Januar 2013


Das Wetter meinte es ganz gut mit den Teilnehmern der Winterwanderung des Naturparks Bayerischer Wald e.V. im Ilztal. Leichte Minusgrade und etwas Schnee lockten an die vierzig Teilnehmer, die mehr über das Iltzal im Winter erfahren wollten. Sie wissen anhand der gefundenen Spuren im Schnee nun genau, wie der Hase läuft, wo sich die Vorder- und die Hinterpfoten abgedrückt haben, in welche Richtung er lief und ob er stark in Eile war oder nicht. Die Wasseramsel ließ sich im vorbeifliegen nur hören, bei einer solchen Ansammlung am Ufer wollte sie lieber nicht in Sichtweite auf Nahrungssuche gehen, sondern zog es vor, sich kurzfristig in ruhigere Bereiche ihres Revieres zu verziehen. Gänsesäger und Eisvogel konnten nur in mündlich beschreibender Form als Dauerbewohner des Ilztales vorgestellt werden. Auf einigen größeren, mit schneebedeckten Steinen in der Ilz, waren seltsame Schleifspuren zu sehen, Enten oder Biber wurde von den Teilnehmern gemunkelt. Der über den Europäischen Sozialfonds und den Bayerischen Naturschutzfonds geförderte Gebietsbetreuer Stefan Poost erklärte den Wanderern, dass es sich sehr wahrscheinlich um den Fischotter als Verursacher dieser Spuren handelt. Der verspielte Wassermarder rutscht gerne über solche Felsen ins Wasser. Etwas weiter unterhalb konnte dann auf einem Stein in Ufernähe neben Spuren auch die Hinterlassenschaften des Fischotters gefunden und dieser nun eindeutig bestätigt werden. Aufgrund des wenigen Neuschnees und der vielen Wanderer am Wochenenden waren in unmittelbarer Nähe des Ilztalwanderweges neben zahlreiche Hundespuren nur wenige Spuren von Wildtieren zu sehen. „Die Wildtiere gehen lieber parallel zum Wanderweg, etwas höher in den Ilzleiten entlang“, so der Gebietsbetreuer. Nach gut zweistündiger Wanderung waren die Spurensucher wieder zurück an der Schrottenbaummühle. Ausdrücklich gelobt wurde von allen Teilnehmern auch das Engagement der Anliegergemeinden, die den Ilztalwanderweg in diesem Bereich beiderseits durch schneeräumen für Wanderer gut begehbar gemacht haben.


„Mit Bildung und Beratung für die Energiewende begeistern – zehn Jahre Erfahrungen aus dem Energielandkreis Fürstenfeldbruck“ lautet der Titel eines Vortrages mit anschließender Diskussion in Viechtach. Die Veranstaltung findet am Freitag, den 1. Februar um 19:30 Uhr im Alten Rathaus am Viechtacher Stadtplatz statt. Veranstalter ist die Umweltstation des Naturpark Bayerischer Wald zusammen mit dem „Agenda 21 Arbeitskreis Energie“ im Landkreis Regen. Alle Interessierten sind herzlich zu diesem kostenlosen Vortrag eingeladen, der auch der privaten und beruflichen Fortbildung dient. Referentin ist Diplom Ingenieurin Birgit Baindl, Agenda 21 Beauftragte und langjährige Vorsitzende des ZIEL – 21 Vereins in Fürstenfeldbruck. Dieses Energienetzwerk von Privatpersonen, Gemeinden und Firmen hat sich eine komplette Versorgung des Landkreises durch erneuerbare Energien bis zum Jahr 2030 zum Ziel gesetzt. Dabei konnte man bereits einige Erfolge verzeichnen, alleine der Sonnenstromanteil beträgt ein Fünftel des Strombedarfs. Die Energiewende wird mit Bildung und Beratung umgesetzt. Bereits Kindergärten führen „Hol´ Dir die Sonne!“ – Projekte durch. Schulen bieten gemeinsam mit dem Ziel 21 - Verein die Projektwochen „Sonne voll Energie“. Dabei beschäftigen sich kleine „Energieforscher“ kreativ und spielerisch mit dem Thema „Klima und Energie“. Beratung, Information und Aufklärung ist besonders wichtig für die Energiewende in diesem Vorreiterlandkreis. Personen und Institution lassen sich von Fachleuten - beispielsweise bei einer kostenlosen Erst-Energieberatung - informieren. Zentraler Punkt ist dabei ein effizienter Energieeinsatz bei der Gebäudeheizung und -dämmung, beim Stromverbrauch und beim privaten Verkehr. Der Einsatz regionaler und erneuerbarer Energieträger wie Holz oder Biomasse, die Gebäudesanierung, Solarkollektoren etc. schaffen Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region. „Statt Ölscheichs oder Gaskonzerne aus der weiten Welt profitieren Waldbauern und Heizungsbauer aus unserem Landkreis“, betont Heinrich Schmidt, Vorsitzender des Naturpark Bayerischer Wald und Leiter der Umweltstation Viechtach in diesem Zusammenhang. Energiesparen ist nicht nur gut für den Geldbeutel jedes einzelnen, sondern schont die Umwelt und das Klima. Nach diesem Motto hoffen die Veranstalter auf eine rege Beteiligung von interessierten Personen und Institutionen. Positivbeispiele, langjährige Erfahrungen und Anregungen soll der angebotene Vortrag dazu geben.


Die Energiewende ist eine der größten Herausforderungen für Deutschland. Es muss der Ausstieg aus der Atomenergie gelingen und es muss ein signifikanter Beitrag zur Einsparung klimaschädlicher Gase geleistet werden, um die menschengemachte Klimaerwärmung zu begrenzen. Viele Bürger fragen sich, was ihre Verantwortung ist und was sie persönlich dazu beitragen können. Der Agenda 21 Arbeitskreis „Energie und Verkehr“ des Landkreises Regen konnte Dipl.-Ing. TU Peter Heinzel zu einem Vortrag gewinnen. Er ist autorisierter Berater von der Offensive Mittelstand – Effizienz für Unternehmen - gut für Deutschland. Er wird über das Thema „Mein persönliches Energiekonzept und die Welt drum herum“ referieren. Sein Unternehmen berät Unternehmen und Organisationen bei der Umsetzung von Energieeinsparungen und bei der Einführung von Energiemanagementsystemen. Er wird den aktuellen Stand der Energiewende darlegen und aufzeigen, wo wir selber in diesem Umfeld stehen. Des Weiteren wird er Ziele angeben und Lösungswege ableiten. Dazu wird er Handlungen, die in diesem Kontext sinnvoll sind, vorschlagen, aber auch solche, die besser unterlassen werden sollten. Sein Vortrag schließt sämtliche Bereiche, von der Energieerzeugung, über die Verteilung bis hin zum Verbrauch ein. Der Vortrag findet am Donnerstag, den 24. Januar 2013, Uhr im Naturparkhaus in Zwiesel, Infozentrum 3 statt. Beginn ist bereits um 19:00 Uhr. Der Vortrag ist kostenfrei. Der Arbeitskreis und Naturpark Bayer. Wald laden herzlich ein und freuen sich über eine rege Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger.


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. lädt am Sonntag, den 27.01.2013 zu einer geführten Winterwanderung im Ilztal ein. Trotz Schnee und Eis ist das Ilztal nicht gänzlich in „Winterstarre“ verfallen. An den eisfreien Stellen geht z.B. die Wasseramsel schier unermüdlich auf Nahrungssuche. Der Gebietsbetreuer Stefan Poost wird auf der etwa zweistündigen Wanderung durch das Naturschutzgebiet „Obere Ilz“ den Teilnehmern anhand gefundener Spuren im Schnee die Tierwelt im Ilztal näher erläutern. Treffpunkt ist 14:00 Uhr am Parkplatz bei der Schrottenbaummühle. Festes Schuhwerk und warme Kleidung werden empfohlen.


„Echten Urwald“, Gebiete, in denen nie Forstwirtschaft betrieben wurde, gibt es selbst in den noch sehr ursprünglich wirkenden Wäldern des Hinteren Bayerischen Waldes sehr selten. Doch immer mehr Touristiker merken, dass dieser „Urwald“ nicht nur in den Augen der Naturschützer erhalten und gefördert werden muss, sondern dass auch immer mehr Gäste und Einheimische nach dem Ursprünglichen suchen. Kürzlich luden daher Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald und Filmemacher Jürgen Eichinger alle Interessierte ins Alte Rathaus nach Bodenmais ein, um sowohl gemeinsam mit Hilfe des bereits mehrfach preisgekrönte Eichinger-Films „Wildes Deutschland – Bayerischer Wald“ die Geburt eines neuen Urwaldes mitzuerleben, als auch, um im Gespräch nach Kompromissen zwischen Naturschutz und Naturnutzung zu suchen. Dass die rund 60 Teilnehmer nicht nur von der Dramatik des Films, der in besonders eindrucksvollen Bildern sowohl die „Zerstörung“ der einstigen Fichtenmonokulturen im Altnationalpark durch Orkane, den anschließenden Befall der riesigen Windwurfflächen durch den Borkenkäfer und die Entstehung eines neuen Urwaldes zeigt, begeistert, sondern auch von der Kernbotschaft des Films beeindruckt waren, zeigte sich in der anschließenden Diskussion. Im Bayerischen Wald empfinden Gäste oft noch ein Gefühl von „wahrer Wildnis“, ein Gefühl von „ursprünglicher Natur“, von Ruhe. Allerdings nur, wenn der Mensch nur behutsam oder – wie im Kerngebiet des alten Teil des Nationalparks – gar nicht in die Natur eingreift. Abschließend fasste Jürgen Eichinger die Diskussion so zusammen: „Naturschutz lebt vom Gespräch. Beide Seiten – Nationalpark und Nationalparkgegner – sollten miteinander ins Gespräch kommen. Wichtig ist, dass die Ängste der betroffenen Waldbauern wahrgenommen werden“.


Für den Naturpark Bayerischer Wald e.V. und die Umweltstation Viechtach begrüßte der 1.Vorsitzende Heinrich Schmidt die Anwesenden und den Referenten Franz Zoller von den Kreiswerken aus dem Landkreis Cham. Der Vorsitzende des Arbeitskreises Energie und Verkehr Dr. Wolfgang Schlüter stellte in seinem Grußwort die Gründung von Bürgergenossenschaften bei der Energiegewinnung als Ziel dar. Franz Zollner berichtete kurz über seinen Aufgabenbereich bei den Kreiswerken Cham. Anschließend stellte er kurz Energiebilanzen für die Welt und für Deutschland bzw. den Landkreis Cham dar. Das größte Potenzial besteht unbestritten bei der Solar-Thermie. Auch bei der Photovoltaik und beim Wind gibt es aber noch ungenutzte Potenziale. Der Landkreis Cham hatte bereits vor zwei Jahren eine Energiegenossenschaft gegründet. Auch im Nachbarlandkreis Freyung-Grafenau hatten engagierte Bürger Mitte 2012 eine Energie-Genossenschaft gegründet. Das Ziel besteht darin, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt. Zollner beleuchtete im Rahmen seines bebilderten Vortrages die Bereiche Solar-Thermie, Photovoltaik, Biomasseheizung, Biogas, Biomüllvergärung, Wind- und Wasserkraft. In zehn Jahren war die Bereitschaft im Landkreis Cham so groß dass ca. 200 Millionen Euro investiert wurden. Die Erträge alleine für das Jahr 2011 beliefen sich auf knapp 75 Millionen Euro. Den Einstieg bei den Projekten hatte man im Landkreis Cham über Bürgersolaranlagen geschafft. Bereits 2010 gab es eine erst Ausschüttung, die Erträge steigerten sich 2011 und 2012. Das Ziel dort besteht derzeit darin, eine Windkraft-Anlage zu errichten. Ausführlich ging Zollner auf Vor- und Nachteile von Genossenschaftsformen und GmbHs ein. Er durchleuchtete mögliche Risiken und Ertragsaussichten. Anschließend stellte er den Weg der Gründung dar, beginnend beim Kontakt mit dem Genossenschaftsverband, mit der Aufstellung eines Geschäftsplanes, einer Satzung sowie der Gewinnung von weiteren Mitgliedern und der Ausformung der entsprechenden Organe. Nach dem etwa zweistündigen Referat schloss sich eine intensive Diskussionsrunde an. Ein kleiner Kreis interessierter Personen erklärte sich bereit die Gründung einer Genossenschaft mit entsprechender Vorbereitungsarbeit zu unterstützen. Zum Schluss bedankte sich der 1. Vorsitzende des Naturpark Bayer. Wald e.V., Heinrich Schmidt bei den Zuhörern und beim Referenten Franz Zollner. Seinem ehrenamtlichen Engagement ist es hauptsächlich zu verdanken, dass die Genossenschaft im Landkreis Cham die heutige Form und Effizienz erlangt hatte. Dieses Beispiel will man sich nun zu Nutze machen.