Dass Wasser kostbar ist, weil ohne reines Wasser kein Leben auf der Erde möglich wäre, ist vielen Menschen bekannt. Welche Zerstörungskraft Wasser besitzen kann, wird einem vor allem bei Katastrophenereignissen wie Tsunamis bewusst. Die Fähigkeit des Wassers, die Landschaft zu gestalten, stand kürzlich im Mittelpunkt der letzten Arberexkursion im Rahmen des diesjährigen Veranstaltungsprogramms des Naturparks Bayerischer Wald. Obwohl das regnerische Wetter eigentlich nicht zum Wandern einlud, konnte Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer zwölf Exkursionsteilnehmer am Rieslochparkplatz in Bodenmais begrüßen. Ziel war es, auf einer vierstündigen Tour vom Naturschutzgebiet Riesloch über den Aussichtspunkt Schweiklruhe zu den Hochfall-Wasserfällen die beiden höchsten Wasserfälle des Bayerischen Waldes zu erwandern und zu vergleichen und dabei auch einiges über die Geschichte, die Tier und Pflanzenwelt des Naturschutzgebiets Riesloch zu erfahren. Die Kraft der Natur, speziell des Wassers, wird besonders in Schluchten deutlich: Über Jahrmillionen schaffte es das Wasser, sich im Gebiet des heutigen Rieslochs in das harte Arbergestein hineinzumeißeln. Glatt geschliffene Steine und sogenannte „Strudellöcher“ im Bachbett zeigen auch bei eher geringer Wasserführung eindrucksvoll, dass der Spruch „Steter Tropfen höhlt den Stein“ nicht nur eine sprichwörtliche, sondern vor allem auch eine geologische Bedeutung hat. Arbergebietsbetreuerin Isabelle Auer: „Will man die Natur jedoch verstehen, so sollte man versuchen, seinen Blick auch für das Kleine, eher Unscheinbare zu schärfen. Das Riesloch ist hierfür ein idealer Übungsort.“ Dort, wo es feucht ist, haben vor allem Moose ideale Wachstumsbedingungen. Und so beeindruckt das Riesloch auch durch die Vielfalt seiner Moose. So können auch botanische Laien bei etwas genauerem Hinschauen auf engstem Raum fast ein Dutzend unterschiedliche Moosarten erkennen. Auch auf dem Weg vom Riesloch über die Schweiklruhe gab es viel zu entdecken: z.B. das Funcksche Geldbeutelmoos, den Sprossenden Bärlapp oder auch mehrere Feuersalamander. Am Ziel der Wanderung, dem Hochfall, konnten die Teilnehmer abschließend noch einmal alles das, was sie im Riesloch erfahren und erlebt hatten, eindrucksvoll an den zweithöchsten Wasserfällen des Bayerischen Waldes Revue passieren lassen.

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