September 2017


Freude beim Naturpark über die deutschlandweite Würdigung der Bedeutung des Pfahls

Viechtach. Der Bayerische Pfahl mit seinen weißen Quarzriffen und dunklen Schieferfelsen ist seit jeher eines der bekanntesten Naturdenkmäler Ostbayerns. Wie berichtet, wurde in diesem Jahr die Auszeichnung „Nationales Geotop“ für den Bayerischen Pfahl wieder für weitere fünf Jahre verlängert.

Die Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien in Hannover zeichnete die 77 schönsten und interessantesten Geotope Deutschlands aus. Geotope sind beispielsweise bizarre Felsen, geheimnisvolle Höhlen oder Fundstellen seltener Mineralien. Diese „Meisterwerke der Erde“ sind herausragende erdgeschichtliche Naturdenkmäler. Heinrich Schmidt, der Vorsitzende des Naturparks Bayerischer Wald, freut sich über die wieder verlängerte Auszeichnung: „Damit wird die überregionale Bedeutung des Pfahls als Wahrzeichen für Viechtach gewürdigt und darüber hinaus nicht nur ein touristischer Werbeeffekt erzielt, sondern es ist auch ein Ansporn für weitere Projekte.“

Der Naturpark hat gemeinsam mit den Kommunen und Landkreisen in den letzten Jahren viele Projekte in der Pfahlregion umgesetzt: Lehrpfade wurden in Viechtach, Regen und Freyung angelegt, eine Pfahl-Infostelle mit Dauerausstellung konzipiert, Flächen in den Naturschutzgebieten auch mit Fördermitteln der Ländlichen Entwicklung erworben und viele Felsen freigestellt. Aktuell wird vor allem die laufende Pflege – wie Mahden und Entbuschungen der Felsen und Heiden am Pfahl – organisiert, die sich überwiegend mit Fördermitteln des Naturparks finanzieren. „Viele Vereine und Verbände wie Bergwacht Zwiesel, Burgverein Weißenstein oder BRK Tagwerk Regen sind neben Landwirten und Forstbetrieben in der Pflege der Pfahl-Flächen aktiv“, freut sich Naturpark-Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher über diese Gemeinschaftsaktion.

Der Pfahl durchzieht den Bayerischen Wald auf einer Länge von nahezu 150 Kilometern vom Naabtal in der Oberpfalz bis nach Neureichenau nahe der österreichischen Grenze. Lichte Geländewälle, wilde Bachtobel oder bizarre Felsformationen prägen seinen Verlauf. Die Felsentürme sind nicht nur landschaftlich sehr reizvoll, sondern beflügeln schon lange die Fantasie der Menschen. Nach alten Sagen sind die Felsenzüge der oberirdische Kamm eines tief im Erdinneren ruhenden Drachens.

Tatsächlich ist der Pfahl ein uralter Riss im Grundgebirge des Bayerischen Waldes. Entlang dieser Bruchlinie wurde der gesamte Vordere Bayerische Wald um mehrere hundert Meter gegenüber dem Inneren Bayerischen Wald angehoben. Die Urgesteine veränderten sich dabei unter enormem Druck und hoher Temperatur und wandelten sich in eine neue Gesteinsart um. Die Bayerwaldgesteine wurden gleichsam wie zwischen Mühlsteinen in feinste Mineralkörner zerrieben, erläutert Rohrbacher. Aus grobkörnigen, hellen Gneisen und Graniten entstanden so die feinkörnigen, dunklen Pfahlschiefer.

Die Pfahlschiefer-Felsen sind besonders massiv und reizvoll in der Wildbachklamm „Buchberger Leite“ zwischen Freyung und Ringelai sowie am Pfahlfelsen am Michelbach in Neureichenau ausgeprägt. Gegen Ende des Erdaltertums drangen heiße wässrige Quarzlösungen in die Spalten und Hohlräume der Bruchlinie ein und erstarrten in einer Tiefe von bis zu fünf Kilometern zum weißen Quarzgestein. Im Laufe der Jahrmillionen wurde das umliegende weichere Gestein verwittert und abgetragen. Der sehr harte Pfahlquarz widerstand bis heute dem Zahn der Zeit. Besonders eindrucksvoll zeigt er sich in den weißen Felsenriffen am Großen Pfahl bei Viechtach und in Weißenstein bei Regen.

Der Pfahl ist ein wichtiger Lebensraum für seltene, wärme- und trockenheitsliebende Tier- und Pflanzenarten. Die freien, gut besonnten Felsgratbereiche und die südseitigen, lichten Heiden und Wälder sind Wärmeinseln im eher rauen Klima des Bayerischen Waldes. An den Pfahl-Felsen finden sich beispielsweise einundzwanzig verschiedene Ameisenarten, wovon einige normalerweise in trockenwarmen Weinbaugebieten beheimatet sind. Wie Bonsaibäumchen wachsen die bis zu 200 Jahre alten „Pfahlkiefern“ fast auf dem nackten Fels. Die nachtaktiven Fledermäuse übertagen in den Felsenspalten. In „Wochenstuben“ bringen sie hier ihre Jungen zur Welt.

Am wenig bewachsenen Felsenfuß wartet der Ameisenlöwe in einem Fangtrichter auf seine Beute: In seine kleine Erdhöhle verirren sich meist Ameisen und Spinnen. Auf der Südseite des Pfahlrückens wachsen von Natur aus lichte und zwergstrauchreiche Eichen-, Birken- und Kiefernwälder. Jahrhundertelang wurden viele dieser steinreichen, mageren Haine als gemeinschaftliche Weideflächen genutzt. Der von Weidetieren nicht verbissene Wacholder zeugt noch von dieser alten Nutzungsform. Auf den felsigen Borstgrasrasen und Zwergstrauchheiden wachsen neben dem rosa blühenden Heidekraut, die gelb blühende Blutwurz oder auch die seltene Heide- und Pechnelke. Sonnenhungrige Reptilien wie die prächtig schimmernde Zauneidechse oder die schlanke, völlig ungiftige Schlingnatter finden hier einen Lebensraum.

Die markanten Felsentürme des Pfahls üben auf den Menschen bereits seit Langem eine besondere Anziehung und Faszination aus. Kapellen, Kreuzwege oder Kalvarienberge sind eng mit vielen Pfahlbereichen verbunden. Rohrbacher nennt als Beispiel Moosbach mit seinem Kreuzweg mit auf einem Felsvorsprung versteckten Heiligenfiguren und beeindruckendem Rundblick.

Manche der höchsten Erhebungen des Pfahls dienen als erhabene Warten für Burgen und Schlösser. Noch heute sind im Schloss Thierlstein bei Cham die Zimmerwände bis in den zweiten Stock teilweise in den blanken Fels gehauen. Seinen höchsten Punkt erreicht der Pfahl mit mehr als 750 Metern bei den Burgmauern in Weißenstein bei Regen. Hier bietet sich dem Besucher ein einmaliger Rundblick auf die Gebirgszüge des Bayer- und Böhmerwaldes. Ein überregionaler Pfahl-Wanderweg führt vom Schloss Thierlstein zur Burgruine Weißenstein. Das Schloss Wolfstein in Freyung errichtete der Passauer Fürstbischof Anfang des 13. Jahrhunderts auf einem Pfahlfelsen.

Ende des 19. Jahrunderts begann für den Pfahl eine unruhige Zeit. Der harte, sehr tragfähige Quarz war als Straßenschotter in den Zeiten der Motorisierung und Industrialisierung hochbegehrt. Viele malerische Felspartien fielen dem Abbau zum Opfer und sind unter manchen Bayerwaldstraßen begraben. Weitsichtige Persönlichkeiten wie der Viechtacher Altbürgermeister Karl Gareis oder der Weißensteiner Dichter Siegfried von Vegesack erkannten, dass der Pfahl nicht nur als Schotter, sondern auch als landschaftliches Wahrzeichen der Heimat eine wichtige Bedeutung hat. Der Widerstand gegen den Abbau führte letztendlich dazu, dass seit Mitte des 20. Jahrhunderts die wichtigsten Pfahlpartien in Moosbach, Viechtach und Weißenstein in Naturschutzgebieten bewahrt werden. Heute sind diese in das Natura 2000 Netz der Europäischen Union aufgenommen. In heute noch aktiven Steinbrüchen wird der Quarz vorwiegend als Rohstoff für die Siliziumherstellung abgebaut.

Nähere Informationen zum Pfahl bietet die Pfahl-Infostelle des Naturparks im „Alten Rathaus“ am Viechtacher Stadtplatz mit der erlebnisreichen Dauerausstellung mit dem Thema „Der Pfahl im Bayerischen Wald“. Von der Umweltstation Viechtach werden Führungen in der Ausstellung und am Großen Pfahl angeboten. Rückfragen unter  09942/904864 oder im Internet unter www.umweltstation-viechtach.de. ro 


Filmvorführung am 3. Oktober im Bahnhof

Bayer. Eisenstein. Am Tag der Deutschen Einheit, Dienstag, 3. Oktober, lädt der Naturpark Bayerischer Wald wieder zu einer besonderen Filmvorführung zur deutsch-tschechischen Geschichte in den Grenzbahnhof Eisenstein ein.

Es wird um 18.30 Uhr im Naturpark-Wirtshaus der Film „Verschwundener Böhmerwald“ gezeigt. Nach der sehr erfolgreichen Filmvorführung im letzten Jahr werden an diesen Abend neue Kurzepisoden präsentiert. Sowohl der Regisseur Jan Fischer als auch der Erzähler – die „Böhmerwald-Legende“ Emil Kintzl – werden anwesend sein und persönlich berichten.

„Verschwundener Böhmerwald“ ist keine nostalgische Erzählung aus längst vergangenen Zeiten, sondern es sind fesselnde und anschauliche Geschichten, die das harte und urwüchsige Leben in dieser rauen, aber wunderschönen Landschaft schildern. Es werden Geschichten erzählt von Orten, die auf der heutigen Landkarte des Böhmerwaldes nicht mehr zu finden sind.

Die neuen Episoden werden im Rahmen dieser Veranstaltung erstmalig auf Deutsch öffentlich gezeigt. Im tschechischen Fernsehen hat es diese Filmreihe inzwischen mit mehr als drei Millionen Zuschauern zu einem hohen Bekanntheitsgrad gebracht. Auch ein Buch in Deutsch und Tschechisch ist dazu erschienen, das man am Abend kaufen kann. Die Filmvorführung findet als Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Verein Über d‘ Grenz statt.

An- und Abreise zur Veranstaltung sind aus Richtung Plattling bequem mit der Waldbahn möglich (Ankunft: 18.13 Uhr, Rückfahrt 21.40 Uhr). Alle Interessierten sind willkommen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei. Für die Bewirtung mit Getränken ist gesorgt, Speisen gibt es aber nicht.löf 


Naturpark lädt zu Pilzwanderung am Bogenberg

Bogen. Herbstzeit ist Schwammerlzeit. Beim Wandern durch die Wälder begegnet man mancherorts einer Vielfalt an Pilzen. Was ist die Rolle der Pilze im Naturhaushalt? Welche sind genießbar und schmecken besonders gut? Dies sind Fragen, die sich viele Pilzsucher stellen. Mit dem Wissen über richtiges Sammeln und Zubereiten kann man Schwammerl guten Gewissens genießen. Gelegenheit dazu bietet sich bei einer Pilzwanderung des Naturparks Bayerischer Wald am Bogenberg im Landkreis Straubing-Bogen am Freitag, 6. Oktober. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Regionalwoche „Die Region is(s)t gesund“ des Netzwerkes Streuobst statt. Die Exkursion steht unter dem Motto „Gesundheit aus der Natur – im Herbst Pilze sammeln und verwerten“. Treffpunkt ist um 15 Uhr vor dem Haupteingang des Kreisheimatmuseums am Bogenberg. Alle Interessierten sind zu dieser kostenlosen, zweieinhalbstündigen Tour eingeladen. Referent Alois Zechmann, Naturpädagoge und Pilzexperte, berichtet über regionale Pilze und ihre Besonderheiten. ro 


Viechtach. „Nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum – Alternativen zum Verbrennungsmotor“: Diesen bildreichen Vortrag bieten die Umweltstation Viechtach des Naturparks und der Agenda Arbeitskreis Energie und Verkehr an.

Die Veranstaltung des Klimanetzwerkes findet am Donnerstag, 5. Oktober, um 19.30 Uhr im Alten Rathaus am Viechtacher Stadtplatz statt. Der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Stadtplatz ist nur etwa 300 Meter vom Viechtacher Bahnhof entfernt und bei Anreise mit der Bahn um 19.22 Uhr rechtzeitig zu erreichen.

Referent ist Diplomingenieur (FH) Hubert Maierhofer vom Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe in Straubing und bei C.A.R.M.E.N. e.V. in den Bereichen Biokraftstoffe und Mobilität tätig: „Fossile Energien werden nach und nach durch Erneuerbare Energien abgelöst. Dies wird auch unser Mobilitätsangebot verändern. Die Digitalisierung wird uns helfen, die verschiedenen Verkehrsmittel effizienter zu nutzen, um von fossiler Energie wegzukommen. Gerade auf dem Land wird das Auto ein wichtiger Mobilitätsträger bleiben, kann aber selbstfahrend flexibler eingesetzt werden“, berichtet der Referent über dieses Thema. Bei seinem Vortrag wird er auch auf Fragen eingehen, wie sich die Kosten darstellen, was der Hybridantrieb mit Verbrenner- und Elektromotor schon heute kann und wie das Ganze mit den Erneuerbaren Energien zusammenpasst.ro 


Märkte und Wanderungen rücken die Bedeutung von Apfel und Co. in den Blickpunkt

Sankt Englmar. Die Region is(s)t gesund. So lautet einmal mehr das Motto der „Vorwald Streuobstwoche“ 2017 vom 1. bis 15. Oktober, die das Netzwerk Streuobst Bayerischer Vorwald veranstaltet. Dabei handelt es sich um ein BayernNetz Natur Projekt, es wird gefördert durch die Regierung von Niederbayern aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Gleichzeitig ist es ein Teilprojekt der Integrierten Ländlichen Entwicklung der 23 nördlichen Gemeinden des Landkreises Straubing-Bogen (ILE nord23) und wird gefördert über das Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern, aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung Landwirtschaft und Forsten. Den nicht durch Fördermittel gedeckten Anteil tragen derzeit die acht beteiligten Gemeinden.

Los geht’s am 1. Oktober in Sankt Englmar mit dem Apfeltag des Obst- und Gartenbauvereins. Zur Einstimmung spielt die Blaskapelle Perasdorf von 11 bis 12 Uhr am Pavillon im Englmarer Kurpark. Es schließt sich der Apfeltag des Obst- und Gartenbauvereins Sankt Englmar an. Ab 12 Uhr tischt der OGV auf: Rund um die Alte Mühle halten die Kuchenbäckerinnen ihre süßen und pikanten Schmankerl bereit. Dazu gibt es kalte und heiße Getränke sowie frisch gepressten Apfelsaft.

Waldexkursionen beginnen am Mittwoch, 4. und 11. Oktober, jeweils 15 Uhr (etwa drei Stunden), eine „drei Tausender“ Wanderung. Treffpunkt: Parkplatz Kletterwald am Hirschsteinweg, Sankt Englmar. Anmeldung bei der Tourist-Info Sankt Englmar unter  09965/ 840 320 bis um 10 Uhr am Mittwoch erforderlich.

Donnerstag, 5. Oktober, 9.30 Uhr: Goldsteig-Streuobst-Wanderung zu den Nagelsteiner Wasserfällen. Treffpunkt am Rathaus Sankt Englmar. Endpunkt beim Schroll-Bräu.

Freitag, 6. Oktober, 14 Uhr (etwa 2,5 Stunden): Pilzexkursion, sammeln und verwerten. Treffpunkt: Haupteingang Kreisheimatmuseum am Bogenberg. Federführend NaturparkBayerischer Wald,  09942/ 904 864.

Donnerstag, 12. Oktober, 9.30 Uhr: Goldsteig-Streuobst-Wanderung. Kloster Kostenz – Mühlgrabenweg – Hirschenstein – Sankt Englmar. Treffpunkt am Rathaus Sankt Englmar. Endpunkt im Erlebnishof Alte Mühle.

Freitag, 13. Oktober, 15 Uhr: Obstexkursion im Kreisobstlehrgarten Neukirchen. Treffpunkt: Kreisobstlehrgarten Neukirchen. Federführend Kreisverband für Gartenbau und Landespflege Straubing-Bogen.

Samstag, 14. Oktober, 8 bis 12 Uhr: „Rattenberger Bauernherbst“, eine Veranstaltung des Bauernmarkt- und des Obst- und Gartenbauvereins. Auf dem Dorfplatz bieten die Mitglieder des Bauernmarktes ihre Produkte wie Wurst, Bauernbrot, Honig, Eier, Kartoffeln, Gemüse der Saison, Käse und Nudeln an und es wird außerdem eine umfangreiche Obstausstellung mit Obstverkauf gezeigt.vbb 


Fotos vom „Grünen Dach Europas“ im Grenzbahnhof

Bayer. Eisenstein. Im Rahmen der Kulturregion bietet der Naturpark Bayer. Wald in Zusammenarbeit mit dem CeBB in Schönsee und den Gemeinden Bayer. Eisenstein und Zwiesel am Donnerstag, 28. September, um 19.30 Uhr im Grenzbahnhof Eisenstein eine Multivisonsshow an.

In seiner einstündigen Multivision „Spurensuche“ zeigt Berndt Fischer das Ergebnis seiner fotografischen Arbeit, die ihn Zeit seines Lebens nicht losgelassen hat. Im Mittelpunkt steht das bayerisch-österreichisch-tschechische Grenzgebirge entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs. Die Multivision zeigt diese grenzüberschreitende Landschaft in ihrer historischen Dimension, natürlichen Schönheit und europaweit einzigartigen Besonderheit.

Von Enzianen übersäte Wiesen, eine erstaunliche Kleintier- und Insektenvielfalt, charismatische Großtiere, sowie die geheimnisvollen Pilze machen aus dem „Grünen Dach Europas“ einen besonderen Wald, dem Schriftsteller wie Adalbert Stifter schon im 19. Jahrhundert ein literarisches Denkmal gesetzt haben.

Das Grenzgebirge mit seinen Klimaextremen, eisstarrenden Gipfelwelten, geheimnisvollen Nebeltälern und Moorlandschaften ist wie geschaffen für eine fotografische Monographie. Immer geht es um den magischen Bayer- und Böhmerwald mit seinen heimlichen Bewohnern, wobei die Kamera des Fotografen vor allem die nächtlichen Eulen und die seltenen „Räuber“ ins Visier genommen hat. Auch seltene Spezies haben vom Grenzgebirge ausgehend ihre Wiederansiedlung gestartet: Luchs und Wolf, Fischotter und Elch haben dort Refugien gefunden.

Drei Adlerarten, seltene Spechte, die auf Totholz angewiesen sind, Auerhähne und auch der in längst vergangenen Zeiten einmal heimisch gewesene Braunbär gehören auch zu den tierischen Hauptdarstellern einer Hommage an den „Wald“.

In acht fotografischen Kapiteln vollzieht sich die Dramatik der Multivision: Der Eiserne Vorhang und die toten Dörfer Böhmens; Das Grüne Dach Europas (Landschaft im Wandel); Stille und bewegte Wasser (Bergbäche, Flüsse, Weiher); Eisheilige und Winterfeste (Überleben in Eis und Schnee); Schattendasein und Waldreichtum (geheimnisvolle Lebewesen des Naturwaldes); Mooraugen und Moorgeheimnisse (Magie der Moore); Nachtwandler und Frühaufsteher (Tiere der Nacht und der Dämmerung); Grenzgänger und Verfolgte (das Wiederauftauchen von Luchs und Wolf).

Die Anreise zur Veranstaltung ist aus Richtung Plattling bequem mit der Waldbahn möglich (Ankunft: 19.13 Uhr). Auch die Rückfahrt mit der letzten Waldbahn um 20.41 bzw. 21.41 Uhr ist gut möglich. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.löf 


Bayer. Eisenstein. Seit zwei Jahren ist Johannes Matt als Gebietsbetreuer für die Arberregion unterwegs. Genug Zeit, alle Ecken rund um den Großen Arber kennen zu lernen. Am Sonntag, 24. September, zeigt er bei einer farbenprächtigen Bilderreise seinen Blick auf die vielfältige Natur, die seltenen Tier- und Pflanzenarten am „König des Bayerischen Waldes“. Beginn ist um 15.30 Uhr im Grenzbahnhof Eisenstein. Der Vortrag dauert etwa eine Stunde und ist kostenlos.bbz/F.: Matt 


Gr. Arber. Die meisten Blumen sind zwar verblüht, dennoch bietet der Arbergipfel derzeit einen besonders schönen Anblick. Zwischen dem hellbraunen Magerrasen und den sich dunkelrot verfärbenden Heidelbeerblättern lassen sich immer noch viele Naturschätze entdecken. Und bei klarer Herbstluft ergeben sich Ausblicke über das Waldmeer bis in die Alpen. Der Naturpark Bayer. Wald lädt zum kalendarischen Herbstbeginn am Freitag um 15 Uhr zu einer etwa eineinhalbstündigen Rundwanderung auf dem Gipfelplateau ein. Arberregion-Gebietsbetreuer Johannes Matt geht dabei auch auf Sagen ein, die sich um den „König des Bayerischen Waldes“ ranken, und gibt Einblicke in die Naturschutzarbeit am Arber. Die Tour ist auch für Familien geeignet. Treffpunkt ist an der Arberkapelle (feste Schuhe, wetterangepasste Kleidung). Es handelt sich um eine Gemeinschaftsveranstaltung mit der Touristinfo Bayer. Eisenstein. Eine Anmeldung ist bis morgen, 12 Uhr unter 09922/ 80 24 80 nötig.bbz


Einsatz mit der Motorsense und Motorsäge am Pfahl - Wertvolle Hilfe für den Naturpark Bayerischer Wald

Regen. Mit großem Eifer führten in diesem Jahr aktive, freiwillige Helfer der Burgfreunde Weißenstein eine umfangreiche Auslichtung- und Mähaktion auf der Nordseite der Burganlage Weißenstein und im südlichen Bereich des Pfahls durch. 

Matthias Rohrbacher vom Naturpark Bayerischer Wald und Beauftragter für die Pfahlpflege hat bei den Weißensteiner Burgfreunden angefragt, ob sie in diesem Jahr wieder den Mähdienst um den Pfahl übernehmen könnten. Nach Gesprächen in den Reihen der Aktiven des Vereins, konnte ihm der 1. Vorsitzender Josef Niedermeier die Zusage geben, dass in diesem Jahr die Nord- und auch die Südseite gemäht werden kann. Diese Maßnahme wurde begleitet und unterstützt durch den Naturpark und mit Fördermitteln des Landratsamtes Regen. Ziel dieser Maßnahme ist die Entfernung des hohen Gras- und Buschbewuchses unmittelbar am Pfahl. Die zum Teil sehr steilen Hänge galt es zu mähen und zu entbuschen.

Mit bis zu drei Motorsensen und Motorsägen ausgestattet, wurde eine Fläche von mehr als 7000 Quadratmeter an mehreren Arbeitstagen bewältigt. Besonders lobenswert gilt es zu erwähnen, dass die Burgfreunde auch die komplette Nordseite bis zum Burglehrpfad abgemäht haben. Diese vielen zusätzlichen Quadratmeter der zu mähenden Fläche wurden ebenfalls gelichtet. Schützenswertes Gehölz musste stehen bleiben und zahllose, am Pfahl nicht brauchbares Buschwerk und Dornengestrüpp wurden entfernt. Ein Problembaum, der schon seit mehreren Jahren entfernt werden sollte, konnte beseitigt werden. Aufgrund der Größe und Dicke des Baumes, kam es durch seine sich stets ausbreitenden Wurzeln bereits zu Quarzabbrüchen. Um weiteren Schaden am Pfahl zu vermeiden, entschloss man sich, in Absprache mit der unteren Naturschutzbehörde, diesen Baum zu entnehmen. Diese mühsame und schweißtreibende Arbeit forderte wirklich jeden Mitwirkenden. Mit Schubkarren wurde das Gras zusammengefahren und zu großen Haufen gesammelt, Josef Muhr transportierte es ab. 

Fazit: Eine sehr arbeitsintensive Maßnahme wurde vorzüglich durch die Burgfreunde Weißenstein in rekordverdächtiger Zeit durchgeführt. Ein sehr großes Lob für die geleistete Arbeit und den Einsatzwillen, wurde durch Matthias Rohrbacher an die beteiligten Arbeitskräfte ausgesprochen. 
Eine weitere große Maßnahme steht den Burgfreunden in diesem Jahr noch bevor. Die Südseite der Burg soll ab Oktober erneut ausgelichtet werden.


Naturpark veranstaltet Exkursionen zum „Großen Pfahl“ und zum Bogenberg

Viechtach. Am Sonntag, 17. September, werden in ganz Deutschland Veranstaltungen zum Tag des Geotops angeboten. Im Naturpark Bayerischer Wald stehen dabei der Große Pfahl in Viechtach und der Bogenberg in Bogen im Mittelpunkt.

Das Quarzriff „Großer Pfahl“ in Viechtach und der Donaurandbruch am Bogenberg sind in die Liste der einhundert schönsten erdgeschichtlichen Naturdenkmäler Bayerns aufgenommen.

Treffpunkt für die Wanderung zum „Großen Pfahl“ in Viechtach ist am Sonntag, 17. September, um 14 Uhr am Parkplatz Großer Pfahl an der B 85. Wer mit der Bahn anreist, kann ab dem Bahnhof Viechtach auf dem rund zweieinhalb Kilometer langen Pfahlsteig zum Treffpunkt wandern.

Referentin Dorothea Haas, Diplom-Geologin und Landschaftsarchitektin, lädt zu einer zirka zweistündigen Wanderung ein. Wissenswertes und Interessantes zur Erdgeschichte, Tier- und Pflanzenwelt oder der fast hundertjährigen Abbaugeschichte im ehemaligen Quarzbruch kann man dabei erfahren.

Im Naturschutzgebiet „Großer Pfahl“ bietet sich dem Wanderer ein Naturschauspiel von hoch aufragenden Felsenriffen, tiefen Quarzbrüchen, und lichten Pfahlheiden. Die Felsentürme aus Quarzgestein sind nicht nur landschaftlich sehr reizvoll, sondern beflügeln schon lange die Fantasie der Menschen. Nach alten Sagen sind die weißen Felsenzacken der oberirdische Kamm eines tief im Erdinneren ruhenden Drachens. Tatsächlich ist der Pfahl ein uralter Riss im Grundgebirge des Bayerischen Waldes. Gegen Ende des Erdaltertums drangen heiße wässrige Quarzlösungen in diese Spalten und Hohlräume ein und erstarrten in einer Tiefe von bis zu fünf Kilometern zum weißen Quarzgestein. Im Laufe der Jahrmillionen wurde das umliegende weichere Gestein verwittert und abgetragen. Der sehr harte Pfahlquarz widerstand bis heute dem Zahn der Zeit. Am „Klopferplatz“ kann man selbst Quarzkristalle suchen – nur hier ist die Mitnahme von Quarzkristallen im Naturschutzgebiet erlaubt.

Treffpunkt in Bogen für die Wanderung zum Bogenberg ist am Sonntag, 17. September, um 14 Uhr in der Naturpark-Infostelle im Bahnhof Bogen (1. Stock). Die An- und Abfahrtszeiten der Bahn werden berücksichtigt. „Der Bogenberg – Naturschutzgebiet, Geotop und Heiliger Berg“ lautet der Titel der Veranstaltung. Matthias Rohrbacher, Gebietsbetreuer des Naturparks, lädt zu einer zirka zweieinhalbstündigen Wanderung für große und kleine Naturliebhaber am Naturlehrpfad Bogenberg ein. Festes Schuhwerk ist notwendig.

Der Bogenberg an der Donau ist Lebensraum für eine beeindruckende Tier- und Pflanzenwelt. Das Naturschutzgebiet ist Heimat für wärmeliebende Tierarten wie Zauneidechse, Schlingnatter oder Schwalbenschwanz.

Mit den besonderen Bruch- und Schiefergesteinen des Donaurandbruchs gehört der Bogenberg zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns. Seine religiöse und kulturelle Bedeutung zeigt sich zum Beispiel an der Wallfahrtskirche und am Kreisheimatmuseum.

Interessierte sind eingeladen, an den kostenlosen Wanderungen teilzunehmen.ro