Pressemeldungen
Gemeinsam präsent
Straubing. Alle Hände voll zu tun hatten die Ranger der beiden benachbarten Naturparke des Oberen Bayerischen Waldes und des Bayerischen Waldes am vergangenen Sonntag auf dem alljährlichen Schrannenmarkt in Straubing. Entlang der Verwaltungsgrenzen zwischen Oberpfalz und Niederbayern grenzen der Landkreis Cham im Oberen Bayerischen Wald und die niederbayerischen Landkreise Straubing-Bogen und Regen im Naturpark Bayerischer Wald aneinander. Zu dritt betreuten einige der in den benachbarten Landkreisen zuständigen Ranger einen Gemeinschaftsstand. Bei bestem Spätsommerwetter besuchten viele Interessierte den Markt. Noch vor offiziellem Beginn um 8:00 Uhr und auch nach dem Ende um 17 Uhr schlenderten sehr viele Besucher und Besucherinnen über den Stadtplatz und erfreuten sich an den vielen verschiedenen Ausstellern und Angeboten.
Am Stand der beiden Naturparke zogen vor allem die imposanten Tierpräparate von Uhu, Auerhahn und Co. alle Blicke auf sich. Nicht nur Kinder staunten beim Anblick der seltenen und streng geschützten Arten, deren Größe bei vielen Besuchenden bis dahin völlig unterschätzt wurde. Für Familien mit Kindern bot ein interaktives Natur-Quiz eine unterhaltsame Möglichkeit sich mit den verschiedenen Tieren, deren Spuren und Lauten zu beschäftigen. Neben den Kindern lernten auch die Eltern noch Spannendes über unsere heimische Tiervielfalt. Natürlich gab´s fürs Mitmachen noch eine kleine Belohnung mit weiteren Informationen rund um unsere Natur.
Gerade im Bereich Tourismus und Freizeitgestaltung herrschte eine große Nachfrage bei den Marktgängern. Flyer und Broschüren über das mannigfaltige Angebot in den beiden Naturparken gingen weg wie warme Semmeln. Vor allem Wandern und Radeln stand hoch im Kurs der Interessierten. Darüber hinaus erfreuten sich die Ranger über das große Interesse an der Arbeit der Naturparke, die in vielen Gesprächen zum Ausdruck gebracht wurde. Auch im nächsten Jahr ist wieder eine gemeinsame Teilnahme geplant.
Foto v.l.: Straubing-Bogen Rangerin Heidi Heigl und die im Landkreis Cham zuständigen Ranger Christoph Grausam und Lisa Gammer freuten sich über zahlreiches Interesse an ihrem Stand. (Bildautor: L. Gammer)
Naturnahe Alternative zum Rasenmähen
Waldkirchen. Das Mähen mit der Sense ist eine naturnahe Alternative zu Rasenmähern, Kreiselmähwerken und Mährobotern. Diese Auffassung vermittelte Sensenlehrer und Bio-Imker Georg Zellner am Samstag, den 12.09., bei einem ganztägigen Kurs in Kooperation mit dem Naturpark Bayerischer Wald.
Im Theorieblock erfuhren die Teilnehmer erstmal Wissenswertes über die Geschichte der Sensenmahd, den Aufbau einer Sense und deren unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten. Die ersten beidhändig geführten Sensen tauchten bereits zu Beginn der Eisenzeit auf. Über Jahrhunderte prägte die Mahd mit der Sense die Bewirtschaftung von Wiesen und trug zur Entstehung einer großen Artenvielfalt bei.
Nach dem theoretischen Teil in den Kursräumen des HNKKJ ging es für die sieben Teilnehmer – drei Frauen und vier Männer – zu den praktischen Übungen. Zellner zeigte zunächst verschiedene Techniken des Dengelns. Dabei wird das Sensenblatt so bearbeitet, dass es seine notwendige Schärfe erhält. Jeder Person stand dafür ein eigener Dengelstuhl zur Verfügung und nach einer gewissen Zeit wurde durchgewechselt.
Heute erlebt die Sense laut Zellner vor allem bei Imkern, Naturschützern und Liebhabern ökologischer Gärten eine Renaissance. Sie schont die Lebewesen in der Wiese, benötigt keine Energie und arbeitet nahezu geräuschlos.
Nach der Mittagspause wurden in Waldkirchen die Sensen zusammengebaut, auf die jeweilige Körpergröße eingestellt und die richtigen Schnittwinkel festgelegt. Nach dem Wetzen ging es auf eine strukturreiche Wiese bei Neureichenau. Unter Anleitung von Georg Zellner lernten die Teilnehmer, dass sich auch längeres Gras mit einer richtig eingestellten und geschärften Sense gut mähen lässt. Die anfänglichen Bewegungsabläufe wurden regelmäßig korrigiert, bis der richtige Körperschwung zunehmend sicher saß.
Die Begeisterung war groß, als nach rund eineinhalb Stunden eine ansehnliche Fläche in Gemeinschaftsarbeit gemäht war. Zum Abschluss zeigte Zellner noch, wie sich steilere Flächen und kurzer Rasen mit der Sense bearbeiten lassen. Auch mitgebrachte Sensenmodelle wurden begutachtet und auf ihre Schnitttauglichkeit geprüft.
Bild: Nachdem die Sensen vorbereitet und für jede Person individuell eingestellt waren, ging es raus auf eine Wiese bei Neureichenau. (M. Grünzinger, Naturpark)
Lebensraum Streuobstwiese: ein „Hotspot“ der Artenvielfalt
Sonntag, 27. September 2026, 14:00 bis 16:30 Uhr
Lalling. Fledermäuse, Spechte und Hornissen: Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas, sie sind „Hotspots“ der Biodiversität. Doch was unterscheidet eine Streuobstwiese von einer Obstplantage und wie sieht es mit Pflanzung und Pflege aus? Auf einem knapp drei Kilometer langen Spaziergang erklären die Referentinnen Sabrina Diyaroglu vom Niederbayerischen Streuobstwiesen-Kompetenzzentrum und Carina Kronschnabl vom Naturpark Bayerischer Wald den Unterschied und zeigen die vielen kleinen Ecken der Artenvielfalt auf einer Streuobstwiese.
Eine Anmeldung ist bis zum 26.09. um 16:30 Uhr unter 09922 802480 möglich. Treffpunkt ist der Gasthof zur Post (Hauptstraße 8, 94551 Lalling). Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der LBV Kreisgruppe Deggendorf und der BN Kreisgruppe Deggendorf statt.
Bildunterschrift: Streuobstwiese. Bildautor: Sabrina Diyaroglu
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Schöpfungswanderung im Naturpark
Viechtach. Der Große Pfahl ist ein steinerner Bote aus dem Erdaltertum – ein Beispiel für Werden und Vergehen von Ozeanen, Hochgebirgen, Insel in einem tropischen Meer, Aufstieg zu einem Mittelgebirge oder Abtragung während der Eiszeiten. Geologin und LBV-Kreisvorsitzende Dorothea Haas zeigt Ihnen bei einer Schöpfungswanderung die Spuren der wechselvollen Erdgeschichte des Bayerischen Waldes und die Nutzung seiner Naturschätze für die heimische Industrie. Die Naturpark Umweltstation Viechtach lädt zusammen mit der LBV Kreisgruppe Regen dazu alle Interessierten herzlich ein. Evolution und Erde im Wandel am Großen Pfahl ist der Titel dieser kostenlosen, ca. zweistündigen Exkursion. Treffpunkt ist am Sonntag, den 27. September um 15.00 Uhr am Parkplatz Großer Pfahl an der B85. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bitte festes Schuhwerk mitnehmen.
Der Große Pfahl bei Viechtach führt die Bestenliste der einhundert schönsten erdgeschichtlichen Naturdenkmäler Bayerns an. Dort zeigt sich ein Naturschauspiel von hoch aufragenden Felsenzügen, tiefen Quarzbrüchen und lichten Pfahlheiden.
Foto mit Text: Malerisch erheben sich die Quarzfelsen des Großen Pfahls über Viechtach (Foto: H. Heigl).
Von der Spore zum Pilz
Zwiesel. Aphasie, ein Begriff mit dem nicht viele etwas anfangen können. Die Rede ist hier von einer erworbenen Sprachstörung, die oft auch mit einer Bewegungseinschränkung der rechten Körperhälfte einhergeht und nach einer Läsion des Gehirnes auftritt. Konkret kann so etwas nach einem Schlaganfall auftreten, nach Schädel-Hirn-Traumata sowie Hirntumore oder Entzündungen.
Der Aphasie Landesverband Bayern will Betroffenen mehr zurückgeben als nur das Sprechen, nämlich auch die Freundschaft. Zu diesem Zweck haben Gaby Auer und Ulrike Nowraty eine Woche ins Leben gerufen in der Aphasie-Betroffene und deren Angehörige gemeinsam die Stadt Zwiesel erkunden. Am 05.09. führte der Weg die Gruppe in das Naturparkhaus in Zwiesel.
Hier wartete ein besonderes Thema auf die Truppe: Pilze. Naturpark Rangerin Samantha Biebl hatte am Vortag einige Frischpilze gesammelt und einen Vortrag dazu ausgearbeitet. Nach einem kurzen Einstieg zum Naturpark und dem Infohaus ging es auch schon ran an das Thema. Gaby Auer hatte auch ein kleines Pamphlet zu ihren Pilzerfahrungen in Neuseeland vorbereitet. Danach wurden die Pilze besprochen. Mit dabei waren allseits bekannte Pilze wie der Fliegenpilz aber auch weniger bekanntere wie der Grünspan Becherling, welcher Holz blau verfärbt. Dieses Holz wurde früher gerne von Kunsttischlern verwendet. Ziel war es aufzuzeigen, dass Pilze mehr sind als nur Speisepilze und, dass schier ungeahnte Anwendungsbereiche noch zu erforschen sind. Aus Zwiebelfüßigem Hallimasch kann z.B. viel Melanin produziert werden. Dieser Stoff kann Schwermetalle binden und eignet sich eventuell für neue Wasserreinigungsfilter.
Nachdem alle Pilze besprochen waren, konnte jeder die Ausstellung im Naturparkhaus erkunden und im Anschluss ging es (kurz noch weiter) mit einem Vortrag über die Unterschiede zwischen Natur- und Nationalpark.
Bild: Die Teilnehmer der Gruppe (Foto: Auer)
Die Wildbachklamm „Buchberger Leite“
An der "Scheer" vereinigen sich Sauß- und Reschbach von den Hochlagen des Bayerischen Waldes kommend in der Buchberger Leite. Mit vereinten Kräften haben sie im Laufe von Millionen von Jahren eine der beeindruckendsten Schluchtlandschaften Ostbayerns entlang einer uralten Verwerfungslinie, des Pfahls, geschaffen. Der Naturpark Bayerischer Wald e.V. bietet mit dem Gebietsbetreuer des Ilztales Stefan Poost eine geführte Wanderung durch die Buchberger Leite an. Eindrucksvolle Schluchtwälder und die erdgeschichtliche Besonderheit des Pfahlschiefers werden erläutert, ebenso die historische Nutzung der Wasserkraft und die Holztrift auf dem Ilzer Triftsystem. Treffpunkt ist am Sonntag, den 20.09.2026 um 14:00 Uhr am Wanderparkplatz in der Zuppinger Straße in Freyung.
Pilz-Exkursion des Naturparkes Bayerischer Wald
Zwiesel. Bei „optimalem Schwammerlwetter“ konnten 12 Teilnehmer am Freitag, den 04.09.2025 ausgehend vom Grenzbahnhof Eisenstein in die faszinierende Welt der Pilze mit dem Mykologen Peter Karasch eintauchen. Die Teilnehmer mussten keine weiten Wege gehen, denn schon die Wegränder hatten auf der 3 stündigen Exkursion so einiges zu bieten: Mit Rauhstiel-Röhrlingen wie Birkenpilz und Rotkappe in der Nähe von Birken, Sommersteinpilzen im Umkreis von Buchen und anderen Röhrenpilzen konnte man auf Nummer sicher gehen, sich keine Vergiftung zu holen. Allerdings müssen sie für mindestens 15 min bei 80 Grad gegart werden, sonst rufen sie Vergiftungserscheinungen hervor. Deshalb eröffnete der Experte Peter Karasch seine Führung mit diesen. Am Hangfuß in Nordlage seien die Bedingungen nach diesem trockenen Sommer im Moment ideal, um sich auf die Suche nach den Leckerbissen zu machen. Weiter oben wird es noch ein paar Regenschauer brauchen, bis der Boden soweit mit Wasser gesättigt sei, bis auch dort die Pilze über Nacht aus dem Boden sprießen, erklärte der Experte den Erwachsenen. Neben wunderschönen essbaren Exemplaren wie Mehlräsling und amethystfarbener Lacktrichterling fanden die Kinder aber auch den Königsfliegenpilz mit seiner braunen Kappe und hellgelben knubbeligen Punkten. Natürlich giftig, aber eine erstaunliche Erscheinung. Ungefähr zehn Mal giftiger noch als dieser, ist jedoch der Pantherpilz, weswegen er es in die Liste der 15 potentiell tödlich giftigen Pilze in Deutschland schafft. Mit vielen Vergleichen und hilfreichen Kontrasten gab Peter Karasch den Interessierten einen Leitfaden an die Hand für die eigene Suche und Küche. Sich vorsichtig herantasten, riechen und sogar ein kleines Stück probieren im Zweifelsfall war erlaubt, Bitteres wurde sofort wieder ausgespuckt. So frisch wie möglich, aber im Zweifelsfall zum Bestimmen nur ältere Exemplare verwenden für die Eindeutigkeit, mit diesem Rat und vollen Körben wurden die Teilnehmer zum Mittagstisch entlassen.
Bild: Peter Karasch erklärt einen Test, um die Reife der Pilze zu testen: Delle heißt grenzwertig
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Unterwegs zu den Wasserbüffeln am Erlauzwieseler See
Waldkirchen. Es ist braunschwarz, hat eine imposante Gestalt, halbkreisförmig abgeflachte Hörner und suhlt sich gerne im Matsch: der Wasserbüffel. Am Erlauzwieseler See haben sie einen ganz besonderen Auftrag. Sie sind die Landschaftspfleger der dortigen Auwiesen.
Über die Naturpark-Umweltstation Waldkirchen wird am Freitag, den 18. September 2026 um 16.00 Uhr die für dieses Jahr letzte Führung zu den Wasserbüffeln am Erlauzwieseler See angeboten. Die Führung wird vom Büffelhalter Helmut Schmutzer im Wechsel mit Bernd Kannenberg, der bei der Betreuung der Büffel am Erlauzwieseler See unterstützt, geleitet.
Treffpunkt ist um 16.00 Uhr am öffentlichen Parkplatz beim Restaurant am See am Erlauzwieseler See. Die Führung dauert ca. 1,5 Std. und ist kostenlos. Anmeldung bis Freitag um 12.00 Uhr bei der Touristinfo Waldkirchen unter Tel.: 08581 19433.
Bild 1: Wasserbüffel sind die tierischen Landschaftspfleger am Erlauzwieseler See. (Foto: M. Grünzinger, Naturpark Bay. Wald)
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