März 2026

Veröffentlicht am:

Blühende Wiesen kehren zurück: LBV und Naturpark arbeiten Hand in Hand

Gemeinsam setzen sich der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V. (LBV) und der Naturpark Bayerischer Wald e. V. für den Schutz des bedeutenden Flora-Fauna-Habitats an der Donau bei Niederalteich ein. Die reguläre Wiesenpflege des über 12 Hektar großen Wiesenkomplexes am Donaualtarm koordiniert seit Jahrzehnten der Naturpark.

Die Gundelau ist Heimat für über 40 Rote Liste Arten und unterstreicht den Wert des Wiesenlebensraum in der sonst intensiv genutzten Landschaft. Die Wiesen werden durch die frühere Streunutzung und der intensiven Beeinflussung durch Grundwasser charakterisiert und sind mit teils massiven Hecken durchzogen, sowie vom Auenwald geprägt. Meist ist die Mahd nicht ausreichend, um die Wiesenbereiche langfristig offen zu halten. Weiden, Pappeln und andere Gehölze wachsen verstärkt in die Wiesenkorridore hinein und gefährden den Lebensraum.

Um die verlorenen Bereiche zurückzugewinnen, wurden bisher vier Teilbereiche von Gehölzen befreit, gemulcht und teilweise neu eingesät. Zwei dieser Bereiche wurden im Frühjahr bei einem gemeinsamen Arbeitseinsatz mit freiwilligen Helfern der LBV Ortgruppe Deggendorf sowie dem Naturpark mit artenreichem Wiesendrusch eingesät.

Ziel dieser Aktion ist, dass sich die zurückgewonnen Offenlandbereiche wieder zu blühenden Wiesen zu entwickeln. Dadurch werden auch Wanderbewegungen und der genetische Austausch zahlreicher Tier- und Pflanzenarten ermöglicht. Das Biotop, das Teil des EU-Vogelschutzgebiets sowie des Natura-2000-Gebiets „Donau zwischen Straubing und Vilshofen“ ist, wird durch diese landschaftspflegerischen Maßnahmen und das Engagement vieler Beteiligter langfristig gesichert.

Im Winter 2025/2026 erfolgte eine Entbuschung über das Projekt Blühender Naturpark. Die reguläre Mahd wird vielen Jahrzehnten gefördert. Die Landschaftspflegemaßnahmen werden über die Regierung von Niederbayern, Höhe Naturschutzbehörde mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz unterstützt.

Weiterlesen …

Veröffentlicht am:

Frühjahrspflanzung für robuste Obstbaumsorten 

Zwiesel. „Do riat se wos in da Schleif.“ Für die Erweiterung der ökologische Vielfalt vor Ort setzen wir unter fachkundiger Anleitung gemeinsam sechs Bäume robuster Obstbaumsorten, die zukünftig entlang des Flusswanderweges am Großen Regen in der Seebachschleife stehen. Da der Standort nah am Fluss, ist braucht es widerstandsfähige Sorten, die gezielt ausgewählt wurden. Es wird unter anderem ein Biberschutz angebracht, der den Aufwuchs der Pflanzen schützt. Ziel der praxisorientierten Fortbildung, geleitet von Kreisfachberater Martin Straub, ist das Erlernen und Üben theoretischer und praktischer Grundlagen zur Frühjahrspflanzung robuster Obstsorten. Wir freuen uns auf rege Teilnahme. Die Veranstaltung entfällt bei Schlechtwetter.

Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch, den 18.03.2026 um 09:00 Uhr und dauert ca. 4 Stunden. Um Anmeldung wird bis zum Dienstag, den 17.03.2026, um 12:00 Uhr unter der 09922/802480 wird gebeten.

Treffpunkt ist im Ortsteil Seebachschleife (Bayer. Eisenstein) am Parkplatz rechts nach der Regenbrücke. Bitte wetterangepasste Kleidung, festes Schuhwerk, Getränke und Vesper sowie Arbeitshandschuhe mitbringen. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Naturpark Umweltstation Bayerisch Eisenstein mit dem Ingenieurbüro Pfeffer Regen, dem Bund Naturschutz Regen und der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege. Referent ist Martin Straub, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, sowie Mitarbeiter der Naturpark Umweltstation Bayerisch Eisenstein.

Weiterlesen …

Veröffentlicht am:

An einem Strang für mehr Wasser im Moor bei Kirchl

Hohenau. Das Naturschutzgebiet „Moorwald bei Kirchl“ in der Gemeinde Hohenau soll wieder mehr Wasser halten. Der Naturpark Bayerischer Wald hat gemeinsam mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Regen, unterstützt von der Gemeinde Hohenau, mit ersten Renaturierungsmaßnahmen begonnen. Ziel ist es, den Wasserhaushalt des rund acht Hektar großen Moores langfristig zu stabilisieren und typische Hochmoorlebensräume zu erhalten.
Das Gebiet wurde bereits 1983 unter Schutz gestellt. Doch die Spuren früherer Nutzung wirken bis heute nach. In Zeiten, in denen jede Fläche zur Versorgung der Bevölkerung gebraucht wurde, war das Moor entwässert worden. Gräben und Drainagen ermöglichten Grünlandnutzung, Torfabbau und forstliche Nutzung. Dadurch sank der Wasserstand deutlich, und der ehemals lichte Moorbereich entwickelte sich zunehmend zu einem geschlossenen Wald.
Fichten, Birken und Kiefern konnten hier Größen entwickeln, die für Hochmoore untypisch sind. Besonders problematisch ist, dass die Entwässerung bis heute nachwirkt. Messungen zeigen, dass der Wasserstand im Moor aktuell mehr als einen Meter unter der Oberfläche liegt. In intakten Hochmooren ist der Torfkörper dagegen bis zur Oberfläche wassergesättigt.
Um die Entwicklung umzukehren, wird der Baumbestand zunächst deutlich aufgelichtet, vor allem Fichten werden entnommen. Große Bäume halten einen Teil des Regens bereits im Kronendach zurück, außerdem wird durch sie viel Wasser verdunstet. Zusätzlich soll Oberflächenwasser aus dem Hangbereich künftig über eine Mulde gezielt zum Moorrand geleitet werden. In einem weiteren Schritt werden alte Entwässerungsgräben geschlossen. Automatische Messgeräte sollen künftig zeigen, wie sich der Wasserstand entwickelt. „Mit unseren Maßnahmen wollen wir nun über die Jahre die Situation Schritt für Schritt verbessern. Es wird aber wohl Jahre dauern, bis wir am Ziel sind“, so Marco Müller vom Naturpark Bayerischer Wald, der das Projekt fachlich betreut.
Auch seltene Pflanzenarten sollen von den Maßnahmen profitieren. „Neben den typischen Latschenkiefern kommt im Schutzgebiet auch die für die Region seltene aufrechte Form der Latsche, die Spirke, vor. Ohne Pflegemaßnahmen könnten solche Arten langfristig von aufwachsenden Fichten verdrängt werden“, erklärt Revierförster Konrad König vom AELF Regen.
Die Fichten wurden in den vergangenen Tagen bereits gefällt. Da der Boden im Moor sehr empfindlich ist, werden die Stämme nicht mit Maschinen, sondern mit speziell ausgebildeten Rückepferden aus dem Gelände gezogen.
Träger der Maßnahme ist der Naturpark Bayerischer Wald in enger Zusammenarbeit mit dem AELF Regen. Unterstützt werden sie von der unteren Naturschutzbehörde, der Fachstelle Waldnaturschutz und der Gemeinde Hohenau, die auch Eigentümerin der Fläche ist. Finanziert wird das Projekt über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie aus Mitteln des Freistaats Bayern und des Landkreises Freyung-Grafenau.
Hohenaus Bürgermeister Josef Gais begrüßt das Projekt: „Für die Gemeinde ist es ein großer Gewinn, wenn unser Moor als Naturjuwel erhalten bleibt.“ AELF-Abteilungsleiter Wolfgang Kreuzer lobte bei einer Ortseinsicht die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Beide zeigten sich beeindruckt von Arbeit der Waldarbeiter und ihrer Rückepferde.
Intakte Moore gelten nicht nur als wertvolle Lebensräume und sind als Kohlenstoffspeicher unabdingbar. Sie speichern auch große Mengen Wasser und können damit sowohl Hochwasserspitzen dämpfen als auch in Trockenzeiten Feuchtigkeit in der Landschaft halten. Ein erheblicher Teil des örtlichen Niederschlags entsteht aus der Verdunstung über Landflächen. Schätzungen zufolge stammt etwa die Hälfte dieses Niederschlags aus der Verdunstung von Böden, Gewässern und Vegetation. Dort, wo insbesondere im Sommer kaum Wasser verdunsten kann, weil Landschaften stark entwässert wurden, fehlt auch ein Teil dieser lokalen Rückführung von Wasser in den Niederschlag.

Weiterlesen …

Veröffentlicht am:

Stadtführung Bogen

Bogen. Den Auftakt der diesjährigen Bogener Stadt- und Themenführungen macht Heidi Heigl, die neue Rangerin des Naturparks Bayerischer Wald, mit einer geführten Frühlingswanderung am Bogenberg. Entdecken Sie die faszinierende Pflanzen- und Tierwelt eines der schönsten Geotope Bayerns. Bei der Tour lernen Sie seltene und heimische Arten kennen, erfahren Wissenswertes über ihre Lebensräume und Zusammenhänge in der Natur. Genießen Sie die abwechslungsreiche Landschaft und atemberaubende Ausblicke, während Sie die Vielfalt der Natur mit allen Sinnen erleben. Naturfreunde und alle, die die Schönheit der heimischen Flora und Fauna erkunden möchten, sind herzlich zu dieser kostenlosen Tour eingeladen. Festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind notwendig. Treffpunkt für die ca. zweistündige Exkursion ist am Sonntag, den 22. März um 10.00 Uhr am Beginn des Lippwegs in der Unteren Bergstraße in Bogen. Eine Anmeldung ist bis 20.03. um 12 Uhr unter 09422 505109 oder hartmannsgruber@bogen.de erforderlich. Die maximale Teilnehmerzahl liegt bei 15 Personen.

Weiterlesen …

Das Sachgebiet 1 des Nationalparks und die Ranger des Naturparks Bayerischer Wald e.V. vor dem Null Energie Haus in Zwiesel. Bildautor: Naturpark Bayerischer Wald e.V.
Das Sachgebiet 1 des Nationalparks und die Ranger des Naturparks Bayerischer Wald e.V. vor dem Null Energie Haus in Zwiesel. Bildautor: Naturpark Bayerischer Wald e.V.

Veröffentlicht am:

Naturschutz Hand in Hand

Zwiesel. Naturschutz sollte nicht an einer von uns Menschen gezogenen Grenze aufhören, er sollte darüber hinausgehen, denn: Die Natur kennt keine Grenzen. Gemeinsam kann voneinander gelernt werden, Ideen können erarbeitet und Best Practices weitergegeben werden. Getreu diesem Credo gab es vergangenen Donnerstag ein Vernetzungstreffen im Null-Energie-Haus des Naturparks Bayerischer Wald e. V. Der Naturpark lud das Sachgebiet I des Nationalparks Bayerischer Wald ein, sich über Neuigkeiten auszutauschen und mögliche Berührungspunkte zu erarbeiten. Das Sachgebiet I beim Nationalpark kümmert sich um Regionales Netzwerk, Besuchermanagement und die Nationalparkwacht. Federführend in der Planung waren Sachgebietsleiter Reinhold Gaisbauer und Naturpark-Rangerin Samantha Biebl.

Gestartet wurde das Ganze mit einem allgemeinen Einblick in den Naturpark. Naturräumlich unterscheidet dieser sich mit seinen ca. 278.000 ha etwas vom Nationalpark, welcher flächenmäßig ca. 25.000 ha bemisst. Die Flächen im Naturpark sind stark vom Menschen geprägt und erfordern sogar Pflege und regelmäßigen Eingriff, um die Natur dort zu erhalten. Im Nationalpark ist das etwas anders, hier gilt „Natur, Natur sein lassen“. Zudem ist der Naturpark ein Verein und besitzt eine andere Organisationsstruktur im Vergleich zum Nationalpark, der eine Sonderbehörde des Bayerischen Umweltministeriums ist.

Danach ging es um die konkrete Arbeit der Naturpark-Ranger. Zuerst wurde diese allgemein vorgestellt und später auf die einzelnen Arbeitsbereiche der 6 Naturpark-Ranger eingegangen. Jeder Ranger hat in seinem Gebiet teilweise andere Aufgaben, die sich aus den naturräumlichen Besonderheiten ergeben: Gibt es in Straubing z.B. den Versuch, brütende Kiebitze zu schützen, so ist man im Landkreis Regen bestrebt, Uhus zu finden. Vor allem der Uhu ist eine Art, die im Nationalpark wenig, bis gar nicht in Erscheinung tritt.

Um die Veranstaltung thematisch nicht zu überlasten, wurden im Anschluss zwei einzelne Projekte des Naturparks herausgegriffen und gesondert vorgestellt. Projektkoordinatorin Heidi Heigl stellte das Naturpark-Projekt Holunderknabenkraut vor und Ranger Emanuel Hackl erläuterte den Sternenpark sowie die geplante Sternwarte am Eschenberg.

Am Schluss waren sich alle einig: Es gibt viele Berührungspunkte in der Naturschutzarbeit, aber auch einige Unterschiede. Um weitere Vernetzung zu gewährleisten, wurden Wünsche notiert und festgehalten zu welchen Dingen künftig ein gemeinsamer Austausch und weiterer Informationsfluss stattfinden sollte. Bereits geplant sind eine gemeinsame Exkursion und eine gemeinsame Aktion zum nächsten World Ranger Day. Man vereinbarte auch, sich künftig beim Monitoring enger auszutauschen.

Weiterlesen …