Januar 2003


Zur ersten Naturpark-Veranstaltung im Jahr 2003 kamen wieder Teilnehmer aus beiden Ländern in den Grenzbahnhof. Der Ingenieur und Hobbyfotograf Bauer-Falkner aus Hauzenberg verstand es, mit seinen zwei Überblend-Projektoren und vier Boxen den Veranstaltungsraum des Grenzbahnhof in ein erstklassiges Kino zu verwandeln. Mit den besten aus einigen tausend Dias zeichnete er musikalisch hinterlegt und mit Gedichten gespickt den Jahreszyklus im Bayerischen Wald und Böhmerwald. Bauer-Falkner ist immer noch seiner alten Spiegelreflexkamera treu geblieben und fängt Landschaftsfotos, aber auch kulturelle Ereignisse und Flurdenkmäler ein. In 19 Sequenzen malte er ein lebendiges Bild vom „grünen Dach Europas“. Der Grenzkamm zieht ihn in den Bann, ebenso die Stadt des Granits – Hauzenberg. Ob das Zauberland an den Schachten oder typische Bayerwaldwasserfälle, es gibt stets passende Bildsequenzen und Zeitreihen. Sonnenuntergänge und Fernblicke über Nebelmeere im Waldland lieferten ebenfalls einiges an Stimmungen. Vielen Betrachtern wurde eigentlich wieder klar, dass man nicht unbedingt in ferne Länder reisen muss, um atemberaubende Naturschönheiten und Stimmungen zu erleben, man muss eigentlich nur nach draußen gehen, jede Jahreszeit und jedes Wetter – auch das scheinbar weniger gute - hat seine eigene Stimmung, die ein Erleben wert ist. Was Bauer-Falkner in jahrelangen Wanderungen mit seiner Kamera eingefangen hat, läuft in einer Diaschau in gut einer Stunde ab. Dem Zuschauer wurde dabei gar nicht bewusst das er in entspannter Atmosphäre einige hundert Dias sieht. Hubert Bauer-Falkner hat mittlerweile mehr als ein halbes Dutzend verschiedener Diaschauen in seinem Repertoire. Wer sich näher dafür interessiert, kann mittlerweile auch Begleithefte dazu von ihm erhalten.


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. widmete seine erste Veranstaltung im Jahr 2003 im neuen Naturpark-Informationshaus in Zwiesel der Ilz. Am 22. März 2002 wurde in einer feierlichen Proklamation in Grafenau im Beisein von Umweltminister Dr. Werner Schnappauf die Ilz zur Flusslandschaft der Jahre 2002/2003 ausgerufen. Die Ilz stellt eine der letzten Wildflusslandschaften der Bundesrepublik dar. Im Naturpark-Informationshaus wurde nun die Sonderausstellung des Wasserwirtschaftsamtes Passau zur Ilz präsentiert und in einem Diavortrag Leben und Kultur entlang des Flusses näher beleuchtet. Die Eröffnung der Ausstellung erfolgte durch den Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Passau, Herrn Wetzstein. In seiner kurzen Einführungsrede ging er auf die fünf Leitsätze ein, die alle Verantwortlichen sich zum Thema Ilz gesetzt hatten. Die fünf Leitsätze geben vor, dass die Wasserqualität so verbessert werden soll, dass man wieder baden kann. Im Unterlauf der Ilz soll wieder die Gewässergüteklasse „gering Belastet“ erreicht werden. Darüber hinaus soll das Gewässersystem der Ilz wieder für alle Lebewesen durchgängig werden. Außerdem sollen bedrohte Tierarten wie Flussperlmuschel, Steinkrebs und Huchen erhalten werden. Insgesamt soll die Ilzregion als Lebens- und Erholungsraum aufgewertet werden. Auf insgesamt 24 Informationstafeln, die in Zusammenarbeit von Wasserwirtschaftsamt Passau und der Fischereifachberatung Niederbayern erstellt wurden, sind diese Themen dargestellt. Wetzstein sprach insbesondere die Nachrüstung von Kläranlagen aber auch die verstärkte Bedeutung der Vorhersage und des Schutzes vor Hochwässern an. Im Jahr 2002 hatte die Ilz ihr höchstes Hochwasser seit 50 Jahren erreicht, mit einem Höchststand von 10, 82 Metern. Im Anschluss an den kurzen Ausstellungsrundgang informierte Fridolin Apfelbacher aus Spiegelau in seinem abwechslungsreichen Diavortrag zur Ilz. Der „Hobby-Naturforscher“ ist die Ilz, seinen Angaben nach, schon mindestens fünf mal auf und abwärts gegangen. Beginnend von der Ohequelle am Rachelgipfel bis zur Mündung der Ilz in Passau spannte sich sein Bogen. Apfelbacher hatte in seinem Vortrag viele naturkundliche Informationen, aber auch sehr viele historische Bilder, wie z.B. alte Ansichten oder alte Postkarten mit eingebaut. Die Reiseschilderung überbrückte mehr als 1100 Höhenmeter vom zweithöchsten Gipfel des Bayerischen Waldes bis hinunter an die Donau. Die Zuflüsse der Ilz und die Ilz selbst wurden zum einen durch die Holztrift stark verändert, zum anderen durch die Glasindustrie beeinträchtigt. Sehr interessante Flussabschnitte sind beispielsweise die Steinklamm bei Spiegelau, wo die Ilz in einem Gefälle von 18-22% mineralogisch einiges zu Bieten hat. Die Sage, dass beim Durchschreiten der Klamm bei Nacht eine Berührung durch eine kalte Hand auf der Schulter erfolgt existiert bis heute noch. Die urwaldähnliche Bestockung und möglicherweise sogar die Beobachtung eines Feuersalamanders stellen Höhepunkte dar. Die kleine und die große Ohe vereinigen sich bei der Ettlmühle in der Nähe von Eberhartsreuth. Ab dort existiert der Name Ilz. Die Pflanzenvielfalt entlang des Flusslaufs ist enorm. Von 27 gefährdeten Pflanzenarten sind 19 vom Aussterben bedroht. Obwohl derzeit das Indische Springkraut und der Schlitzblättrige Sonnenhut mit ihrer Massenvermehrung ein großes Problem darstellen, gibt es noch vereinzelt Orchideenwiesen, die den Wanderer erfreuen. Interessant sind im Unterlauf auch die Unterwasserwiesen. Quellmoos und Wasserhahnenfuß bilden diesen Bewuchs am Gewässerboden. Die Sonderausstellung zur Ilz ist im Naturpark-Informationshaus nun bis 10. März 2003 zu den üblichen Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag von 9:30 Uhr bis 16:30 Uhr zu sehen. Als weitere Aktion fand am Dienstag, 28. Januar im Hotel zur Post in Schönberg eine Auftaktveranstaltung des Naturpark Bayerischer Wald e.V. zu weiteren Vorträgen entlang der Ilz statt. Fridolin Apfelbacher präsentierte dort ebenfalls seine Diaschau, um damit auch für die Belange der Ilz zu werben. Die Honorare für die Veranstaltungen spendet er selbstlos der PNP - Fluthilfe. Das Jahr hindurch wird er in weiteren Ilzgemeinden bis hin nach Passau bei öffentlichen Vorträgen oder auch bei Vereinen zu Gast sein. Etwa hundert interessierte Besucher konnten mit den Veranstaltungen am vergangenen Freitag im Naturpark-Informationshaus und am Dienstag in Schönberg bereits erreicht werden. Je mehr Leute angesprochen und für die Belange der Ilz sensibilisiert werden, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die für gesteckten Ziele für die Flusslandschaft des Jahres 2003 erreicht werden.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2003 findet im neuen Naturpark - Informationhaus an der B11 Abfahrt Zwiesel - Süd (Infozentrum 3) ein Diavortrag von Fridolin Apfelbacher über die Flusslandschaft des Jahres 2003, die Ilz, statt. Die Veranstaltung beginnt am Freitag, 24.01.2003 um 19.30 Uhr im Veranstaltungsraum des neuen Nullenergiehauses. Gleichzeitig wird durch Baudirektor Gerhard Wetzstein, dem Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Passau, die Sonderausstellung des Wasserwirtschaftsamtes zur Ilz – Flusslandschaft der Jahre 2002/2003 eröffnet. Diese Sonderausstellung wird dann bis zum 10. März im Naturpark-Informationshaus zu den üblichen Öffnungszeiten von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 9:30 Uhr bis 16:30 Uhr zu sehen sein. Die Sonderausstellung und der anschließende Diavortrag sollen die Schönheiten einer der letzten Wildflusslandschaften der Bundesrepublik aufzeigen. Mit Ausgewählten Bildern zeigt Fridolin Apfelbacher den Flusslauf von seinen Quellen am Rachel bis hin zur Mündung in der Dreiflüssestadt Passau. Neben den naturkundlichen Gegebenheiten beleuchtet er auch Leben und Wirken von Menschen entlang der „schwarzen Perle“, der Ilz. Am Dienstag, 28.01.2003 um 19:30 Uhr wird dann Fridolin Apfelbacher in Schönberg, Landkreis Freyung-Grafenau, im Hotel zur Post den gleichen Diavortrag noch einmal abhalten. Dieser dient dann als Auftaktveranstaltung für eine Reihe weiterer Vorträge entlang der Ilz in verschiedenen Gemeinden im Laufe des Jahres bis nach Passau hinunter. Das von den Veranstaltern gezahlte bzw. gespendete Honorar spendet Apfelbacher selbstlos der PNP-Fluthilfe. An alle Interessierten ergeht herzliche Einladung, der Eintritt ist frei.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2003 bietet der Naturpark Bayer. Wald e.V. im Infozentrum Grenzbahnhof Eisenstein einen Diavortrag in Überblendtechnik mit Huber Bauer-Falkner aus Hauzenberg an. Der begeisterte Hobbyfotograf Bauer-Falkner ist mit seinen Diaschauen seit Jahren im Bayerischen Wald unterwegs. Treffpunkt ist am Freitag, 17.01.2003 um 19:30 Uhr im Infozentrum Grenzbahnhof in Eisenstein. Die Anreise zur Veranstaltung ist aus Richtung Plattling bequem mit der Walbahn möglich (Ankunft 19:23). Auch die Rückfahrt mit der letzten Waldbahn um 21:34 ist gut möglich. Für Leute, die mit dem PKW anreisen müssen, bietet der Naturpark Bayerischer Wald e.V. ab 19:00 Uhr einen Service über die untere Stauumfahrung bei der Kläranlage. Mit der Diaschau „Das Jahr im Woid“ liefert Hubert Bauer-Falkner Landschaftseindrücke aus dem Bayerischen Wald und dem Böhmerwald in Wort und Bild. Die Überblendprojektion auf Großleinwand ist untermalt mit Kurzkommentaren und musikalischen Impressionen. Seine 19 Abschnitte über eine beeindruckende Region zeigen Landschaftstypisches, Kulturhistorisches, sowie den Zyklus der Jahreszeiten. Die Veranstaltung ist zweisprachig, es ist keine Anmeldung erforderlich.