Februar 2007


Auch am vergangenen Sonntag waren die beiden Gebietsbetreuer Arnold Multerer und Caroline Stautner wieder im Auftrag der Natur unterwegs. Ziel waren dieses Mal die Arbermandeln am Gipfel des Großen Arbers. Hierzu brach man zur Mittagsstunde mit Schneeschuhen bewaffnet vom Großen Arbersee her auf. Als Route wurde der Fernwanderweg E6 zum Gipfel des Gr. Arbers gewählt, da auf dieser Route die Wildtiere an Wanderer gewöhnt sind. Außerdem werden hier keine sensiblen Bereiche von störempfindlichen Waldtieren durchquert.

Zu Beginn der Wanderung konnten sich die meisten Teilnehmer nicht vorstellen, dass die Schneeschuhe überhaupt zu gebrauchen sind. Am Gr. Arbersee hatte es für sie den Anschein, dass kaum Schnee liegt. Doch nach etwa 300 Metern wurden sie bereits eines Besseren belehrt. Nachdem viele keinen guten Halt mehr auf der Schneedecke fanden, legte man die Schneeschuhe an. Und siehe da, die Schneeschuhe gaben sehr guten Halt.

Die beiden benachbarten Naturparke Bayerischer Wald e.V. (Zwiesel) und Oberer Bayerischer Wald e.V. (Cham) haben zu dieser geführten Schneeschuhwanderung eingeladen, um wertvolle Tipps zu geben. Die Gebietsbetreuer zeigen auf was beim Schneeschuhwandern zu beachten ist, um unsere Tierwelt im Bayerischen Wald nicht zu gefährden. Während des 2,5 stündigen Aufstieges bis zum Gipfelkreuz wurden immer wieder kurze Halts eingelegt und die Gebietsbetreuer informierten die Teilnehmer.
Die Schneeschuhgeher erfuhren, dass die Tiere sehr sparsam mit ihren Energiereserven, die sie sich während der Sommermonate zulegten, haushalten müssen, um über die Winterzeit zu kommen. „Jede unnötige Störung schreckt die Tiere auf und sie flüchten unter erheblichem Stress. In schneereichen und kalten Winterjahren, können bereits einzelne solcher Fluchtreaktionen den Tod der Tiere bedeuten“, so Arnold Multerer. Den Schneeschuhwanderern wurde z.B. bewusst, welche Tiere besonders durch Störungen beeinträchtigt sind. Hierzu zählen die beiden Gebietsbetreuer alle Raufußhühner. Zu dieser Gattung zählt auch der größte europäische Waldvogel, das Auerhuhn. Deshalb sollten die Schneeschuhgänger sensible Bereiche meiden. Darunter fallen vor allem die Gebiete mit offenen alten Baumbeständen, die über 800 Höhenmeter liegen. Auch sollten Wanderungen parallel zu Waldrändern, einzelstehende Bäumen und Baumgruppen, sowie die Winterfütterungsstellen der Waldtiere gemieden werden.

Als praktikabelste Lösung für Schneeschuh- und Tourengänger empfiehlt Arnold Multerer, sich an bereits existierende gut ausgeschilderte Winterwanderwege zu orientieren. Zum einen ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich in den großen zusammenhängenden Waldgebieten verläuft eher gering, zum anderen tritt bei den Tieren eine Art Gewöhnungseffekt auf. D.h. man bleibt für die Tiere eher berechenbar und wird nicht als Gefahr eingestuft.

Caroline Stautner erzählt der Gruppe, dass einige Tiere wie z.B. der Luchs an das Leben mit viel Schnee gut angepasst sind. Mit seinen Breiten Füssen bricht er ähnlich wie Schneeschuhgänger kaum ein und kann sich somit schnell fortbewegen.

Bei der Umwanderung des Gipfelplateaus, bekam die Gruppe leider die Arbermandeln in ihrer vollen Pracht nicht zu sehen. Das Wetter der vergangenen Tage führte dazu, dass die bis zu 30 cm dicken Eis- und Schneeschichten zum größten Teil von den Ästen abgefallen waren. Doch dafür wurde die Gruppe anderweitig entschädigt. Unvorstellbar groß sind die Windwurfflächen, die der Sturm Kyrill geschaffen hatte. „Große Teile des Kleinen Arbergipfels und Fichtenbestände abwärts nach Bodenmais, sind dem heftigen Windsturm zum Opfer gefallen.“ Besonders gut zu sehen waren die Sturmschäden vom Bodenmaiser Riegel aus. Laut dem Gebietsbetreuer sind die unzähligen schneebedeckten „großflächigen Schachten“ in Wirklichkeit entwurzelten Fichtenbestände.

Nach der Gipfelumrundung kehrte man noch ein und trat nachher den Rückweg zum Gr. Arbersee an. Vor allem Arnold Multerer und Carolin Stautner erhoffen sich durch diese Routenempfehlungen, lenkend Einfluss auf den Wintertourismus zu nehmen.


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. blickt auf die ersten 5 Jahre im Nullenergiehaus zurück. Am 28. Februar 2002 eröffnete Umweltminister Dr. Werner Schnappauf das Infozentrum und bezeichnete das Holzhaus als „Spitze in Europa“. Im selben Jahr erhielt der Naturpark den Bayerischen Energiepreis vom Wirtschaftsministerium verliehen. Die Idee, ein Sonnenhaus zu bauen, ist dagegen fast 10 Jahre alt. Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte es sich zum Ziel gesetzt, ein Gebäude aus dem nachwachsendem Rohstoff Holz zu errichten, das ausschließlich solar beheizt werden kann. Bereits bei der Bauausführung wurde auf größte Sparsamkeit und Energieeffizienz wert gelegt. Die Bauteile wurden weitgehend ökobilanziert und möglichst viele heimische Baumaterialien verwendet. Eine 110 qm² große, thermische Solaranlage auf der Südfassade speist einen 21.000 Liter Wasser fassenden Pufferspeicher im Treppenhaus des Gebäudes. Dieser kann 2-3 Wochen überbrücken. In punkto Strom- und Wassersparen wurde Vorbildliches geleistet. Bis hin zu halogenfreien Elektrokabeln, die kaum Ausdünstungen und ein wesentlich günstigeres Brandverhalten aufweisen, wurden viele Kleindetails ökologisch konsequent realisiert.

Die Auswertung der Energiedaten nach 5 Jahren sprechen für sich. Im fünfjährigen Mittel wurde für das 762 m² Nutzfläche umfassende Gebäude im Durchschnitt 8.346 kWh Energie zur Bereitung von Warmwasser und Raumheizung benötigt. Rechnet man dies auf Heizölverbrauch um, ergibt dies bei der vorhandenen Gebäudegröße das 1,1 - Liter Haus. Herkömmliche Gebäude verbrauchen dagegen bis zu 20 Liter pro m² Nutzfläche und mehr im Jahr. In einem Liter Heizöl stecken ja bekanntlich etwa 10 kWh Heizenergie. Bei der Verbrennung eines Liters Heizöls werden etwa 2.6 kg Kohlendioxid in die Atmosphäre entlassen. Selbst das schon gut gedämmte und sparsame Naturparkhaus konnte durch die Beheizung mittels der Solaranlage 13.000 kg Kohlendioxid einsparen. Die gesamte Zahl erscheint nicht viel, wenn man jedoch bedenkt das etwa 90 % der sonst üblichen Heizenergie durch konsequente Wärmedämmmaßnahmen eingespart wurden, ist dies ein beachtliches Ergebnis. Die Baukosten lagen damals mit 1.515 € pro m² Nutzfläche im Rahmen.

Das Objekt wurde während der Bauzeit häufig misstrauisch beobachtet und teilweise sogar verspottet. Als „teurer Schuppen“ beschimpft und als „Spinnerei“ abgetan. Nach 5 Jahren Betriebserfahrung kann man allmählich steigendes Interesse am solaren Bauen verzeichnen. Ergänzt wurde die Ausstellung im Naturparkhaus im Jahr 2005 durch eine Ausstellung mit dem Titel „Vom (K)Altbau zum Sonnenhaus“. Dort werden wichtige Tipps zur Sanierung von Altbauten gegeben. Die Altbaurenovierung ist die größte Herausforderung unserer Zeit. Die meiste Energie wird dort vergeudet. Wertvolle Devisen laufen in die Ölregionen dieser Erde oder tragen zu Rekordgewinnen bei Erdgas - Exporteuren bei. Das sind Devisen die hier im Lande sehr stark fehlen und einen unendlichen Schub in der Baubranche und beim Handwerk auslösen könnten. Das Naturparkhaus findet diesbezüglich noch viel zu wenig Beachtung und bisher nur wenige Nachahmer, die meisten öffentlichen Bauten sind keine Vorbilder. Niedrigenergiehäuser zeigen aber, dass man die meiste Energie einsparen kann, mit großen Solaranlagen einen beachtlichen Teil Energie gewinnen kann und einen eventuell verbleibenden Rest dann ohne Raubbau an den Wäldern mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz decken kann. Die derzeitigen Klimaschutzdiskussionen bräuchten dann nicht geführt zu werden. Im Naturparkhaus hat man für Schulklassen und Projekttage ein Programm ausgearbeitet und bietet Informationen über nachwachsenden Rohstoffe. Geöffnet ist das Nullheizenergiehaus von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 09:30 bis 16:30 Uhr und nach Anmeldung für Gruppen auch darüber hinaus. Das Jubiläum wird man zusammen mit dem 40 Jährigen Jubiläum des Naturparkvereins am 18. Mai mit Umweltminister Dr. Werner Schnappauf und am 19. und am 20. Mai bei Tagen der offenen Tür noch einmal gebührend feiern. Nähere Informationen zum Naturparkhaus gibt es auch unter www.naturpark-bayer-wald.de.


Schneeschuhwandern erfährt in den letzten Jahren einen regelrechten Boom und entwickelt sich hin zur neuen Trendsportart für jede Altersgruppe. Im Grunde ist es ja ganz einfach: Die Schneeschuhe unter den Arm, raus vor die Haustür und darauf los. Diesen Winter war das jedoch im Bayerischen Wald nicht so einfach möglich. Man musste schon die höchsten Erhebungen ansteuern, um auf Schnee zu stoßen. Gott sei Dank gibt es ja noch den Arber, wo man mit ziemlicher Sicherheit Schnee während der Wintermonate und darüber hinaus vorfindet. Nicht nur aus diesem Grund haben die beiden benachbarten Naturparke Bayerischer Wald e.V. (Zwiesel) und Oberer Bayerischer Wald e.V. (Cham) am vergangenen Sonntag zu einer geführten Schneeschuhwanderung zum Gipfel des Großen Arbers eingeladen, sondern auch um wertvolle Tipps zu geben, was man beim Schneeschuhwandern beachten soll, um auf Dauer unsere interessante Tierwelt im Bayerischen Wald nicht zu gefährden.
Unter der Führung der beiden Gebietsbetreuer Caroline Stautner und Arnold Multerer brach die Gruppe vom Großen Arbersee im Morgennebel auf. Als Route wurde der Fernwanderweg E6 und der neu ausgezeichnete Goldsteig zum Gipfel des Arbers gewählt. Während des etwa 2,5 stündigen Aufstieges bis zum Gipfelkreuz blieb der Wald in seinem geheimnisvollen Nebeldunst, was der Wanderung einen besonderen Reiz verlieh. An geeigneten windstillen Plätzen wurden immer wieder kurze Halts eingelegt und die Gebietsbetreuer informierten die Teilnehmer.
So berichtet Caroline Stautner über die verschiedenen Überlebensstrategien der heimischen Tier- und Pflanzenwelt: Die Schneeschuhgänger erfuhren, dass die Tiere sehr sparsam mit ihren Energiereserven, die sie sich während der Sommermonate zugelegt haben, haushalten müssen, um über die Winterzeit zu kommen. Sie erfuhren auch, dass jede unnötige Störung sie aufschreckt und die Tier unter erheblichen Stress flüchten. Hierbei verbrauchen sie bis zu 12 mal mehr Energie als normal. Der bisherige Winter ist von seiner Strenge eher eine Ausnahme. Doch in schneereichen und kalten Winterjahren, wie beispielsweise vergangen Winter, können bereits einzelne solcher Fluchreaktionen den Tod der Tiere bedeuten.
Den Schneeschuhwanderern wurde auch bewusst, welche Tiere besonders durch Störungen beeinträchtigt sind. Arnold Multerer zählt hierzu vor allem den größten europäischen Waldvogel, das Auerhuhn. Dieser etwa gänsegroßer Waldbewohner ist im Bayerischen Wald bereits sehr selten und deutschlandweit vom Aussterben bedroht. Da das scheue Auerhuhn vor allem in den Hochlagen des Bayerischen Waldes vorkommt, hat es hier mit den widrigsten Umständen zu kämpfen. Der Gebietsbetreuer bezeichnet dies als „Leben am Limes! Während der geschlossenen Schneedeckendauer ernähren sich die Auerhühner fast ausschließlich von Fichtennadeln. Dass diese Kost nicht sehr nahrhaft ist und wenig Energie liefert, kann sich wohl jeder vorstellen. Erst im Frühjahr können sich die Tiere von den Strapazen des Winters erholen und auf nahrhaftere Kost, wie junge Triebe und Insekten umsteigen. Erst nach dem Reifen der erste Beeren, werden diese zur energiereichen Hauptnahrung des Waldvogels. Doch bis dahin ist noch ein langer Weg und das heißt für den Schneeschuhgänger sensible Bereiche zu meiden. Darunter fallen vor allem die Gebiete mit offenen, alten Baumbeständen, die über 800 Höhenmeter liegen.“ Wanderungen parallel zu Waldrändern, einzelstehenden Bäumen und Baumgruppen sollten unterbleiben, die Winterfütterungsstellen der Waldtiere sollten gemieden werden. Als praktikabelste Lösung für Schneeschuh- und Tourengänger empfehlen die beiden Vertreter der Naturparke, sich an bereits existierende gut ausgeschilderte Wanderwege zu orientieren. Zum einen ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich in den großen zusammenhängenden Waldgebieten verläuft eher gering, zum anderen tritt bei den Tieren eine Art Gewöhnungseffekt auf. D.h. man bleibt für die Tiere eher berechenbar und wird nicht als Gefahr eingestuft.
Neben den naturkundlichen Informationen war natürlich auch der Genuss der herrlichen Winterlandschaft gegeben. Und wie mit Anmeldung öffnete sich auf den letzten paar Metern zum Gipfelkreuz die Nebelwand und den Teilnehmern offenbarte sich eine bis dahin wunderbare Alpenfernsicht. Nachdem genügend Fotos geschossen waren, umwanderte die Gruppe noch das Gipfelplateau, wo der stürmische Wind aus Schnee und Eis die sog. sagenumwobenen Arbermandeln formt. Nach einer kurzen Aufwärmpause in der neu umgebauten Eisensteiner Hütte, stieg die Gruppe wieder ab zum Großen Arbersee.
Die Teilnehmer waren sich am Ende dieser exemplarischen Schneeschuhwanderung darüber einig, das Ziel „das Erleben der Natur am Arber ohne empfindliche Tierarten unnötig zu stören“, erreicht zu haben. Vor allem Arnold Multerer und Carolin Stautner erhoffen sich durch diese Routenempfehlungen, lenkend Einfluss auf den Wintertourismus zu nehmen.


Rund dreißig Naturinteressierte hatten sich zur Dia-Show „Die vier Jahreszeiten im Waldgebirge“ im Viechtacher Alten Rathaus eingefunden. Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. lud zu diesem farbenprächtigen Spektakel ein. Der bildliche Streifzug führte von den Donauhängen bis zum Böhmerwald: Flusstäler, Felsengipfel, Bergseen, Schachten, Leiten, Bergwiesen und –wälder zeigten sich im Zyklus der Jahreszeiten. Farbenfrohe Morgen- und Abendstimmungen oder reizvolle Landschaftsimpressionen präsentierten das Waldgebirge von der schönsten Seite. Frühlingshaftes Obstbaumblühen, sommerliche Sonnenlichter, herbstliches Blattgold oder winterliche Eisgebilde wechselten sich dabei ab. Gedichte und Texte hinterlegten die Bilder und informierten über das Gesehene. Die vertonte Dia-Show in Überblendtechnik auf zwei Großformat-Leinwänden wurde von Hubert Bauer-Falkner zusammengestellt. Der Referent hat in seiner Jahre langen Tätigkeit als Hobbyfotograph viele stimmungsvolle Landschaftsbilder erstellt. Als Abschluss der ca. eineinhalbstündigen Dia-Show wurden winterliche Impressionen aus dem Reich der „Arbermandl“ präsentiert. „Winterliche Schneestürme und eisige Kälte haben diese oft skurill und bizarr wirkenden Phantasiegestalten geformt“, berichtete der Referent. Die tief verschneiten und stark mit Raureif behangenen Bergfichten und Latschen in den Gipfelhängen des Arbers – im Volksmund „Arbermandl“ genannt - beeindruckten die Zuseher besonders.