Pressemeldungen
Naturpark-Vogelstimmenwanderung Niederalteich
Niederalteich. Sobald die ersten warmen Sonnenstrahlen auf die Erde treffen und sich der Frühling so langsam aus seinem Winterschlaf erhebt, verkünden die Vögel dessen Ankunft mit einem beeindruckenden Gesangskonzert. Ob Vögel, die aus dem Süden wieder zurückkommen, oder welche, die den Winter bei uns verbracht haben oder auch die, die nur auf der Durchreise sind und einen kurzen Halt machen. Alle betreten voller Selbstbewusstsein diese große Bühne und geben ihre wohlklingenden Stimmen zum Besten. Was würde sich in dieser Zeit besser anbieten als raus in die Natur zu gehen, den wunderbaren Vogelstimmen zu lauschen und sich von ihrer Lebensfreude mitreißen zu lassen? Bisweilen können die vielen verschiedenen Klänge ein ziemliches Stimmenchaos bilden. Um dieser vermeintlichen Unordnung eine Struktur zu geben, begleiten wir den Natur- und Landschaftsführer Frater Ludwig auf einer Wanderung entlang der Donau.
Wenn wir für unsere Ohren dieses Stimmengewirr einmal geordnet haben und die einzelnen Vögel etwas besser verstehen können, eröffnet sich eine ganz neue, magische Welt. Dann bemerken wir erst so richtig, was sich auch außerhalb unseres Blickes so alles abspielt.
Wenn Ihnen die Unterhaltungen der Vögel auch schon immer ein Mysterium waren, begleiten Sie uns gerne auf unserer Wanderung. Aber auch erfahrene Ornithologen mit geschulten Ohren sind herzlich eingeladen. Denn das Schöne am Konzert der Vögel ist, dass man nie auslernt, immer neue Erfahrungen machen kann und sich mit jedem Ausflug in die Natur, die Vogelwelt ein kleines Stück weiter öffnet und zum Erkunden einlädt.
Die Führung beginnt am Samstag, den 11.04.2026 um 8:00 Uhr und wird ca. 3 Stunden dauern.
Treffpunkt ist der Parkplatz an der Basilika des Klosters Niederalteich.
Bitte Ferngläser und gutes Schuhwerk mitnehmen.
Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Das Rebhuhn - ein heimlicher Feldbewohner ist Vogel des Jahres 2026
Ruth Waas vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz LBV zeigte ein fesselndes Porträt im Naturparkhaus Zwiesel. Deutschland hat einen neuen Vogel des Jahres: 2026 trägt das Rebhuhn (Perdix perdix) den Titel und löste damit den Hausrotschwanz ab. Die Menschen haben eine europaweit stark gefährdete Vogelart gewählt und ihr so die dringend nötige Aufmerksamkeit verschafft. Das Rebhuhn ist ein echter Charaktervogel der Feldflur, der einst häufig zu beobachten war. Sein Bestand ist seit den 1970er Jahren und noch deutlicher um 1990 dramatisch zurückgegangen. In Bayern leben Schätzungen zufolge nur noch um die 5000 Brutpaare. Die Gründe: Feldraine und Hecken verschwinden und die Insektennahrung ist spärlich geworden. Aber auch Fressfeinde und hohe Winterverluste setzen den kleinen Restbeständen zu. In Bayern darf das Rebhuhn im September und Oktober sogar noch gejagt werden. Auch im Landkreis Regen ist der ehemals gute Bestand dieser Vogelart drastisch eingebrochen. In den letzten Jahren konnten keine Bruten mehr festgestellt werden.
Nach der Begrüßung durch den Hausherrn Hartwig Löfflmann und die Vorsitzende der LBV Kreisgruppe Regen Dorothea Haas stellte die Biologin Ruth Waas den Jahresvogel mit vielen ansprechenden Bildern vor. Er hat die Wahl unter seinem Motto „Für Felder voller Leben“ als Stellvertreter aller Feldvögel mit großem Abstand vor Amsel, Waldohreule, Schleiereule und Zwergtaucher gewonnen.
Ruth Waas bezeichnete das Rebhuhn als „Fieberthermometer“ für die Arten der Agrarlandschaft. Als Bodenbrüter benötigt der Hühnervogel unbearbeitete Altgrasstreifen, Brachen und Feldraine. Auf Stoppelfeldern findet es Körner und Samen als Nahrung und die eiweißreichen Insekten für die Jungenaufzucht. Diese schlüpfen gleichzeitig aus den bis zu 15 Eiern und sind als Nestflüchter sofort mobil. Die Rebhuhnfamilie aus Eltern und diesjährigen Jungvögeln bildet eine sogenannte „Kette“, die die Felder zu Fuß durchstreift. Geflogen wird eher ungern.
In Deutschland gibt es zahlreiche Rebhuhnprojekte, eines davon auch in Niederbayern bei Straubing. Unter dem Motto „Rebhuhn retten-Vielfalt fördern“ werden in Zusammenarbeit von Naturschutz, Landwirten und Jägern mehrjährige Blühflächen angelegt, die aber mindestens 20 m breit sein müssen (gute Infos gibt es unter www.rebhuhn-retten.de). Die gute Botschaft ist, dass solche Maßnahmen spürbare Zuwächse des Bestandes bringen und daher der Rückgang auch wieder umkehrbar wäre. Leider ist dies seit 1991, wo das Rebhuhn schon einmal Vogel des Jahres war, nur punktuell in Projektgebieten und nicht flächendeckend gelungen.
Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt. 1996 startete die LBV Kreisgruppe ihre gemeinsame Vortragsreihe zusammen mit dem Naturpark Bayerischer Wald, die seitdem ohne Unterbrechung durchgeführt wird.
Text: Rosi Wagenstaller
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Großes Interesse am Winterschnittkurs in Viechtach
Viechtach. Auf großes Interesse stieß die Praxisfortbildung „Winterschnitt an Streuobstbäumen“ der Naturpark Umweltstation Viechtach. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort fundiertes Wissen rund um den fachgerechten Obstbaumschnitt anzueignen.
Unter der fachlichen Leitung von Kreisfachberater Martin Straub sowie mit Unterstützung von Georg Zellner wurden sowohl grundlegende theoretische Inhalte als auch praktische Schnittmaßnahmen direkt an den Bäumen vermittelt. Im Mittelpunkt stand dabei der Winterschnitt an Streuobstbäumen, insbesondere mit Blick auf stabile Kronenentwicklung, langfristige Vitalität der Bäume und die Förderung der ökologischen Funktionen von Streuobstwiesen.
Anschaulich wurde erklärt, wie durch gezielte Schnittmaßnahmen das Gleichgewicht zwischen Wachstum und Ertrag gesteuert werden kann. Ebenso wurde darauf eingegangen, welche Bedeutung Alt- und Totholzstrukturen für die Biodiversität haben und wie diese bei der Pflege sinnvoll berücksichtigt werden können.
Im praktischen Teil konnten die Teilnehmenden das vermittelte Wissen direkt anwenden. Dabei wurden typische Schnittfehler besprochen und korrigiert. Der direkte Austausch sowie die Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen, wurden intensiv genutzt.
Die Veranstaltung wurde von der Naturpark Umweltstation Viechtach in Zusammenarbeit mit dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege sowie dem Obst- und Gartenbauverein Viechtach organisiert und zeigte einmal mehr das große Interesse an fachgerechter Streuobstpflege in der Region.
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Das Rebhuhn - ein heimlicher Feldbewohner ist Vogel des Jahres 2026
Deutschland hat einen neuen Vogel des Jahres: 2026 trägt das Rebhuhn (Perdix perdix) den Titel und löste damit den Hausrotschwanz ab. Die Menschen haben eine europaweit stark gefährdete Vogelart gewählt und ihr so die dringend nötige Aufmerksamkeit verschafft. Das Rebhuhn ist ein echter Charaktervogel der Feldflur, der einst häufig zu beobachten war. Sein Bestand ist seit den 1970er Jahren und noch deutlicher um 1990 dramatisch zurückgegangen. In Bayern leben Schätzungen zufolge nur noch um die 3000 Brutpaare. Die Gründe: Feldraine und Hecken verschwinden und die Insektennahrung ist spärlich geworden. Auch im Landkreis Regen ist der ehemals gute Bestand dieser Vogelart drastisch eingebrochen. In den letzten Jahren konnten keine Bruten mehr festgestellt werden.
Die Kreisgruppe Regen des LBV wird am Donnerstag, 26.03.2026 um 19.30 Uhr im Naturparkhaus in Zwiesel den Jahresvogel vorstellen. Die Biologin Ruth Waas von der LBV-Bezirksgeschäftsstelle Niederbayern wird in ihrem Vortrag mit zahlreichen Bildern über Aussehen, Lebensweise, Verwandtschaft und Gefährdung des Rebhuhns berichten.
Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt. 1996 startete die LBV Kreisgruppe ihre gemeinsame Vortragsreihe zusammen mit dem Naturpark Bayerischer Wald, die seitdem ohne Unterbrechung durchgeführt wird.
Bereits vorher um 18 Uhr sind alle Mitglieder und Naturinteressierte zu einem Stammtisch der LBV Kreisgruppe Regen im Waldgasthof Greipl in Dreieck herzlich eingeladen. Insbesondere für Neu- und noch Nichtmitglieder wird dort die Arbeit der Kreisgruppe und Aktuelles vorgestellt. Die Getränke dort sind frei.
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Der Mond unser treuer Begleiter
Zwiesel. Beim nächsten Vortrag richten wir, anlässlich des Astronomietages, den Blick auf unseren nächsten kosmischen Nachbarn, den Mond.
Ein Himmel ohne Mond ist für uns kaum vorstellbar. Seit Jahrtausenden fasziniert er die Menschheit, inspirierte Mythen und Kalender, beeinflusste Kulturen und Wissenschaft gleichermaßen. Der Fantasie der Menschen wurden hier keine Grenzen gesetzt, ob der Mann im Mond oder Werwölfe, die uns seit jeher Angst einjagen. Aber war der Mond schon immer da? Wie ist er entstanden, und woher stammt er eigentlich? Wäre ein Leben auf der Erde ohne Mond überhaupt möglich?
Diesen und vielen weiteren spannenden Fragen gehen wir bei unserer Veranstaltung auf den Grund. Dabei werfen wir nicht nur einen Blick in die Vergangenheit des Mondes, sondern auch in seine Zukunft als Ziel von Weltraummissionen.
Darüber hinaus möchten wir auch zeigen, dass Mondforschung nicht nur großen Raumfahrtagenturen und der Wissenschaft vorbehalten ist. Die Astronomische Vereinigung Mittlerer Bayerischer Wald engagiert sich seit Jahren aktiv in der Beobachtung von Einschlägen auf der Mondoberfläche. Eine eigene Arbeitsgruppe dokumentiert diese sogenannten Mondimpakte systematisch und stellt ihre Beobachtungen sowie Auswertungen der wissenschaftlichen Gemeinschaft zur Verfügung. Dieses Engagement ist ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Citizen Science am Gelingen von Weltraummissionen maßgeblich beteiligt sein kann.
Im Anschluss an den Vortrag besteht, bei klarem Himmel, die Möglichkeit, mit Teleskopen ausgewählte Details der Mondoberfläche selbst zu beobachten. Auch wenn Sie Fragen zu ihrem eigenen Teleskop haben oder über eine Neuanschaffung nachdenken, sind Sie herzlich willkommen.
Begleiten Sie uns am Samstag, den 28.03.2026 auf diese spannende Reise. Die kostenlose Veranstaltung beginnt um 18:30 Uhr.
Treffpunkt ist im Vortragsraum des Naturpark Infozentrums (Info-Zentrum 3, 94227 Zwiesel).
Anmeldungen bitte bis zum 27.03.2026 unter 09922 802480. Jedoch auch spontan Entschlossene sind herzlich willkommen.
Für eine mögliche Beobachtung bitte warme Klamotten mitnehmen.
Blühende Wiesen kehren zurück: LBV und Naturpark arbeiten Hand in Hand
Gemeinsam setzen sich der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V. (LBV) und der Naturpark Bayerischer Wald e. V. für den Schutz des bedeutenden Flora-Fauna-Habitats an der Donau bei Niederalteich ein. Die reguläre Wiesenpflege des über 12 Hektar großen Wiesenkomplexes am Donaualtarm koordiniert seit Jahrzehnten der Naturpark.
Die Gundelau ist Heimat für über 40 Rote Liste Arten und unterstreicht den Wert des Wiesenlebensraum in der sonst intensiv genutzten Landschaft. Die Wiesen werden durch die frühere Streunutzung und der intensiven Beeinflussung durch Grundwasser charakterisiert und sind mit teils massiven Hecken durchzogen, sowie vom Auenwald geprägt. Meist ist die Mahd nicht ausreichend, um die Wiesenbereiche langfristig offen zu halten. Weiden, Pappeln und andere Gehölze wachsen verstärkt in die Wiesenkorridore hinein und gefährden den Lebensraum.
Um die verlorenen Bereiche zurückzugewinnen, wurden bisher vier Teilbereiche von Gehölzen befreit, gemulcht und teilweise neu eingesät. Zwei dieser Bereiche wurden im Frühjahr bei einem gemeinsamen Arbeitseinsatz mit freiwilligen Helfern der LBV Ortgruppe Deggendorf sowie dem Naturpark mit artenreichem Wiesendrusch eingesät.
Ziel dieser Aktion ist, dass sich die zurückgewonnen Offenlandbereiche wieder zu blühenden Wiesen zu entwickeln. Dadurch werden auch Wanderbewegungen und der genetische Austausch zahlreicher Tier- und Pflanzenarten ermöglicht. Das Biotop, das Teil des EU-Vogelschutzgebiets sowie des Natura-2000-Gebiets „Donau zwischen Straubing und Vilshofen“ ist, wird durch diese landschaftspflegerischen Maßnahmen und das Engagement vieler Beteiligter langfristig gesichert.
Im Winter 2025/2026 erfolgte eine Entbuschung über das Projekt Blühender Naturpark. Die reguläre Mahd wird vielen Jahrzehnten gefördert. Die Landschaftspflegemaßnahmen werden über die Regierung von Niederbayern, Höhe Naturschutzbehörde mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz unterstützt.
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Frühjahrspflanzung für robuste Obstbaumsorten
Zwiesel. „Do riat se wos in da Schleif.“ Für die Erweiterung der ökologische Vielfalt vor Ort setzen wir unter fachkundiger Anleitung gemeinsam sechs Bäume robuster Obstbaumsorten, die zukünftig entlang des Flusswanderweges am Großen Regen in der Seebachschleife stehen. Da der Standort nah am Fluss, ist braucht es widerstandsfähige Sorten, die gezielt ausgewählt wurden. Es wird unter anderem ein Biberschutz angebracht, der den Aufwuchs der Pflanzen schützt. Ziel der praxisorientierten Fortbildung, geleitet von Kreisfachberater Martin Straub, ist das Erlernen und Üben theoretischer und praktischer Grundlagen zur Frühjahrspflanzung robuster Obstsorten. Wir freuen uns auf rege Teilnahme. Die Veranstaltung entfällt bei Schlechtwetter.
Die Veranstaltung beginnt am Mittwoch, den 18.03.2026 um 09:00 Uhr und dauert ca. 4 Stunden. Um Anmeldung wird bis zum Dienstag, den 17.03.2026, um 12:00 Uhr unter der 09922/802480 wird gebeten.
Treffpunkt ist im Ortsteil Seebachschleife (Bayer. Eisenstein) am Parkplatz rechts nach der Regenbrücke. Bitte wetterangepasste Kleidung, festes Schuhwerk, Getränke und Vesper sowie Arbeitshandschuhe mitbringen. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Naturpark Umweltstation Bayerisch Eisenstein mit dem Ingenieurbüro Pfeffer Regen, dem Bund Naturschutz Regen und der Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege. Referent ist Martin Straub, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, sowie Mitarbeiter der Naturpark Umweltstation Bayerisch Eisenstein.
An einem Strang für mehr Wasser im Moor bei Kirchl
Hohenau. Das Naturschutzgebiet „Moorwald bei Kirchl“ in der Gemeinde Hohenau soll wieder mehr Wasser halten. Der Naturpark Bayerischer Wald hat gemeinsam mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Regen, unterstützt von der Gemeinde Hohenau, mit ersten Renaturierungsmaßnahmen begonnen. Ziel ist es, den Wasserhaushalt des rund acht Hektar großen Moores langfristig zu stabilisieren und typische Hochmoorlebensräume zu erhalten.
Das Gebiet wurde bereits 1983 unter Schutz gestellt. Doch die Spuren früherer Nutzung wirken bis heute nach. In Zeiten, in denen jede Fläche zur Versorgung der Bevölkerung gebraucht wurde, war das Moor entwässert worden. Gräben und Drainagen ermöglichten Grünlandnutzung, Torfabbau und forstliche Nutzung. Dadurch sank der Wasserstand deutlich, und der ehemals lichte Moorbereich entwickelte sich zunehmend zu einem geschlossenen Wald.
Fichten, Birken und Kiefern konnten hier Größen entwickeln, die für Hochmoore untypisch sind. Besonders problematisch ist, dass die Entwässerung bis heute nachwirkt. Messungen zeigen, dass der Wasserstand im Moor aktuell mehr als einen Meter unter der Oberfläche liegt. In intakten Hochmooren ist der Torfkörper dagegen bis zur Oberfläche wassergesättigt.
Um die Entwicklung umzukehren, wird der Baumbestand zunächst deutlich aufgelichtet, vor allem Fichten werden entnommen. Große Bäume halten einen Teil des Regens bereits im Kronendach zurück, außerdem wird durch sie viel Wasser verdunstet. Zusätzlich soll Oberflächenwasser aus dem Hangbereich künftig über eine Mulde gezielt zum Moorrand geleitet werden. In einem weiteren Schritt werden alte Entwässerungsgräben geschlossen. Automatische Messgeräte sollen künftig zeigen, wie sich der Wasserstand entwickelt. „Mit unseren Maßnahmen wollen wir nun über die Jahre die Situation Schritt für Schritt verbessern. Es wird aber wohl Jahre dauern, bis wir am Ziel sind“, so Marco Müller vom Naturpark Bayerischer Wald, der das Projekt fachlich betreut.
Auch seltene Pflanzenarten sollen von den Maßnahmen profitieren. „Neben den typischen Latschenkiefern kommt im Schutzgebiet auch die für die Region seltene aufrechte Form der Latsche, die Spirke, vor. Ohne Pflegemaßnahmen könnten solche Arten langfristig von aufwachsenden Fichten verdrängt werden“, erklärt Revierförster Konrad König vom AELF Regen.
Die Fichten wurden in den vergangenen Tagen bereits gefällt. Da der Boden im Moor sehr empfindlich ist, werden die Stämme nicht mit Maschinen, sondern mit speziell ausgebildeten Rückepferden aus dem Gelände gezogen.
Träger der Maßnahme ist der Naturpark Bayerischer Wald in enger Zusammenarbeit mit dem AELF Regen. Unterstützt werden sie von der unteren Naturschutzbehörde, der Fachstelle Waldnaturschutz und der Gemeinde Hohenau, die auch Eigentümerin der Fläche ist. Finanziert wird das Projekt über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie aus Mitteln des Freistaats Bayern und des Landkreises Freyung-Grafenau.
Hohenaus Bürgermeister Josef Gais begrüßt das Projekt: „Für die Gemeinde ist es ein großer Gewinn, wenn unser Moor als Naturjuwel erhalten bleibt.“ AELF-Abteilungsleiter Wolfgang Kreuzer lobte bei einer Ortseinsicht die Zusammenarbeit aller Beteiligten. Beide zeigten sich beeindruckt von Arbeit der Waldarbeiter und ihrer Rückepferde.
Intakte Moore gelten nicht nur als wertvolle Lebensräume und sind als Kohlenstoffspeicher unabdingbar. Sie speichern auch große Mengen Wasser und können damit sowohl Hochwasserspitzen dämpfen als auch in Trockenzeiten Feuchtigkeit in der Landschaft halten. Ein erheblicher Teil des örtlichen Niederschlags entsteht aus der Verdunstung über Landflächen. Schätzungen zufolge stammt etwa die Hälfte dieses Niederschlags aus der Verdunstung von Böden, Gewässern und Vegetation. Dort, wo insbesondere im Sommer kaum Wasser verdunsten kann, weil Landschaften stark entwässert wurden, fehlt auch ein Teil dieser lokalen Rückführung von Wasser in den Niederschlag.
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