Zum Vortrag „Geschichte der Eisensteiner Erzbergbaus“ konnte Bildungsreferent Hartwig Löfflmann etwa 20 Interessierte und den Referenten Fritz Pfaffl, den ersten Vorsitzenden des Naturkundlichen Kreises Bayerischer Wald, im Grenzbahnhof Eisenstein begrüßen. Pfaffl widmete seinen Vortrag der Geschichte des Eisensteiner Erzbergbaus. Interessant ist, dass Bayerisch Eisenstein eine Glashüttentradition aufzuweisen hat, Böhmisch Eisenstein dagegen auf Bergbautätigkeit zurückzuführen ist. Im Jahr 1564 erfolgte dort der Neuaufbau eines Eisenerzbergwerks und Eisenhammers. „Dorf Eisenstein“ entstand durch Zuzug und wurde zunächst „am Eisenhammer“ genannt. Es dominierte dort zunächst auch der Oberpfälzer Dialekt, weil Bergleute aus dem Bereich Amberg und Sulzbach Rosenberg geholt wurden. Das Gebiet am Rand der Herrschaftsbereiche war in der Vergangenheit umstritten. Es existierten Böhmische Verträge, Bayern erhob Besitzrechte, die Zugehörigkeit war etwas unklar. Erst mit der Grenzziehung 1764 wurde das Eisensteiner Hochtal in einen bayerischen und einen böhmischen Teil geteilt. Für Bayerisch Eisenstein begann eine rentable Glashüttenzeit. Der Einst florierende Bergbau auf Böhmischer Seite wurde aber immer unrentabler. Das Erz war zu schlecht. Es wurde, wie oft im Bergbau, mit besserem Erz beispielsweise aus dem Amberger Bereich gemischt. Im Jahr 1934 wurden dann die Bergwerkstätigkeiten eingestellt. Die Bergbauflächen in der Eisenbahnschleife bei Spitzberg (Špizac) wurden auch „Rote Gräben“ genannt. Die Flächen dürfen bis heute nicht bebaut werden, weil die Abbaustollen nicht sehr Tief unter der Erde liegen. Auch in den besten Zeiten dürften im Bergbau selbst nicht all zu viele Leute tätig gewesen sein. Der Referent Fritz Pfaffl vermutet, dass im Stollen vielleicht nur 4-5 Personen gearbeitet haben. Darüber hinaus wurden aber viele Arbeiter zum Verhütten und als Schmelzmeister benötigt. Viele Leute waren auch beim Transport beschäftigt. Auch das Holzmachen, um den Energieträger zur Verfügung zu haben, nahm viel Raum ein. Der Eisenbahnbau nach Klattau hat auf den Bergbauflächen praktisch nichts zerstört, man ist behutsam außen herum gegangen. Interessant ist auch die Herkunft des Tschechischen Namens Železná Ruda. Es heißt wörtlich übersetzt „Eisenerz“. Pfaffl hatte neben einer Geländekarte auch eine Gesteinsprobe und die Neuauflage seines Buches mitgebracht.

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