April 2002


Im Rahmen des Naturpark - Bildungsprogramms 2002 bietet der Naturpark Bayer. Wald e.V. eine Weiterbildung für Vermieter, Touristiker und Natur- und Landschaftsführer an. Thema ist die Natur und Kultur am Pfahl. Gerade Multiplikatoren sollen Gästen und Interessierten qualifizierte Informationen geben können, das geht am Besten, wenn man selbst einmal dort gewesen ist und die Gegebenheiten kennt. Treffpunkt ist am kommenden Dienstag, den 23. April 2002 um 14:00 Uhr in der Pfahlausstellung im „Alten Rathaus“ in Viechtach. Referent Matthias Rohrbacher wird durch die Dauerausstellung führen, die für große und kleine Naturfreunde einiges zum Thema Pfahl bietet. Anschließend wird eine kurze Erlebniswanderung durch das Naturschutzgebiet „Großer Pfahl“ angeboten. Themen wie Erdgeschichte, Tiere und Pflanzen am Pfahl oder der ehemalige Steinbruch werden dabei präsentiert. Diese kostenlose Erlebniswanderung findet auch von Juni bis September an jedem Mittwoch Nachmittag statt. Die kostenlose Veranstaltung dauert etwa zwei Stunden. Anmeldung ist nicht erforderlich. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.


Im Rahmen der Sendung „Schwaben und Altbayern“ berichtet das Bayerische Fernsehen über die einzigartige Naturerscheinung Pfahl. Der Beitrag wird am kommenden Sonntag, den 21.April ab ca. 18.05 Uhr im dritten Programm gesendet. Fernsehredakteur Klaus Röder war mit seinem Kamerateam Herbert Lehner und Volker Gabriel zu Gast im Bayerischen Wald. Sie waren drei Tage in der Pfahlregion unterwegs um das Naturdenkmal Pfahl zu filmen. Die beindruckenden Quarzfelsenriffe stehen im Mittelpunkt des Berichts. Auch über den Quarzabbau in den Steinbrüchen wird berichtet. Erst fanden die „Schudderschloger“ – so wurden die Steinbrucharbeiter genannt – im Viechtacher Steinbruch Brot und Arbeit. Nachdem im Jahr 1992 der Betrieb eingestellt wurde, eroberte sich die Natur dieses Gebiet zurück: Gelbbauunken laichen in den Tümpeln, Schlingnattern jagen in den Schotterhalden oder Fledermäuse „übertagen“ in den Felsnischen. Der Pfahl ist aber auch der Lebensraum für einen Löwen: Der „Ameisenlöwe“ wartet in seinem Fangtrichter auf seine Beute. Er ist einer der vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten, die auf den Felsriffen, Pfahlheiden oder in den lichtdurchfluteten Wäldern ihre „Heimat“ finden. Nach der Pfahlsage ist das gezackte Quarzfelsenriff der aus dem Erde ragende Kamm eines Drachens, der tief im Erdinnern ruht. Die Wissenschaft spricht dagegen von heißen, unterirdisch aufsteigenden wässrigen Lösungen, aus denen der Pfahlquarz „herauswuchs“. In der Pfahldauerausstellung im „Alten Rathaus“ in Viechtach können sich Besucher das ganze Jahr über das Naturdenkmal Pfahl informieren. Große und kleine Naturforscher können dabei in der Experimentierwand „Pfahlgeheimnisse“ oder den „Mikrokosmos des Pfahls“ erforschen. Gesteine und Minerale warten bei der Suche nach dem „Stein der Weisen“ auf ihre Entdeckung.


Der Naturpark Bayerischer Wald e. V. bot in seinem Jahresprogramm eine Veranstaltung zum Thema „Gestalten mit Weidenelementen“ an. Etwa 25 Interessierte, darunter etliche Kinder fanden sich zur Veranstaltung mit dem Diplom - Biologen Otto Lendner aus Ringelai am Naturpark-Informationshaus ein. Nach einer ersten Einführung im Veranstaltungsraum über Grundlagen, wie Aussehen, Stabilität und Dauerhaftigkeit von Weidenelementen, gab es eine Reihe von Dias von fertigen Objekten zu sehen. Der Referent Otto Lendner wies darauf hin, dass dieser Workshop nicht als Weidenbestimmungskurs für die mehreren hundert weltweit vorkommenden Arten sein kann, und auch kein Weidenflechtkurs, denn das ist eine längerwährende Berufsausbildung. Die Veranstaltung sollte dazu dienen, mit Weidenelementen im Spielplatzbereich und Wohnumfeld gestalten zu können. Sehr aufwendig hierfür ist die Materialauswahl. Man muss etwa drei bis fünf Meter lange Weidenruten sorgsam auswählen und die dazu benötigten etwa vier Meter langen Haselnussstecken. Es empfiehlt sich in kleinen Trupps von etwa vier Leuten zu arbeiten. Zwei Personen halten meistens die Konstruktionen, während eine andere die Elemente zusammenbindet. Die vierte Person sollte sich normalerweise mit der Sichtkontrolle befassen, damit die Elemente entsprechend gerade und wohlgeformt ausschauen. Die Haselnussstangen dienen zum Stabilisieren der Konstruktion. Diese treiben hinterher nicht grün aus. Die Konstruktion wird mit Schottersteinen verkeilt. Die Weidenruten werden entsprechend an vielen Punkten zusammengebunden. Die Weiden treiben sehr rasch und gut aus und begrünen die ganze Konstruktion. Bis die Halteschnüre abgewittert sind, muss die Konstruktion halten, darum soll man besonders auch im Außenbereich haltbare Schnüre verwenden. Haselnussstecken darf man nicht zu schnell biegen sonst brechen sie, man muss sie langsam anstretchen. Zunächst ist wichtig, geeignete Weidenarten auszuwählen. Die drei häufigsten, im Mittelgebirge vorkommenden Weidenarten eignen sich leider sehr schlecht für die Gestaltungsarbeit. Die an Bachläufen und in Moorbereichen vorkommende Öhrchenweide hat zu kurze Ruten. Die Salweide, die auf Rohböden, auf Schutthaufen und am Wegrand wächst treibt relativ schlecht aus, es ist der Aufwand nicht wert. Die Bruchweide, auch Knackweide genannt, wächst ebenfalls in Bachtälern, man könnte sie gut zum Zaunstecken verwenden, sie bricht aber beim Flechten sehr leicht, wie ihr Name schon verrät. Die geeigneten Weidenarten, wie zum Beispiel die Purpurweide, findet man an den größeren Bachtälern und entsprechend im Donautal. Dort kann man mit Mandel-, Lavendel-, Weich-, und Korbweide gut arbeiten. Bei der Materialbeschaffung sollte man sich an die Kreisgartenfachberater oder auch an die Straßenbauämter wenden und nicht ohne Erlaubnis Weidenstecken schneiden. Die Weidenelemente sollten eine Sitztiefe von etwa 0,5 Meter im Erdboden erhalten. Um ausreichend Erdkontakt zu erreichen sollte man die Rinde oberflächlich zu etwa 30 % wegschälen. Das gibt einen Initialreiz für Wurzelbildung. Es empfiehlt sich auch die Setzlöcher zuzutreten und mit durchnässtem Erdmaterial zuzuschmieren bzw. die Stangen vorher entsprechend in Schlamm einzutauchen. Die optimale Setzzeit ist zwischen Ende März und Anfang April, bevor die Blätter austreiben. Wenn Material geholt wird, soll es spätestens nach ein oder zwei Tagen verarbeitet werden, es darf nicht länger liegen. Vorteilhaft kann auch sein, das ganze in der Zeit vom Schneiden der Ruten bis zum Setzen zu wässern. Vor dem Naturpark-Informationshaus wurden in Gruppenarbeit drei Elemente begonnen. Ein Torbogen im Zugangsbereich und hinter dem Gebäude ein Haselzaun mit ebenfalls einem Torbogen mit einer Weidenflechtwand auf der gegenüberliegenden Seite. Zum Abschluss wurde mit Sand im Halbrund ein Bogen für ein Weidentippi markiert. Dieses soll den Kindern zum spielen dienen. Fast zwei Stunden lang wurde eifrig gegraben, gesägt, Pflöcke gespitzt und Weidenmaterial eingeflochten. Viele harrten trotz des eiskalten Windes aus, um die Arbeiten zu vollenden. Zum Schluss bedankte sich Bildungsreferent Hartwig Löfflmann beim Referenten Otto Lendner und bei allen Teilnehmern. Unter einem fertiggestellte Weidentunnel wurde dann die diesjährige Ziehung der Naturparklotterie vorgenommen.