Oktober 2019


Viechtach. Seit Anfang September ist in Viechtach ein neuer Kindergarten in Betrieb: der Naturpark- und Waldkindergarten Stadt Viechtach. 13 Kinder werden dort von Leiterin Isabella Klingseisen und ihren Kolleginnen Katharina Johns und Ilona Sinanaj nach waldpädagogischen Gesichtspunkten betreut. Am Donnerstag wurde der Kindergarten nun offiziell seiner Bestimmung übergeben.
Bürgermeister Franz Wittmann konnte zu dieser zweiten Kindergartenfeierstunde binnen einer Woche – nach dem Abschluss der Sanierung des Blossersberger Kindergartens „Sonnen-Blume“ – neben dem Naturpark-Vorsitzenden Heinrich Schmidt und Stadtpfarrer Dr. Werner Konrad auch Martin Hackl vom Kreisjugendamt als Vertreter des Landkreises Regen, seine beiden Stellvertreter und etliche Stadträte, das Kindergartenteam, etliche Eltern, Mitarbeiter des Bauhofs und der beteiligten Firmen sowie Christina Tetek begrüßen, die in der Stadtverwaltung für die Kindergärten zuständig ist. Wittmann steht voll hinter dem Projekt des Waldkindergartens, das rund um die neue Schutzhütte, zu der die Alte Schmiede am großen Pfahl umgebaut wurde, entstanden ist. Er zeigte sich sehr zufrieden mit der Leistung, dass ohne Architekt und ohne Förderung parallel zur Sanierung eines anderen Kindergartens eine weitere Einrichtung für Kinder „aus dem Boden gestampft“ werden konnte.
Naturpark-Vorsitzender Heinrich Schmidt sprach von einem Alleinstellungsmerkmal des Kindergartens, der der erst dritte Naturpark-Kindergarten im Freistaat sei. Nur aufgrund der offiziellen Zertifizierung durch den Verband Deutscher Naturparke (VDN) könne der Naturpark Bayerischer Wald das Projekt finanziell und personell unterstützen, wie dies durch Naturpark-Mitarbeiter Matthias Rohrbacher geschehen solle. Zwar sei er anfangs etwas skeptisch gewesen, doch seien seine Bedenken wegen des Geländes am Großen Pfahl, das seit 1990 im Besitz des Naturparks sei, sehr schnell zerstreut worden.
Er freue sich sehr über das „fundierte Konzept“, das Kindergartenleiterin Isabella Klingseisen für die Einrichtung geschaffen habe. Die Kinder, denen dieser Tag in erster Linie gelte, würden durch das hervorragende Umfeld in der Natur „für ihr ganzes künftiges Leben im Sinne des Umweltgedankens geprägt“, unterstrich Heinrich Schmidt.
Dass dies gerade für Eltern auch zweischneidig sein könne, ließ Jugendamtsleiter Martin Hackl in seinem Grußwort als Vertreter des Landkreises durchblicken. Er habe selbst seine beiden Kinder in einen Waldkindergarten geschickt und da müsse man sich als Elternteil schon einmal damit abfinden, dass die Kinder nicht mehr zu erkennen seien, wenn sie vom Spielen in Wasser und Lehm zurückkämen. „Ich wollte meine beiden einmal abholen“, schilderte er augenzwinkernd eine Begebenheit. „Und ich konnte sie auf dem ersten Blick nicht in der Gruppe entdecken, die da aus dem Wald kam“.
Zu verhindern, dass derlei die Regel wird, gehört mit zu den Aufgaben von Isabella Klingseisen und ihrem Team. Vor allem aber wollen sie den Kindern, die ihnen anvertraut sind, die Natur nach waldpädagogischen Grundsätzen nahebringen. Diese orientieren sich an dem Motto: „Nur was ich kenne, kann ich lieben. Nur was ich liebe, kann ich schützen.“
Zu den pädagogischen Prinzipien im Waldkindergarten gehört etwa, dass alles ein wenig langsamer und einfacher sei, dass die Kinder keiner so großen Reizüberflutung ausgesetzt würden, dass größerer Wert auf handwerkliches und motorisches Geschick gelegt werde und dass durch den Aufenthalt in der freien Natur beinahe automatisch das Immunsystem der Kinder gestärkt werde. Ansonsten jedoch müssen die gleichen Anforderungen erfüllt werden, die das Bayerische Kindergartengesetz (BayKiBiG) auch für „normale“ Kindergärten in einem Gebäude vorsieht.
Nachdem die Kinder das Gelände mit einem indianisch anmutenden Danklied samt Trommeln und Geheul in Besitz genommen hatten, spendete Stadtpfarrer Dr. Werner Konrad noch den Segen Gottes für die neue Bildungseinrichtung.


Bodenmais. Typisches Herbstwetter am Arber: Sechs Grad, Nebel, Wind mit Böen, Regen. Trotz widriger Wetterbedingungen haben die Auszubildenden des Forstbetriebs Bodenmais der Bayerischen Staatsforsten unter der Aufsicht von Forstwirtschaftsmeister Paul Hilgart zusammen mit dem Naturpark-Gebietsbetreuer für die Arberregion, Johannes Matt, weitere zehn Nistkästen für Käuze aufgehängt.
Matt hat das Projekt gestartet und koordiniert. „In diesem Jahr waren von den zehn im Staatswald aufgehängten Nistkästen gleich acht Stück von Waldkäuzen besetzt“, berichtet er. Zwar konnte der Habichtskauz am Arber noch nicht nachgewiesen werden, aber so profitiert immerhin der Waldkauz von diesem Projekt.
Insgesamt hängen nun zwanzig Nistkästen, die unter der Leitung von Paul Hilgart von den Lehrlingen des Forstbetriebs angefertigt wurden. Hierbei hat man auf die langjährigen Erfahrungen der Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava zurückgegriffen. Anschließend haben die Revierförster und der Gebietsbetreuer geeignete Waldbestände und Habitatbäume ausgewählt, bevor es an das aufwändige Aufhängen der Nistkästen ging.
Der Forstbetrieb Bodenmais ist einer von 25 Ausbildungsbetrieben der BaySF, wie Betriebsleiter Jürgen Völkl erklärt. Er bildet jedes Jahr zwei Lehrlinge zu Forstwirten aus. „Mit diesem Projekt leisten die Lehrlinge einen Beitrag zum Naturschutz, und gleichzeitig führen wir die enge und gute Zusammenarbeit mit dem Naturpark fort“, freut sich Völkl.− bb


15 Uhr Bahnhaltepunkt Gumpenried-Asbach. Wanderung von Gumpenried nach Schnitzmühle: Streifzüge am Fluss – Natur und Kultur im Tal des Schwarzen Regens mit Matthias Rohrbacher, Naturpark und Umweltstation Viechtach; (Dauer rund 3 Stunden, Länge 9 Kilometer); Anfahrt mit der Waldbahn aus Richtung Viechtach um 14.37 Uhr, aus Richtung Gotteszell um 14.39 Uhr. Donnerstag, 24. Oktober.


Bayer. Eisenstein. Aus organisatorischen Gründen muss die geführte Erlebniszugfahrt auf der Waldbahn durch das Naturparkgebiet von Plattling nach Bayer. Eisenstein vom letzten Oktobersonntag auf Sonntag, 3. November, verschoben werden. Das letzte Mal für dieses Jahr kann man den „Trans Bayerwald Express“ erleben. Auf der von einem Naturparkführer begleiteten Fahrt in der Waldbahn gibt es Informationen zu Natur- und Landschaft des Bayerischen Waldes und zur Eisenbahnstrecke. Im Grenzbahnhof Eisenstein gibt es eine Führung durch die NaturparkWelten und dann ein gemeinsames Mittagessen. Ab 14 Uhr gibt es eine geführte Tour durch Bayerisch Eisenstein. Anmeldung beim Naturpark Bayerischer Wald unter Tel. 09922-80 24 80 − löf


Bayer. Eisenstein. Am Sonntag, 27. Oktober, zeigt Johannes Matt als Gebietsbetreuer für die Arberregion bei einer farbenprächtigen Bilderreise seinen Blick auf die vielfältige Natur des „König des Bayerischen Waldes“.
Neben den bekannten Ausflugszielen werden auch weniger bekannte Ecken rund um den Großen Arber vorgestellt. Die seltenen Tier- und Pflanzenarten, sowie die beeindruckende Landschaft über die verschiedenen Jahreszeiten hinweg, stehen im Mittelpunkt. Der Bildervortrag beginnt um 14 Uhr und dauert etwa eineinhalb Stunden. Die Veranstaltung ist kostenlos und findet gemeinsam mit der Tourist-Info Bayerisch Eisenstein statt. Der Vortrag kann mit einem sonntäglichen Ausflug in die NaturparkWelten im Grenzbahnhof n verbunden werden. Der Grenzbahnhof hat von 9.30 bis 16.30 Uhr geöffnet.  − bbz


Bayer. Eisenstein. Die beiden Gebietsbetreuer für die Arberregion Anette Lafaire und Johannes Matt laden am Samstag, 26. Oktober, zu einer spätherbstlichen Rundwanderung auf den Großen und Kleinen Arber ein. Mit dieser Tour lassen sie die Wander- und Führungssaison für dieses Jahr ausklingen. Treffpunkt ist um 10.30 Uhr am Brennesparkplatz. Die Führung wird kostenlos angeboten. Es wird um Anmeldung bis Freitag, 25. Oktober, um 12 Uhr beim Naturpark Bayerischer Wald unter Tel. 09922-802480 gebeten. − jm


Bayer. Eisenstein. Hoch erfreut über das überwältigende Interesse an dem neuen Buch „Im Lande der Künischen Freibauern“ zeigte sich Harald Steiner am Freitagabend im historischen Wirtshaus des Grenzbahnhofs. Er ist 1. Vorsitzender des Arbeitskreises für den mittleren Böhmerwald „Künische Freibauern“ und Initiator für die mittlerweile fünfte überarbeitete Ausgabe nach der Erstfassung vor 40 Jahren. Auf Steiners „hartnäckige Initiative“ hin erarbeitete der Arbeitskreis, bestehend aus 25 Mitgliedern, die Neufassung von Band 1 und arbeitet auch bereits an Band 2, der im April 2020 erscheinen wird.
„Niemands Herr, niemands Knecht – das ist künisch Bauernrecht.“ Das war der Leitspruch der Künischen Freibauern. „Mit Axt, Säge und Pflug besiegten sie den Wald, bauten sich stattliche Höfe und wirtschafteten dort als freie Bauern. Acht Gerichte hatte das künische Gebiet: St. Katharina, Hammern, Eisenstraß, Seewiesen, Haidl, Kochet, Stadln und Stachau“, erläuterte Harald Steiner bei seiner Begrüßungsrede und forderte: „Dieses Wissen sollte in den Schulen vermittelt werden“.
Er begrüßte eine stattliche Anzahl von Ehrengästen aus Bayern, Böhmen und Österreich namentlich und bedankte sich bei allen Referenten und Mitwirkenden herzlich. Seinen besonderen Dank richtete er an den Morsak Verlag, der dem kleinen Verein nur die Druck- und Vertriebskosten für das Buch in Rechnung stellte.
Auf Anregung des Geologen und AK-Mitglieds Fritz Pfaffl taufte Steiner das gewichtige Werk mit Goldsand aus der Wottava (Otava), den er wenige Tage vor der Buchvorstellung in der Nähe der Goldstadt Bergreichenstein gesucht hatte und übergab die ersten Exemplare an enge Mitarbeiter und Referenten.
Bezirksrat und Hausherr Heinrich Schmidt freute sich, dass die Buchvorstellung „an diesem historischen Ort“ stattfand. Er betonte, dass das Gebäude ein Zeichen für eine erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit sei und dass die Geschichte der Künischen Freibauern, welche die Grenze zwischen Bayern und Böhmen schützten, es unbedingt Wert sei, für die Nachwelt erhalten zu werden.
Stellvertretender Landrat Willi Killinger sagte: „Die Geschichte der Künischen Freibauern lehrt, wie sich die Dinge im Laufe der Zeit entwickelt haben. Die Menschen haben über hunderte von Jahren für ihre Freiheit und ihre Rechte gekämpft. Sie sind füreinander eingestanden und haben auch Widerständen getrotzt“.
Seit Beginn der Besiedelung des Böhmerwaldes seien die Künischen Freibauern ein Teil der Region gewesen. Das habe sich jedoch schlagartig mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs geändert, nachdem die meisten von ihnen vertrieben wurden. „Von daher muss uns die Geschichte auch eine eindringliche Mahnung sein“, so Killinger.
Ivo Grüner, Vizepräsident für regionale Entwicklung, EU-Fonds und Informations-Technologie aus Pilsen, sprach im Namen des Pilsner Bezirks: „Wir schätzen die gegenseitige Achtung und Freundschaft. Ich sehe dieses Buch als Teil der Freundschaft zwischen Böhmen und Bayern“.
Bürgermeisterin Lenka Sýkorová aus Dešenice (Deschenitz) erinnerte sich an ihre archivalische Praxis im Staatsarchiv Klattau. Autorin Maria Frank habe seinerzeit im Archiv Klattau für das erste Buch recherchiert. Sie habe immer eine herzliche Beziehung zu ihrem Geburtsland gehabt, sagte sie und fuhr fort: „Es freut mich sehr, dass dieses Interesse am Land Eurer Vorfahren im Böhmerwald weiter fortdauert“.
In seiner geschichtlich fundierten und unterhaltsamen Laudatio erzählte Dr. Gernot Peter, Leiter des Böhmerwaldmuseums in Wien, dass dieses Buch über die Künischen Freibauern und auch weitere Dokumente, wie zum Beispiel die seines Vorfahren Johann Peter, dem „Rosegger des Böhmerwaldes“, ihn vor fast 30 Jahren dazu veranlasst hatten, sich mit seiner Familiengeschichte zu befassen. Das erste Buch „Im Lande der Künischen Freibauern“ habe ihn über Jahre begleitet und sei eine wichtige Quelle für das Böhmerwaldmuseum in Wien geworden.
Peter sagte: „Die Zeiten waren damals andere, aber die Motive ähneln den heutigen. Die Herrscher der damaligen Zeit, heute würde man sagen Politiker, waren auf der Suche nach Einnahmequellen und kamen auf die Idee, auch aus dieser schneereichen, unwirtlichen Gegend Geld herauszuholen, indem sie Siedler mit steuerlichen und sonstigen Vorrechten ausstatteten. ‘Niemands Herr und niemands Knecht, das ist künisch Bauernrecht‘ hieß es damals, heute würde man vielleicht ‘autonome Steueroase’ dazu sagen“.
Den Verlegern Hans Schopf und Steffi Friedl war es ein großes Anliegen, dass die Geschichte der Künischen Freibauern für die Nachwelt erhalten bleibt. „Wir wissen genau, dass wir von diesem Buch nur eine sehr kleine Auflage verkaufen können, aber wir wollten es trotzdem machen, weil es so wichtig ist“, erklärte Schopf und endete mit einem Zitat von Maximilian Schmidt, genannt Waldschmidt: „Und noch in anderer Beziehung zeichnen sich die deutschen Freibauern rühmlich aus, nämlich, dass sie mit ihren böhmischen Nachbarn in Frieden leben wollen.“
Alle Redner dankten den Mitwirkenden „für ihren großartigen Einsatz“. Bezirksrat Heinrich Schmidt überreichte dem Vorsitzenden des Arbeitskreises im Namen des Bezirks Niederbayern für seinen „enormen ehrenamtlichen Einsatz“ zwei Gutscheine für die Therme in Bad Füssing. Harald Steiner bedankte sich bei Miroslav Marek für seine große Unterstützung bei der Buchherstellung mit einer Skulptur der Künstlergruppe „Männerhaut“, auf der das Künische Wappen dargestellt ist. Krönender Abschluss der Feier war eine Powerpoint Präsentation, mit welcher Emil Kintzl zusammen mit Übersetzer Edmund Stern verschwundene Orte im Land der Künischen Freibauern vorstellte.
Hervorragend musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch Philipp Oberparleiter aus München, Preisträger des Sudetendeutschen Kulturpreises. Mit dem in zwei Sprachen gemeinsam gesungenen Lied „Es war im Böhmerwald“ endete die würdige Veranstaltung.


Wandern und Bahnfahren im Tal des Schwarzen Regens bietet die Naturpark Umweltstation Viechtach an. Festes Schuhwerk wird dringend empfohlen. Die neun Kilometer lange Wanderung mit kleineren Anstiegen verläuft am Flusswanderweg ab Gumpenried, kurz vor Schnitzmühle geht es in das Liebestal mit dem Flüsschen Aitnach. Treffpunkt ist am Donnerstag, 24. Oktober, um 15.10 Uhr am Bahnhaltepunkt Gumpenried–Asbach bei Geiersthal. Bitte anmelden unter  0171/ 3364125 bis um 12 Uhr. Die An- und Abreisezeiten mit der Waldbahn werden berücksichtigt. Hinfahrt ab Viechtach um 14.37 Uhr und ab Gotteszell um 14.39 Uhr. Die Wanderung wird von Matthias Rohrbacher von der Naturpark Umweltstation Viechtach geführt, der Wissenswertes erläutert zu Flussuferläufer und Flussperlmuschel, Flusswäldern und Flussverlauf, ehemaliger Holztrift und Goldwäscherei.
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Bayer. Eisenstein. Die Naturparkwelten können auf ihr fünfjähriges Bestehen zurückblicken. Gleichzeitig feiert der Naturpark zu diesem Anlass am Sonntag, 13. Oktober, ein Oktoberfest mit Vortrag, Führung, Schweinshax’n-Essen und musikalischer Umrahmung. Geöffnet ist von 9.30 bis 16.30 Uhr.
Von 10 bis 16 Uhr präsentiert die Philatelisten-Jugend Regen im Rahmen einer Zentralveranstaltung zum „Tag der Jungen Briefmarkenfreunde“ den Sonderstempel mit dem Motiv „Kleine Hufeisennase“, auch die tschechischen Briefmarkenfreunde aus Schüttenhofen sind zugegen. Das Sonderpostamt wird um 10 Uhr eröffnet, um 11 Uhr gibt es einen Vortrag von Hartwig Löfflmann, der auf die letzten 30 Jahre seit dem Fall des Eisernen Vorhangs zurück blickt. Um 14 Uhr kann man eine Führung durch die Naturparkwelten mitmachen, speziell zu den Themen „Grenze, Kalter Krieg und Fall des Eisernen Vorhanges“ und neuen Sonderausstellung „Bergrettung im Eisensteiner Tal. − löf


Bischofsmais. Hoch droben, auf 1000 Metern Meereshöhe, da zeugen einige freigelegte Fundamente noch heute vom Dorf Oberbreitenau, das im Jahr 1956 mit dem Auszug der letzten Bewohnerin ein Ende fand. Die Landwirtschaft war da längst aufgegeben, die großen Flächen wurden als Streuwiesen genutzt oder von Bischofsmaiser Landwirten beweidet. In den 60er Jahren schlief auch diese Bewirtschaftung ein – der Weg war zu weit, die nassen Wiesen konnten nicht maschinell bearbeitet werden.
Geblieben sind unter anderem zwei völlig verschiedene Biotope, die ohne menschliche Unterstützung der Gefahr von Verbuschung bis hin zur natürlichen Wiederbewaldung ausgesetzt waren. Die an diesen speziellen Lebensraum angepassten, ohnehin schon selten vorkommenden Tier- und Pflanzenarten, wären dann für immer verschwunden.
Beide Flächen sind Teil des Fauna-Flora-Habitat-Gebietes (FFH) „Deggendorfer Vorwald“. Bei dem westlich des Landshuter Hauses gelegenen, vier Hektar großen Areals , handelt es sich um einen großflächigen Flachmoor- und Übergangsmoorkomplex, wo u. a. seltene und gefährdete Arten wie Wollgras, Moosbeere, Fieberklee, Sonnentau und Orchideen wachsen, seltene Schmetterlinge und Heuschrecken leben.
Der Landkreis Regen war bemüht, dieses wertvolle Biotop zu erhalten, deshalb hat er es vorsorglich vom Grundstückseigentümer gepachtet. Mit dem Bayerischen Wald-Verein hat der Kreis einen Partner gefunden, dessen Mitglieder alljährlich an einem Herbstwochenende mit Hand- und Motorsensen, Rechen und Heugabeln ausrücken, um die Fläche zu mähen und erforderlichenfalls auch zu entbuschen.
Bei der Fläche unmittelbar oberhalb des Landshuter Hauses handelt es sich um eine Magerrasengesellschaft im Eigentum des Wald-Vereins und angrenzend der Bayerischen Staatsforsten. Hier geht es vor allem darum, durch Mahd und Entbuschung einen artenreichen Borstgrasrasen mit den darin gedeihenden Pflanzen wie z. B. Arnika und Wacholder zu erhalten.
Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Regen ist Auftraggeber der Aktion und finanziert diese Biotoppflege mit Mitteln des Bayerischen Umweltministeriums. Die Einsatzkräfte des Wald-Vereins werden fachlich begleitet vom Naturpark-Biologen Alois Hofmann. Unterstützt wird die Aktion personell wie materiell von der Gemeinde Bischofsmais. Der Bodenmaiser Staatsforstbetrieb gibt die Staatsforstfläche stets unbürokratisch zur Bearbeitung frei.
Die Wald-Vereins-Sektionen Bischofsmais und Deggendorf sorgen nun bereits seit mehr als zehn Jahren dafür, dass diese wertvollen Biotope gepflegt und damit wie Perlen in der Waldlandschaft erhalten bleiben.
 − bb