Die beiden Naturparke Oberer Bayerischer Wald und Bayerischer Wald hatten gemeinsam zu einem Diavortrag in den Grenzbahnhof Eisenstein eingeladen. Dipl. Ing. Cletus Weilner aus Burglengenfeld, der auch als Tauchlehrer und Ausbilder unter anderem für das Rote Kreuz arbeitet, hatte in einem interessanten Diavortrag die Welt unter Wasser präsentiert. Hartwig Löfflmann, Bildungsreferent beim Naturpark Bayerischer Wald e.V. und die Arber-Gebietsbetreuerin des Naturparks Oberer Bayerischer Wald hatten ihm im Rahmen der Einführung dafür bereits vorweg ganz herzlich gedankt.
Weilner informierte zunächst über die Entstehung der Eiszeitseen. Durch die Vergletscherung nach der letzten Eiszeit, der sogenannten Würm - Eiszeit, waren die Seebecken entstanden. Der Große Arbersee, der Kleine Arbersee und der Rachelsee wurden im Rahmen des Vortrags näher erläutert. Die hineingewachsenen Moore wurden mit der Aufstauung der Seen zur Holztrift zu schwimmenden Inseln. Am Großen Arbersee gibt es zwei schwimmende Halbinseln, am Kleinen Arbersee gibt es drei Inseln. Für die Taucher ist es sehr spannend unter diese Inseln zu tauchen. Dort ist es dunkel, man kann nur mit größter Vorsicht und angeseilt vordringen. Das Fotografieren ist ohnehin schwierig. Beginnend durch die Industrialisierung sind die Eiszeitseen sehr stark versauert. Sowohl Erzverhüttung als auch Glashütten und die beginnende Industrialisierung hatte zwischen 1825 und 1875 bereits diese negative Entwicklung eingeleitet.
Weilner hatte interessante Fotos von der Unterwasserwelt, angefangen von bizarren Wurzeln bis hin zu einzelnen Köcherfliegenlarven. Auch Algen und Flechten zogen die Fotografen in den Bann. Goldalgen mögen es sehr sauer und können Pflanzen belegen. Im Foto schauen diese glänzenden Algen sehr geheimnisvoll aus. Oft reichen die Wurzeln als lange Fäden fünf bis sechs Meter tief aus den schwimmenden Inseln bis zum Seeboden hinunter. Auch verschiedenste Libellenarten und deren Larven wurden präsentiert.
Im Rachelsee konnte man riesige Baumleichen mit bis zu einem Meter Durchmesser finden. Wissenschaftliche Auswertungen dieser Ergebnisse führte Weilner zusammen mit tschechischen Kollegen durch. Auch in den fünf Böhmerwald - Eiszeitseen war er mit Kollegen zu Tauchgängen unterwegs. Nur im Plöckensteinsee kommen Isoetes - Arten vor, die bereits seit 120 Millionen Jahren, also seit dem Erdmittelalter existieren. Die tschechischen Kollegen hatten diesbezüglich ein eigenes Projekt gestartet. Auch im Schwarzen See existiert eine Besonderheit. Isoetes lacustres kommt nur dort vor. Cletus Weilner richtete zum Schluss seines Vortrages einen Appell an alle, möglichst wenig Abgase zu emittieren und möglichst wenige Abfälle wegzuwerfen, die Natur merkt sich alles. „Wir haben so große Kostbarkeiten in unserer Natur, die es alle wert sind, sie für kommende Generationen zu erhalten“, so Weilner. Auch Sagen hat er in seinem Buch gesammelt. Beispielsweise gibt es für den großen Arbersee fünf, für den kleinen zwei und für den Rachelsee 15 verschiedene Sagen. Sein Buch „Die Eiszeitseen des Bayerischen Waldes“ kann über ihn bezogen werden oder auch über die Infozentren Grenzbahnhof und Naturparkhaus. Zum Schluss bedankte sich Hartwig Löfflmann beim Referenten und lud zu den letzten beiden Veranstaltungen in diesem Jahr.

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