Licht an – Sterne aus

Die Andromedagalaxie ist unsere Nachbargalaxie. Sie ist nur 2,5 Mio. Lichtjahre entfernt © Bayerwald Sternwarte

 

 

Wann haben Sie zuletzt über einen sternenübersäten Nachthimmel gestaunt?

Die Betrachtung des Sternhimmels gehört zu den ältesten Kulturgütern der Menschheit. Früher war die Beschäftigung mit dem Sternhimmel eine Notwendigkeit, die zur Erstellung von Kalendern unerlässlich war. Da die Orientierung am Nachthimmel lange die einzige Möglichkeit zur Navigation auf See darstellte, wäre ohne die Sternenkunde auch die Entdeckung neuer Kontinente unmöglich gewesen. Daher hat die UNO auf einer Konferenz im Juli 1999 den Anblick des Sternenhimmels offiziell zu einem schützenswerten Kulturgut erklärt.

Die Astronomen waren die Ersten, die auf die zunehmende Lichtverschmutzung hingewiesen haben. Da die Lichtglocken über den Städten ihre Arbeit mehr und mehr erschwert, müssen die Observatorien, die früher meist in der Nähe der Universitäten in den Städten errichtet wurden, heute in weit entlegene Gegenden der Welt ausweichen. Die Astronomie ist die älteste der Naturwissenschaften und stellt auch heute noch einen wichtigen Teil der physikalischen Grundlagenforschung dar. Moderne Kommunikations- und Navigationstechnologie sowie unser Wissen über den Kosmos, dies alles wäre letztlich ohne die Astronomie nicht möglich. Die Hobbyastronomie bietet für viele junge Menschen einen ersten, begeisternden Zugang zu den Naturwissenschaften.

In einer klaren Nacht ohne Lichtverschmutzung, ist der Anblick des Universums für jeden einzelnen von uns ein faszinierender und erhabener Blick. Kaum jemand bleibt unberührt von der Fülle der Sternenpracht und wird nicht nach deren und seinem eigenen Ursprung fragen.

Die Plejaden sind ein offener Sternhaufen, der unter guten Bedingungen auch mit bloßem Auge sichtbar ist. © Bayerwald Sternwarte

Vom Wert des dunklen Himmels

Licht löst bei uns überwiegend positive Assoziationen aus. Als Sinnbild für Fortschritt, Wohlstand und eine aufregende, glitzernde Großstadtkultur wurde das elektrische Licht seit seiner Etablierung in den 1880er Jahren geradezu zum Symbol der Moderne. Die Revolution der Beleuchtungssysteme führte mit der Möglichkeit zur Nachtarbeit oder des nächtlichen Straßenlebens zu einem tiefgreifenden Wandel unserer Arbeits- und Lebensweisen.

Auch heute wird Licht noch immer grundsätzlich positiv bewertet. Könnte sich dies aber ändern, wenn Dunkelheit zu einem knappen Gut wird? Ist ein mit Sternen übersäter Nachthimmel nicht ein Gut von unschätzbarem Wert? Ist ein „WENIGER“ an Licht nicht eigentlich „MEHR“?



Über unseren Städten lassen sich aufgrund der Lichtverschmutzung nur wenige Sterne beobachten © Miki Czetti/pexels.com
Einfluss der Lichtverschmutzung auf die Sternenbeobachtung nach der Bortle Skala © International Dark Sky Association