PM 19/2021: Wandertipp der Woche

Langdorf. Leichte Wanderung ins idyllische Brandten und zum Schwellweiher.

Diese Woche machen wir einen kleinen Ausflug in die Umgebung um Brandten. Die Rundwanderung ist neun Kilometer lang und dauert mit nur 80 Höhenmetern circa drei Stunden. Startpunkt ist die Waldbahnhaltestelle bei Langdorf (Nebelberg), die man im Stundentakt mit dem Zug von Bodenmais oder Zwiesel erreichen kann. Dort kann auch auf dem P&R Parkplatz geparkt werden. Bis 29.06.21 läuft leider noch der Schienenersatzverkehr.

Vom Bahnhaltepunkt wandern wir nach links in Richtung Nordwesten nach Brandten. Der Wanderweg verläuft auf der Straße bis Brandten erreicht wird. Auf dem Weg begegnet uns auf einer Wiese der rosafarbene Schlangenknöterich, der im Volksmund in Anlehnung an sein Aussehen auch „Zahnbürsterl“ genannt. Bei diesem feuchtezeigenden Knöterich handelt es sich um eine wichtige Futterpflanze für die Raupen des Randring-Perlmuttfalters. Wer also bei sich zuhause im Garten oder auf eigenen Wiesen das Zahnbürsterl stehen hat, sollte den jeweiligen Bereich nur sehr selten mähen – am besten nur alle paar Jahre zur Offenhaltung der Fläche - um den seltenen Edelfalter zu schützen.

In der Mitte des Dorfes Brandten bei der Wanderkarte angekommen, zweigt links ein Weg zum Schwellweiher ab. Auf den Wiesen rund um Brandten vollführen die Rauchschwalben ihre Flugkunststücke. Bald führt der Weg in den Wald, wo man die Schwellweiher-Runde in beide Richtungen beginnen kann. Geht man nach rechts, findet man sich in einem schönen Mischwald mit dichtem Heidelbeerbewuchs wieder. Überall gibt es derzeit neues Leben. Nicht nur neue Triebe schießen hervor, wer im Wald leise ist, kann mit etwas Glück auch jungen Feldhasen und Rehkitzen begegnen. Nach etwa 1,5 Stunden erreicht man den Weiher, der idyllisch in einer Lichtung liegt. Nach einer Pause bietet sich die Option, einen kurzen oder einen etwas längeren Rückweg über Waldmann einzuschlagen. Die kurze Version führt am Rothbach entlang zurück nach Brandten. Von dort aus geht es auf dem gleichen Weg zurück zum Ausgangspunkt.

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Hinweis: Die Wanderwegs-Nummerierung hat sich bei Langdorf geändert. Brandten und der Schwellweiher sind aber namentlich ausgeschildert und leicht zu finden.


PM 18/2021: Chance der Holunderorchis auf eine Rückkehr in den Landkreis Regen

Kollnburg. Mit dem Ziel, die Chancen für eine Rückkehr des Holunderknabenkrautes auf artenreichen Bergwiesen im Landkreis Regen auszuloten, haben sich Mitarbeiter des Naturparks Bayerischer Wald mit Ernst Obermeier, dem Beauftragten zum Schutz der Art, in der Gemeinde Kollnburg getroffen.

Der Reichtum an Arten auf den steilen, meist schwer zugänglichen Wiesen an den Nordhängen der Vorwaldberge ist enorm. Wo einst auch die stark gefährdete Holunderorchis vorkam, sind heute immer noch verschiedene, teils selten Arten anzutreffen. Sie alle eint der Bedarf einer düngerlosen Bewirtschaftung mit spätem Schnittzeitpunkt. Dadurch kann der aktuelle Bestand an Arten auf vielen wertvollen Flächen gesichert werden.

Viele dieser Flächen sind im bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm oder werden durch gezielte Landschaftspflegemaßnahmen entwickelt. Dies finanziert sich v.a. mit der Naturparkförderung aus dem LNPR - Förderprogramm des Bayer. Umweltministerium.  Eigentümer, Landwirte, der Landkreis Regen und der Naturpark Bayerischer Wald sind hier gemeinsam tätig. Matthias Rohrbacher, Projektbetreuer Landschaftspflege vom Naturpark, organsiert die Pflege dieser wertvollen Bergwiesen: „Mit der guten Zusammenarbeit von allen Beteiligten haben wir bereits vieles für die Flora und Fauna erreicht.“

Die letzten Vorkommen des Holunderknabenkrauts beschränken sich im Naturpark Bayerischer Wald auf wenige, teilweise isolierte Vorkommen in den Landkreisen Deggendorf und Straubing. Auf Flächen im Landkreis Regen auf denen diese Art einst vorkam, ist sie durch fehlende oder nicht angepasste Bewirtschaftung bereits seit Jahrzehnten verschwunden. Die im Volksmund auf Grund der roten und hellgelben Blütenvarianten als Adam und Eva bezeichnete Orchidee,  hat im Vorderen Bayerischen Wald einen ihrer letzten Verbreitungsschwerpunkte in Bayern.

Mit Ernst Obermeier vom Büro FNL wurden nun ehemalige Wuchsorte in der Gemeinde Kollnburg besichtigt und die grundsätzliche Geeignetheit der Flächen besprochen. Der Experte ist im Einsatz für das Holunderknabenkraut unterwegs, um Flächen zu beurteilen, notwendige Pflegeeingriffe festzulegen und Hilfsmaßnahmen umzusetzen. Viele der in Frage kommenden Flächen wurden bereits in den letzten Jahren durch Beseitigung von beschattenden Bäumen und Nährstoffentzug optimiert. Der dadurch erreichte Zustand weist laut dem Experten bereits für die Holunderorchis grundsätzlich geeignete Standorteigenschaften auf. Trotzdem bedarf es weiterer Pflegemaßnahmen um die Flächen wieder zu einem idealen Wuchsort zu entwickeln. Alle Anwesenden blicken positiv in die Zukunft und schließen eine baldige Rückkehr der seltenen Orchideenarten nicht aus.


PM 17/2021: Wandertipp der Woche

Bodenmais/Drachselsried.

Glatt geschliffene Steine im Bachbett, eine kleine tief eingeschnittene Schlucht und wildes Wasser. In den Wäldern rund um Bodenmais und Drachselsried findet sich neben der bekannten Rißlochschlucht eine weitere Stelle mit „Wildem Wasser“: der Hochfall. Neben der Ursprünglichkeit der umgebenden Wälder, mit seiner Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten, ist es vor allem die formende Kraft des Wassers, die Wandernde hier beeindruckt.

Diese Woche führt der Naturpark-Wandertipp der Woche zum Hochfall, dem zweithöchsten Wasserfall des Bayerischen Waldes. Die Wanderung beginnt nicht wie üblich in Bodenmais, sondern am Hotel Riedelberg. Zunächst folgen wir der Markierung Rote 8 bergan. Süßlicher Duft verrät uns, dass hier Douglasien wachsen. Zwischendurch erhaschen wir einen Ausblick ins Zellertal und zur Burgruine Neunußberg. Oben auf der Scharebenstraße angekommen, queren wir diese und folgen ihr parallel auf dem Wanderweg. Nach einem leichten Abstieg überqueren wir den Moosbach, der sein Quellgebiet zwischen dem Kleinen Arber und dem Enzian auf einer Meereshöhe von etwa 1160 m hat. Von links fließen ihm das Dürrböbrachbachl und der Forellenbach zu, bevor er den imposanten Hochfall bildet. Diesen erreichen wir, indem wir rechts in den Wanderweg Rote 3 einbiegen und absteigen. Das Tosen des Wassers ist immer lauter zu vernehmen bis wir den Wasserfall erreichen.

Mit seinen sieben bis acht Metern ist der Hochfall zwar deutlich kleiner als sein großer Bruder im benachbartem Rißloch, aber er gehört zweifelsfrei zu den schönsten Flecken rund um Bodenmais und Drachselsried. Das Wasser stürzt in die Tiefe in ein fast kreisrundes Wasserbecken, in eine sogenannte „Gumpe“. Über viele, viele Jahre, ja wahrscheinlich Jahrtausende hat sich hier das Wasser in den harten Gneis hinein gemeißelt und wannenartige Rinnen so herausgeschliffen, dass die streifenartige Anordnung der Gesteinsminerale besonders deutlich wird. Die wunderschönen Schichtungen der Arbergneise kommen zur vollen Geltung. Dann fließt er unter der Holzbrücke durch um abermals ein paar Meter in die Tiefe zu stürzen.

Im Jahr 1965 wurde dieser Bereich entlang des Moosbaches zum Naturdenkmal durch das Landratsamt Regen erklärt. Das flächenhafte Naturdenkmal ist 2,82 Hektar groß und umfasst naturnahe Waldbereiche mit Schluchtwaldcharakter. Wenn es richtig stark geregnet hat und feucht ist, kann es gut sein, dass ein schwarz-gelber Lurch Ihren Wanderweg kreuzt. Dann aufgemerkt, denn nicht nur weil der Feuersalamander leicht giftige Hautsekrete absondern kann, sondern weil er inzwischen „besonders geschützt“ ist. Zahlreiche Farne, Flechten und Moose besiedeln die feuchten Felsen. Hier findet sich auch der Rippenfarn (Blechnum spicant), der auch Kraftfarn genannt wird. Dieser zeichnet sich durch zwei unterschiedliche Formen der Farnwedel aus. Die sporenlosen Wedel, an der Unterseite glatt, werden 15 bis 50 cm lang. Sie überdauern den Winter oft wintergrün als am Boden liegende Rosette. Die sporentragenden Wedel entstehen meist im Zentrum der Rosette und besitzen sehr schmale, rippenähnliche Fiederblätter. Die Sporen sind auf der Unterseite braun und in Zweierreihen zu erkennen. Achten Sie mal bei Ihrer Wanderung auf diese Unterschiede.

Vom Hochfall wandern wir zunächst kurz ansteigend, dann wieder absteigend auf dem Wanderweg Rote 3 weiter bis wir wieder die Rote 8 erreichen. Dieser Markierung folgen wir durch dichte Fichtenwälder wieder zurück bis zum Ausgangspunkt. Wer aufmerksam durch die Wälder beim Hochfall streift, der wird neben einigen Ausblicken auch Ruhe und Stille finden. Auf jeden Fall wird Ihnen der Wechsel zwischen dem rauschenden Moosbach und der Ruhe im Wald, wie auch das „Waldbad“ während Ihrer Wanderung guttun. Insgesamt ist die Runde etwa 6,7 km lang und es sind im Auf- und Abstieg jeweils 250 Höhenmeter zu bewältigen.


Wandertipp der Woche:

PM 16/2021: Wandertipp der Woche

Perasdorf. Es müssen nicht immer die bekannten, hohen Gipfel sein, auch die lieblichen Täler des Vorwaldes bieten für Wandernde ruhige Wege mit faszinierenden Naturerlebnissen. Diese Woche führt der Naturpark-Wandertipp der Woche durch das Gebiet der Gemeinden Perasdorf und Neukirchen. Die circa zehneinhalb Kilometer lange Runde startet an der Pfarrkirche St. Laurentius in der Ortsmitte von Perasdorf und führt durch das Tal des kühlen, rauschenden Bogenbachs. Dabei verläuft der Weg über die Ortschaften Ober- und Untermühlbach, bevor er schließlich wieder zurück zum Ausgangspunkt führt. Auf dem mittelschweren Rundweg werden in circa drei Stunden Gehzeit Anstiege von etwa 280 Höhenmetern absolviert.

Zunächst führt der Weg auf der ruhigen Nebenstraße, dem mit der blauen Raute markierten Baierweg folgend, bis Hintersollach. Auf diesem Abschnitt ergeben sich bereits beeindruckende Blicke in die Donauebene, bei passender Wetterlage sogar bis zu den Alpen. Nach dem Gasthaus Steininger verläuft der Wanderweg links entlang einer Gehölzgruppe. Wird der Rundweg gegen den Uhrzeigersinn absolviert, wie hier beschrieben, biegt der Weg kurz darauf rechts auf schmalem Pfad durch die Gehölzgruppe ab und kreuzt die Straße nach Obermühlbach.

Danach folgt man weiter der Markierung des Baierwegs in Richtung Oberrottensdorf. Nach kurzem durchquert der Wanderweg bereits das Tal des kühlen und klaren Bogenbachs, an dessen Ufern sich aktuell eindrucksvoll die gelben Blüten der Sumpfdotterblume zeigen. Nach Überschreiten des Baches, führt der Weg auf einer geteerten Straße steil den Hang hinauf mit weiten Blicken über das Bogenbachtal. Nach einem einzelnen Gehöft, oberhalb von Oberrottensdorf, zweigt der Rundweg stark links ab und folgt nun der roten Markierung Nummer 19. Zunächst auf schmalen Pfaden, dann auf breiteren Forstwegen geht es durch abwechslungsreiche Wälder hinunter bis Obermühlbach. Nach Verlassen des Waldes ergeben sich herrliche Blicke auf die verstreuten Gehöfte am Buchaberg und Schellenberg.

Nach Erreichen der Ortschaft Obermühlbach folgt die vorgeschlagene Runde der roten Markierung Nummer 18 nach Untermühlbach. Hier bietet sich jedoch auch die Möglichkeit bereits den Rückweg nach der Überquerung des Bogenbachs auf dem Weg E8, dem grünen Dreieck folgend, anzutreten. Damit wird die Länge der Runde etwa halbiert.

Der Weg Richtung Untermühlbach führt zunächst auf der ruhigen Nebenstraße bis Radmoos. Dort führt er nach links über einen Feldweg wieder hinunter an den Bogenbach. Nach Überquerung des Bogenbachs bei der Anger-Mühle mit dem historischen Wasserrad, zweigt der Rundweg links ab und führt auf einer geteerten Straße zurück bis Obermühlbach. Begleitet wird dieser Abschnitt von einzelnen Anwesen mit regionaltypischen, alten Streuobstbeständen die aktuell in voller Blütenpracht zu bewundern sind.

Kurz vor Erreichen des Bogenbachs bei Obermühlbach, zweigt die Runde nach einer Maschinenhalle stark rechts ab und führt kurz etwas steiler bergauf. Vorbei an einer beeindruckenden Buche mit Spechthöhlen und Pilzkonsolen, folgt man bis Hintersollach der Markierung grünes Dreieck. Dabei geht es auf Forstwegen und schmalen Pfaden durch kühle, lichte Wälder. Am Gasthaus Steininger angekommen, gelangt man schließlich auf gleichem Weg zurück zum Ausgangspunkt.


PM 15/2021: Mitarbeiterwechsel beim Naturpark in der Geschäftsstelle Zwiesel

Seit über 30 Jahren ist Elfriede Dirmeyer der nicht weg zu denkende, ruhende Pol in der Naturparkgeschäftsstelle. Mit dem 01.05.2021 hat sie sich nun in den Ruhestand verabschiedet. Begonnen hat sie bereits im Jahr 1990, damals noch in den Räumen in Theresienthal. Über 31 Jahre hinweg kümmerte sie sich um Buchhaltung, Mitgliederverwaltung und Sekretariats-Angelegenheiten sowie um Förderabwicklung des vier Landkreise umfassenden Naturparkvereins, der von Wiesenfelden bis zum Dreiländereck und hinunter bis an die Donau reicht.

Seit 01. Januar 1997, also die letzten 24 Jahre, war sie vom Vorstand zur Schatzmeisterin bestellt worden und hatte die Aufgabe, jährlich an die 2.000 Buchungen für einen Millionenetat abzuwickeln.

Den Mitarbeitern der 89 Mitgliedsgemeinden ist sie als die „Nachmittagskraft“ bekannt, die immer zwischen 12:00 und 16:00 Uhr erreichbar war. Heinrich Schmidt bedankte sich ganz herzlich für das Jahrzehnte lange Engagement mit einem Präsent und wünschte eine schöne Zeit im Ruhestand, der nun mehr Zeit für die bisher auch schon gern getätigten Reisen lässt.

Gleichzeitig wünschte Heinrich Schmidt der vom Vorstand neu bestellen Schatzmeisterin Christiane Kuchler alles Gute in ihrem neuen Aufgabenbereich. Sie wird künftig ganztags im Naturpark anzutreffen sein, nachdem sie seit August 2007 bereits halbtags in der Geschäftsstelle im Bereich der Lohnbuchhaltung, bei Bestellungen und ebenso in der Förderabwicklung tätig war und damit bestens eingearbeitet ist.

Leider musste auf die eigentlich vorgesehenen Abschiedsfeierlichkeiten verzichtet werden.

Bild:

Naturparkvorsitzender Heinrich Schmidt (re), überreicht ein Abschiedsgeschenk an Elfriede Dirmeyer (mitte), Christiane Kuchler (li) übernimmt künftig auch das Amt der Schatzmeisterin


PM 14/2021: Wandertipp der Woche

Waldkirchen. Der Naturpark-Wandertipp der Woche führt in die Saußbachklamm nach Waldkirchen. Ein Geheimtipp ist die weithin bekannte Klamm sicher nicht. Dennoch empfehlen wir einen Besuch in der Saußbachklamm ganz besonders in diesen Tagen. Sie bietet im Frühling einfach ein zauberhaftes Naturschauspiel.

Es warten Licht-Schattenspiele durch die gerade austreibenden Buchenblätter, die die Besucherinnen und Besucher den Frühling nun richtig spüren lassen. Die Gebirgsstelzen tanzen durch die Felsen auf der Suche nach Wasserinsekten. Wasseramseln saußen mit ihren blechernen „zrik“-Rufen durch die Klamm. Am Bachrand blühen Sumpfdotterblumen im intensivsten gelb. Und nur noch wenige Tage können die wunderschönen lila Glöckchen der in Bayern besonders geschützten Wald-Soldanellen bestaunt werden. Diese besondere Art kann man zwar mehr oder weniger im ganzen Bayerischen Wald in feuchten Fichtenwäldern finden, dennoch ist sie nicht häufig und eben bald auch schon wieder verblüht.

Ausgangspunkt der Saußbachklamm-Entdeckungsreise kann entweder die Saußmühle oder der Naturpark-Pavillon östlich der Klamm bei Fischerhäusl sein. Von dort kann man entscheiden, ob man die 1,5 Kilometer von der Mühle bis zum Wehr hin oder zurück geht oder am Kanal, dem ehemaligen Marktbachgraben, entlang zurück geht. Beschildert ist diese Route als Wanderweg 1. Normalerweise ist es ja nicht so spannend den gleichen Weg, den man gekommen ist, wieder zurück zu laufen. Im Fall der Saußbachklamm ist das aber anders. Die Perspektiven von hoch und runter sind jeweils so unterschiedlich, dass es einem garantiert nicht langweilig wird.

Die Saußbachklamm ist übrigens eines der ältesten Naturschutzgebiete Bayerns. Seit 1939 ist man dazu angehalten, besonders sensibel mit der dortigen Natur umzugehen.


PM 13/2021: Wandertipp der Woche

Lalling. Langsam aber sicher verwandelt sich der Lallinger Winkel in ein Blütenmeer. Also allerhöchste Zeit die Wanderschuhe zu schnüren und diese Ecke des Bayerischen Waldes zu erkunden! Zum Beispiel auf dem ca. 7,5 Kilometer langen Steinbruchsteig (Nr. 3). Der gut ausgeschilderte Rundweg startet am Feng-Shui-Kurpark in Lalling.

Der Frühling liegt in der Luft, lässt sich beinahe schon schmecken. Auf der kleinen Wanderung wird man von duftenden (Obst-)Blüten und gluckernden Bächen begleitet. Für die ganz Mutigen ist auch schon das Wasser im Kneippbecken der Gemeinde Lalling aufgefüllt. Wer es lieber etwas gemütlicher hat, lässt seinen Blick über sonnige Waldhänge schweifen. Schmecken, Hören, Riechen, Sehen, Fühlen – keiner unserer Sinne kommt zu kurz. Aber wie ist das eigentlich mit den Pflanzen?

Ja, auch Pflanzen nehmen Reize aus ihrer Umgebung wahr. Denkt doch mal an die Mimose, die sich bei Berührung zusammenzieht. Und nicht nur das, Pflanzen können auch mit ihrer Umwelt interagieren. So sind mittlerweile einige Pflanzenarten bekannt, die bei Parasitenbefall einen Lockstoff produzieren, der wiederum den Fressfeind des Parasiten anlockt. Das vermutlich bekannteste Beispiel ist der Wilde Tabak, der bei einem Befall durch den Tabakschwärmer Duftstoffe produziert, die wiederum Raubwanzen anlocken. Diese „Auftragsmörder“ fressen wiederum die Raupen des Tabakschwärmers. Und da gibt es auch noch die „hörenden Erbsen“. Spaß bei Seite: der Wissenschaftlerin Monica Gagliano von der University of Western Australia ist es tatsächlich gelungen nachzuweisen, dass Erbsenkeimlinge auf das Geräusch von fließendem Wasser reagieren, indem ihre Wurzeln in dessen Richtung wachsen.

Also in diesem Sinne unterschätzt unsere grünen Mitbewohner nicht! Viel Spaß bei der Frühlingswanderung, und vielleicht schauen Sie die Pflanzen am Wegrand nun mit etwas anderen Augen an! Übrigens: Auch auf Facebook und Instagram können Sie unsere Wandertipps verfolgen. Dort finden Sie weitere Impressionen der Wanderung und einen kleinen Kartenausschnitt.  


PM 12/2021: Wandertipp der Woche

Zachenberg.

Der Steinbruch einsam
Am moosgrünen Berg eine
Verwunschene Welt.

Mit diesem Haiku lässt sich der Steinbruchweg der Gemeinde Zachenberg gut beschreiben. Der 6,5 Kilometer lange Weg (mit Aussichtspunkten etwa 8 Kilometer) mit ungefähr 300 Höhenmetern führt durch einen mystischen Wald mit moosbewachsenen Felsen zu verlassenen Steinbrüchen. Beim Gasthaus Egginger (Talstraße 25, 94239 Zachenberg) im kleinen Dorf Auerbach angekommen, führt der Themenweg auf der Straße immer geradeaus, bis er nach links in den Wald abbiegt. Sogleich geht es bergauf durch den Fichtenwald. Die anfängliche Monokultur weicht nach und nach einem vielfältigen Bergmischwald. Bald erreicht man den ersten Steinbruch, den Vogl Bruch. Ein bezeichnender Name - im dichten Wald hört man Buchfinken, Tannenmeisen und den Zilpzalp um die Wette rufen. Nun führt der Weg mal steil bergauf, mal leicht bergab an Steinbrüchen und einer Lichtung vorbei bis die Muschenrieder Kapelle erreicht wird. Die steinerne Kapelle mit dem eisernen Kreuz ist ein faszinierender Anblick.

Im Anschluss geht es mit dem Steinbruchweg bergab, bis man auf eine Forststraße trifft. Von der fehlenden Markierung nicht irritieren lassen und bei der kommenden Kreuzung den Weg nach rechts einschlagen. Bald schon geht’s auf einen kleinen Pfad nach links zu drei weiteren Steinbrüchen – den Hartl Bruch, Rosenlehner Bruch und Wagner Bruch. Verlassene Steinbrüche wie diese dienen mittlerweile einigen bedrohten Tier- und Pflanzenarten als Lebensraum. So sind die Felswände gute Brutplätze für Uhu, Wander- und Turmfalke. Die Abraumhalden der Steinbruchsohle dagegen bieten ideale Standortbedingungen für Pionierpflanzen und in den Spalten verstecken sich Reptilien wie die Zauneidechse. Auch gibt es in der Sohle oft nährstoffarme Stillgewässer, in denen sich diverse Amphibien- und Libellenarten wohlfühlen.

Unweit von den Steinbrüchen befindet sich ein schöner Rastplatz mit einem Tisch und toller Aussicht, auf dem sich wiederum vom Hunger bedrohte Wanderer wohlfühlen werden. Nach der Pause zurück auf dem Weg erreicht man schnell einen Parkplatz. Von dort aus den Forstweg nach links nehmen, der an einem kleinen Bach vorbei schließlich zurück nach Auerbach führt. Am Wegesrand kann man hierbei einige Frühblüher wie Huflattich, Buschwindröschen, wechselblättriges Milzkraut und am Bachlauf Weiße Pestwurz sowie Sumpfdotterblumen ausmachen, an denen sich die Insekten erfreuen.

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PM 11/2021: Wandertipp der Woche

Bodenmais. Diese Woche führt der Naturpark-Wandertipp der Woche in das bekannte Bodenmais zur etwas versteckten Gottesgab. Der Silberberg ist das Wahrzeichen von Bodenmais. Der markante Felsgipfel, wegen seines Doppelgipfels auch „Bischofshaube“ genannt, thront gleichsam über dem Markt, der sich zu seinen Füßen hin ausbreitet. Die Geschichte von Bodenmais ist untrennbar mit der Geschichte des Bergbaus am Silberberg verbunden. In den über 20 Kilometer langen Stollengängen, beherbergt er über 60 verschiedene Mineralien. Und noch etwas verbirgt der Silberberg ganz tief in seinen Stollen: Fledermäuse, die hier eines der größten Winterquartiere Mitteleuropas haben.

Mit 18 verschiedenen Fledermausarten gehört der Silberberg zu den artenreichsten Gebieten im gesamten Bayerischen Wald. Er ist ein wichtiges Balzgebiet und auch Winterquartier. Da es im Bayerischen Wald kaum natürliche Höhlen gibt, werden hauptsächlich aufgelassene Bergwerkstollen von den Fledermäusen für ihren Winterschlaf genutzt. Die Winterquartiere müssen feucht und kühl, aber frostfrei sein. Während des Winterschlafs sind alle Körperfunktionen der Fledermäuse auf ein Minimum reduziert und der Energieverbrauch äußerst gering. Beispielsweise benötigen sie dann nur einen Atemzug pro 90 Minuten. Diese noch mehr spannende Informationen über Fledermäuse lassen sich entlang des kleinen Fledermaus-Lehrpfad des Naturparks Bayerischer Wald rund um den Silberberg erfahren.

Wir starten die Wanderung an der Talstation des Silberbergs und folgen zunächst der steilen Teerstraße zur Mittelstation. An dieser wählen wir nicht den direkten Aufstieg zum Silberberg, sondern gehen daran vorbei. Hier war einmal der sogenannte Bremsberg. Mit etwas Klettergeschick und Furchtlosigkeit kann man ein paar Meter in den Stollen „Hochort- ausgebranntes Ort“ hineinklettern, aber Vorsicht ist dabei geboten. Wir setzen unseren Weg auf einem Kiesweg fort und biegen erst beim zweiten Abzweig nach links in den bequemen Weg auf den Silberberg. Dieser führt uns zu einer Stelle mit viel roter Erde, die uns das Eisenerz anzeigt. Hier gibt es wieder für mutige einen kleinen, versteckten Durchschlupf, wo vielleicht Eiskristalle einem noch in Winterwelt verzaubern. Oder man wählt alternativ den kurzen steilen Anstieg, der zur Gottesgab ausgeschildert ist. Hier beim größten Übertageabbau lädt ein Aussichtssteg zum Besuch ein. Dieser wurde in Zusammenarbeit von Markt Bodenmais und Naturpark Bayerischer Wald vor Kurzem erneuert und bietet einen beeindruckenden Einblick in die Gottesgab. Das Farbenspiel aus blauen, gelben, weißen, brauen und roten Farben ist besonders eindrucksvoll. Im Bereich der Gottesgabe gibt es zudem Wissenswertes zum Monitoring am Silberberg und ein paar Rätselfragen zur Franzi Fledermaus.

Wir steigen die paar Meter wieder zurück und folgen wieder dem Wanderweg Nummer 1 der nochmals etwas nach Norden ausholt und dann zum Gipfel des Silberbergs führt. Vom Gipfel können wir einen tollen Rundumblick auf Bodenmais, Kronberg und Harlachberg, das Arbermassiv und bis zum Rachel genießen. Unmittelbar unterhalb des Silberberggipfels informieren drei größere Infotafeln über das Gebiet, das Bergwerk und die Fledermäuse. Für den kurzen Abstieg nehmen wir wieder den Wanderweg Nummer 1, gehen oberhalb der Skipiste in den Wald, halten uns links bergab und folgen dem Wanderweg Nummer 10 bevor wir wieder die Talstation erreichen. Insgesamt ist die Runde etwa 3 km kurz und es sind im Auf- und Abstieg jeweils 200 Höhenmeter zu bewältigen.


PM 10/2021: Wandertipp der Woche

Zenting. Heute führt der Naturpark-Wandertipp nach Ranfels. Dessen gleichnamige Burg sich oberhalb des idyllischen Tals der Großen Ohe auf den Felsen schmiegt. Es erwarten Sie sechs abwechslungsreiche Kilometer zum Wohlfühlen.

Gestartet wird von dem Wanderparkplatz in der Ortsmitte von Ranfels. Auch eine Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist möglich (Haltestelle: Ranfels, Zenting).

Bevor es Richtung Tal geht, lohnt sich ein kleiner Abstecher Richtung Burg und Kirchenanlage. Entlang des Burg-Rundwegs finden sich tolle Ausblicke und bei dem richtigen Wetter sonnenbeschienene Bänke unterhalb der Burgmauern und Felsen. Hat man sich erst einmal satt gesehen geht es entlang der Nr.24 Richtung Ranfelsmühle. Von dem kurzen Straßenabschnitt sollte man sich keinesfalls entmutigen lassen. Ist man nämlich erst einmal im Tal der Großen Ohe angekommen geht es durch das einladende Tal entlang der Nr. 24 und 29 nach Neuhof. Während sich rechterhand die Große Ohe durch die Wiesen schlängelt, erheben sich linkerhand im lichten Buchenwald verschieden große Felsen.  Nach Neuhof verlassen wir kurzzeitig den markierten Wanderweg und biegen nach rechts Richtung Hauermühle ab. Nach ca. 200 m biegt ein Feldweg nach rechts ab (noch vor der Brücke), diesem folgen wir und kommen so auf den Wanderweg Nr. 68. Nach der Querung der Großen Ohe und einem leichten Anstieg geht es auf der Nr.63 wieder talabwärts Richtung Ranfels. Schon bald lassen sich die Spuren eines pelzigen Burgherrn namens Bieber am Wegrand entdecken. Ab Ranfelsmühle ist der Rückweg nach Ranfels auf der linken Seite der Ohe zusätzlich mit der blau weißen Goldsteig Markierung gekennzeichnet.

Während der Wanderung lohnt es sich den ein oder anderen Blick in das Wasser zu werfen. Die Döbel ziehen wieder munter ihre Kreise in der Goßen Ohe und Froschleich ist an jeder Ecke zu entdecken. Auch in etwas tieferen Fahrspuren findet sich der Laich. Trocknet dieses temporäre „Gewässer“ während der Laichentwicklung nicht aus, ist es eine gute Kinderstube für so manch eine Kaulquappe. Denn in diesen flachen Gewässern erwärmt sich das Wasser schneller, wodurch sich die Tiere auch schneller entwickeln können. Zudem gibt es keine Fressfeinde wie Libellenlarven oder Fische die im benachbarten Teich ganz heißhungrig auf den Laich und die Kaulquappen warten. In intakten Flusssystemen bilden sich immer wieder neue Gewässer zum Beispiel durch Überschwemmungen im Frühjahr. Diese neuen temporären Gewässer in den Flussauen gehören zu den ursprünglichen Laichhabitaten vieler Amphibien. Hier haben die kleinen Kaulquappen aufgrund der fehlenden „Bewohner“, sprich keine Fische oder Libellenlarven, gute Chancen sich zu entwickeln.  Aufgrund der Begradigung der Flüsse finden sich immer weniger so natürlich entstandenen temporäre Gewässer. Heutzutage finden einige Amphibien auch in Fahrspuren ein geeignetes Ersatzhabitat für die Laichablage.