Bayer. Eisenstein. Die beiden Gebietsbetreuer für die Arberregion Anette Lafaire und Johannes Matt laden am Samstag, 26. Oktober, zu einer spätherbstlichen Rundwanderung auf den Großen und Kleinen Arber ein. Mit dieser Tour lassen sie die Wander- und Führungssaison für dieses Jahr ausklingen. Treffpunkt ist um 10.30 Uhr am Brennesparkplatz. Die Führung wird kostenlos angeboten. Es wird um Anmeldung bis Freitag, 25. Oktober, um 12 Uhr beim Naturpark Bayerischer Wald unter Tel. 09922-802480 gebeten. − jm


Bayer. Eisenstein. Hoch erfreut über das überwältigende Interesse an dem neuen Buch „Im Lande der Künischen Freibauern“ zeigte sich Harald Steiner am Freitagabend im historischen Wirtshaus des Grenzbahnhofs. Er ist 1. Vorsitzender des Arbeitskreises für den mittleren Böhmerwald „Künische Freibauern“ und Initiator für die mittlerweile fünfte überarbeitete Ausgabe nach der Erstfassung vor 40 Jahren. Auf Steiners „hartnäckige Initiative“ hin erarbeitete der Arbeitskreis, bestehend aus 25 Mitgliedern, die Neufassung von Band 1 und arbeitet auch bereits an Band 2, der im April 2020 erscheinen wird.
„Niemands Herr, niemands Knecht – das ist künisch Bauernrecht.“ Das war der Leitspruch der Künischen Freibauern. „Mit Axt, Säge und Pflug besiegten sie den Wald, bauten sich stattliche Höfe und wirtschafteten dort als freie Bauern. Acht Gerichte hatte das künische Gebiet: St. Katharina, Hammern, Eisenstraß, Seewiesen, Haidl, Kochet, Stadln und Stachau“, erläuterte Harald Steiner bei seiner Begrüßungsrede und forderte: „Dieses Wissen sollte in den Schulen vermittelt werden“.
Er begrüßte eine stattliche Anzahl von Ehrengästen aus Bayern, Böhmen und Österreich namentlich und bedankte sich bei allen Referenten und Mitwirkenden herzlich. Seinen besonderen Dank richtete er an den Morsak Verlag, der dem kleinen Verein nur die Druck- und Vertriebskosten für das Buch in Rechnung stellte.
Auf Anregung des Geologen und AK-Mitglieds Fritz Pfaffl taufte Steiner das gewichtige Werk mit Goldsand aus der Wottava (Otava), den er wenige Tage vor der Buchvorstellung in der Nähe der Goldstadt Bergreichenstein gesucht hatte und übergab die ersten Exemplare an enge Mitarbeiter und Referenten.
Bezirksrat und Hausherr Heinrich Schmidt freute sich, dass die Buchvorstellung „an diesem historischen Ort“ stattfand. Er betonte, dass das Gebäude ein Zeichen für eine erfolgreiche grenzüberschreitende Zusammenarbeit sei und dass die Geschichte der Künischen Freibauern, welche die Grenze zwischen Bayern und Böhmen schützten, es unbedingt Wert sei, für die Nachwelt erhalten zu werden.
Stellvertretender Landrat Willi Killinger sagte: „Die Geschichte der Künischen Freibauern lehrt, wie sich die Dinge im Laufe der Zeit entwickelt haben. Die Menschen haben über hunderte von Jahren für ihre Freiheit und ihre Rechte gekämpft. Sie sind füreinander eingestanden und haben auch Widerständen getrotzt“.
Seit Beginn der Besiedelung des Böhmerwaldes seien die Künischen Freibauern ein Teil der Region gewesen. Das habe sich jedoch schlagartig mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs geändert, nachdem die meisten von ihnen vertrieben wurden. „Von daher muss uns die Geschichte auch eine eindringliche Mahnung sein“, so Killinger.
Ivo Grüner, Vizepräsident für regionale Entwicklung, EU-Fonds und Informations-Technologie aus Pilsen, sprach im Namen des Pilsner Bezirks: „Wir schätzen die gegenseitige Achtung und Freundschaft. Ich sehe dieses Buch als Teil der Freundschaft zwischen Böhmen und Bayern“.
Bürgermeisterin Lenka Sýkorová aus Dešenice (Deschenitz) erinnerte sich an ihre archivalische Praxis im Staatsarchiv Klattau. Autorin Maria Frank habe seinerzeit im Archiv Klattau für das erste Buch recherchiert. Sie habe immer eine herzliche Beziehung zu ihrem Geburtsland gehabt, sagte sie und fuhr fort: „Es freut mich sehr, dass dieses Interesse am Land Eurer Vorfahren im Böhmerwald weiter fortdauert“.
In seiner geschichtlich fundierten und unterhaltsamen Laudatio erzählte Dr. Gernot Peter, Leiter des Böhmerwaldmuseums in Wien, dass dieses Buch über die Künischen Freibauern und auch weitere Dokumente, wie zum Beispiel die seines Vorfahren Johann Peter, dem „Rosegger des Böhmerwaldes“, ihn vor fast 30 Jahren dazu veranlasst hatten, sich mit seiner Familiengeschichte zu befassen. Das erste Buch „Im Lande der Künischen Freibauern“ habe ihn über Jahre begleitet und sei eine wichtige Quelle für das Böhmerwaldmuseum in Wien geworden.
Peter sagte: „Die Zeiten waren damals andere, aber die Motive ähneln den heutigen. Die Herrscher der damaligen Zeit, heute würde man sagen Politiker, waren auf der Suche nach Einnahmequellen und kamen auf die Idee, auch aus dieser schneereichen, unwirtlichen Gegend Geld herauszuholen, indem sie Siedler mit steuerlichen und sonstigen Vorrechten ausstatteten. ‘Niemands Herr und niemands Knecht, das ist künisch Bauernrecht‘ hieß es damals, heute würde man vielleicht ‘autonome Steueroase’ dazu sagen“.
Den Verlegern Hans Schopf und Steffi Friedl war es ein großes Anliegen, dass die Geschichte der Künischen Freibauern für die Nachwelt erhalten bleibt. „Wir wissen genau, dass wir von diesem Buch nur eine sehr kleine Auflage verkaufen können, aber wir wollten es trotzdem machen, weil es so wichtig ist“, erklärte Schopf und endete mit einem Zitat von Maximilian Schmidt, genannt Waldschmidt: „Und noch in anderer Beziehung zeichnen sich die deutschen Freibauern rühmlich aus, nämlich, dass sie mit ihren böhmischen Nachbarn in Frieden leben wollen.“
Alle Redner dankten den Mitwirkenden „für ihren großartigen Einsatz“. Bezirksrat Heinrich Schmidt überreichte dem Vorsitzenden des Arbeitskreises im Namen des Bezirks Niederbayern für seinen „enormen ehrenamtlichen Einsatz“ zwei Gutscheine für die Therme in Bad Füssing. Harald Steiner bedankte sich bei Miroslav Marek für seine große Unterstützung bei der Buchherstellung mit einer Skulptur der Künstlergruppe „Männerhaut“, auf der das Künische Wappen dargestellt ist. Krönender Abschluss der Feier war eine Powerpoint Präsentation, mit welcher Emil Kintzl zusammen mit Übersetzer Edmund Stern verschwundene Orte im Land der Künischen Freibauern vorstellte.
Hervorragend musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch Philipp Oberparleiter aus München, Preisträger des Sudetendeutschen Kulturpreises. Mit dem in zwei Sprachen gemeinsam gesungenen Lied „Es war im Böhmerwald“ endete die würdige Veranstaltung.


Wandern und Bahnfahren im Tal des Schwarzen Regens bietet die Naturpark Umweltstation Viechtach an. Festes Schuhwerk wird dringend empfohlen. Die neun Kilometer lange Wanderung mit kleineren Anstiegen verläuft am Flusswanderweg ab Gumpenried, kurz vor Schnitzmühle geht es in das Liebestal mit dem Flüsschen Aitnach. Treffpunkt ist am Donnerstag, 24. Oktober, um 15.10 Uhr am Bahnhaltepunkt Gumpenried–Asbach bei Geiersthal. Bitte anmelden unter  0171/ 3364125 bis um 12 Uhr. Die An- und Abreisezeiten mit der Waldbahn werden berücksichtigt. Hinfahrt ab Viechtach um 14.37 Uhr und ab Gotteszell um 14.39 Uhr. Die Wanderung wird von Matthias Rohrbacher von der Naturpark Umweltstation Viechtach geführt, der Wissenswertes erläutert zu Flussuferläufer und Flussperlmuschel, Flusswäldern und Flussverlauf, ehemaliger Holztrift und Goldwäscherei.
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Bayer. Eisenstein. Die Naturparkwelten können auf ihr fünfjähriges Bestehen zurückblicken. Gleichzeitig feiert der Naturpark zu diesem Anlass am Sonntag, 13. Oktober, ein Oktoberfest mit Vortrag, Führung, Schweinshax’n-Essen und musikalischer Umrahmung. Geöffnet ist von 9.30 bis 16.30 Uhr.
Von 10 bis 16 Uhr präsentiert die Philatelisten-Jugend Regen im Rahmen einer Zentralveranstaltung zum „Tag der Jungen Briefmarkenfreunde“ den Sonderstempel mit dem Motiv „Kleine Hufeisennase“, auch die tschechischen Briefmarkenfreunde aus Schüttenhofen sind zugegen. Das Sonderpostamt wird um 10 Uhr eröffnet, um 11 Uhr gibt es einen Vortrag von Hartwig Löfflmann, der auf die letzten 30 Jahre seit dem Fall des Eisernen Vorhangs zurück blickt. Um 14 Uhr kann man eine Führung durch die Naturparkwelten mitmachen, speziell zu den Themen „Grenze, Kalter Krieg und Fall des Eisernen Vorhanges“ und neuen Sonderausstellung „Bergrettung im Eisensteiner Tal. − löf


Bischofsmais. Hoch droben, auf 1000 Metern Meereshöhe, da zeugen einige freigelegte Fundamente noch heute vom Dorf Oberbreitenau, das im Jahr 1956 mit dem Auszug der letzten Bewohnerin ein Ende fand. Die Landwirtschaft war da längst aufgegeben, die großen Flächen wurden als Streuwiesen genutzt oder von Bischofsmaiser Landwirten beweidet. In den 60er Jahren schlief auch diese Bewirtschaftung ein – der Weg war zu weit, die nassen Wiesen konnten nicht maschinell bearbeitet werden.
Geblieben sind unter anderem zwei völlig verschiedene Biotope, die ohne menschliche Unterstützung der Gefahr von Verbuschung bis hin zur natürlichen Wiederbewaldung ausgesetzt waren. Die an diesen speziellen Lebensraum angepassten, ohnehin schon selten vorkommenden Tier- und Pflanzenarten, wären dann für immer verschwunden.
Beide Flächen sind Teil des Fauna-Flora-Habitat-Gebietes (FFH) „Deggendorfer Vorwald“. Bei dem westlich des Landshuter Hauses gelegenen, vier Hektar großen Areals , handelt es sich um einen großflächigen Flachmoor- und Übergangsmoorkomplex, wo u. a. seltene und gefährdete Arten wie Wollgras, Moosbeere, Fieberklee, Sonnentau und Orchideen wachsen, seltene Schmetterlinge und Heuschrecken leben.
Der Landkreis Regen war bemüht, dieses wertvolle Biotop zu erhalten, deshalb hat er es vorsorglich vom Grundstückseigentümer gepachtet. Mit dem Bayerischen Wald-Verein hat der Kreis einen Partner gefunden, dessen Mitglieder alljährlich an einem Herbstwochenende mit Hand- und Motorsensen, Rechen und Heugabeln ausrücken, um die Fläche zu mähen und erforderlichenfalls auch zu entbuschen.
Bei der Fläche unmittelbar oberhalb des Landshuter Hauses handelt es sich um eine Magerrasengesellschaft im Eigentum des Wald-Vereins und angrenzend der Bayerischen Staatsforsten. Hier geht es vor allem darum, durch Mahd und Entbuschung einen artenreichen Borstgrasrasen mit den darin gedeihenden Pflanzen wie z. B. Arnika und Wacholder zu erhalten.
Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Regen ist Auftraggeber der Aktion und finanziert diese Biotoppflege mit Mitteln des Bayerischen Umweltministeriums. Die Einsatzkräfte des Wald-Vereins werden fachlich begleitet vom Naturpark-Biologen Alois Hofmann. Unterstützt wird die Aktion personell wie materiell von der Gemeinde Bischofsmais. Der Bodenmaiser Staatsforstbetrieb gibt die Staatsforstfläche stets unbürokratisch zur Bearbeitung frei.
Die Wald-Vereins-Sektionen Bischofsmais und Deggendorf sorgen nun bereits seit mehr als zehn Jahren dafür, dass diese wertvollen Biotope gepflegt und damit wie Perlen in der Waldlandschaft erhalten bleiben.
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Bayer. Eisenstein. Am Sonntag, 13. Oktober, präsentiert der Landesring Bayern der Deutschen Philatelisten-Jugend von 10 bis 16 Uhr im Rahmen einer Veranstaltung zum „Tag der Jungen Briefmarkenfreunde“ den Sonderstempel „Kleine Hufeisennase“ im Europäischen Fledermauszentrum in den Naturparkwelten im Grenzbahnhof.
Die Deutsche Post ist mit einem Sonderpostamt vertreten, das die entsprechenden Sondermarken und philatelistischen Belege anbietet. Am und im historischen Grenzbahnhof wird grenzüberschreitend im Rahmen eines Oktoberfestes der Fall des „Eisernen Vorhangs“ vor 30 Jahren und das fünfjährige Bestehen der Naturparkwelten gefeiert. Vorträge und ein bayerisch-böhmischer Biergarten mit Blasmusik runden die Feierlichkeiten ab. Für alle Kinder und Jugendlichen gibt es eine große Schatzkiste mit vielen kostenlosen Briefmarken und ein Quiz mit tollen Preisen. Die Jungen Briefmarkenfreunde Regen und die Jugendabteilung des Philatelistischen Zirkels Sušice (Schüttenhofen) sind mit einem Info-Stand vertreten. Es gibt auch eine Ausstellung mit themabezogenen Jugend-Exponaten. − bbz


Bayer. Eisenstein. Am Tag der Deutschen Einheit hat der Naturpark Bayerischer Wald gemeinsam mit dem Kulturverein „Über d’ Grenz“ zu einer besonderen Filmvorführung zur deutsch-tschechischen Geschichte in den Grenzbahnhof eingeladen.
Nach der Begrüßung durch Hartwig Löfflmann vom Naturpark und Ivan Falta vom Kulturverein, freute sich der 85-jährige Emil Kintzl, dass so viele Interessierte seine Geschichten sehen und hören wollten. Wie bereits bei den vorausgegangenen Filmvorführungen, war das Naturpark-Wirtshaus wieder bis auf den letzten Platz gefüllt. Diesmal waren erfreulicherweise auch sehr viele tschechische Gäste, die beispielsweise extra aus Brünn angereist waren, erschienen. Anwesend war auch der Regisseur Jan Fischer, der die Entstehungsgeschichte der Filmreihe „Verschwundener Böhmerwald“ kurz vorstellte. Unterstützt wurden die Referenten durch Magdalena Proft und Johannes Matt als Dolmetscher.
Gezeigt wurden diesmal neue Episoden, wie beispielsweise „Messerschmidt in der Hölle“ über den Absturz eines Messerschmidt-Flugzeuges im Jahr 1944. Der Pilot konnte sich per Fallschirm retten. 55 Jahre später wurde die Absturzstelle gefunden und der Pilot konnte sich mit seiner Geschichte aussöhnen. Im Höllental bei Hartmanitz hat sich eine weitere dunkle Geschichte zugetragen. Am 14. November 1943 wurde Miloslav Říha, ein antifaschistischer Untergrundkämpfer, von der Gestapo tödlich angeschossen.
Ins Höllental führte am darauf folgenden Sonntag eine grenzüberschreitende Tour des Naturparks. So nahmen einige Gäste der Filmvorführung sogleich an der Wanderung teil, welche von Johannes Matt geleitet wurde. Dabei wurden auch weitere Schauplätze, wie die Sterzmühle und die Synagoge in Hartmanitz, besucht.
Weitere Episoden erzählten vom „Geheimnis des weißen Hirsches“, vom „Denunzianten aus Karlhof“, dem „Massaker bei Gruberg“ oder von der „Letzten Holztrift“. Faszinierend an den Filmen und Erläuterungen dazu war auch diesmal wieder der direkte Bezug zu den Menschen von diesen Orten und deren Schicksale, die Kintzl teils aus persönlicher Kenntnis mit viel Empathie, aber auch Humor nachzeichnete.
Der zweite Band „Verschwundener Böhmerwald“ ist in Druck und wird im Frühjahr 2020 auch in deutscher Sprache erscheinen. Bis dahin wird es bestimmt eine weitere Filmvorführung geben. Am Ende sprach Emil Kintzl die Einladung aus, sich selbst auf den Weg zu machen und die besonderen Orte und verschwundenen Dörfer zu besuchen. Er freue sich sehr über die heutigen guten nachbarschaftlichen Freundschaften und auf ein Wiedersehen im Böhmerwald.
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Viechtach. „Klimafreundlichen Photovoltaik-Strom gewinnbringend nutzen – mögliche Konzepte für Eigenverbrauch“ – so lautet der Titel eines Vortrags der Naturpark-Umweltstation Viechtach und des Agenda-Arbeitskreises Energie und Verkehr im Rahmen des Klimanetzwerkes am Donnerstag, 10. Oktober, ab 19.30 Uhr im Alten Rathaus in Viechtach. Der Eintritt ist frei.Referent ist Clemens Garnhartner, Umweltingenieur vom Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe in Straubing. Er ist bei bei C.A.R.M.E.N. e.V. in den Bereichen Solarenergie und Energiespeicher tätig. „Seit dem Jahr 2000 gab es in Bayern einen starken Zubau an Photovoltaik-Anlagen. Die ersten Anlagen fallen somit ab dem Jahr 2021 aus der EEG-Vergütung. Da Photovoltaik-Anlagen im Normalfall weit über 20 Jahre Strom erzeugen können, ist eine Weiternutzung der Anlagen naheliegend“, berichtet der Experte. Sein Vortrag gibt zuerst einen Einblick auf die aktuelle wirtschaftliche Situation von neuen Photovoltaik-Anlagen.
Es werden bestehende Solarstromkonzepte und neue potenzielle Einsatzmöglichkeiten nach der 20-jährigen EEG-Einspeisevergütung besprochen. Dabei geht es insbesondere um die schrittweise Erhöhung des Eigenverbrauchsanteils – die simpelste Möglichkeit der Solarstromnutzung – unter anderem mit Batteriespeichern, Wärmepumpen oder der Kombination mit Elektroautos. Aber auch Themen wie Wartung und Pflege von Solarstromanlagen werden erläutert.
Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Stadtplatz ist nur etwa 300 Meter vom Viechtacher Bahnhof entfernt und bei Anreise mit der Bahn um 19.22 Uhr rechtzeitig zu erreichen. − vbb


Bayer. Eisenstein. Unter dem Motto „Grenzenlos.Natur.Erleben.“ hat die Umweltstation Bayerisch Eisenstein zuletzt immer am ersten Sonntag im Monat geführte Wanderungen rund um Bayerisch Eisenstein angeboten. Bei diesen grenzüberschreitenden Naturpark-Grenzgängen stehen die einzigartige Natur und die wechselvolle Geschichte beiderseits der Grenze im Mittelpunkt. Beim nächsten und letzten Termin für dieses Jahr am 6. Oktober wird eine Wanderung durch das Landschaftsschutzgebiet Šumava durchgeführt.
Vorbei an Alleebäumen, die noch von der Zeit des alten Böhmerwaldes zeugen, wandern die Teilnehmer zur barocken Sterzmühle aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Durch das abgelegene Teufelstal, das mit Grauerlenwäldern und Kalkgestein überrascht, geht es entlang der Wolschowka, auch Forellenbach genannt, zum Örtchen Hartmanice. Dort weist die Synagoge auf das ehemals reiche jüdische Leben in dieser Region hin.
Geleitet wird die Wanderung von Johannes Matt vom Naturpark Bayerischer Wald. Die Wegstrecke beträgt etwa zwölf Kilometer mit 400 Höhenmetern im Anstieg und setzt eine gewisse Grundkondition voraus. Die Führung dauert ungefähr sechs Stunden.
Neben geeignetem Schuhwerk, entsprechender Kleidung sowie einer Brotzeit ist ein Ausweis erforderlich. Zu dieser Führung sind alle Interessierten eingeladen. Treffpunkt ist um 9.15 Uhr an der Infotheke in der Eingangshalle des Grenzbahnhofs Bayerisch Eisenstein. Die Teilnehmer sollten pünktlich sein, da direkt der Anschlussbus in Tschechien erreicht werden muss.
Die Rückfahrt erfolgt von Hartmanice mit dem tschechischen Linienbus. Um 15.45 Uhr wird der Ausgangspunkt am Grenzbahnhof Eisenstein erreicht, wo die Möglichkeit zur Einkehr im historischen Wartesaal 1. Klasse besteht. Die Führung ist kostenlos, für die Busfahrten fallen Kosten von etwa 100 Kronen an; sie können beim Wanderbegleiter umgetauscht werden. Die Anfahrt ist mit der Waldbahn möglich. Eine Anmeldung zur Wanderung ist bis Freitag beim Naturpark unter Tel. 09925-90 24 30 nötig.− bbz


Regen. Aktive der Kreisgruppe im Landesbund für Vogelschutz (LBV) kümmern sich seit vielen Jahren mit der Bezirksgeschäftsstelle des LBV um Ersatzquartiere für Fledermäuse im Landkreis Regen. Neben Holzkästen im Wald sind an Gebäuden große Flachkästen als Unterschlupf für die geschützten Säugetiere angebracht.
„Die meisten unserer Kästen sind selbstreinigend,“ erzählt Rosmarie Wagenstaller, die sich seit vielen Jahren im Fledermausschutz engagiert. Trotzdem besuchen die Ehrenamtlichen vom LBV die Standorte regelmäßig. Bei dieser Gelegenheit wird nicht nur erfasst, ob die Quartiere noch in Ordnung sind. Wenn ein Tier im Kasten angetroffen wird, sammeln die Betreuer vom LBV wichtige Daten über die Verbreitung der geschützten Arten. Diese Informationen werden zur zentralen Erfassung an das Landesamt für Umwelt weitergeleitet.
Heuer standen zwei Projekte auf dem Plan: Als erstes wurden die Kästen am Weißensteiner Pfahl repariert. Hier haben in den letzten Jahren Spechte großen Schaden angerichtet und die Käsen durchlöchert. „Aber Fledermäuse mögen keine Zugluft. Die zusätzliche Öffnung des Spechtlochs stört sie deshalb erheblich,“ erklärt Ruth Waas, Biologin beim LBV.
Karl Pscheidl von der LBV Kreisgruppe hat Bleche organisiert und gemeinsam mit einigen Helfern über die löchrigen Kästen geschraubt. Sollten die reparierten Kästen jetzt wieder interessant für Fledermäuse sein, wollen die Aktiven auch die beschädigten Kästen am Moosbacher Pfahl in Stand setzen.
Das zweite Projekt war die Kontrolle großer Flachkästen, die über den ganzen Landkreis verteilt an Gebäuden befestigt sind. „Diese Holzkästen sind sehr hoch angebracht, eng und nicht zu öffnen. Man sieht auch mit einer Taschenlampe im Kasten kaum etwas,“ berichtet Rosmarie Wagenstaller. Bei der Kontrolle kommt deshalb ein Endoskop zum Einsatz, wie es Heimwerker bei der Inspektion verstopfter Abflussrohre verwenden. Zusätzlich verraten Kotleisten, ob die Kästen genutzt werden, auch wenn gerade kein Tier im Kasten zu sehen ist. Das Endoskop ist auch deshalb sehr praktisch, weil die Tiere fotografiert und von der Fledermausexpertin des Naturparkes Bayerischer Wald, Susanne Morgenroth näher bestimmt werden können. Gefördert wird das Engagement des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) über den Naturpark Bayerischer Wald von der Regierung von Niederbayern aus Mitteln des Freistaates Bayern.