2007


Die Ilz in der Dießensteiner Leite war das Thema einer geführten Wanderung im Rahmen des Naturpark-Jahresprogrammes. Trotz anfänglichem Regen trafen sich eine kleine Gruppe an der Schneidermühle zu einer Tour ilzaufwärts in die Dießensteiner Leite. Neben den botanischen Besonderheiten des Ilztales waren natürlich auch die Neophyten ein Thema. Gebietsbetreuer Stefan Poost erläuterte den Teilnehmern die Herkunft des Indischen Springkrautes sowie des zur Zeit überall an der Ilz gelb blühenden, schlitzblättrigen Sonnenhutes, der aus Nordamerika eingeschleppt wurde, und um die Jahrhundertwende 1900 von Hausgärten in Hals bei Passau seine Wanderschaft ilzaufwärts begann. An der Dießensteinmühle gab es auf dem Steg über die Ilz eine Erklärung von „Drenterhalb und Herenterhalb“, was sich auf die ehemalige Grenze zwischem dem Herzogtum Bayern und dem Fürstbistum Passau bezog. Vorbei an dem Rückstau des Kraftwerkes ging es dann in den eigentlichen Teil der Führung, in die Kateraktstrecke Dießensteiner Leite. Neben geologischen Besonderheiten wurde auch die zweijährig stattfindende Wildwasserregatta erläutert. Der Regen in den letzten Tagen ließ die Teilnehmer erahnen, wie die Ilz zur Zeit der Schneeschmelze im Frühjahr förmlich durch die Dießensteiner Leite schießt. Auch der Fischotter lässt es sich nicht nehmen, im Winter in den eisfreien Stellen in tosendem Wasser erfolgreich nach Nahrung zu suchen, was anhand von Spuren im Schnee und auch Fraßresten und Losung eindeutig zu belegen ist, wusste Poost den Zuhörern zu erklären. Nach ca. 2,5 Stunden endete die Runde wieder bei Sonnenschein an der Schneidermühle.


Rund 35 Naturliebhaber aus Nah und Fern nahmen an der Eröffnung des Rundweges am Moosbacher Pfahl ca. 10 km nordwestlich von Viechtach teil. Die Gemeinde Prackenbach und der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatten zu einer geführten Wanderung mit dem Gebietsbetreuer des Naturparks, Matthias Rohrbacher, eingeladen.

Der ca. 4 km lange Rundweg führt durch das Naturschutzgebiet „Moosbacher Pfahl“ und um den ehemaligen Steinbruch. Der Rundweg beginnt am höchsten Punkt des Quarzfelsrückens, der von einer Kreuzigungsgruppe mit den Figuren von Maria und Johannes gekrönt ist. Auf einem Felsvorsprung findet sich ein Ölberginszenierung mit nach spätgotischem Vorbild gestalteten Figuren der schlafenden Jünger mit dem betenden Jesus. Ein Felsengrab und die vielen Kreuzwegstationen laden zum besinnlichen Wandern ein. Diese Zeichen der Volksfrömmigkeit und sakralen Kunst sind eng verzahnt mit den weiß schimmernden Quarzfelsen im Naturschutzgebiet „Moosbacher Pfahl“. Erstaunt waren die Wanderer auch über die am Wegesrand wachsenden Pflanzen. Seltene Flechtenarten überziehen wie eine zweite Haut viele Quarzfelsen. Auf der feuchteren, meist sehr steil abfallenden Nordseite der Pfahlfelsen wächst sogar die grünlich schimmernde Schwefelflechte. Das gelbe Johanniskraut findet sich neben der roten Heidenelke und dem bereits in diesem Jahr sehr frühzeitig rosa blühendem Heidekraut. Hundsrosen-, Weißdorn- und Schlehensträucher sind bevorzugte Brutplätze vieler Vogelarten wie der Heckenbraunelle. Lichte Kiefern- und Eichenwälder gehen auf felsigen Böden in offene Zwergstrauchheiden und Borstgrasrasen über. Diese Pfahlheiden sind durch die ehemalige Beweidung des felsigen Pfahlrückens entstanden und werden heute bei Landschaftspflegeaktionen regelmäßig entbuscht. „Durch das Wegegebot im Naturschutzgebiet soll die besondere Tier- und Pflanzenwelt geschützt werden.“ Betonte Naturpark-Gebietsbetreuer Matthias Rohrbacher bei der geführten Wanderung.

Die Felsentürme aus weißem Pfahlquarz verleihen diesem alten Naturschutzgebiet eine besondere Schönheit und Eigenart. Um dieses landschaftliche Wahrzeichen zu erhalten, wurde der Moosbacher Pfahl bereits im Jahr 1939 unter Naturschutz gestellt. Im benachbarten Steinbruch baute man den wertvollen Rohstoff noch lange Zeit ab und verarbeitete ihn vorwiegend zu Schotter. Eine besondere Verwendung fand der sehr harte und säurebeständige Quarz in einem Quarzitwerk im nahe gelegenen Altrandsberg. Bis Anfang der siebziger Jahre stellte man hier aus gebrochenem Quarz sehr widerstandsfähige Terrazzoplatten her, die zum Beispiel in besucherreichen Flughäfen, Krankenhäusern oder Ämtern als belastbare Bodenbeläge Verwendung fanden. Heute ist der schon lange stillgelegte Steinbruch, um den der neu markierte Rundweg führt, wieder stark zugewachsen. Besonders eindrucksvoll sind die bis zu 70 m tiefen Steilwände des Steinbruches.


Der Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens Karl Heinz Lambertz war mit einer Begleitgruppe im Grenzbahnhof Eisenstein zu Gast. Begleitet wurden die Gäste von Landratsstellvertreter Heinrich Schmidt sowie dem Bürgermeister von Bayerisch Eisenstein Thomas Müller. Der grenzüberschreitend erbaute Bahnhof in Eisenstein mit dem historischen Grenzstein, war für den Ministerpräsidenten der deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien ein besonderes Schmankerl. Er ist berufsbedingt mit der Minderheitenverwaltung in Belgien bestens betraut. Etwa Siebzigtausend Deutsche leben in dem Bereich westlich der Eifel. Lambertz selbst hat seinen Dienstsitz in Eupen, mit einem kurzen Weg von nur 130 km nach Brüssel.
Als Mitglied des Ausschusses der Regionen im Europarat interessieren ihn besonders „spannende Situationen“ an Grenzen, wie er es schilderte. Das können alte Grenzen sein, die mit dem EU-Beitritt gefallen sind, aber auch das Entstehen neuer Grenzsituationen, beispielsweise zwischen befreundeten Ländern wie Polen und der Ukraine mit den dann dort verschärften Außenkontrollen am Rande des Schengengebietes.

Der erste Naturparkvorsitzende Heinrich Schmidt sowie Geschäftsführer Hartwig Löfflmann vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. informierten ihn über das Bayerisch-Böhmische Informationszentrum für Natur- und Nationalparke im Grenzbahnhof Eisenstein. Auch hier gab es eine Menge Besonderheiten von der Grenze und zum bevorstehenden Projekt im Grenzbahnhof Eisenstein zu berichten. Bürgermeister Müller erläuterte auch die Sondersituation der Gemeinde Eisenstein mit Bevölkerungsschwund und Überalterung der Bevölkerung im Touristenort Bayerisch Eisenstein. Speziell wurde auch auf die Bedeutung der Waldbahn und die Wichtigkeit des ÖPNV in der Region eingegangen. Ministerpräsident Lambertz war auf Einladung der Euregio Bayerischer Wald Böhmerwald gekommen. Deren erster Vorsitzender Alexander Muthmann und Euregiogeschäftsführer Kaspar Sammer begleiteten die Gruppe anschließend noch nach Schwellhäusl.


Draußen regnet es. Eigentlich kein Wetter, um einen „Projekttag Wiese“ abzuhalten. So denkt die Klassenlehrerin der 1a der Grundschule Regen, deren Klasse auf die Commerzbank-Praktikanten Tobias und Isabelle vom Naturpark Bayerischer Wald wartet. Doch die beiden können auch bei so einem Wetter den Lebensraum Wiese den Erstklässlern nahe bringen. – Dank des reichhaltigen Fundus, über den das Naturpark-Umweltbildungsteam durch zahlreichen Praktikanten der letzten Jahre verfügt. Dass die Projekttage zu den Themen „Wiese“, „Hecke“, „Wald“, „Wasser“ und „Boden“ von Lehrern, Schülern und Eltern – bei jedem Wetter – begeistert angenommen werden, zeigen die zahlreichen Buchungen. Von Mai bis Juli ist das Team täglich zur Umweltbildung im gesamten Naturpark-Gebiet unterwegs. Auch eine Umfrage und spontan geäußerte Kommentare bestätigen den Naturparklern, dass die Kinder und Lehrer mit den Unterrichtskonzepten zufrieden sind.

Doch wer sind die Naturpark-Praktikanten, die seit Anfang Mai jeden Tag eine andere Klasse im Naturparkgebiet besuchen?
Gefördert werden beide von der Commerzbank im Rahmen des Programms „Praktikum für die Umwelt“. Tobias Wilsch (24) stammt aus der Nähe von Nürnberg und studiert im dritten Semester Umweltsicherung an der FH Weihenstephan. Isabelle Auer (29), die bereits im Sommer 2005 ein Praktikum im Naturpark Bayerischer Wald e.V. machte, promoviert zurzeit an der Universität Passau in Geographie. Beiden Praktikanten gemeinsam ist ihr Traumberuf: Umweltpädagoge. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es ganz unterschiedliche Wege: Isabelle hat das Erste Staatsexamen und studierte im Nebenfach Allgemeine Pädagogik. Tobias plant, im kommenden Semester Kurse im neu errichteten Studiengang „Umweltpädagogik“ zu belegen. Wichtiger als diese formalen Qualifikationen ist jedoch die Begeisterung, mit denen die Naturpark-Praktikanten naturkundliches Wissen anschaulich und spannend vermitteln können.










Unter dem Motto „Botanische Raritäten am Kleinen Arbersee“ hatten die beiden Naturparke Oberer Bayerischer Wald und Bayerischer Wald zu einer Exkursion mit dem Diplom-Biologen Martin Scheuerer eingeladen. Dazu konnte Gebietsbetreuerin Caroline Stautner etwa 25 botanisch interessierte Teilnehmer begrüßen.
Martin Scheuerer, der im Landkreis Cham im Rahmen des Artenhilfsprogramms die Standorte der seltensten Pflanzen kennt und beobachtet erläuterte zu Beginn des Rundgangs die Besonderheit des NSG Kleiner Arbersee. Entstanden nach der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren hat seitdem im Bereich des Sees eine Moorbildung eingesetzt. Durch das Aufstauen zum Holztriften wurde der See im 19. Jahrhundert jedoch auf etwa 9 ha vergrößert und die „schwimmenden Inseln“ lösten sich vom Ufer und treiben bis heute auf der Wasseroberfläche.
Diese Inseln sind nicht nur durch ihre Entstehung sondern auch botanisch eine Rarität. Auf den kleinflächigen Erhöhungen, den sog. Bulten der Inseln (Moospolster, die hauptsächlich aus Torfmoos bestehen) finden sich Zwergsträucher wie die Rosmarinheide, die Rauschbeere oder die Moosbeere. Auch das Scheidige Wollgras und der Rundblättrige Sonnenstau sind typisch für die Inseln. Der Sonnentau holt sich als Insektenfresser mit seinen klebrigen Tentakeln zusätzlich Proteine in Form von kleinen Fliegen bzw. Mücken.
In den feuchteren Bereichen der Inseln findet sich der Sumpfbärlapp. Sein größtes Vorkommen hat er im Landkreis Cham am Kleinen Arbersee, außerdem kommt er noch am Großen Arber, sonst aber erst wieder in den Alpen vor. Neben dem Sumpfbärlapp wächst dort auch die Blumenbinse, die zu den Liliengewächsen zählt. Auch die Rieselsegge ähnlich wie die Schlammsegge ist eine Besonderheit des Arbergebietes. Deshalb kommt diesem Gebiet und den zuständigen Landkreisen Regen und Cham auch eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser überregional bedeutsamen Arten zu. Eine Kalkung der saueren Arberseen, die immer wieder mal vorgeschlagen wird, so Scheuerer Martin, würde diese Pflanzen zum Aussterben bringen.
Neben den Eiszeitrelikten in den Mooren am Kleinen Arbersee gibt es auch in den Felsen extrem seltene Pflanzen. Dazu gehört der Krause Rollfarn, den man in ganz Bayern nur im Arbergebiet und am Kaitersberg findet. Die zwittrige Krähenbeere findet sich nur noch am Arber.
Beim weiteren Rundgang rückten dann wieder die Pflanzen der Ufervegetation des Arbersees in den Mittelpunkt. Martin Scheuerer stellte Sumpfblutauge, Fieberklee, Sumpfcalla und Pfeifengras vor. Die Gelbe Teichrose ist mittlerweile am Kleinen Arbersee weitgehend verschwunden.

Im Seebachgrund, dem Zuflussbereich des Kleinen Arbersees, der auch die kälteste Stelle am See ist, lernten die Teilnehmer neben speziellen Moosen und Farne auch die typischen Schluchtwaldarten kennen. Neben Vogelbeere und Bergahorn fühlen sich Alpenmilchlattich, Alpenglöckchen und Alpenlattich in dem rauen Klima des Arbers besonders wohl.

Das dies auch für den Biber gilt konnten die Teilnehmer dann auf dem Rückweg zum Ausgangspunkt feststellen. Zahlreiche angenagte Buchen und mehrere Biberburgen zeugen von seinen Bau-Aktivitäten am Kleinen Arbersee.

Wieder angekommen am Auslauf des Kleinen Arbersees bedankte sich Gebietsbetreuerin Caroline Stautner im Namen aller Teilnehmer bei Martin Scheuerer für die äußerst informative Wanderung.


Zur Fledermaus-Abendwanderung mit Vortrag waren ca. 55 Interessierte in die Naturpark-Infostelle im Bahnhof Bogen gekommen. Etwa die Hälfte der Teilnehmer waren Kinder. Den Großteil der Besucher bildeten die Teilnehmer der Bergwacht Bereitschaft Bogen.
Die Fledermausexpertin Susanne Morgenroth vom Naturpark Bayerischer Wald e.V. schilderte in der bekannt abwechslungsreichen Art Leben, Gefährdungen und Schutzmaßnahmen für die 18 im Naturpark Bayerischer Wald vorkommenden Fledermausarten. Etwa die Hälfte der Besucher mussten sich mit Stehplätzen begnügen. Nach der etwa halbstündigen Einführung machte man sich mit den Taschenlampen auf zur Exkursion Richtung Donau-Aue. Neben einigen Abendseglern, die man gleich am Bahnhofsvorplatz hoch oben in der Luft beim Insektenfang beobachten konnte, sah man noch einige Wasserfledermäuse. Mithilfe der Fledermausdetektoren konnte man auch noch einige weitere Arten für die Teilnehmergruppe hörbar machen. Beobachtungen von Fledermäusen nimmt der Naturpark gerne unter 09922/802480 entgegen.


Zur 40. Jahreshauptversammlung des Naturpark Bayerischer Wald e.V. waren gut 50 Leute in das Gasthaus „zum Bräu“ in Kollnburg gekommen. Erster Vorsitzender Heinrich Schmidt begrüßte alle Mitglieder, Ehrengäste, die Landräte, die beiden Abgeordneten des Bayerischen Landtages Eike Hallitzky und Helmut Brunner sowie Ltd. RD Dr. Franz Leibl von der Regierung von Niederbayern.

Bürgermeister August Wittenzellner stellte in seinem Grußwort kurz die Gemeinde Kollnburg vor. MdL Helmut Brunner sprach ein Grußwort im Namen der Abgeordneten. Er lobte den Naturpark Bayerischer Wald e.V. als einen der aktivsten in Bayern. Auch auf die Sorgen mit der zunehmenden Bürokratisierung ging er ein. Besonders schmerzlich ist die bayernweit bevorstehende EU-Mittelkürzung in einem Umfang von drei Millionen Euro, die das Land Bayern nicht ausgleichen kann. Er drückte aber gleichzeitig den Wunsch aus, dass die Aktivitäten des Vereins nicht erlahmen sollen und schilderte den Naturpark als positiven Eckpfeiler gerade im Hinblick auf die Akzeptanz bei Bürgern und Kommunen.

Landrat Heinz Wölfl sprach in seinem Grußwort im Namen aller Landräte ebenfalls die Leistungen des Naturparks in den vergangenen 40 Jahren an und dankte Vorstand und Mitarbeitern. Gleichzeitig richtete er die Bitte an die Abgeordneten, bayernweit bei den Naturparken nachzubessern, damit sie nicht Stiefkind bleiben.

Hartwig Löfflmann ging in seinem Geschäftsbericht vor allem auf das abgelaufene Kalenderjahr 2006 ein. Er berichtete über die Aktivitäten in den vier Aufgabenbereichen Erholung und Besucherlenkung, Naturschutz und Landschaftspflege, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit und Unterstützung der Regionalentwicklung. Haushaltsnachweisung 2006 und Haushaltsplan 2007 sowie die Kassenberichte wurden einstimmig gebilligt.
Erfreulich war das Schreiben von Umweltstaatssekretär Dr. Otmar Bernhard, in dem die Finanzierung für die Naturpark-Infostelle im Schloss Fürsteneck abgesichert wurde. Damit kann im Landkreis Freyung-Grafenau auch eine Naturpark-Infostelle errichtet werden. Im Jahr 2008 wird dann erstmals eine flächendeckende Informationsstruktur im Naturparkgebiet erreicht sein.

Die Naturpark-Satzung wurde zeitgemäß überarbeitet und ebenfalls einstimmig beschlossen. In seinem Rückblick auf 40 Jahre Naturpark Bayerischer Wald e.V. ging dann der erste Vorsitzende Heinrich Schmidt im Rahmen eines bebilderten Vortrags auf das Ende Mai abgehaltene Jubiläum ein. Er stellte in diesem Zusammenhang die vier Aufgabenbereiche des Naturparks, alle Infohäuser und Infostellen sowie die Geschichte des Vereins bis hin zum finanziellen Überblick vor. Schwerpunktmäßig beleuchtete er auch die Artenschutzprojekte des Naturparks zu Fledermäusen, Luchs, Fischotter, Flussperlmuschel und Flussuferläufer und zu verschiedenen anderen Arten. Naturparke sind stets eine wichtige Stütze für die Gemeinden. Zum Schluss dankte Heinrich Schmidt ganz besonders der Regierung von Niederbayern und dem Bayerischen Umweltministerium für die zur Verfügung Stellung von Fördermitteln. Zweiter Vorsitzender Heinrich Lobmeier sprach danach auch einen besonderen Dank an den amtierenden ersten Vorsitzenden Heinrich Schmidt aus, der mit großem Engagement und ungeheurer Dynamik die Vereinsgeschicke prägt


Seit nunmehr 40 Jahren ziert das Auerhuhn das Wappen des Naturpark Bayerischer Wald e.V.. Seit langem ist dem Verein der Schutz des Auerhuhns ein wichtiges Anliegen. Damit auf lange Sicht das vom Aussterben bedrohte Waldtier auch weiterhin im Bayerischen Wald vertreten sein wird, hat der Naturpark in Zusammenarbeit mit der Regierung von Niederbayern im Oktober 2006 ein Artenschutzkonzept gestartet. Hierzu führte der Gebietsbetreuer Arnold Multerer 18 Teilnehmer von der Schareben zum Schwarzeck. Der Lebensraum des scheuen Waldvogels sind vor allem die Hochlagenbereiche des Bayerischen Waldes über 800 Meter.

Zu Beginn der Führung waren die Teilnehmer sehr verwundert, als der Referent eine zufällige Auerhahnsichtung unmittelbar neben den Parkplätzen direkt auf der Schareben machte. Als sich aber die überraschte Besuchergruppe langsam anschlich und sich der Auerhahn noch immer nicht bewegte, dämmerte es den Teilnehmern. Es handelte sich lediglich um präparierte Auerhühner, die aufgestellt wurden. Arnold Multerer bekräftigte, dass er ein schlechter Exkursionsleiter wäre, falls er wirklich die Gruppe an freilebende Exemplare heranführen würde. „Wir wollen ja das seltene Waldtier nicht zusätzlich beeinträchtigen. Um den Waldvogel langfristig nachhaltiges Überleben zu ermöglichen, ist es unter anderem sehr wichtig, dass die Lebensbereiche des Auerhuhns nicht gestört werden. Dieser größte europäische Waldvogel kann sich zwar an gewisse Störungen anpassen, solange sie einschätzbar bleiben. Wanderer zum Beispiel, die auf den ausgewiesenen Wanderwegen bleiben, stellen so gut wie keine Gefahr für das Auerhuhn da. Querfeldeinläufer oder freilaufende Hunde hingegen können den Beständen des selten Waldvogels extreme Schäden zufügen“, so Arnold Multerer.

Anhand der Exponate konnten die Teilnehmer die typischen Merkmale sehen, z.B. die befiederten Füße, den markanten Hakenschnabel oder die roten Hautstellen über den Augen. Nach einer allgemeinen Einführung über das Aussehen und markante Erkennungszeichen begab sich die Gruppe auf einen Rundwanderweg hinauf zum Kamm. Hier konnten die Teilnehmer sehr gut erkennen, welchen Lebensraum das Auerhuhn bevorzugt. Optimal sind alte lückige Fichtenbestände über 120 Jahren mit viel Heidelbeervorkommen. Angepasst an den Lebensraum und die saisonellen Bedingungen, ernährt sich das Auerhuhn von unterschiedlichen Früchten, Beeren, Knospen und Nadeln der Bäume. Besonders wichtig für die Reproduktion und die erfolgreiche Aufzucht der Jungtiere, ist das Vorhandensein von ausreichend Insekten.
An einer Kirrung konnte man Losungen sowohl von einer Henne als auch von einem Hahn finden. Das Auerhuhn nützt natürlich auch die Möglichkeit einfach an energiereiches Futter zu gelangen. Doch kennen diese Futterstellen auch natürliche Feinde wie beispielsweise den Habicht oder den Sperber, die hier einfacher Jagdglück haben können.
Gute erkennbare Spuren von Auerhühnern, kann man auch an den umgewurzelten Fichtentellern finden. An diesen sogenannten Staubbade- oder Huderplätzen, reinigt das Auerhuhn sein Gefieder. So verherrend der vergangene Windwurf für die Forstwirtschaft ist, für das Auerhuhn entstehen dadurch auch neue Lebensräume. Vom Schwarzeck aus hatten die Teilnehmer noch einen guten Überblick über das Zellertal. Durch viel Glück konnten sie dort einen Schwarzstorch beobachten, der von der Kammregion in das Zellertal hinab flog. Nach vier Stunden kam die Gruppe wieder auf der Schareben an. Die Exkursion war eine Gemeinschaftsveranstaltung der beiden benachbarten Naturparke Bayerischer Wald (Zwiesel) und Oberer Bayerischer Wald (Cham).


Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. hatte zu einer botanischen Exkursion zusammen mit dem Landschaftspflege Verband Straubing- Bogen in die Donauaue eingeladen. Startpunkt war die Infostelle des Naturparks am Bahnhof Bogen. Der Referent Heribert Kemmer wählte eine Route Richtung Donauinsel. Genau genommen ist es ein stehendes Altwasser das als geschützter Landschaftsbestandteil eingetragen ist. Zunächst befasste man sich mit den vorkommenden Arten auf den trockeneren Dammbereichen, dann ging es in die feuchteren Mulden. Kemmer lieferte auch Erklärungen zu den Auwäldern vor allem aber wies er auf die botanischen Besonderheiten in der Donauaue hin.

Flusssysteme sind immer auch Ausbreitungsachsen für Pflanzen und Tiere, im Fall Donau vor allem Richtung Osteuropa. Nach einer kleinen Abwechslungsreichen Runde, erreichten die Teilnehmer wieder den Ausgangspunkt am Bahnhof Bogen.


Im Juli 2007 wird es nun ein Jahr, seit dem der Grenzbahnhof Eisenstein von der Deutschen Bahn AG zum Kauf ausgeschrieben wurde. Damals hatten die Verantwortlichen des Naturpark Bayerischer Wald e.V. beschlossen, den Bahnhof zu übernehmen und ihn zu restaurieren und einer vernünftigen Nutzung zuzuführen. Diese Entscheidung liegt nun genau ein Jahr zurück. Mittlerweile wurde der Bahnhof auch als eigenes Flurstück vermessen. Der Direktor des Vermessungsamtes Freyung, Außenstelle Zwiesel, Gerhard Pscheidt, erklärte die Arbeiten am Grenzbahnhof zur „Chefsache“. Haben doch Vermessungen an Bahnhöfen wegen des Gleisbereiches stets einen eigenen Charakter. Der historische Grenzbahnhof, der in diesem Jahr auf eine 130 – jährige Geschichte zurückblicken kann, verdient natürlich besondere Beachtung.

Zusammen mit der VHS Regen und der Agentur für Arbeit wurde ein Projekt gestartet, das Langzeitarbeitslose für eine begrenzte Zeit zwischen April und November 2007 wieder in ein Beschäftigungsverhältnis bringt. Im Rahmen dieser Aktion wird der Bahnhof entrümpelt und entkernt, bevor man dann in ein eigentliches Förderverfahren der Restaurierung einsteigt. Restaurierung und Belegen mit Nutzungen sollen dann 2008 beginnen und bis zum Jahre 2010 abgeschlossen sein, wenn alles planmäßig verläuft. Derzeit wird in Brüssel noch am Förderprogramm geschrieben, eine Antragstellung ist noch nicht möglich.