Mai 2014


Eine abendliche Vogelstimmenwanderung am Bogenberg bietet der Naturpark Bayerischer Wald e.V. an. Die Wanderung wird vom Naturpark-Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher und von Peter Zach geführt, der als Förster und Ornithologe mit der heimischen Vogelwelt gut vertraut ist. Der Referent informiert über die Lebensweise von Vögeln und weist auf ihre typischen Gesänge hin. Treffpunkt für die zweistündige Wanderung ist am Freitag, den 6. Juni um 19:00 Uhr am Haupteingang des Kreisheimatmuseums am Bogenberg. Alle Interessierten sind zu dieser kostenlosen Veranstaltung für Groß und Klein herzlich eingeladen. Bitte Fernglas und geeignetes Schuhwerk mitnehmen. Im Frühjahr sind viele Vogelarten beispielsweise bei der Partnerwahl oder bei der Brutpflege besonders aktiv. Zugvögel kehren aus dem sonnigen Süden zurück und nutzen die warme Jahreszeit zur Jungenaufzucht. Am und um den Bogenberg findet sich eine bunte Vielfalt an Lebensräumen für viele Vogelarten. In den zerklüfteten Hangwäldern, felsigen Trockenrasen, oder heckenreichen Streuwiesen lebt gerade abends der Gesang der Vögel wieder auf. Als häufigere Arten sind beispielsweise das Rotkehlchen mit seiner perlend hohen Strophe, die kunstvoll flötende Mönchsgrasmücke oder der trillernde Buchfink zu erwarten.


Viele der heimischen Fledermausarten sind in ihrem Bestand gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Ihr Aussehen, die nächtliche Lebensweise und ihr lautloser, auch in stockfinsterer Nacht zielsicherer Flug waren Gründe genug, sie mit dem Teufel und den dunklen Mächten in Verbindung zu bringen. Die ersten Urfledermäuse gab es schon vor ca. 60 Millionen Jahren. Auch das Ilztal, die Leitenwälder und Bauwerke sind Lebensraum für verschiedenste Fledermausarten. Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. lädt am Sonntag den 01.06.2014 zu einer geführten Fledermauswanderung im Naturschutzgebiet „Obere Ilz“ ein. Treffpunkt ist um 21:00 Uhr am Parkplatz an der Schrottenbaummühle. Zusammen mit der Fledermausexpertin Susanne Morgenrot und dem Ilzgebietsbetreuer Stefan Poost erkunden die Teilnehmer das Fledermausvorkommen in den Ilzleiten und über dem Wasser im Rückstaubereich der Schrottenbaummühle. Auf der Wanderung erfahren Sie mehr über die Biologie und Lebensweise der dämmerungs- und nachtaktiven Fledermäuse. Sie können mittels Technik den Ultraschallrufen lauschen und über die jeweilige Frequenz auch die unterschiedlichen Arten heraushören. Lassen Sie sich inspirieren von den kleinen Schatten der Nacht, die als nützliche Insektenvertilger das ihnen seit Jahrhunderten anhaftende Negativ-Image nicht verdient haben. Die Veranstaltung dauert etwa 2 Stunden und findet bei jedem Wetter statt. Festes Schuhwerk und der Witterung entsprechende Kleidung wird empfohlen.


Eine literarische Abendwanderung am Großen Pfahl bietet der lichtung verlag und die Umweltstation Viechtach des Naturparks an. Kurze Texte nach dem Motto „Literatur trifft Natur“ werden am Großen Pfahl und im angrenzenden Riedbachtal gelesen. Treffpunkt für die ca. zweistündige, kostenlose Abendwanderung ist am Mittwoch, den 28. Mai um 19:00 Uhr am Parkplatz Großer Pfahl an der B 85. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Eva Bauernfeind und Kristina Pöschl lesen literarische Texte zum Thema „Erdverantwortung in Zeiten des Klimawandels“. Sie präsentieren Lyrik und Prosa über die Schönheit der Natur und die Verantwortung des Menschen. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Umweltbildungsprojektes Klimanetzwerk des Naturparks statt.


Sagen faszinieren Jung und Alt. Häufig besitzen sie eine schaurige Komponente, manchmal eine tröstende. Sie erklären die Natur in einer ganz besonderen Weise: In ihnen werden Dinge angesprochen, die viele Menschen zwar spüren, aber nicht mit dem Verstand erklären können. Für viele Menschen ist der Große Arber mehr als „nur“ ein Berg, er hat etwas wie eine „Seele“. Der Berg kümmert sich nicht nur um die Menschen, die an seinem Fuße wohnen, sondern er sorgt sich auch um seine Bewohner: Tiere, Pflanzen, aber um auch seine Sagengestalten. Dass der Berg manchmal Mitleid mit seinen Bewohnern hat, erfuhren kürzlich 14 Teilnehmer einer Naturparkführung, die trotz strömenden Regens an den Großen Arbersee gekommen waren, um sich von Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer in die Sagenwelt des „König des Bayerischen Waldes“ einweihen zu lassen. Laut einer Geschichte wird der Stille See, ein in der letzten Eiszeit entstandener Tümpel unweit des Großen Arbersees, in Wirklichkeit aus den Tränen des „Vaters Arber“ gespeist. Sind Arberhex‘ und Arbergeist, die vor allem Wanderern mit Liebeskummer zur Seite stehen, auch für den weniger phantasiebegabten Arbergipfelbesucher leicht in Gestalt des „Bodenmaiser Riegels“ und des wolkenverhangenen Gipfelriegels erkennbar, so kann man die Arbernixen nur dann erahnen, wenn morgens und abends die Seenebel vom Großen Arbersee sich langsam von der Wasseroberfläche lösen und sich aufsteigend auflösen. Die Arbergebietsbetreuerin machte jedoch auch deutlich, dass „Vater Arber“ nicht gegenüber jedem Menschen gütig ist: Einige Sagen, wie die über den Fischer vom Arbersee oder den Bergknappen Oswald zeigen, dass viele Menschen früher glaubten, dass der Berg vor allem die Todsünden, Gier und Überheblichkeit bestraft. Dr. Isabelle Auer: „Wer sich intensiv mit Bergen beschäftigt, wird sie schnell auch als eine Art „Wesen“ mit einem jeweils spezifischen Charakter empfinden. Auch in unserer technisierten Welt wird deutlich, dass Berge uns zwar viel schenken können – beispielsweise das Gefühl, einmal „über den Dingen zu stehen“ – dass sie aber auch heute – wie damals, als die Sagen über sie entstanden – viel mächtiger sind, als wir“.


Obwohl es vielen nicht bewusst ist, ist der „König des Bayerischen Waldes“ mehr als ein „Aussichtsberg“ oder „Skiberg“: Viele der jährlich über eine Million Besucher des Gipfelplateaus wissen nicht, dass Naturbegeisterte hier - Dank der Besucherlenkungsmaßnahmen – noch immer eine einzigartige Flora und Fauna finden können. Auch die vielen Sagen, die sich um den „König des Bayerischen Waldes“ ranken, faszinieren die Menschen heute mehr denn je. Vielleicht am interessantesten ist jedoch die Naturschutzarbeit am „König des Bayerischen Waldes“. Deshalb lädt der Naturpark Bayer. Wald am Donnerstag, den 29. Mai 2014 um 11:00 Uhr zu einer 1,5-stündigen Führung auf dem Arbergipfelplateau unter der Leitung von Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer ein. Treffpunkt ist an der Arberkapelle am Arbergipfel (beim sogenannten Großen Seeriegel). Bitte denken Sie an stabiles Schuhwerk und wetterfeste Kleidung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2014 bietet der Naturpark Bayer. Wald e.V. eine Vogel - Exkursion in Winzer im Landkreis Deggendorf an. Treffpunkt ist am Samstag, 24.05.2014 um 08:00 Uhr am Feuerwehrhaus. Der Natur – und Landschaftsführer Frater Ludwig Schwingenschlögl von der Abtei Niederalteich wird die Exkursion leiten. Im Rahmen der kleinen Wanderung wird man im Winzerer Letten und an der Donau und ihren Altwässern Vögel beobachten und Wissenswertes darüber erfahren. Bitte Fernglas mitbringen.


Ursprüngliche Natur fasziniert. Sie besitzt einen Hauch von Unnahbarkeit, von Unzähmbarkeit. Viele Sagen ranken sich um Bergseen, da manche Menschen sie noch heute – in unserer schnelllebigen, wissenschaftsgeprägten Zeit – als etwas Besonderes sehen. Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald lädt am Samstag, 17. Mai alle großen und kleinen Arber- und Sagenfans dazu ein, auf einem ungefähr zweistündigen Rundgang um den Großen Arbersee gemeinsam mit ihr die Sagenwelt des „Königs des Bayerischen Waldes“, das Reich von Arbergeist, Arberhexe und den Arbernixen, zu erleben. Treffpunkt der Führung ist um 18:00 Uhr vor der Gaststätte am Großen Arbersee. Bitte denken Sie an eine Taschenlampe, stabiles Schuhwerk und wetterfeste Kleidung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte zusammen mit der BN-Ortsgruppe Metten/Offenberg, der LBV-Kreisgruppe Deggendorf und dem Verein „Günes Herz Europas“ zu einer gemeinsamen Botanikexkursion eingeladen. Referent war Gerhard Nagl, der 1. Vorsitzende des Vereins „Grünes Herz Europas“. In seiner Einführung ging Nagl zunächst allgemein auf die Landschaftsgeschichte ein. Mit dem Lied „Mia san vom Woid dahoam“ drückt der „Waidler“ gerne seine Liebe zum Bayerischen Wald aus. Der Bayerische Wald ist aber auch eines der größten Wiesengebiete in Mitteleuropa. Die Landschaft ist noch relativ unverbaut und eine intensive Landwirtschaft an den kleinteiligen Berghängen ist kaum möglich. Deswegen sind viele seltene Arten hier erhalten geblieben. Bereits Pater Fischer von der Abtei Metten beschrieb vor etwa 150 Jahren eine große, heute schier unvorstellbare, Artendichte bis hin zum Kleinen Knabenkraut, das damals massenhaft vorkam. Nagel gab auch zu bedenken, dass ein interessanter Artenreichtum auch ein interessantes Tourismusargument sein kann. Er wies besonders darauf hin, dass Moorlinsen und Quellaustritte geschützte Biotope sind. Sie liefern ganzjährig gleichmäßig kaltes Wasser. An diese Lebensbedingungen sind ganz spezielle Lebewesen angepasst. Anschließend schaute man sich die auf den Bergwiesen vorkommenden Arten etwas näher an. Gerhard Nagl legte darauf wert, dass er nicht nur die Pflanzen benannte, sondern die eine oder andere Geschichte zum Namen oder zu Heilwirkungen und Verwendungsmöglichkeiten in früherer Zeit und heute darstellte. Nagl hatte auch dieses Jahr wieder vertiefende Informationen zu einer Art auf Lager. Der Giersch, der Vielen Leuten im Hausgarten oft als „Unkraut“ verhasst ist, weil er im Halbschatten alle möglichen anderen Arten verdrängt, kann in der Küche beim Wildsalatzubereiten sehr nützlich sein. Seine Heilwirkung ist bedeutsam. Er gilt geradezu als Vitamin C-Bombe. Er hat 15-mal so viel Vitamin C wie Kopfsalat. Der Anteil an Mineralien und Spurenelementen erreicht beim Grünkohl etwa 2 mg, der Giersch bringt es auf stolze 27 mg. Gerne wird er auch wegen seiner basischen Wirkung für Körperreinigung und gegen Gicht verwendet. Früher war er auch Bestandteil der traditionellen Gründonnerstagssuppe. Es gibt sogar ein Rezept, wie man ihn mit Zwiebeln, Knoblauch und Kartoffeln zubereiten kann. Auch eine Getränkeherstellung, speziell eines „Kracherls“ ist mit dem Giersch möglich. Nach einem etwa 2,5-stündigen Rundgang durch die Bergwiesen und den angrenzenden Wald bedankte sich Bildungsreferent Hartwig Löfflmann vom Naturpark beim Referenten und den über 40 Teilnehmern und lud zu weiteren Naturpark-Bildungsveranstaltungen ein.