März 2018


Gut besuchter Klimawochen-Vortrag im Go-Vit-Infopoint am Bahnhof Viechtach

Viechtach. Die Bestuhlung des Infopoints im Bahnhofsgebäude musste noch aufgestockt werden, um den zahlreichen Besuchern des Vortrags am Mittwochabend Platz zu bieten. Und die Erwartungen der Gäste wurden nicht enttäuscht. Referentin Ruth Waas, Biologin an der Bezirksstelle Niederbayern in Straubing des Landesbunds für Vogelschutz, bot eine Fülle von Informationen zu dem scheinbaren Allerweltsvogel Star, der im laufenden Jahr 2018 zum Vogel des Jahres gekürt worden ist.

Oder wer hätte gewusst, dass man Herrn und Frau Star nicht nur am schwätzenden, variablen Gesang des Herrn, sondern bei genauem Hinsehen auch an der unterschiedlichen Färbung an der Basis des ansonsten gelben, in der Ruhezeit aber dunklen Schnabels unterscheiden kann? Die Schnabelbasis ist beim männlichen Star blau, beim weiblichen rot. Die Referentin verband das als Gedächtnisstütze mit der Farbe von Babykleidung, die ja bei Mädchen meist rosa, bei Buben hellblau ist. Dass die hellen Sprenkel im Gefieder teilweise verschwinden und dem dunkel glänzenden Brutkleid Platz machen, liegt nicht an einem Gefiederwechsel, sondern einfach daran, dass sich die hellen Spitzen der Federn mit der Zeit abnützen.

Unser Star ist in den gemäßigten Breiten von Europa und Asien zu Hause. In den wärmeren Teilen seines Verbreitungsgebiets ist er Standvogel, ansonsten Teil- und Kurzstreckenzieher nach Südeuropa und Nordafrika. Er wurde aber von europäischen Auswanderern auch in Amerika, Australien, Neuseeland und Südafrika eingebürgert. Sein bevorzugtes Biotop sind lichte Wälder und offene Landschaften mit alten Bäumen, die ihm geeignete Nisthöhlen bieten. Da natürliche Nisthöhlen in unserer ausgeräumten Kulturlandschaft selten sind, nimmt er als Ersatz auch Nistkästen an. Ideale Nahrungsgründe sind Viehweiden, deren Gras von den Weidetieren kurzgehalten wird. Insekten, die sich auf den Ausscheidungen der Tiere niederlassen und die von den Tieren aufgeschreckt werden, sind eine sichere Nahrungsgrundlage. Die Stare revanchieren sich, indem sie viele lästige Insekten und Parasiten wegfangen.

Dass es mit anderen Zweigen der Landwirtschaft auch zu Konflikten kommen kann, ergibt sich aus dem vielfältigen Nahrungsspektrum der Stare, das nicht nur aus Insekten und Würmern, sondern zu einem großen Teil auch aus Obst (Beeren und Kirschen) besteht. Der ungünstigste Lebensraum für Stare sind übermäßig gedüngte Monokulturen, deren Insektenwelt totgespritzt wurde.

Bekannt sind die riesigen, in geschlossener Formation fliegenden Schwärme, die die Stare außerhalb der Brutzeit bilden. Dieses Schwarmverhalten irritiert Raubvögel, die sich deshalb nicht auf einen einzelnen Vogel als Beute konzentrieren können.

Der Vortrag fand im Rahmen der Klimawochen im Landkreis Regen 2018 statt.bl 


Vortrag über das beeindruckende Leben von Premysl Pitter und Olga Fierz

Bayer. Eisenstein. Naturpark Bayerischer Wald und der Verein Über d’Grenz hatten zu einem besonderen Abend zur deutsch-tschechischen Geschichte in den Grenzbahnhof eingeladen. Die Schriftstellerin Sabine Dittrich aus Hof zeichnete unter dem Motto „Liebet Eure Feinde“ ein lebendiges Bild von Přemysl Pitter und Olga Fierz, die das Leben von deutschen und tschechischen Kindern gerettet haben.

Pitter wuchs in einem katholischen Elternhaus in Tschechien auf, hatte eine Phase, in der er Atheist war, und litt darunter, als junger Soldat im Ersten Weltkrieg kämpfen zu müssen. Zwei Desertionsversuche schlugen fehl, einmal wäre er fast zum Tode verurteilt worden. Diese Erfahrungen machten ihn zum lebenslangen, überzeugten Pazifisten.

Er studierte Theologie, schloss sich aber nie einer Kirche an, sondern blieb Prediger einer freien Gemeinschaft. Als kompromissloser Wehrdienstverweigerer zu einer Gefängnisstrafe verurteilt, wurde er erst nach einem Protest von Albert Einstein durch Präsident Masaryk begnadigt. Der Anblick magerer, elend aussehender Kinder aus dem Prager Armutsviertel Žižkov, die für ihre Familien Kohlen stahlen, beeindruckte ihn tief und er machte es sich zur Lebensaufgabe, in diesem Viertel als „Streetworker“ materielle Hilfen zu organisieren, für den Schulbesuch der Kindern zu sorgen und Freizeitangebote zu schaffen – alles im Geist der Nächstenliebe.

Ebenso war er mit der europäischen Friedensbewegung jener Jahre gut vernetzt. Dabei lernte er die gleichgesinnte Schweizerin Olga Fierz kennen, die ihn bei seiner Arbeit unterstützte und seine Lebenspartnerin wurde. 1933 hatten er und sein Team so viele Spenden sammeln können, dass sie in Žižkov ein Stadtteilhaus mit Räumen für Treffen und Freizeitgestaltung bauen konnten.

Historische Fotos zeigten Kinder beim Spielen und in der Werkstatt. Vergnügte Bilder wurden auch im ländlichen Myto bei Rokidzan aufgenommen, wo Pitter ein Ferienhaus baute. Man kann sich vorstellen, was es für Kinder aus elenden Wohnverhältnissen bedeutete, dort im Freien spielen und herumzutoben zu können – und gut verpflegt zu werden.

Für Pitter, Fierz und ihr Team war es selbstverständlich, auch Kinder verfolgter jüdischer Familien aus dem 1938 besetzten Sudetenland aufzunehmen, sie zur Schule zu schicken und zu unterstützen. Bei einem Gestapo-Verhör wurde Pitter nach dieser verbotenen Tätigkeit gefragt. Er gab zu, dass er das getan habe: „Aber aus menschlichen Gründen werden Sie es verstehen“. Es war großes Glück, dass er nicht verhaftet wurde.

Da sich die jüdischen Eltern von ihren Kindern nicht trennen wollten, nahmen sie sie mit ins Konzentrationslager. Von etwa 100 Kindern überlebten nur fünf. Im Mai 1945 besuchte Pitter als Mitglied einer Regierungskommision das KZ-Theresienstadt und nahm halb verhungerte Kinder auf. Sie wurden gut versorgt und mit viel Zuwendung und Geduld wieder in ein geborgenes Leben zurückgeführt. Viele von ihnen, mittlerweile alte Leute, kamen im Film als Zeitzeugen zu Wort.

Gegen den Protest seiner Landsleute, die die Grausamkeit der deutschen Besatzungszeit nicht vergessen hatten, nahm er aber auch Kinder deutscher Familien aus Internierungslagern auf und rettete ihnen das Leben. Zusammen mit Fierz half er vielen, über Suchlisten des Roten Kreuzes ihre Eltern wieder zu finden, andere kamen in Pflegefamilien unter. Nach der Machtübernahme der Kommunisten gerieten Pitter und Fierz zunehmend unter Druck, flohen 1951 in die Bundesrepublik und lebten später in der Schweiz.

Für zehn Jahre kümmerte sich Pitter noch in Nürnberg um Flüchtlinge aus dem Kommunistischen Osten und bekam 1961 das Bundesverdienstkreuz verliehen. Erwachsene jüdischen Glaubens, die er als Kind gerettet hatte, setzten es durch, dass in der Gedenkstätte Yad Vashem ein Baum für ihn gepflanzt wurde.

Sabine Dittrich hatte zu diesem Thema auch einen Roman geschrieben. Sie las auch aus Briefen und Texten Pitters vor. leider erlebte er die Samtene Revolutionnicht mehr, Olga Fierz hingegen schon noch. Mit Gitarre und Gesang sorgte Veronika Schagemann für eine passende Stimmung, indem sie einige jüdische Lieder vor trug.löf 


WUT-Ausschuss des Kreistages spricht sich für Förderung des Projektes aus

Bayerisch Eisenstein. 54 Umweltstationen gibt es im Freistaat Bayern. Im Landkreis Regen besteht eine Einrichtung, die der Naturpark Bayerischer Wald seit 2008 in Viechtach betreibt. Nun möchte der Naturpark eine zweite – und zwar eine grenzüberschreitende – Umweltstation im Grenzbahnhof in Bayerisch Eisenstein einrichten.

Dem Antrag des Naturparks, der Landkreis solle die geplante Maßnahme mit jährlich 10 000 Euro bezuschussen, erteilte der Kreisausschuss für Wirtschafts-, Umwelt- und Touristikfragen (WUT) in der jüngsten Sitzung die Zustimmung.

Kreisrat Heinrich Schmidt, Vorsitzender des Naturparks Bayerischer Wald, holte bei der Erläuterung des Antrages etwas weiter aus. Er ging zunächst auf die bestehende Umweltstation in Viechtach ein, die von allen Altersschichten gut angenommen werde. Weil sich dort jedes Jahr zwischen 8000 und 10 000 Schüler informieren, gewähre der Landkreis einen jährlichen Zuschuss von 10 000 Euro. Dazu ergänzte Kreiskämmerer Franz Baierl, dass sich der Landkreis aber nicht an den Betriebskosten beteilige, sondern nur den „schulischen Begleiteffekt“ fördere.

Zur nun ins Auge gefassten Umweltstation im historischen Grenzbahnhof bemerkte der ehemalige Bürgermeister von Bayerisch Eisenstein, Kreisrat Thomas Müller, dass dort vier verschiedene Landschaftsschutzgebiete zusammenlaufen; mit der ersten grenzüberschreitenden Umweltstation Bayerns würde der Bahnhofsbereich „enorm aufgewertet“.

Zur Finanzierung sagte Heinrich Schmidt: „Wenn wir in den Genuss von Fördergeldern kommen wollen, erwartet das Umweltministerium auch ein finanzielles Engagement von Gemeinde und Landkreis“. Die Gemeinde Bayerisch Eisenstein habe bereits einen Jahresbetrag von 5000 Euro in Aussicht gestellt.

Nach kurzer Diskussion, in der auch das Engagement des Naturparks gelobt wurde, entschied der WUT-Ausschuss, die Umweltstation in Bayerisch Eisenstein ebenfalls mit jährlich 10 000 Euro zu fördern, wenn der Plan umgesetzt werden kann.kr 


Ludwigsthal. Im Rahmen der „Klimawochen 2018 im Landkreis Regen“ veranstalten der Agenda 21-Arbeitskreis „Energie und Verkehr“ im Landkreis, die Umweltstation Viechtach-Naturpark Bayerischer Wald und ProNationalpark Zwiesel am Donnerstag, 22. März, einen Vortrag zum Thema „Laudato si und die Agenda 2030 – gemeinsam die Eine Welt gestalten!“. Es referiert Josef Holzbauer, Umweltbeauftragter im Bistum Passau. Der Abend im Schloss Ludwigsthal beginnt um 19.30 Uhr, die Anreise mit der Waldbahn ist gut möglich; der Eintritt ist frei. bbz 


OÖN-Redakteur Edmund Brandner berichtet von seinem Selbstversuch, den CO2-Ausstoß zu reduzieren

Franz Hackl 

Viechtach. Am Ende gab es tosenden Beifall der annähernd 150 Besucher, und die Veranstalter strahlten mit dem Referenten um die Wette: Mit einem mitreißenden Vortrag des österreichischen Journalisten Edmund Brandner sind am Dienstagabend im Viechtacher Pfarrsaal die diesjährigen „Klimawochen im Landkreis Regen“ eröffnet worden. Über eine Stunde lang fesselte der Lokalredakteur der Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) aus Gmunden am Traunsee das Publikum damit, wie er in seinem Privatleben den CO2-Ausstoß reduzierte und dabei aufzeigte, wie jeder Einzelne seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.

Die Klimawochen 2018 werden wieder vom Agenda 21 Arbeitskreis Energie & Verkehr unter Federführung von Dr. Wolfgang Schlüter (Viechtach) veranstaltet, der dabei von vielen weiteren Organisationen und Vereinen unterstützt wird. Bis zum 25. März gibt es im ganzen Landkreis Regen insgesamt elf Termine mit Vorträgen und Filmabenden, ein Höhepunkt wird am Sonntag der Energietag im Landwirtschaftsmuseum in Regen sein.

Zur Eröffnung der Klimawochen dankte Vorsitzender Heinrich Schmidt vom mitveranstaltenden Naturpark Bayerischer Wald den Organisatoren für die umfangreiche Planung und Vorarbeit, im besonderen Dr. Wolfgang Schlüter und Geschäftsführer Josef Niedermeier vom Arbeitskreis Energie & Verkehr sowie Matthias Rohrbacher von der Umweltstation Viechtach. Mit seinen Schwerpunkten Energieeinsparung und Umweltfreundliche Mobilität sei der Arbeitskreis führend in Niederbayern, sagte Schmidt, und das nächste Ziel sei der Dauerbetrieb der wiedereröffneten Bahnstrecke Viechtach-Gotteszell.

„Wir müssen den Klimawandel ernst nehmen, auch wenn wir ihn erst in 20 oder 30 Jahren zu spüren bekommen“, meinte Arbeitskreis-Vorsitzender Dr. Wolfgang Schlüter, und deshalb sei es wichtig, dass „wir jetzt handeln“, um „eine bessere Welt zu schaffen“.

Auch die Ehrengäste betonten in ihren Grußworten die Notwendigkeit, auch im privaten Bereich auf den Klimaschutz zu achten. Landrätin Rita Röhrl, die Schirmherrin der Klimawochen, erinnerte an Dinge aus der Kinder- und Jugendzeit, an deren Verschwinden wir uns längst gewöhnt hätten. Diese Entwicklung müsse gestoppt werden, jeder Einzelne könne beitragen. Großen Beifall erhielt die Landrätin für ihre Ankündigung, sich mit Nachdruck für den Dauerbetrieb der Waldbahnstrecke einzusetzen.

Der Umweltbeauftragte der Stadt Viechtach, Stadtrat Alois Pinzl, stellte sein aktuelles Schulprojekt „Erde – Kugel des Lebens“ vor und meinte, dass man schon von klein auf die Gefahren für Planet und Menschen kennenlernen müsse. Die Klimawochen seien eine wichtige Veranstaltung, um das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen zu schärfen. Stadtpfarrer Dr. Werner Konrad sagte, schon der Respekt vor der Schöpfung gebiete es, Natur und Lebensraum zu schützen und zu erhalten; Klimaschutz sei somit „ein Kernthema eines religiösen Menschen“.


Ein fulminantes Einstiegsreferat in die Klimawochen 2018 lieferte dann der OÖN-Lokalredakteur Edmund Brandner, der als „Klimamönch aus dem Salzkammergut“ bekannt geworden ist. Der 45-jährige Journalist hat 2010 ganzjährig im Selbstversuch getestet, wie weit durch ein geändertes Verhalten bei Ernährung, Mobilität, Konsum und Freiheit der persönliche CO2-Ausstoß zu verringern ist. Denn CO2 ist das natürliche Treibhausgas, das seit Beginn der fossilen Verbrennung vor rund 200 Jahren explosionsartig zunahm und die Klimaerwärmung befeuert.

In herrlich authentischem Dialekt schilderte der „Mundl“ seine Erfahrungen und Erkenntnisse und verschwieg auch nicht das gelegentliche Kopfschütteln, das sein „neues Leben“ bei Kollegen, Familie und Nachbarn auslöste. Ergebnis des einjährigen Versuchs: Knapp fünf Tonnen weniger selbst produziertes CO2, der Durchschnittswert liegt in Mitteleuropa bei elf Tonnen pro Person und Jahr.

Fünf Schwerpunkte stellte Edmund Brandner heraus, die seine persönliche CO2-Bilanz wesentlich verbesserten: Einschränkung des Autofahrens, Verzicht auf Flugreisen, Einsparungen bei Hausbau und Heizung, weitgehender Verzicht auf Fleisch und eingeschränkter Konsum. So schilderte er, wie er gleich zu Beginn des Testjahres das Auto verkaufte (die Gattin durfte ihres natürlich noch behalten), täglich die fünf Kilometer von der Wohnung zur Redaktion radelte und auch weitere Fahrten mit dem Rad zurücklegte. „6000 Kilometer Radeln brachten 1600 Kilogramm CO2-Ersparnis“ rechnete er vor.

Vollkommen gestrichen sind für die Familie Brandner seit 2010 die Flugreisen, dafür nutzt man jetzt die Bahn (bis nach Schottland) oder „radelt nach Bayern und Berlin“. Bei einem Flug von München nach Gran Canaria würden pro Kopf 1680 Kilogramm CO2 in die Atmosphäre geblasen, und bei einem Trip nach Australien seien es gar 13 Tonnen. „Man versäumt deshalb nicht die Welt – und Sehnsucht ist ja auch was Schönes“, folgerte der Klimamönch.

Auch beim Essen habe sich die Familie umgestellt, „a Surbratl gibt’s jetz hoit bloß no an Sonn- und Feiertagen wie früher bei den Bauern“, erzählte Brandner. Und eine eindringliche Mahnung richtete er an alle in Sachen Konsumverhalten: „Es gibt so viele Dinge, die man wirklich nicht braucht“ und trotzdem werde man durch die Werbung immer wieder verführt, sie doch zu kaufen. Als Beispiel nannte er „den Wahnsinn mit den Handys“, da sei es wesentlich sinnvoller, auf dem Bauernmarkt regionale Produkte zu kaufen.

Jede Woche hat Brandner über den Selbstversuch in den OÖN berichtet und ein Buch geschrieben. Am Anfang habe er gedacht, „was muss das für ein hundsmiserables Leben werden, wenn ich auf so viel Gewohntes verzichten muss“, aber die Erfahrung habe ihn etwas Anderes gelehrt: Das Leben ist nicht vorbei, es gewinnt aber an Qualität bei Familie, Freizeit und Genuss.

„Und jetz gfrei i mi no af a Bier“, schloss der Klimamönch unter anhaltendem Beifall, während Pianist Sven Ochsenbauer zum anregenden Nachklatsch überleitete.


„Liebet Eure Feinde“ zeichnet Leben zweier Kinderretter nach

Bayer. Eisenstein. Für Samstag, 17. März, lädt der Naturpark Bayer. Wald zusammen mit dem Kulturverein Über d’ Grenz zu einer besonderen Filmvorführung zur deutsch-tschechischen Geschichte in den Grenzbahnhof Bayerisch Eisenstein ein. Es wird um 18.30 Uhr im Naturpark- Wirtshaus der Film „Liebet Eure Feinde“ gezeigt.

Zeitgeschichte und ungewöhnliche Persönlichkeiten sind Thema des tschechischen Films, der die Vita einer Schweizerin und eines Tschechen nachzeichnet, die das Leben von Hunderten von Menschen verändert haben. Olga Fierz und Přemysl Pitter haben über 800 jüdische Kinder aus den deutschen Konzentrationslagern und deutsche Kinder aus den tschechischen Internierungslagern gerettet. Der Film ist eine ruhige, musikalisch unterlegte Bilderreise im Sepia alter Aufnahmen – auch ästhetisch ein beeindruckendes Werk.

Dem Kulturverein Über d’ Grenz ist es gemeinsam mit der Ackermann-Gesellschaft gelungen, die Schriftstellerin Sabine Dittrich als Referentin für die Veranstaltung zu gewinnen. Sie hat eine umfassende Autobiografie über Přemysl Pitter mit dem Titel „Unter dem Rad der Geschichte“ geschrieben und sich intensiv mit der außergewöhnlichen Persönlichkeit des beispielhaften Humanisten auseinander gesetzt.

Die Anreise zur Veranstaltung ist aus Richtung Plattling bequem mit der Waldbahn möglich (Ankunft 18.13 Uhr). Auch die Rückfahrt mit der letzten Waldbahn um 21.40 Uhr ist gut machbar. Alle Interessierten sind eingeladen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei. Für die Bewirtung mit Getränken ist gesorgt (keine Speisen).löf 


Bildvortrag mit Fotograf Ralph Sturm in Ascha

Ascha. Einen Bildvortrag mit dem Titel „Kleine und große Helden der Streuobstwiese – Vielfalt und Schutz der heimischen Tierwelt“ am Freitag, 16. März, ab 19 Uhr bieten das Netzwerk Streuobst Vorderer Bayerischer Wald gemeinsam mit dem Naturpark Bayerischer Wald und dem Obst- und Gartenbauverein Ascha an. Die Veranstaltung findet im Sportheim Ascha in der Industriestraße 22 statt. Der Eintritt ist frei.

Referent ist der Fotograf und Insektenkundler Ralph Sturm. Er berichtet bildreich über die heimische Tierwelt auf Streuobstwiesen und lehrt die Zuhörer dabei Interessantes und Wissenswertes von Insekten bis zu Säugetieren. Dabei gibt er Einblicke in die Vielfalt der heimischen Tierwelt und beantwortet Fragen wie: Welche Arten sind typisch für heimische Streuobstwiesen? Wie können Tiere geschützt und unterstützt werden? Was kann man gegen das Insektensterben tun? Mit vielen faszinierenden Bildern führt Ralph Sturm in die Welt der großen und kleinen Helden der Streuobstwiesen.ro 


Sektionsmitglieder erkunden NaturparkWelten im Grenzbahnhof

Zwiesel/Bayer. Eisenstein. 26 Mitglieder der Sektion Zwiesel des Wald-Vereins haben jüngst die NaturparkWelten im Eisensteiner Grenzbahnhof besucht. Angereist wurde natürlich mit dem Zug.

Hartwig Löfflmann vom Naturpark nahm die Gruppe gleich am Bahngleis in der historischen Tracht eines Bahnhofvorstehers in Empfang und führte sie dann durch das vom Naturparkerworbene und renovierte Gebäude. In einer Ausstellung wird die Geschichte des Eisenbahnbaus durch den Bayerischen und den Böhmischen Wald gezeigt, es gibt ein interessantes Skimuseum, eine Ausstellung zum König Arber und das Europäische Fledermauszentrum mit Freiflugvoliere im Kellergewölbe des Hauses.

Eine 260 Quadratmeter große Modelleisenbahn befindet sich im Dachgeschoss und ist bereits zu 60 Prozent aufgebaut; unter anderem sind Originalnachbauten der Stadt Klattau und der unmittelbaren Umgebung von Bayerisch Eisenstein zu sehen. Zusätzlich gibt es noch zwei Sonderausstellungen zum Thema „Grenze – Kalter Krieg“ und über „Stadln – das verschwundene Dorf im Böhmerwald“.

Die Wald-Vereinler erfuhren, dass mit den ersten Dampfzügen das Eisensteiner Tal 1877 einen gewaltigen Aufschwung nahm und Glas und Holz nun problemloser transportiert werden konnte. Auch Sommer- und Winterurlauber entdeckten mit der Bahn die Naturschönheiten des Bayerischen Waldes und brachten den ersten Tourismus in diese Gegend.

Das Skimuseum fand bei den Gästen besonders reges Interesse. Viele berühmte und bekannte Namen, die den Skisport im Bayerischen Wald etabliert und teils große Erfolge gefeiert haben, sind hier zu finden. Zahlreiche Exponate sind der Sammelleidenschaft von Erhard Gattermann und Horst Wimmer zu verdanken. Elisabeth Sjöström-Oberst, eine gebürtige Eisensteinerin, die bei der Besichtigung mit in der Gruppe war, konnte viele wissenswerte Details zu den einzelnen Gegenständen und Bildern beisteuern. Denn sie war in den Fünfzigerjahren selbst aktive und sehr erfolgreiche Skisportlerin. Gewonnene Medaillen und einen gläsernen Skistock, den sie als Geschenk erhalten hatte, vermachte Elisabeth Sjöström-Oberst dem Museum.

Beeindruckt waren die Gäste auch vom Europäischen Fledermauszentrum, in dem 21 Fledermausarten unter anderem mit interessanten Filmaufnahmen dargestellt sind.

Nach dieser lehrreichen und interessanten Führung begab man sich zum Kaffeetrinken in den ehemaligen historischen Wartesaal der 1. Klasse. Im Zuge der Umbaumaßnahmen wurde dieser Raum inklusive der historischen Holzkassettendecke nach den alten Vorlagen liebevoll restauriert. Diese Wartesäle wurden seinerzeit, dem Stil der K&K-Monarchie entsprechend, sehr repräsentativ gestaltet, um den Reisenden einen angenehmen Aufenthalt in den Bahnhöfen zu ermöglichen. Auf der Heimreise mit dem Zug waren sich die Vereinsmitglieder einig, dass dies nicht der letzte Besuch im Grenzbahnhof war.mhb 


Angebote bei Bund Naturschutz und Naturpark

„Natur erleben – Klima schützen – Bahn nutzen“ – nach diesem Motto präsentiert die Naturpark Umweltstation Viechtach ihr Programm. Neben Projektaktionen mit Schulklassen oder Führungen für Familien werden Vorträge, Seminare und Fortbildungen für Erwachsene angeboten.

„Der Natur auf der Spur“ ist man bei einer Vogelstimmenwanderung (20. April), einer Botanikexkursion (27. April), einer literarischen Abendwanderung (20. Juni), Streifzügen am Fluss (13. Juli) oder einer Fledermausnachtwanderung (10. August). Neben den Aktivitäten im Regental bietet die Umweltstation Viechtach viele Veranstaltungen in ihrem Außengelände am Pfahl an. Mehr Informationen bei der Umweltstation Viechtach des Naturparks im Alten Rathaus oder unter www.umweltstation-viechtach.de bzw.  09942/ 904864.

Die Bund Naturschutz Kreisgruppe Regen empfiehlt ein Umdenken in den Mobilitätsgewohnheiten mit Heimatgenuss aus dem Zug- oder Busfenster.

Mit der Bahnstrecke Gotteszell-Viechtach wurde das Mobilitätsangebot im Landkreis Regen wesentlich verbessert. Für viele ist das Verkehrsangebot im Stundentakt nicht mehr wegzudenken. Jung und Alt, Menschen die kein eigenes Auto oder keinen Führerschein haben, sind seit dem Probebetrieb auch ab Viechtach eigenständig unterwegs. Erleichterung auch für „Taxi-Eltern“, sie können ihre Fahrt auf den Weg zum Bahnhof reduzieren. Ein echter und wichtiger Beitrag für die geforderten gleichwertigen Lebensverhältnisse in Bayern, ist man beim BN überzeugt.

Mitfahren ist einfach. Am besten in der Gruppe, egal ob Kaffeekränzchen, Krabbelgruppe, Schulausflug, Wanderfreunde, Familien, Stammtischfreunde. Die Strecke eignet sich hervorragend für Ausflugsfahrten in der Region. Stundentakt, günstige Fahrpreise und der Ticket-Verkauf im Zug ermöglichen eine spontane Fahrt. Viele Sehenswürdigkeiten können entlang der Strecke besucht werden. Sogar Rundfahrten, in Kombination mit Bussen, sind möglich. Weil die Busse nicht so schön getaktet sind und seltener fahren, als die Waldbahn, geht es leider nicht ohne Fahrplanstudium. Um das Umsteigen zu erleichtern, hat die BN-Kreisgruppe Regen Vorschläge für Bayerwald-Rundfahrten ausgearbeitet. Der richtige Fahrschein dazu ist das Bayerwald-Ticket, das einen ganzen Tag für die Waldbahn und die Busse im Landkreis gilt.

Die Rundfahrt kann gerne auch an Urlaubsgäste empfohlen werden. Sie fahren mit der GUTi-Gästekarte sogar kostenlos.

Fahrplanempfehlungen für Bahn-Bus-Rundfahrten im Bayerischen Wald sind unter www.regen.bund-naturschutz.de im Internet veröffentlicht. vbb 


Am Dienstag beginnen Klimawochen 2018 im Landkreis – Auftakt mit Musik von Ochsenbauer

Viechtach. Die „Klimawochen 2018 im Landkreis Regen“ beginnen am Dienstag, 13. März, um 19.30 Uhr mit einer Eröffnungsveranstaltung im Pfarrsaal der katholischen Kirchengemeinde Viechtach, Mönchshofstraße 1.

Landrätin Rita Röhrl, Schirmherrin der Klimawochen, Bürgermeister Franz Wittmann und Stadtpfarrer Werner Konrad werden Grußworte sprechen. Sven Ochsenbauer, Jazz-Pianist aus Viechtach, begleitet die Eröffnung musikalisch.

Im Mittelpunkt steht der Vortrag von Edmund Brandner über seinen Selbstversuch: „Klimamönch – Leben wie es die Klimaforscher fordern“. Brandner ist Lokalredakteur der Oberösterreichischen Nachrichten im Salzkammergut. Er hat ein Buch über seine Erfahrungen geschrieben.

Im Rahmen des Klimanetzwerks hat der lokale Agenda 21 Arbeitskreis „Energie und Verkehr“ gemeinsam mit der Umweltstation Viechtach (Naturpark Bayerischer Wald) die Klimawochen vom 13. bis 25. März organisiert. Ziel ist, das Thema verstärkt ins Bewusstsein der Bürger zu bringen. Jeder kann seinen Beitrag leisten, um den Planeten Erde nachfolgenden Generationen lebenswert zu hinterlassen.

Während der Klimawochen werden Vortragsveranstaltungen in Viechtach und Lindberg/Ludwigsthal mit renommierten Referenten angeboten sowie Filme zu der Thematik in den Kinos in Viechtach und Zwiesel gezeigt. Die Stadt Regen veranstaltet mit der Arberland REGio GmbH am 18. März den „Energietag 2018“. Darüber hinaus unterstützen und beteiligen sich mit ergänzenden Aktionen einige Schulen, der Ausschuss „Mission, Entwicklung, Frieden, Bewahrung der Schöpfung“ des Pfarrgemeinderates der katholischen Kirche Viechtach, der Arbeitskreis Umwelt (AKU), die Katholische Erwachsenbildung (KEB), der Bauernmarkt Viechtach, der Bund Naturschutz-Kreisgruppe Regen, das Filmtheater Zwiesel, der Förderverein für nachhaltige Mobilität „Go-Vit“, der Landesbund für Vogelschutz – Kreisgruppe Regen, das Landratsamt Regen, das „moveVit“-Kooperationsprojekt mit Mittelschule Viechtach, die Neuen Post-Lichtspiele Viechtach, ProNationalpark Zwiesel, die Stadt Viechtach und der Weltladen Viechtach.

Die Abendveranstaltungen in Viechtach und Ludwigsthal können mit der Waldbahn erreicht werden. Jeder ist herzlich eingeladen, die Veranstaltungen zu besuchen. Aktuelle Hinweise sind unter www.klimanetzregen zu finden. Beachten Sie auch die ausführlichen Informationen in der heutigen Beilage zu Klimawochen im Landkreis und Energietag in Regen im Bayerwald-Boten/Viechtacher Bayerwald-Boten.vbb