Mai 2026

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Ein Schatz in Loderhof

Thurmansbang. Manchmal sind es die unscheinbaren Dinge, die sich als wahrer Schatz entpuppen – so auch in diesem Frühjahr in Loderhof. Zum ersten Mal wurde dort durch den Naturpark Bayerischer Wald und die Kreisgruppe Freyung-Grafenau des Bund Naturschutz ein Amphibienzaun aufgestellt. Über 800 Erdkröten, Grasfrösche & Molche wurden innerhalb von 6 Wochen gerettet. Eine Premiere, die zeigt, was gemeinschaftliches Engagement vor Ort bewirken kann.
In den vergangenen Jahren bot sich entlang der Straße zwischen Aue und Weiher ein trauriges Bild. Jedes Jahr, wenn der Frühling nahte und die ersten frostfreien Nächte anbrachen, machten sich unzählige Kröten auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Wer des Nachts auf der Landstraße unterwegs war, konnte kaum ausweichen, so zahlreich waren die nächtlichen Besucher.  Ein stilles Sterben, dass das Artensterben vor unserer Haustüre weiter beschleunigt.
„Wir sind froh, dass Lisa Geib aus der Gemeinde auf uns zugekommen ist. Durch ihre Initiative und ihre Bereitschaft viele Stunden ehrenamtlich den Zaun zu betreuen, können wir nun der Amphibienpopulation in Loderhof helfen.“, dankt Naturpark-Rangerin Carina Kronschnabl.
Unter dem Motto „Der Natur auf der Spur“ waren auch die Loderhofer Kinder von Anfang am Start. Die Reaktionen waren so vielfältig wie die kleinen Tiere selbst: von anfänglichem Ekel über vorsichtige Neugier bis hin zu echtem Staunen. Selbst das Aufsammeln überfahrener Tiere gehörte dazu. Eine Erfahrung, die berührt und prägt. Den wilden Tieren so nahe zu sein, ist ein seltenes Glück.
Gemeinsam halfen die Kinder den Amphibien sicher über die Straße zu ihrem Gewässer. Dabei entstanden nicht nur wertvolle Naturerlebnisse, sondern auch echte Begeisterung. „Tolle Tiere! Sie fühlen sich so weich an“, schwärmte Hollie mit leuchtenden Augen.
Es gab auch einen besonderen Gast: Ein Bergmolch wurde entdeckt. Ein kleines Highlight, das die Vielfalt der heimischen Amphibien unterstreicht.
Auch die Zahlen sprechen für sich: Lisa Geib, die die Aktion ins Leben rief, schätzte zunächst mutig etwa 500 Tiere. „Ich konnte es kaum glauben, als in der Liste 819 lebende Tiere verzeichnet waren.“ Eine Zahl, die selbst erfahrene Naturschützer beeindruckt.
Auch Marco Müller, Landschaftspfleger beim Naturpark Bayerischer Wald, war beeindruckt: „Solche großen Vorkommen sind mittlerweile selten.“ Worte, die zeigen, dass es sich lohnt, mit offenen Augen durch unsere Natur zu gehen und gemeinsam anzupacken.
Ein besonderer Dank gilt dem Teichbesitzer, der die Aktion uneingeschränkt unterstützt hat sowie der Gemeinde und dem Bauhof Thurmansbang, die sich finanziell und organisatorisch beteiligten. Dieses Miteinander ist es, was erfolgreichen Naturschutz möglich macht. Denn die Tiere kennen keine Grenzen – weder Straßen noch Grundstücksgrenzen halten sie auf.
Der Amphibienzaun von Loderhof ist mehr als nur gelebter Naturschutz. Er ist ein Symbol für Engagement. Für Gemeinschaft. Und für die Schönheit des Bayerischen Waldes, die es zu bewahren gilt. Mehr Informationen zum Projekt und Rund um den aktiven Naturschutz der Region können bei Carina Kronschnabl, Rangerin im Naturpark Bayerischer Wald, per Email c.kronschnabl@naturpark-bayer-wald.de erfragt werden.

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