Juli 2020


Teisnach. „Entdecken Sie Kultur- und Naturschätze im Teisnach- und Regental“ – unter diesem Titel lädt der Naturpark Bayerischer Wald, Umweltstation Viechtach, von Frühjahr bis Herbst zu besonderen Naturerlebnissen ein, ob es nun die Vogelwelt im Tal des Schwarzen Regens ist, die Pflanzenwelt im Liebestal, eine Gewässererkundung mit dem Kescher oder ein Streifzug am Fluss und zur Burg Altnussberg. Ein besonderes Schmankerl gab es zuletzt bei einer literarischen Abendwanderung.
15 Natur- und Literaturliebhaber – mehr durften es coronabedingt nicht sein – trafen sich am Bahnhaltepunkt Teisnach, um von dort aus am Schwarzen Regen entlang und auf Forstwegen durch dichten Wald zu wandern. Unterwegs lasen Eva Bauernfeind und Kristina Pöschl, die beiden Geschäftsführerinnen des Viechtacher Lichtung Verlags an vier Stationen literarische Texte mit dem Motto „Auf neuen Wegen“.
Sie trugen zunächst Textpassagen aus dem Buch „Schattengeher“ von Arthur Schnabl sowie aus dem Buch „Tagwerk“ von Bernhard Setzwein vor. Letzterer war häufig im Nachbarland Tschechien unterwegs und erzählt von seinen Wanderungen nach Böhmen. Weitere Kostproben gab es aus Werken von Marianne Ach („Von gestern eine Spur“), von Siegfried von Vegesack („100 Zeilen“ und „Eine Reise nach Graz“), von Harald Grill und Friedrich Hirschl. Eindrucksvoll und besonders passend zum Thema Umwelt und Schutz der Natur war das vorgetragene Gedicht von Harald Dobler über den „Gezähmten Fluss – Oder was wir von den Forellen lernen können“, das in dem neuen Buch mit dem Titel „Auf unebenen Wegen“ abgedruckt ist und in Kürze im Lichtung Verlag erscheinen wird. Da heißt es:„ Das Flussbett wurde begradigt, die steilen Uferböschungen abgeflacht und mit Pflastersteinen befestigt. Dort, wo zwischen Weiden und Erlen bisher Schwäne ihre Nester gebaut hatten, ernähren sich heute Ratten und Elstern aus den Abfallkörben, die neben den Sitzbänken stehen. Die letzten Brennnesseln fallen der Motorsense des Landschaftspflegers zum Opfer… Nur die Forellen schwimmen noch immer gegen die Strömung.“
Der während der abendlichen Wanderung einsetzende Regen konnte den Teilnehmern, die teils auch dem Deggendorfer Raum gekommen waren, wenig anhaben. Auch Regen gehört zur Natur, meinte Organisator Matthias Rohrbacher, Projektbetreuer Umweltbildung und Landschaftspflege. Nach zwei Stunden am Bahnhof Teisnach zurückgekehrt, wurden die Wanderer gar mit einem herrlichen Regenbogen belohnt, der sich über Teisnach aufgespannt hatte.


Bayer. Eisenstein. Unter dem Motto „Grenzenlos.Natur&Geschichte.Erleben.“ bietet die Umweltstation Bayerisch Eisenstein bis Oktober immer am ersten Sonntag im Monat geführte, grenzüberschreitende Wanderungen an. Natur und Geschichte beiderseits der Grenze stehen dabei im Mittelpunkt. Beim nächsten Termin am Sonntag, 5. Juli, wird eine Wanderung ausgehend vom Grenzbahnhof ins Büchelbachtal angeboten. Unter alten Alleebäumen hindurch führt der Weg entlang des Büchelbachs in ein sehr beschauliches Tal des Landschaftsschutzgebietes Šumava. Entlang des Weges standen einst mehrere Glashütten. Neben diesen Zeugnissen des alten Böhmerwaldes finden sich eine Menge an Relikten des Eisernen Vorhangs. So führt die Wanderung auch zur ehemaligen Kaserne „Hinteres Büchlbachtal“. Im Ansschluss an die Wanderung besteht die Möglichkeit zur Einkehr im Naturpark-Wirtshaus. Geleitet wird die Wanderung von Antje Heideroth vom Naturpark Bayerischer Wald. Die Strecke beträgt etwa zehn Kilometer mit 200 Höhenmetern, verläuft überwiegend auf asphaltierten Wegen und setzt eine gewisse Grundkondition voraus. Die kostenlose Führung dauert drei bis vier Stunden. Treffpunkt ist um 9.15 Uhr an der Infotheke in der Eingangshalle des Grenzbahnhofs. Eine Anmeldung bis Freitag unter ✆ 09925-902430 ist erforderlich. Es gelten die üblichen Hygienevorschriften.


Weißenstein. Der Pfahl ist eines der bedeutendsten landschaftlichen Wahrzeichen des Bayerischen Waldes. Seine Eigenart und Schönheit verleihen diesem Naturdenkmal einen besonderen Wert. Durch die Bodeneigenschaften, die sich aufgrund des Quarzgesteins von denen des restlichen Mittelgebirges unterscheiden, ergibt sich eine im Bayerischen Wald sehr seltene Fauna und Flora mit vielen Besonderheiten. Neben den landschaftlichen Höhepunkten bietet Weißenstein zudem einen interessanten Einblick in die Geschichte, angefangen vom Dichterturm bis zur Burgruine. Der Naturpark bietet allen Interessierten die Gelegenheit, die höchsten Punkte des Pfahls kennen zu lernen und dabei allerhand Wissenwertes zu erfahren – zur Botanik, zur Geschichte und zu den Schwerpunkten der Landschaftspflege im Naturschutzgebiet Weißensteiner Pfahl. Los geht’s am Samstag, 4. Juli, um 14 Uhr am Parkplatz bei der Burgruine Weißenstein. Die kostenlose Führung mit NP-Ranger Martin Graf dauert etwa zwei Stunden und findet in Kooperation mit der LBV-Kreisgruppe Deggendorf statt.
Eine Anmeldung ist spätestens bis zum Freitag 16.30 Uhr beim Naturpark unter ✆ 09922/80 24 80/ erforderlich. Es dürfen nur angemeldete Personen teilnehmen, da die Teilnehmerzahl corona-bedingt auf 15 Personen beschränkt ist.


Lalling. Dass man auch abseits von Besucher-Hotspots wie Arber, „Bayerisch Kanada“, dem Lusen und dem Dreisessel einzigartige Naturerlebnisse im Bayerischen Wald erleben kann, möchte der Naturpark Bayerischer Wald mit einem wöchentlichen Naturpark-Wandertipp zeigen. Heutiger Tipp ist eine Wanderung in der sogenannten „Obstschüssel des Bayerischen Waldes“: dem Lallinger Winkel. Durch verwunschene Waldstücke, entlang von verschlungenen Bachtälern, begleitet von blühenden Wiesen und durch den schönen Ort Lalling führt der Natur und Walderlebnispfad des Lallinger Winkels. Es ist eine vier Kilometer lange Erkundungstour, bei der man unter anderem wieder einmal feststellen kann, dass es nicht immer einen Berg zum Wandern braucht. Der Rundweg beginnt beim Recyclinghof von Lalling unterhalb der Tennisplätze und ist mit der Ziffer 1 markiert. Auf dem Weg finden sich Informationen zu den Themen Wald und Gewässer. Zusätzlich sind entlang der gesamten Wanderstrecke Steckbriefe zu den vorkommenden Baumarten verteilt. Aufgrund seiner geringen Höhendifferenz und häufigen Nähe zum Bach ist der Wandertipp der Woche auch geeignet für Familien mit kleineren Kindern.