Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. war Veranstalter einer geführten Wanderung rund um das Schloß Fürsteneck. Trotz des plötzlichen Gewitterregens fanden sich eine Reihe interessierter Gäste zur Führung ein. Nach einer kurzen geschichtlichen Einleitung mit Informationen über die Schlosskirche ging die Führung über den Burgberg zur Triftsperre in der Wolfsteiner Ohe. Neben den botanischen Besonderheiten am Burgberg berichtete der Diplom - Forstingenieur Stefan Poost über die mehr als zweihundert Jahre andauernde Holztrift im Bayerischen Wald. Eindrucksvoll lassen sich noch überall im Ilz Einzugsgebiet die menschlichen Eingriffe in die Flussläufe belegen. Die Begradigungen der Flussläufe und die Befestigungen der Ufer lassen sich an der Ilz und an allen Nebenbächen finden. „Wenn man sich die technischen Hilfsmittel aus damaliger Zeit vor Augen hält, waren sowohl die Holztrift, als auch die Wasserführung Ingenieurtechnische Meisterleistungen, die über mehrere Jahrhunderte viele Menschen in Brot und Arbeit brachten“. Von dem Triftrechen in der Wolfsteiner Ohe ging die Führung vorbei an der Aumühle zur Ohe - Mündung in die Ilz und weiter zum „Schönberger Triftrechen“. Zur Zeit bestimmen der gelbblühende, Schlitzblättrige Sonnenhut sowie das rosa-blühende, Indische Springkraut das Bild an der Ilz. Beide Arten sind nicht heimmisch, und verdrängen mangels Fraßfeinde oder konkurrierender Arten die heimische Flora. „Die Probleme liegen aber hier nicht nur in der Verdrängung heimischer Arten, sondern auch in der schlechten Uferbefestigung, da diese Arten nur eine sehr kleine Wurzel ausbilden und beim ersten Frost zusammenklappen. Die Uferbefestigung durch Pflanzenwurzeln ist nicht gegeben und beim ersten Hochwasser werden die Bereiche, die nicht von Steinen befestigt werden, abgetragen und verfrachtet.“ Nach ca. 2 Std. endetet die Führung nach einem steilen Aufstieg wieder an der Burg Fürsteneck.

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