezna Ruda über Wallern bis zur ehemaligen Pferdeeisenbahn Budweis - Linz, die Eisenbahnstrecke Haidmühle – Passau bzw. Freyung – Passau und die Zwieseler Spinne mit den Nebenstrecken nach Bodenmais und Grafenau. Das Buch ist in DIN A5 – Taschenbuchformat für 9,90 € erhältlich über den Ohetaler Verlag und im Buchhandel unter der ISBN 978-3-937067-75-9. Es kann auch im Grenzbahnhof im Naturparkinfozentrum beschafft werden.

Hans Schopf überreichte jeweils Exemplare an Dr. Willi Steger vom Klostermann - Verein, Helfried Reischl, den Übersetzer ins Deutsche, Bürgermeister Thomas Müller aus Bayerisch Eisenstein und Michal Šneberger aus Zelezna Ruda und Hartwig Löfflmann vom Naturpark Bayerischer Wald e.V..

Für Rückfragen steht der Ohethaler Verlag unter der Nummer 08553 / 97 888 70 von Montag bis Freitag von 9.00 bis 12.00 Uhr zur Verfügung.

Im Anschluss an die Buchvorstellungsrunde bedankten sich die Bürgermeister für das ausgezeichnete Büchlein beim Schriftsteller und beim Verleger sowie beim Übersetzter Helfried Reischl.


Die beiden Naturparke Oberer Bayerischer Wald und Bayerischer Wald hatten gemeinsam zu einem Diavortrag in den Grenzbahnhof Eisenstein eingeladen. Dipl. Ing. Cletus Weilner aus Burglengenfeld, der auch als Tauchlehrer und Ausbilder unter anderem für das Rote Kreuz arbeitet, hatte in einem interessanten Diavortrag die Welt unter Wasser präsentiert. Hartwig Löfflmann, Bildungsreferent beim Naturpark Bayerischer Wald e.V. und die Arber-Gebietsbetreuerin des Naturparks Oberer Bayerischer Wald hatten ihm im Rahmen der Einführung dafür bereits vorweg ganz herzlich gedankt.
Weilner informierte zunächst über die Entstehung der Eiszeitseen. Durch die Vergletscherung nach der letzten Eiszeit, der sogenannten Würm - Eiszeit, waren die Seebecken entstanden. Der Große Arbersee, der Kleine Arbersee und der Rachelsee wurden im Rahmen des Vortrags näher erläutert. Die hineingewachsenen Moore wurden mit der Aufstauung der Seen zur Holztrift zu schwimmenden Inseln. Am Großen Arbersee gibt es zwei schwimmende Halbinseln, am Kleinen Arbersee gibt es drei Inseln. Für die Taucher ist es sehr spannend unter diese Inseln zu tauchen. Dort ist es dunkel, man kann nur mit größter Vorsicht und angeseilt vordringen. Das Fotografieren ist ohnehin schwierig. Beginnend durch die Industrialisierung sind die Eiszeitseen sehr stark versauert. Sowohl Erzverhüttung als auch Glashütten und die beginnende Industrialisierung hatte zwischen 1825 und 1875 bereits diese negative Entwicklung eingeleitet.
Weilner hatte interessante Fotos von der Unterwasserwelt, angefangen von bizarren Wurzeln bis hin zu einzelnen Köcherfliegenlarven. Auch Algen und Flechten zogen die Fotografen in den Bann. Goldalgen mögen es sehr sauer und können Pflanzen belegen. Im Foto schauen diese glänzenden Algen sehr geheimnisvoll aus. Oft reichen die Wurzeln als lange Fäden fünf bis sechs Meter tief aus den schwimmenden Inseln bis zum Seeboden hinunter. Auch verschiedenste Libellenarten und deren Larven wurden präsentiert.
Im Rachelsee konnte man riesige Baumleichen mit bis zu einem Meter Durchmesser finden. Wissenschaftliche Auswertungen dieser Ergebnisse führte Weilner zusammen mit tschechischen Kollegen durch. Auch in den fünf Böhmerwald - Eiszeitseen war er mit Kollegen zu Tauchgängen unterwegs. Nur im Plöckensteinsee kommen Isoetes - Arten vor, die bereits seit 120 Millionen Jahren, also seit dem Erdmittelalter existieren. Die tschechischen Kollegen hatten diesbezüglich ein eigenes Projekt gestartet. Auch im Schwarzen See existiert eine Besonderheit. Isoetes lacustres kommt nur dort vor. Cletus Weilner richtete zum Schluss seines Vortrages einen Appell an alle, möglichst wenig Abgase zu emittieren und möglichst wenige Abfälle wegzuwerfen, die Natur merkt sich alles. „Wir haben so große Kostbarkeiten in unserer Natur, die es alle wert sind, sie für kommende Generationen zu erhalten“, so Weilner. Auch Sagen hat er in seinem Buch gesammelt. Beispielsweise gibt es für den großen Arbersee fünf, für den kleinen zwei und für den Rachelsee 15 verschiedene Sagen. Sein Buch „Die Eiszeitseen des Bayerischen Waldes“ kann über ihn bezogen werden oder auch über die Infozentren Grenzbahnhof und Naturparkhaus. Zum Schluss bedankte sich Hartwig Löfflmann beim Referenten und lud zu den letzten beiden Veranstaltungen in diesem Jahr.


Unter dem Titel „Leben und Natur im Böhmerwald“ wurde die Fotoausstellung von Wenzel Chabr im Naturpark-Infozentrum in Eisenstein eröffnet. Der Eröffnungsredner Thomas Müller, 3. Vorsitzender des Naturpark Bayerischer Wald e.V. und Bürgermeister von Bayerisch Eisenstein, konnte hierzu etwa 70 interessierte Zuhörer und Bildliebhaber begrüßen. Er stellte in seiner Begrüßung vor allem die gute „in Szene – Setzung“ des Böhmerwaldes dar. Gleich bedeutend mit der bayerischen Seite verwies der Bürgermeister auf die wertvollen Kulturschätze, die für den Fotografen wichtiger Bestandteil seiner Ausstellung sind. Im Anschluss daran bedankte sich der Bürgermeister Michal Sneberger aus Zelezna Ruda bei Wenzel Chabr, dass er dazu beiträgt wichtige Motive aus dem gegenwärtigen Leben der Grenzregion den Besuchern aufzuzeigen.

Bei der Laudatio von Arnold Multerer, vom Naturpark Bayerischer Wald, wurde der Fotographiekünstler vor allem in der Hinsicht gewürdigt, dass er bewusst den Menschen und seine Umwelt in nahe Beziehung zueinander und gleichzeitig auf eine Ebene bringt. „Auch beim Naturpark spielt der Mensch eine zentrale Rolle, genauso wie bei den gezeigten Fotographien. Bei den Bildern wird zum einen die kleinstrukturierte bäuerliche Kulturlandschaft in den Mittelpunkt gestellt, die der Mensch in nachhaltiger Weise über Jahrhunderte formte. Zum anderen werden auch die unzähligen Naturschönheiten und Eigenheiten, wie die eiszeitlichen Seen oder menschlich unberührten wildromantischen Landschaftsteile auf treffende Weise dem Besucher gezeigt.“

Chabr versteht es durch seine Fotographien die Natur- und Kulturschönheiten des Böhmischen Grenzgebirges den Touristen, aber vor allem auch den Einheimischen näher zu bringen. Genau dies sind die Aufgaben und Zielsetzungen des Naturpark Bayerischer Wald e.V.. Nur wenn diese Highlights der Bevölkerung näher gebracht werden, können sie in angemessener und nachhaltiger Weise nachfolgenden Generationen weitergegeben werden. Das hat Chabr mit seiner Ausstellung geschafft. Wer die vielsagenden Fotos aus der Böhmischen Grenzregion sehen will, hat noch bis März nächsten Jahres im Infozentrum Grenzbahnhof zu den üblichen Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen jeweils von 09:30 bis 16:30 Uhr die Gelegenheit dazu.


Unter der Veranstaltungsreihe „Rund um den Arber“ organisierten die beiden Naturparke Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald eine naturkundliche Exkursion vom Arbersee durch die Arberseewand hinauf bis zum Gipfel. Geführt wurde die 80 köpfige Gruppe vom Gebietsbetreuer Arnold Multerer.
Bei wahrlich herrlichem Spätsommerwetter brach die Gruppe vom Arbersee auf. Hier überquerten die Teilnehmer die 4 rechten Seitenmoränen des Arbersees, die während der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren entstanden. 2 Gletscher schoben sich damals vom Gipfel des Großen Arber und von der Seewand talwärts. Dabei formten sie zum einen den Seegrund und hinterließen abgetragenes Material, das die sog. Moränen entlang des Sees bildet. Für ein ungeübtes Auge sind diese im Gelände kaum erkennbar. Doch nachdem Arnold Multerer beim Überqueren der einzelnen Seitenmoränen darauf hinwies, konnten die Teilnehmer diese gut erkennen.

Beim Einstieg in die Arberseewand wurde den Teilnehmern die Wichtigkeit von ausreichend Totholz in den Wäldern bewusst: Urwaldähnliche Strukturen aus Bäumen mit bis zu 500 Jahren, Zerfallsstadien mit reichlich Totholz und Naturverjüngungsstadien zieren das Bild der seit Jahrhunderten weitestgehend ungenutzten Seewand. In diesen urwüchsigen Waldbeständen können z.B. verschiedene Spechtarten ihre Nahrungsgrundlage sichern und einen optimalen Höhlenplatz für die Aufzucht der Jungvögel vorfinden. So kann mit etwas Glück zum Beispiel der Dreizehenspecht, eine der seltenen Spechtarten, angetroffen werde. Wem das Glück versagt bleibt, diese Spechte bei ihrem Tagesgeschäft anzutreffen, der wird aber trotzdem genügend Specht-Fraßspuren an abgestorbenen Bäumen zu sehen bekommen. Beeindruckend ist aber nicht nur die Vogelwelt in der bis zu 400 Meter steil aufragenden Felswand, sondern auch die weitgehend natürliche Vegetation aus Bäumen unterschiedlicher Altersstruktur und dem farnbewachsenen Untergrund. Die wasserbenetzten Felswände mit reichlich Moosbewuchs übten ebenfalls ihren Reiz auf die Exkursionsgruppe aus.

Am Ausstieg der Seewand durchquerte man Windwurfblösen entlang der Kammlage. Hier zeigte der Gebietsbetreuer auf, wie ein Lebensraum des Auerhuhnes aussieht: Aufgelockerte Altholzbestände mit reichlich Beerensträuchern, Ameisenhaufen und einigen umgewurzelten Fichtenteller. Hier fühlt sich der scheue Waldvogel richtig wohl. In gewisser Weise ist ein Miteinander zwischen dem Auerhuhn und den touristischen Aktivitäten möglich ist, solange sich die Freizeittreibenden an ausgewiesene Wanderwege und Loipen halten. Arnold Multerer verwies darauf, dass es vor allem wichtig sei, dass die Auerhuhnlebensräume im Winter durch die Freizeittreibenden gemieden werden. Beim letzte Aufstieg durchquerte die Gruppe den natürlich vorkommenden Hochlagenfichtenwald. Dort konnte die Gruppe gut erkennen, wie schmalwüchsig diese Fichten sind, um der Schneelast und den extremen Wetterbedingungen zu trotzen. Am Gipfel legte man eine Pause ein, bis man nachher über den Fernwanderweg wieder zurück zum Großen Arbersee abstieg.








Der Bayerische Wald bietet eine Vielzahl von einzigartigen Anblicken. Sei es einer der beiden Arberseen, die Risslochfälle, der Große Arber selbst, seine Fauna und Flora oder eines der vielen anderen Naturwunder. Sie alle stellen ein einmaliges Motiv, sowohl für das menschliche Auge als auch für die Kameralinse, dar.
Der Verband Deutscher Naturparke (VDN), in welchem auch der Naturpark Bayerischer Wald e.V. Mitglied ist, veranstaltet den 12 Monate laufenden Fotowettbewerb „Augenblick Natur“. Ziel dieses Wettbewerbes ist es, durch ausdrucksvolle Fotographien die verschiedenen Facetten der heimatlichen Naturparke aus ganz Deutschland einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.
Die Teilnahme ist sowohl für Profi- als auch für Hobbyfotographen möglich. Die Fotos können nach einmaliger Anmeldung auf der Homepage www.naturparke.de/fotowettbewerb.php veröffentlicht werden. Jeden Monat wird ein Motiv zum „Bild des Monats“ gewählt. Aus den jeweiligen Monatssiegern wird am Ende das „Naturpark- Foto des Jahres 2007/2008“ gekürt.
Für Monats- und Jahressieger winken attraktive Preise (Digitalkameras, Fotobücher und vieles mehr) im Gesamtwert von 18.000 Euro. Unter anderem wartet als Hauptgewinn für das beste Naturparkfoto 2007/2008 eine digitale Profikamera der Marke Olympus, Modell E 510. Des weiteren besteht für alle Teilnehmer die Chance auf eine Veröffentlichung ihres Fotos in einem exklusiven Bildband welcher voraussichtlich Ende 2008 erscheinen wird.
Die Art des Motivs ist nicht vorgegeben! Jeder Teilnehmer hat somit die Möglichkeit seine ganz persönliche Impression der Natur darzustellen. Aus diesem Grunde dürfte es für jedermann ein leichtes sein, aus dem reichhaltigen Angebot an großen und kleinen Wundern des bayerischen Waldes sein ganz persönliches Highlight zu finden und es auf einem Foto festzuhalten. Weitere Informationen sind auf der Homepage des VDN www.naturparke.de zu finden. Hier können auch die bereits online gestellten Fotos betrachtet werden.
Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. wünscht allen Fotographen viel Glück und Spaß auf der Suche nach Ihrem ganz persönlichen Naturparkfoto.