Juli 2008


Die 41. Jahreshauptversammlung des Naturpark Bayerischer Wald e.V. fand in der Gemeinde Eppenschlag im Landkreis Freyung-Grafenau statt. Der 1. Naturparkvorsitzende Heinrich Schmidt begrüßte den gastgebenden Bürgermeister Karl Reith so wie die beiden Abgeordneten des Bayerischen Landtags, Helmut Brunner und Eike Hallitzky. Sein besonderer Gruß galt auch den Landräten Heinz Wölfl und Christian Bernreiter sowie den stellvertretenden Landräten Helmut Behringer und Josef Laumer sowie allen Mitgliedern. Heinrich Schmidt bedankte sich auch bei der Regierung von Niederbayern, namentlich Herrn Dr. Franz Leibl, sowie der Presse für das Kommen. Schmidt zeigte sich erfreut, dass zur Versammlung sehr viele Mitglieder gekommen waren. Im Rahmen einer Powerpoint - Präsentation blickte Heinrich Schmidt auf das vergangene Geschäftsjahr und auf die vergangene 3 Jahre der letzten Wahlperiode im Naturparkverein zurück. Der Naturpark realisierte etwa 50 Projekte in den Bereichen Naturschutz und Landschaftspflege, Erholung und Besucherlenkung, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Regionalentwicklung. Nach wie vor ist die finanzielle Situation der Naturparke in Bayern. Aus diesem Grund wurde im Dezember 2007 mit einer Resolution die Erstellung einer neuen Förderrichtlinie angemahnt. Der Protest zeigte dahingehend Erfolg, dass im Juli 2008 nun zu einem Gespräch nach München geladen wurde und Ideen für die Ausgestaltung und Überarbeitung der neuen Förderrichtlinie abgefragt wurden. Heinrich Schmidt bedankte sich ausdrücklich bei Umweltminister Dr. Otmar Bernhard, der sich für die Belange des Naturparks sehr aufgeschlossen gezeigt hatte, und letztendlich die Finanzierung für die Ilz-Infostelle in Fürsteneck und die Anerkennung des Naturparks als Umweltstation ermöglicht hatte. Mit der Eröffnung der Naturpark-Infostelle im Schloss Fürsteneck am 19. Oktober 2008 kann der Naturpark Bayerischer Wald e. V. ein flächendeckendes Infostellennetz in allen Landkreisen aufweisen. Ein weiterer Schwerpunkt wird derzeit auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit, vor allem in touristischer Hinsicht und im Naturschutzbereich im Grenzbahnhof Eisenstein gelegt. Dort wird ein Nutzungs- und Finanzierungskonzept erarbeitet um den historischen Bahnhof restaurieren und mit Leben füllen zu können. In seinem Grußwort stellt Bürgermeister Karl Reith kurz seine Gemeinde Eppenschlag vor. Stellvertretender Landrat Helmut Behringer ging auf den Werdegang des Naturparks ein und stellte fest, das der Naturpark mittlerweile unumstritten ist. MdL Helmut Brunner stellte das Engagement des Naturparks gerade auch auf dem Bildungs- und Erholungsbereich heraus. MdL Eike Hallitzky kommentierte aus seiner Sicht als Mitglied des Haushaltsausschusses die derzeitigen Bemühungen zur Überarbeitung der Naturparkförderrichtlinie. Er begrüßte es, dass in diese Frage nun Bewegung gekommen ist. Geschäftsführer Hartwig Löfflmann beleuchtete das vergangene Geschäftsjahr und erläuterte die aus fördertechnischen Gründen notwendig gewordene Satzungsänderung. Die neue Satzung wurde einstimmig beschlossen. Die Neuwahl des Vorstandes mit den zwei Rechnungsprüfern auf 3 Jahre erfolgte ebenfalls einstimmig. Die drei Vorsitzenden Heinrich Schmidt, Heinrich Lobmeier und Thomas Müller wurden in ihrem Amt auf weitere 3 Jahre bestätigt. Als Kassenprüfer wurden Anton Bernreiter aus Zwiesel und Walter Vollmer aus Bayerisch Eisenstein gewählt. Der Vorsitzende dankte Sparkassendirektor Josef Wagner für sein langjähriges Engagement, nach dem dieser künftig nicht mehr zur Verfügung stand. Haushaltsnachweis und Haushaltsplan wurden ebenfalls einstimmig gebilligt. Zum Schluss bedankte sich Naturschutzvorsitzender Heinrich Schmidt bei allen Anwesenden für die gute Zusammenarbeit das ganze Jahr hindurch. Er schloss die Versammlung um 15:30 Uhr und bat um eine weiterhin gute Zusammenarbeit zum Wohle der Region.


Die Naturpark-Veranstaltung „Vom Tal des schwarzen Regen zum weißen Quarzriff Großer Pfahl“ findet am Sonntag, den 3. August statt. Große und kleine Naturliebhaber aus Nah und Fern können an einer Bahnfahrt durch das wildromantische Flusstal und einer naturkundlicher Wanderung zum Quarzriff Großer Pfahl teilnehmen. Eine Anreise mit der Waldbahn zum Bahnhof Gotteszell wird empfohlen. Mit der Wanderbahn ist hier die Abfahrt nach Viechtach um 11:35 Uhr. Treffpunkt in Viechtach ist um 12:30 Uhr an der Wandertafel am Bahnhof Viechtach. Die anschließende Wanderung zum Großen Pfahl dauert ca. 3,5 Stunden. Die Rückfahrt nach Gotteszell ist um 16:10 Uhr geplant. Alle Interessierten sind ganz herzlich zu dieser Wanderung mit dem Gebietsbetreuer des Naturparks, Matthias Rohrbacher, eingeladen. Brotzeit aus dem Rucksack wird empfohlen. Die Veranstaltung findet auch bei schlechtem Wetter statt. Die Wanderbahn im Regental e.V. (www.wanderbahn.de) bietet für Teilnehmer einen Sonderpreis an, insbesondere für Familien mit Kindern. Die Bahnstrecke gilt als eine der schönsten Bayerns und führt durch das beeindruckende, oft unberührte Tal des „Schwarzen Regen“. Geheimnisvoll und bizarr zeigen sich die weiß schimmernden Felsenriffe des Pfahls ca. zwei Kilometer nordwestlich vom Viechtacher Stadtzentrum. Im „Alten Rathaus“ können sich Besucher in der Pfahl-Infostelle (www.pfahl.info) über dieses einmalige Naturphänomen informieren. Von hier aus führt der Pfahl-Steig durch beschauliche Bachtäler und heckenreichen Streuobstwiesen zum Quarzfelsenzug. Im Naturschutzgebiet „Großer Pfahl“ bietet sich dem Wanderer ein Naturschauspiel von hoch aufragenden Felsenriffen, tiefen Quarzbrüchen, beweideten Pfahlheiden und licht durchfluteten Wäldern. Die Felsentürme aus Quarzgestein sind nicht nur landschaftlich sehr reizvoll, sondern beflügeln schon lange die Phantasie der Menschen. Nach alten Sagen sind die weißen Felsenzacken der oberirdische Kamm eines tief im Erdinnern ruhenden Drachens. Tatsächlich ist der Pfahl ein uralter Riss im Grundgebirge des Bayerischen Waldes. Gegen Ende des Erdaltertums drangen heiße wässrige Quarzlösungen in diese Spalten und Hohlräume ein und erstarrten in einer Tiefe von bis zu fünf Kilometern zum weißen Quarzgestein. Im Laufe der Jahrmillionen wurde das umliegende weichere Gestein verwittert und abgetragen. Der sehr harte Pfahlquarz widerstand bis heute dem Zahn der Zeit. Besonders eindrucksvoll zeigt er sich in den Felsenriffen am Großen Pfahl, der als „Geotop Nummer eins“ die Liste der einhundert schönsten erdgeschichtlichen Naturdenkmäler in Bayern anführt. Rückfragen zur Veranstaltung am 3. August unter 09942 – 16 61.


Im Rahmen der Arberführungen des Naturparks Bayerischer Wald gelten die Exkursionen durch die Arberseewand bereits seit Jahren als absoluter Höhepunkt. Die Arberseewand ist nicht nur geographisch interessant, da sie wie der Große Arbersee Zeugin der letzten Eiszeit ist. Sie ist vor allem ein Naturparadies. Die ständig feuchte steile Bergflanke ist von vielen, z.T. seltenen Moosarten bedeckt. Das Vogelgezwitscher erscheint hier lauter. Bäume, die in der Seewand dicker als anderswo im Bayerischen Wald sind, zeigen, dass hier der Mensch seit Jahrhunderten nicht mehr in die Natur eingegriffen hat. Der Wandersteig durch die Seewand gilt jedoch als gefährlich. Häufig auftretender Nebel führt dazu, dass sich Wanderer in der steil abfallenden Wand verirren. Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald bot daher letzten Mittwoch eine Führung vom Großen Arbersee über die Arberseewand zum Gipfel an. Dass Zeugen der Erdgeschichte im Vergleich zur Seewand manchmal unspektakulär sind, zeigte die Gebietsbetreuerin den etwa 50 Exkursionsteilnehmern bereits zu Beginn der Führung: Fast unmerklich überquert der Wanderer auf dem Seewandzubringerweg zwei Seitenmoränen. Neben Wissenswertem über die Geologie und Botanik des Gebiets erzählte Isabelle Auer dieses Mal bei besonders markanten Bäumen sogenannte „Baumgeschichten“. An einem umgestürzten Baum, auf dem bereits neue Fichten wachsen, zeigte sie, wie in der Natur vermeintlich Totes immer Grundlage für neues Leben ist. Einen trotz der rauen Verhältnissen etwa ein Meter dicker Baumstumpf schätzen die Teilnehmer auf ein Alter von etwa 600 Jahren, „geboren“ wurde der Baum also bereits um das Jahr 1400, z.B. vor der Entdeckung Amerikas, vor der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern, lange vor dem Dreißigjährigen Krieg. In die Gegenwart zurückgerufen wurde die Gruppe wieder bei der Wanderung durch die Windwurfflächen oberhalb der Seewand, die durch den Orkan Kyrill im Januar letzten Jahres entstanden sind. Hier erklärte Auer, wie das Auerhuhn von den so neu entstandenen Freiflächen profitiert. Umgestürzte Wurzelteller dienen z.B. nicht nur als Versteck, sondern auch als Huderplätze. Vor dem letzten Anstieg machte die Gruppe noch einmal vor einem bizarr geformten Baumstumpf halt, der für manche Wanderer die Form eines Entenkopfes hat. Andere, die im Gegensatz zur den Bodenmaiser Riegel nicht als „Richard-Wagner-Kopf“, sondern in ihm den Kopf der sagenhaften Arberhexe sehen, deuten ihn als ersten Vorboten auf die Hexe. Isabelle Auer nahm dies zum Anlass, die dreistündige Führung mit der Sage von der Arberhexe abzuschließen: Noch heute gilt die Arberhexe unter den Woidlern als „gute Fee“: Menschen, die Liebeskummer haben, sollen daher möglichst bei Vollmond um Mitternacht zum Gipfel wandern und der Hexe ihr Leid klagen. Beim Abstieg wird ihnen dann die Hexe in unterschiedlichen Gestalten erscheinen: Als Reh, als Farn oder als besonders schöner Stein. Nach dem Abstieg wird der Hilfesuchende vom Liebeskummer geheilt sein. Die Gebietsbetreuerin überließ es am Ende jedoch den Teilnehmern, ob sie sich von dieser sagenhaften Arberhexe oder von dem Naturerlebnis Arberseewand gestärkt fühlten. Dass viele der Wanderer sich für die Führung extra einen Urlaubstag genommen hatten, zeigte wiederum deutlich, dass das Naturerlebnis Arberseewand nicht nur Urlauber sondern vor allem auch Einheimische noch immer fasziniert.


Die Naturparke Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald laden am Mittwoch, den 23. Juli zu einem Rundgang mit Gebietsbetreuerin Caroline Stautner am Kleinen Arbersee ein. Bei der etwa einstündigen Wanderung stehen die naturkundlichen Besonderheiten des Naturschutzgebietes von den „Schwimmenden Inseln“ über Schlangenwurz, Biber und Luchs bis hin zu den Spuren des Gletschers im Mittelpunkt. Treffpunkt ist um 11 Uhr an der Holzbrücke direkt am Kleinen Arbersee. Bitte denken Sie an stabiles Schuhwerk und wetterfeste Kleidung. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Die „Wilde Schönheit“ Arberseewand steht im Mittelpunkt der nächsten Arberexkursion unter Leitung von Arber - Gebietsbetreuerin Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald. Auf der etwa 3,5 stündigen Wanderung durch die Arberseewand am Mittwoch, 16. Juli, die nur für trittfeste Wanderer geeignet ist, wird Wissenswertes zur Entstehung dieses Gebietes und über die Tier- und Pflanzenwelt erläutert. Dadurch wird die Einzigartigkeit dieses Naturschutzgebietes verdeutlich. Bei der anschließenden Wanderung durch die Windwurfflächen unterhalb des Arbergipfels soll gezeigt werden, wie etwa die Auerhühner vom Orkan Kyrill profitieren. Nach einer kurzen Rast am Gipfel besteht die Möglichkeit, zusammen mit der Gebietsbetreuerin über den Fernwanderweg wieder zurück zum Großen Arbersee zu wandern. Treffpunkt ist um 09:00 Uhr vor der Gaststätte am Großen Arbersee. Besonders wichtig bei dieser Exkursion sind nicht nur festes Schuhwerk sondern auch Trittsicherheit. Eine Anmeldung zu dieser Exkursion ist nicht erforderlich.


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2008 bietet der Naturpark Bayer. Wald e.V. eine naturkundliche Exkursion an der Ilz an. Treffpunkt ist am Sonntag, 20.07.2008 um 14:00 Uhr an der Schrottenbaummühle. Gebietsbetreuer Stefan Poost wird die Veranstaltung leiten. Es gibt dabei Wissenswertes zum Fischotter und zu seiner Lebensweise, zu Gefährdungen und Schutzmaßnahmen, aber auch interessante Naturinformationen zum Ilztal. Die Veranstaltung dauert etwa zwei bis drei Stunden und findet bei jedem Wetter statt. Wetterfeste Kleidung und gutes Schuhwerk sind erforderlich. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Die Veranstaltung ist kostenlos.


Lange Zeit galt das Auerhuhn als „vom Aussterben bedroht“. Erste Auswilderungsprojekte, die sich auf den Lamer Winkel beschränkten, starteten 1982. Seit dem Jahr 1985 versuchte der Nationalpark mit Zucht- und Auswilderungsprojekten, die Auerhühner im ganzen Grenzkamm wieder heimisch zu machen. Unterstützt wurde er dabei von 1987 an durch die „Schutzgemeinschaft Auerwild“. Die staatlichen Forstämter der Region beteiligen sich seit Ende der 80er Jahre aktiv an den Auswilderungsprojekten. Den historischen Auerhuhnbestand zu dokumentieren, potentielle Lebensräume mit Hilfe von Luftbildanalyse zu ermitteln, aber auch den aktuellen Auerhuhnbestand im Naturpark- und speziell im Arbergebiet festzuhalten, war letztes Jahr das Ziel eines Naturpark-Projektes in Zusammenarbeit mit der Regierung von Niederbayern. Den Exkursionsteilnehmern Aussehen, Lebensweise und Lebensraum dieses Waldbewohners zu zeigen, war letzten Sonntag das Ziel einer Naturpark-Exkursion mit Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer. Bereits am Parkplatz Schareben entdeckten die etwa zehn Exkursionsteilnehmer dicht neben dem Rundwanderweg ein ausgestopftes Auerhuhnpärchen. So konnten die Teilnehmer sich zuerst an Hand der Präparate mit dem Aussehen vertraut machen. Isabelle Auer betonte, dass eine reale Auerhuhnsichtung der Naturschutzidee widersprechen würde: Auerhühner sind sehr schreckhaft. Sie leiden weniger unter Dauerbelastung wie z.B. Straßenlärm, sondern schrecken bei unvorhergesehenen Situationen auf. Wanderer, die im Auerwildschutzgebiet die markierten Wanderwege verlassen, können die Auerhühner zu panikartiger Flucht verleiten. Besonders im Winter, wenn sich das Auerhuhn von nährstoffarmen Nadeln ernähren muss, kann das zum Tod des Tieres führen. Daher hielt sich die Gruppe auch bei dieser Führung an den häufig begangenen Rundwanderweg. Deutlich wurde, dass das Auerhuhn von großen Sturmereignissen, wie etwa dem Orkan Kyrill im Januar letzten Jahres, erheblich profitierte. Hauptverbreitung der Vögel sind alte, lichte Nadelholzwälder mit einer reichhaltigen Zwergstrauch-Vegetation, wie z.B. der Heidelbeere. Umgestürzte Baumteller dienen nicht nur als Deckung, sondern schaffen auch neue Huderplätze zur Gefiederpflege und liefern Magensteinchen, die zur Verdauung notwendig sind. Da nur der Auerhahn zur Balzzeit, also im Mai, zu hören ist, waren die Teilnehmer überrascht, als sie oberhalb einer Windwurffläche den scharrenden Ruf eines Auerhahns vernehmen konnten. Wie sich jedoch bald herausstellte, kam er jedoch vom Tonband. Alle Exkursionsteilnehmer waren sich am Ende der dreistündigen Exkursion darin einig, dass man sogar froh war, nicht ein lebendiges Auerhuhn gesehen zu haben. Ein Auerhuhn aufzuschrecken, hätte schließlich dem Naturschutzgedanken der Exkursion widersprochen. Denn auch so hatte man einiges über diesen Bayerwaldbewohner, das Wappentier des Naturparks Bayerischer Wald e.V., erfahren


Am Donnerstag, 24.07.2008 um 14:00 Uhr findet die Jahreshauptversammlung des Naturpark Bayerischer Wald e.V. im Gasthaus zum „Oberen Wirt“ in Eppenschlag Landkreis Freyung – Grafenau statt. Zur 41. Mitgliederversammlung treffen sich die Vertreter von 89 Gemeinden aus den vier Landkreisen Regen, Freyung-Grafenau, Straubing-Bogen und Deggendorf, sowie alle Privatmitglieder und Verbände und Vereine. Turnusgemäß wird bei der Auswahl des Ortes für die Jahresversammlung durch die vier Mitgliedslandkreise gewechselt. Die Tagesordnung umfasst die üblichen Regularien, wie den Geschäftsbericht, Kassenbericht 2007 und Haushaltsplanung 2008. Weil verschiedene förderrechtliche Dinge in der Satzung geregelt werden müssen, wurde mit der Einladung die geplante Satzungsänderung mitverschickt. Hier ist ein Mitgliedervotum erforderlich. Es finden turnusgemäß Neuwahlen statt. Der 1. Vorsitzende Heinrich Schmidt wird sich mit seinen Stellvertretern Heinrich Lobmeier und Thomas Müller zur Wiederwahl stellen. Es gibt auch Informationen zur neu entstehenden Infostelle des Naturparks im Schloss Fürsteneck mit dem Schwerpunktthema Ilztal. Die Einladung geht nicht nur an Vereinsmitglieder, sondern auch an alle Interessierten, sowie an alle Pressevertreter. Die Versammlung wird etwa zwei Stunden in Anspruch nehmen.


Seit 19 Jahren unterstützt die Commerzbank zusammen mit Europarc Deutschland das Projekt „Praktikum für die Umwelt“. Jedes Jahr erhalten so etwa 50 Studenten die Gelegenheit, in einem deutschen Nationalpark, Naturpark oder Biosphärenreservat ein bezahltes Praktikum zu absolvieren und so Erfahrungen in der Naturschutzarbeit und in der Umweltbildung zu sammeln. Dieses Engagement der Commerzbank für die Bildung zur nachhaltigen Entwicklung wurde letztes Jahr von der UNESCO-Kommission honoriert, indem das Projekt „Praktikum für die Umwelt“ als offizielles Dekadeprojekt ausgezeichnet wurde. Kürzlich besuchten vier Nationalparkpraktikanten und die beiden Naturpark Praktikantinnen zusammen mit der Praktikantenbetreuerin Isabelle Auer (Naturpark Bayer. Wald) und Thomas Michler (Nationalpark Bayerischer Wald in Vertretung für Nationalpark-Praktikantenbetreuer Lukas Laux) ihren Sponsor, die Commerzbank in Passau. Bereits bei einer kurzen Vorstellungsrunde zu Beginn des Gesprächs mit Filialleiterin Marianne Reischl und ihrem Stellvertreter Sven Dost zeigte sich, dass die diesjährigen Praktikanten nicht nur „grüne Fächer“, wie z.B. Biologie, Geographie oder Forstwissenschaften studieren, sondern dass selbst Informatikstudenten ein Praktikum für die Umwelt absolvieren können. Die Gründe, warum sich die jungen Leute für dieses Praktikum entschieden haben, sind vielfältig. Die einen sehen es als Möglichkeit, erste Erfahrungen in der Naturschutzarbeit zu bekommen und somit als Entscheidungshilfe für die spätere Berufswahl. Andere, deren Berufswunsch bereits konkreter ist, sehen das Praktikum als einen weiterer Schritt hin zum Traumberuf. Allen Praktikanten gemeinsam ist jedoch der Spaß am Arbeiten in der Natur und am Umgang mit Menschen. Darüber hinaus berichteten die Praktikanten von ihren Aufgaben in den beiden Großschutzgebieten: Die beiden Naturpark-Praktikantinnen erzählten der Filialleiterin Marianne Reischl, dass einer ihrer Hauptaufgaben die Durchführung von Projekttagen ist. Bei diesem „Unterricht im Grünen“ bringen die beiden Praktikantinnen Grundschülern jeder Altersstufe die Lebensräume Wiese, Hecke, Wald und Wasser näher. Auch bei den Nationalpark-Praktikanten steht die Umweltbildung im Vordergrund. Sie erzählten der Filialleiterin Frau Reischl, dass sie nicht nur Führungen durch den Nationalpark leiten, sondern auch Naturerlebnistage vorbereiten und sie selbständig durchführen. Abschließend bedankte sich Nationalpark-Praktikant Pavel im Namen aller Praktikanten bei Frau Reischl für das Engagement der Commerzbank: „Es ist ein Geschenk, in einer noch so unberührten Natur arbeiten zu können.“ „Manchen ist dieses Geschenk nicht bewusst“, betonte Arbergebiets- und Praktikantenbetreuerin Isabelle Auer vom Naturpark: „Immer wieder springen Bewerber kurz vor Beginn des Praktikums ab. So vertun sie nicht nur die Chancen, die ihnen das Praktikum für die Umwelt bietet, sondern sie blockieren auch Praktikumstellen für ihre Mitbewerber.“ Dass ein „Praktikum für die Umwelt“ nicht nur zur Persönlichkeitsentwicklung sondern tatsächlich auch zu einem festen Arbeitsvertrag führen kann, wurde den diesjährigen Praktikanten am Beispiel ihrer beiden Begleiter gezeigt. Sowohl Thomas Michler als auch Isabelle Auer absolvierten letztes Jahr im Nationalpark bzw. im Naturpark Bayer. Wald ein „Praktikum für die Umwelt“. Für sie sich ihr Engagement als Praktikant aber auch in der Zeit nach ihrem Praktikum auch beruflich gelohnt.


Der Große Arbersee ist neben dem Arbergipfel einer der „touristischen Brennpunkte“ im Bayerischen Wald. Kenner zählen das Naturschutzgebiet „Großer Arbersee mit Seewand“ jedoch zu einem der schönsten Naturschutzgebiete Mitteleuropas. Den Grund erfuhren am Mittwoch 25 Teilnehmer einer Naturparkführung mit Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer. Die Natur am Fuße der Arberseewand stand diesmal im Mittelpunkt der Führung. So wies die Gebietsbeteuerin die Gruppe auf zwei Pflanzenarten hin, die dem Besucher im hinteren Teil des Sees zur Zeit besonders auffallen. Schon von Weitem sieht man auf den Schwimmenden Inseln das hell leuchtende Wollgras. Die Holzbalken, die Bootsfahrer vom Ufer fernhalten sollen, schützen im Sommer vor allem die Gelbe Teichrose. Beide Pflanzen, betonte Isabelle Auer, könne man auch sehr gut vom markierten Weg aus erkennen und fotographieren. Am Fuße der Seewand erfuhren die Exkursionteilnehmer auch, dass die Natur manchmal die Phantasie anregen kann. Ähnelt die eine bizzare Wurzelformation einer „Wurzelbrille“, so wurden andere von den Wanderern als „Wurzelzopf“ oder „Wurzelschlange“ bezeichnet. Besonders häufig konnten bei Fichten jedoch „Wurzelkrallen“ entdeckt werden, die z.B. Steine umklammern. Die Fichte kann in nassen Böden nicht sehr tief wurzeln. Auch die Buche mag keine „nassen Füße“, aber auch keine Spätfröste. Sie kann dagegen mehr Wärme und Trockenheit vertragen. Das wird ihr im Zuge der Klimaerwärmung bessere Überlebenschancen bieten. Die Führung zeigte, wie faszinierend das Gesamtsystem „Natur“ ist. Eine Exkursionsteilnehmerin fasste nach der fast zweistündigen Tour rund um den Großen Arbersee ihre Eindrücke deshalb so zusammen. „Über dieses Gebiet muss man einfach ins Schwärmen geraten“.