2009


Im Rahmen des Arberprogramms bieten die beiden Naturparke Oberer Bayerischer Wald und Bayerischer Wald gemeinsam mit der Regensburgischen Botanischen Gesellschaft und dem Landesbund für Vogelschutz Cham eine botanische Fachexkursion zu besonderen Pflanzengesellschaften am Kaitersberg an. Dabei werden Pflanzen vorgestellt, die oft für den Betrachter unscheinbar sind, aber mittlerweile extrem selten geworden sind. Den Erhalt dieser Pflanzen unterstütz der Landkreis Cham gemeinsam mit dem Naturpark Oberer Bayerischer Wald und den Naturschutzbehörden im jährlichen Artenhilfsprogramm. Am Sonntag, den 20. September, dem „Tag des Geotops“, dreht sich alles um die Pflanzen in den Felsen des Steinbühler Gesenkes. Neben der Vorstellung spezialisierter Gefäßpflanzen wird auch auf den Einfluss des Klimas auf Moose, Flechten und Farne sowie auf die naturverträgliche Ausübung von Freizeitaktivitäten im Fels eingegangen. Unter der Leitung von Martin Scheuerer und Dr. Oliver Dürrhammer kann man einen Einblick in die Besonderheiten der Felsvegetation am Kaitersberg bekommen. Treffpunkt ist um 10 Uhr am Wanderparkplatz Hudlach bei Hohenwarth. Gutes Schuhwerk und genügend Kondition für steiles Gelände sind erforderlich. Nähere Infos und Anmeldung zu den beiden Veranstaltungen beim Naturpark Oberer Bayerischer Wald (09971/78394) oder bei der Regensburgischen Botanischen Gesellschaft (09404/640441).


Am Sonntag, den 20. September werden in ganz Deutschland viele Veranstaltungen zum Tag des Geotops angeboten. Geotope sind steinalte Boten der Erdgeschichte, wie beispielsweise bizarre Felsen, geheimnisvolle Höhlen oder Fundstellen seltener Mineralien. Hier kann man gleichsam den „Pulsschlag der Erde“ fühlen. Im Naturpark Bayerscher Wald steht dabei der Pfahl als Nationales Geotop im Mittelpunkt. Am Tag des Geotops werden Naturpark-Exkursionen zu den sagenumwobenen Felsen des Pfahls in Viechtach und in Freyung angeboten. Alle Interessierten sind herzlich zu den kostenlosen Wanderungen eingeladen. Das Quarzriff Großer Pfahl bei Viechtach und die Pfahlschieferfelsen in der Buchberger Leite zwischen Freyung und Ringelai sind in die Liste der einhundert schönsten erdgeschichtlichen Naturdenkmäler Bayerns aufgenommen. Der Bayerische Pfahl durchquert als uralter Riss das Grundgebirge des Bayerischen Waldes. Die nahezu 150 km lange Bruchlinie des Pfahls wurde im Jahr 2006 in die Liste der 77 schönsten Geotope Deutschlands aufgenommen. In der Landschaft zeigt sich dieses uralte „Kunstwerk der Natur“ in vielfältiger Form: Beeindruckend und spektakulär sind die hoch aufragenden, weißen Quarzfelsriffe oder die dunklen, mächtigen Pfahlschiefertürme. Manche Felsenzüge dienen auch als erhabene Warten für Burgen und Schlösser – wie bei der Burgruine Weißenstein am höchsten Punkt des Pfahls mit mehr als 750m Meereshöhe. In der Pfahlregion findet sich eine reichgestaltige Tier- und Pflanzenwelt, die in vielen Naturschutzgebieten bewahrt wird. Treffpunkt in Freyung ist am 20. September um 13:30 Uhr beim Parkplatz am Freibad. In der Buchberger Leite zeigt sich ein beeindruckendes Zusammenspiel von Wasser, Wildnis und Felsen. Referent der Exkursion ist Elmar Hartl, Studiendirektor a.D. und Hobbygeologe. Der Wanderweg führt durch die wildromantische Schlucht zu den mächtigen Pfahlschiefertürmen und über eine neu instandgesetzte Hängebrücke bis nach Ringelai. Die Rückfahrt ist um 17:00 Uhr mit dem Bus von Ringelai nach Freyung. Anmeldung bis 18. September bei der Touristinfo Freyung unter 08551 – 588 150 oder unter touristinfo@freyung.de . Treffpunkt in Viechtach ist am 20. September um 13:30 Uhr am Parkplatz Großer Pfahl an der B 85. Referent Matthias Rohrbacher, Gebietsbetreuer des Naturparks, lädt zu einer ca. zweistündigen, naturkundlichen Wanderung für Groß und Klein beim hoch aufragenden Quarzriff „Großer Pfahl“ ein. Wissenswertes und Interessantes zur Erdgeschichte, Tier- und Pflanzenwelt oder der fast 100-jährigen Abbaugeschichte im ehemaligen Quarzbruch kann man dabei erfahren. Am „Klopferplatz“ kann man selbst Quarzkristallen suchen – nur hier ist die Mitnahmen von Quarzkristallen im Naturschutzgebiet erlaubt. Eine Anmeldung für die Exkursion in Viechtach ist nicht erforderlich. Rückfragen unter 09942 – 1661 an die Touristinfo Viechtach.


Obwohl Fledermäuse wohl zu den faszinierendsten heimischen Tierarten gehören, wissen die meisten Menschen nur sehr wenig über sie. Viele glauben, dass sie mit den Mäusen verwandt sind, obwohl sie in Wirklichkeit biologisch zu den Fledertieren und nicht zu den Nagetieren gehören. Dank den in Film und Fernsehen verbreiteten Klischees bezeichnen sie manche als „Kleine Vampire.“ Fakt ist jedoch, dass alle europäischen Fledermäuse nur Insekten fressen. Dass Fledermäuse daher nicht nur sehr faszinierende, sondern vor allem auch sehr nützliche Tiere sind, zeigte Diplom-Biologin und Fledermausexpertin Susanne Morgenroth den 78 Teilnehmern der vom Naturpark Bayerischer Wald, dem LBV und dem Silberbergwerk organisierten Veranstaltung zur „Europäischen Fledermausnacht“ im Bodenmaiser Silberberg. Bereits auf der kurzen Wanderung von der Talstation der Silberbergbahn zum Barbarastollen an der Mittelstation zeigte Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald den teilnehmenden Kinder spielerisch, wie sich Fledermäuse im Dunkeln bewegen und jagen können. In ihrem anschließenden Vortrag im Barbarastollen erzählte Fledermausexpertin Susanne Morgenroth den aus ganz Niederbayern angereisten Exkursionsteilnehmern u.a., dass es weltweit über 900 Fledermausarten gibt und von den 22 in Bayern heimischen Fledermausarten 19 im Bayerischen Wald vorkommen. Elf davon überwintern in den 35 km langen Stollen des Silberbergwerks, dem größten Fledermauswinterquartier Mitteleuropas. Der „Hausherr“ des Silberbergwerks, Bergwerksleiter Martin Schreiner erklärte, dass der wirtschaftende Mensch hier also seit dem frühen Mittelalter unbeabsichtigt zum Fledermausschutz beiträgt. Als Höhepunkt hatte die Fledermausexpertin des Naturparks drei lebende Fledermäuse mitgebracht, die von ihr zur Zeit gepflegt werden. Viele der Exkursionsteilnehmer konnten so zum ersten Mal lebende Fledermäuse aus der Nähe betrachten und beobachten. Abschließend wies Susanne Morgenroth noch auf die Internethomepage des Naturpark-Fledermausprojekts hin. Unter www.fledermaus-bayern.de können alle Fledermausbegeisterten nicht nur weitere Informationen über das Projekt bekommen, sondern auch Bauanleitungen für Fledermauskästen herunterladen und so etwas aktiv zum Fledermausschutz beitragen. Nach dem Vortrag wanderten die Exkursionsteilnehmer zur Gottesgabe, wo sie – ausgerüstet mit Bat-Detektoren und Taschenlampen - einige Fledermäuse beim spätsommerlichen Balzflug beobachten konnten.


Berge und Bergseen, die Natur allgemein, beeindrucken viele Menschen. Fürchteten sich noch im 19. Jahrhundert viele vor der Wildnis, so ist die Natur heute häufig Zufluchtsort, in dem die Menschen das Ursprüngliche suchen. Für viele Naturvölker galt die „Mutter Erde“ als Gottheit, manchmal werden intensive Naturerlebnisse jedoch auch bei uns religiös – über die Konfessionsgrenzen hinweg - als die Begegnung mit Gottes Schöpfung empfunden. Am Samstag, 12.09.09 ladet Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer daher zu einem abendlichen meditativen Spaziergang um den Großen Arbersee ein. Ältere und jüngere Texte, Bibelzitate aber auch die Ausschnitte aus Reden von Indianerhäuptlingen sollen die emotionale Seite der Arbeit und der Freizeit in und für die Natur in den Mittelpunkt stellen. Treffpunkt der zweistündigen Führung ist um 18:00 Uhr vor der Gaststätte am Großen Arbersee. Die Wanderung findet bei jedem Wetter statt. Bitte bringen Sie eine Taschenlampe mit. Festes Schuhwerk wird empfohlen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


Seit diesem Frühjahr tritt der Borkenkäfer verstärkt auch in den Arberseewänden auf. Daher wurde im Juli bei einer Seewandbegehung mit Vertretern des Forstbetriebs Bodenmais, der Regierungen der Regierungsbezirke Niederbayern und Oberpfalz, der Unteren Naturschutzbehörde der Landkreise Cham und Regen sowie der beiden Naturparke beschlossen, den Forstbetrieb Bodenmais aus seiner Wegesicherungspflicht für die Arberseewand zu entlasten. Da in der steilen Seewand Forstarbeiten zu gefährlich sind, gilt der Kaisersteigabschnitt in der Seewand nun nicht mehr als offizieller Wanderweg. Wegemarkierungszeichen wurden entweder entfernt oder werden nicht erneuert. In neueren Wanderkarten wird der Weg nicht mehr eingezeichnet sein. Der Naturpark Bayerischer Wald sowie alle verantwortungsbewussten Wanderführer haben daher beschlossen, keine Führungen durch die Arberseewand mehr anzubieten. Um allen Arberbegeisterten dennoch die geheimen Seiten des Arbers zeigen zu können, bietet Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer am Sonntag, 13. September anstatt der im Naturpark-Jahresprogramm vorgesehenen Seewandexkursion eine Familienwanderung auf dem Goldsteig an. Auf der rund zweistündigen Wanderung vom Großen Arbersee zum Gipfelplateau werden die Teilnehmer erfahren, dass man spielerisch auch auf scheinbar bekannten Wanderrouten noch Neues entdecken kann. Treffpunkt ist um 10:00 Uhr vor der Gaststätte am Großen Arbersee. Anmeldung bis Freitag, 11. September 16:00 Uhr unter Tel. 09922-802480. Bitte bringen Sie eine kleine Brotzeit mit. Festes Schuhwerk ist erforderlich. Die Wanderung findet bei jedem Wetter statt.


Die Kapelle auf dem Falkensteingipfel wurde vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. im Jahr 1987 errichtet. Der damalige Landwirtschaftsminister Hans Eisenmann kam persönlich zur Einweihungsfeier. Der damalige 1. Vorsitzende Emil Rimpler und der Kassenverwalter Eduard Gistl waren beide Motor in Sachen Errichtung einer Kapelle auf dem Falkensteingipfel. Ihnen zu Ehren wurden im Frühjahr 2006 zwei Gedenkbretter an der Kapelle angebracht. Alljährlich am 1. Sonntag im September wird die Falkenstein-Kirchweih begangen. Die Kapelle ist dem Hl. Franziskus geweiht. Er gilt als Patron für Natur und Schöpfung. Zum Gottesdienst am Sonntag, 06.09.2009, um 11:30 Uhr an der Falkensteinkapelle (Neben dem Schutzhaus) ergeht daher herzliche Einladung. Für die musikalische Umrahmung sorgt der Ludwigsthaler Kirchenchor. Für eine anschließende Bewirtung ist gesorgt. Herzliche Einladung ergeht an die Bevölkerung zu einer Wanderung zur Falkensteinkirchweih. Um 08:45 Uhr und um 09:30 Uhr wird jeweils ein Bus von Zwieselerwaldhaus ab Parkplatz Schillerstraßl bis zur Ruckowitz-Kreuzung verkehren, am Nachmittag gibt es um 15:00 Uhr eine Rückfahrmöglichkeit.


Die Märchenwiese, ein ehemaliger Schachten zwischen Großem und Kleinem Arber, ist heute weitgehend von Heidelbeersträuchern bedeckt. Nur hin und wieder deuten die mit Borstgrasrasen bedeckten Stellen darauf hin, dass hier einst Rinder weideten. Doch auch ihr Name erinnert daran, dass sich hier früher Schachtenhirten beim Lagerfeuer Märchen, Geschichten und Sagen erzählten. Ziel des Naturschutzes ist es, diese ehemaligen Schachten vor der Wiederbewaldung zu schützen: Die Artenvielfalt auf diesen offen Stellen ist zum einen größer ist als im dichten Forst, zum anderen profitiert vor allem das bedrohte Auerhuhn von lichteren Waldbeständen mit einem großen Nahrungsangebot. Ziel des zweiten Arbernaturschutztages am letzten Mittwoch war es daher, die Märchenwiese von kleineren Fichten zu befreien. Damit die 14 Kinder und Jugendlichen, die bei dieser Naturschutzaktion mithelfen wollten, bereits auf der Wanderung vom Brennes zur Märchenwiese spielerisch einiges über den Natur- und Artenschutz im Arbergebiet erfahren konnten, hatten sich die beiden Arbergebietsbetreuerinnen Caroline Stautner (Naturpark Oberer Bayerischer Wald) und Isabelle Auer (Naturpark Bayerischer Wald) ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm ausgedacht. Die Gruppe erfuhr spielerisch, wie Luchse jagen, fanden Borkenkäfer in einem Holzstoß am Wegrand und lernten, wie man den Buchdrucker vom Kupferstecher unterscheiden kann. Aber auch auf die Lebensweise der anderen Bewohner des Waldes – Rehe, Füchse, Wildschweine usw. - wurde spielend eingegangen. An der Märchenwiese angekommen, erzählte Förster Herrmann Kastl vom Forstbetrieb Bodenmais den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen viel Spannendes über seine Aufgaben und erklärte ihnen, welchen Sinn das sogenannte „Fichtenzupfen“ für das „Ökosystem Wald“ hat. So informiert und motiviert, schaffte es die Gruppe, innerhalb kürzerster Zeit über 500 Jungfichten auszuzupfen. Über die Chamer Hütte wanderte die jugendlichen Naturschützer zum Kleinen Arbersee, wo sie noch einiges über den Biber erfuhren. Als Dankeschön erhielt jeder Helfer am Ende dieses erlebnisreichen Tages von den beiden Arbergebietsbetreuerinnen wiederum die Arberverdienstmedaillie 2009 verliehen.


Rund zwanzig Naturliebhaber aus Nah und Fern nahmen an der Naturpark-Veranstaltung „Vom Tal des schwarzen Regen - zum weißen Quarzriff am Großer Pfahl“ teil. Bis aus München reisten die Teilnehmer an fuhren mit der Wanderbahn von Gotteszell nach Viechtach. Das meist unberührte Tal des „Schwarzen Regen“, durch das die Bahnstrecke führt, beeindruckte die Teilnehmer besonders. Der stellenweise schnell fließende Schwarze Regen ist mit seinem stein- und geröllreichen Flussbett im Bereich Gumpenried vom Zug aus schön zu sehen und diese Fahrt für die Teilnehmer ein Naturerlebnis. Am Bahnhof in Viechtach begrüßte Heinrich Schmidt, 1. Vorsitzender des Naturparks, die Wanderfreunde. Sein besonderer Dank galt den Mitgliedern des Wanderbahn-Vereins, die auch diese Ausflugsbahnfahrt ehrenamtlich ermöglichten. Dabei forderte der Naturpark-Vorsitzende eine Wiederaufnahme des täglichen Bahnverkehrs auf dieser landschaftlich sehr reizvollen Strecke und versprach, das Führungsangebot des Naturparks noch stärker mit dem öffentlichen Personennahverkehr abzustimmen. „Wir brauchen diese attraktive Bahnstrecke, um vor allem auch Familienurlauber in unsere schöne Region zu holen“, so Schmidt. Nach der Begrüßung wanderten die Teilnehmer vom Stadtzentrum auf den Pfahl-Steig zum Großen Pfahl. Naturpark-Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher führte die Gruppe auf diesem reizvollen Wanderweg. Unterwegs im schattigen Riedbachtal säumten knorrige Hangwälder und beschauliche Bachwiesen den Weg. Am Naturweiher bei der Sporer Quetsch legten sie eine kleine Rast ein und konnten dabei auch Wasservögel beobachten. Vorbei am Schaubienenstand ging es entlang heckenreicher Streuobstwiesen zum weithin sichtbaren, hoch aufragenden Quarzriff am Großer Pfahl. Der Quarzfelszug ist nicht nur das landschaftliche Wahrzeichen von Viechtach, sondern als bayerisches und nationales Geotop ein erdgeschichtliches Naturdenkmal mit überregionaler Bedeutung. Erstaunt waren die Teilnehmer der Wandergruppe über das bunte Farbenspiel an manchen Felspartien. Grünlich leuchtenden Schwefelflechten überdauern neben blaugrauen Silikatfelsflechten auf den stellenweise rostrot überlaufenen Quarzfelsen. Die bizarren Pfahlkiefern wachsen wie Bonsaibäumchen in manchen Felsritzen. Matthias Rohrbacher berichtete auch über einige besondere Tierarten, die am Felsen vorkommen. Flugakrobaten wie die nachtaktiven Fledermäuse übertagen in den Ritzen und Spalten im Felsen. In den sogenannten „Wochenstuben“ bringen die Fledermausweibchen hier ihre Jungen zur Welt. Am Felsenfuß wartet im einem Fangtrichter der Ameisenlöwe auf seine Beute. Weiter wanderte die Gruppe zum bis zu 40 Meter tiefen Steinbruch und zu den heute restaurierten Steinbruchgebäuden. Diese Zeugnisse des Quarzabbaus wie Verladestation und Alte Schmiede informieren über die einhundertjährige Abbaugeschichte des Pfahls und geben Einblicke in das harte Leben der „Schudderschloger“. So wurden die Steinbrucharbeiter genannt, die in schwerster körperlicher Arbeit das sehr harte Quarzgestein abbauten. Zum Abschluss der Wanderung nahmen einige Teilnehmer als Andenken ein Quarzmineral am sogenannten „Klopferplatz“ mit – nur hier ist die Mitnahme der Quarze im Naturschutzgebiet erlaubt.


Bereits seit mehreren Jahren bieten der Naturpark Bayerischer Wald und Fritz Pfaffl vom Naturkundlichen Kreis Bayerischer Wald eine gemeinsame Exkursion an. Letzten Sonntag stand mit dem Plöckensteiner See der südlichste Karsee auf dem Programm. Nach einer ungefähr 1,5-stündigen Busfahrt erreichten die 35 Exkursionsteilnehmer Nova Pec, dem Ausgangpunkt ihrer zweistündigen Wanderung zum See. Eine erste Zwischenstation legte die Gruppe am Schwarzenberger Schwemmkanal ein. Hier betonte Fritz Pfaffl, dass dieser im Jahr 1791 unter der Leitung vom Forstmann Rosenauer von 3.000 Arbeitern erbaute Triftkanal zur Donau zur damaligen Zeit eine so herausragende technische Leistung war, dass er sogar zu einem der „Weltwunder“ gezählt wurde. Nur mit seiner Hilfe konnte die Kaiserstadt Wien ausreichend mit Holz versorgt werden. Im Blockmeer der Seitenmoränen des einstigen Plöckensteingletschers erklärte der Geologe Pfaffl den Teilnehmern die Besonderheit des Plöckensteiner Sees: Mit einer Ausdehnung von 1,5 km² findet man hier die größte Blockmoräne im Böhmerwald. Auch die Moränenränder sind mit einer Höhe von 40 m höher als bei jedem anderen Böhmerwaldsee. Wie beim Stubenbacher See bestehen die Plöckenstein-Moränen aus großen Granitblöcken. Am See ging Pfaffl auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Böhmerwaldkarseen ein: Mit einer Höhe von 288 Metern ist die Seewand des Plöckensteinsees um einiges niedriger als z.B. die Seewand des Großen Arbersees (416 m), durch die Vielzahl der Zuflüsse sowie durch seine Lage ist er jedoch kälter als andere Seen. Überliefert ist, dass die Wassertemperatur im Juli 1873 nur +4°C betrug. Da die Seewandwälder wegen des Borkenkäferbefalls den See im Sommer nicht mehr beschatten, aber auch wegen der Klimaerwärmung ist die Temperatur heute jedoch um einiges höher. Bekannt ist der Plöckensteiner See auch aus Adalberts Stifters Roman „Der Hochwald“. Fritz Pfaffl schloss die Exkursion zum Moorsee am Fuße des Plöckensteins daher mit einem Stifter-Zitat, in dem der Dichter den See mit einem „schwarzen Teppich“ verglich. Der Geologe zeigte so, dass Dichtung und Naturwissenschaft manchmal eng miteinander zu tun haben.


Den „König des Bayerischen Waldes“ zu erklimmen, ist der Wunsch vieler Familien mit Kindern. Doch so eine Bergtour kann anstrengend sein, wenn zwischendurch nicht gespielt wird. Daher laden die beiden Naturparke Bayer. Wald und Oberer Bayer. Wald am Donnerstag, den 27. August besonders Familien dazu ein, mit Arbergebietsbetreuerin Caroline Staunter spielend und so fast mühelos auf den Gipfel des höchsten Bayerwaldberges zu wandern. Auf der dreistündigen Führung vom Brennes zum Gipfel werden die Teilnehmer darüber hinaus auch viel Spannendes über die Natur am Arber erfahren. Treffpunkt ist um 9.30 Uhr am Brennesparkplatz. Denken Sie bitte an festes Schuhwerk und an eine Brotzeit. Wer an dieser erlebnisreichen Führung interessiert ist, sollte sich bis Mittwoch, 26. August 12:00 Uhr beim Naturpark unter der Telefonnummer 09971-78384 anmelden.