Pressemeldungen
Frühlingswanderung zum Geistlichen Stein
Ringelai.
Wenn der Frühling den Bayerischen Wald aus dem Winterschlaf weckt, zeigt sich die Natur von ihrer besonders lebendigen Seite. Erste Blüten und frisches Grün in Feld und Flur machen diese Jahreszeit ideal für eine Entdeckungstour durch Landschaft und Geschichte. Eine geführte Wanderung zum „Geistlichen Stein“ bei Ringelai verbindet dabei Naturerlebnis mit interressanten Einblicken in die regionale Vergangenheit.
Eine rund vierstündige Tour führt durch einen artenreichen Mischwald, in dem die Teilnehmenden die Vielfalt der Frühjahrsflora kennenlernen. Besonders die ersten Frühblüher stehen im Fokus und werden vorgestellt. Darüber hinaus wird die historische Bedeutung der Region beleuchtet: So verläuft hier die ehemalige Grenze zwischen dem Hochstift Passau und dem Kurfürstentum Bayern. Auch der Geistliche Stein selbst birgt interessante Geschichten. Einer Überlieferung zufolge diente eine Felsenhöhle während des Dreißigjährigen Krieges Geistlichen und Gläubigen als Zufluchtsort.
Die Führung findet am Sonntag, den 19.04.2026 statt. Treffpunkt ist um 10.00 Uhr. Der Treffpunkt wird bei der Anmeldung bekannt gegeben, welche bis Freitag, 17.04.2026, 12 Uhr bei Günter Obermüller per Email: guenter.obermueller@gmx.de oder unter Tel.: 08581 987981 erforderlich ist. Die Führung dauert etwa 4 Stunden, umfasst etwa sieben Kilometer, 300 Höhenmeter und ist kostenlos.
Schutz für Auerhühner
Dreisessel. Zum Schutz der seltenen Auerhühner ist der Bereich am Habergrasberg im Dreisesselgebiet erneut während der Aufzuchtzeit gesperrt. Die Sperrung gilt von 1. April bis einschließlich 14. Juli.
Der betroffene Abschnitt liegt zwischen dem alten Skilift und dem Hochstein. In diesem sensiblen Gebiet ziehen manche Auerhühner in den kommenden Monaten ihren Nachwuchs groß und reagieren besonders empfindlich auf Störungen durch Wanderer oder andere Besucher.
Naturparkranger Markus Grünzinger hat deshalb wieder entsprechende Stoppschilder aufgestellt, die auf die zeitweise Sperrung hinweisen. Besucher des Dreisesselgebiets werden gebeten, die Hinweise zu beachten und während dieser Zeit auf alternative Routen auszuweichen.
Das Auerhuhn gilt als größte heimische Raufußhuhnart und ist ein typischer Bewohner strukturreicher Berg- und Mischwälder. Besonders im Bayerischen Wald und dem angrenzenden Böhmerwald findet die selten gewordene Vogelart noch geeignete Lebensräume.
Gerade während der Brut- und Aufzuchtzeit sind die Tiere besonders empfindlich. Die Hennen brüten ihre Eier am Boden aus und führen später ihre Küken durch den Wald. Werden sie dabei aufgeschreckt, kann das für den Nachwuchs schnell lebensgefährlich werden. Schon wiederholte Störungen können dazu führen, dass die Tiere ihre Brutplätze verlassen.
Mit der zeitweisen Sperrung des Habergrasbergs soll den Auerhühnern daher ein möglichst ruhiger Rückzugsraum geschaffen werden. Wanderer und Naturfreunde können das Dreisesselgebiet weiterhin erkunden – werden jedoch gebeten, in den kommenden Monaten auf die ausgeschilderten Alternativrouten auszuweichen und die Schutzmaßnahmen zu respektieren.
Kleinod vor den Toren Passaus
Nicht weit von der Stadtmitte Passaus liegt das Naturschutzgebiet Halser Ilzschleifen. Die Geologie zwingt die Ilz hier kurz vor ihrer Mündung in die Donau in eine Doppelschleife. Der Gebietsbetreuer des Ilztales Stefan Poost erläutert neben der seltenen Tier- und Pflanzenwelt im Naturschutzgebiet anhand alter Bilder auch die historische Holztrift auf dem Gewässersystem der Ilz. An der Triftsperre gelangt man durch den Trifttunnel unter der Burg Reschenstein auf die andere Seite der einen Ilz-Schleife und wundert sich über die anscheinend geänderte Fließrichtung der Ilz. Die Führung dauert gut zwei Stunden und findet bei jedem Wetter am Sonntag den 19.04.2026 um 14:00 Uhr statt, Treffpunkt ist der Parkplatz am Hofbauerngut in Hals.
Beweidung mit Wasserbüffel auf Biber-Flächen
Gsenget/Neureichenau.
Feuchtlebensräume zählen zu den artenreichsten, aber auch zu den am stärksten gefährdeten Ökosystemen unserer Kulturlandschaft. Gleichzeitig entstehen durch die Aktivitäten des Bibers immer wieder neue, dynamische Lebensräume, die besondere Anforderungen an Pflege und Entwicklung stellen. Eine zunehmend erprobte und naturnahe Methode ist dabei der Einsatz von großen Weidetieren wie Wasserbüffeln, die durch ihr Verhalten und ihre Anpassung an nasse Standorte wertvolle Beiträge zum Erhalt dieser Flächen leisten können. Wie dieses Zusammenspiel von Biber, Wasserbüffel und Mensch in der Praxis funktioniert, steht im Mittelpunkt einer Exkursion in Neureichenau. Bei einem Rundgang durch die Gebiete erhalten die Teilnehmenden Einblicke in ökologische Zusammenhänge, lernen praktische Aspekte der Tierhaltung kennen und erfahren mehr über die positiven Effekte auf Biodiversität und Landschaftsbild.
Die Führung wird gemeinsam vom Bund Naturschutz und der Naturpark-Umweltstation Waldkirchen organisiert. Referenten sind der Wasserbüffel-Tierhalter Helmut Schmutzer und Karel Kleijn von der Kreisgruppe Freyung-Grafenau des Bund Naturschutz.
Die Führung findet am Samstag, den 18.04.2026 statt. Treffpunkt ist um 14.00 Uhr bei der Parkfläche in der Ortsmitte von Gsenget. Es wird mit privaten Pkws gemeinsam weitergefahren. Die Führung dauert etwa 3 Stunden und ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Bitte wasserfestes Schuhwerk mitbringen.
Abends im Biberrevier
Jandelsbrunn/Sonnen.
Das zeitige Frühjahr bietet besonders gute Möglichkeiten Biber zu beobachten. Noch verdekct das Laub der Bäume nicht die Sicht in die faszinierende Teichlandschaft des größten Nagetiers bei uns. Der Bibererlebnispfad bei Jandelsbrunn bietet hervorragende Möglichkeit den Biber als Schlüsselart im Ökosystem "Gewässer" zu verstehen.
Die Naturpark-Umweltstation Waldkirchen bietet am Freitag, den 17.04.2026 eine abendliche Exkursion ins Biberrevier Steinerfurth bei Jandelsbrunn an. Geleitet wird die Führung von Johannes Matt, Naturpark-Umweltstation Waldkirchen. Treffpunkt ist um 19.30 Uhr am Parkplatz Biberlehrpfad Steinerfurth. Die Führung dauert etwa 1,5 Stunden und ist kostenlos. Eine Anmeldung ist bis Freitag, 17.04.2026 um 12 Uhr bei Johannes Matt unter Tel.: 0171 361 0115 erforderlich. Bitte, wenn möglich, Fernglas mitbringen.
In die Welt der Biber
Jandelsbrunn/Sonnen. Die Naturpark-Umweltstation Waldkirchen bietet am Samstag, den 11.04.2026 eine abendliche Exkursion für Kinder ab 6 Jahren ins Biberrevier Steinerfurth bei Jandelsbrunn an. Mit etwas Glück und Ausdauer zeigt sich die Biberfamilie und sie kann in ihrem Lebensraum hautnah erlebt werden. Der 800 Meter lange Rundweg bietet Kindern die Möglichkeit den faszinierenden Lebensraum einer Biberfamilie zu erkunden und dabei den Baumeister spielerisch kennen zu lernen.
Geleitet wird die Führung von Johannes Matt, Naturpark-Umweltstation Waldkirchen. Treffpunkt ist um 19.00 Uhr am Parkplatz Biberlehrpfad Steinerfurth. Dieser befindet sich von Jandelsbrunn in Richtung Sonnen fahrend kurz vor dem Ortsteil Steinerfurth auf der rechten Straßenseite. Die Führung dauert etwa 1,5 Stunden und ist kostenlos. Eine Anmeldung ist bis Freitag, 10.04.2026 um 12 Uhr bei Johannes Matt unter Tel.: 0171 361 0115 erforderlich. Bitte, wenn möglich, Fernglas mitbringen.
Eine Führung für Erwachsene zum Thema Biber wird am Freitag 17. April um 19.30 Uhr angeboten.
Naturpark-Vogelstimmenwanderung Niederalteich
Niederalteich. Sobald die ersten warmen Sonnenstrahlen auf die Erde treffen und sich der Frühling so langsam aus seinem Winterschlaf erhebt, verkünden die Vögel dessen Ankunft mit einem beeindruckenden Gesangskonzert. Ob Vögel, die aus dem Süden wieder zurückkommen, oder welche, die den Winter bei uns verbracht haben oder auch die, die nur auf der Durchreise sind und einen kurzen Halt machen. Alle betreten voller Selbstbewusstsein diese große Bühne und geben ihre wohlklingenden Stimmen zum Besten. Was würde sich in dieser Zeit besser anbieten als raus in die Natur zu gehen, den wunderbaren Vogelstimmen zu lauschen und sich von ihrer Lebensfreude mitreißen zu lassen? Bisweilen können die vielen verschiedenen Klänge ein ziemliches Stimmenchaos bilden. Um dieser vermeintlichen Unordnung eine Struktur zu geben, begleiten wir den Natur- und Landschaftsführer Frater Ludwig auf einer Wanderung entlang der Donau.
Wenn wir für unsere Ohren dieses Stimmengewirr einmal geordnet haben und die einzelnen Vögel etwas besser verstehen können, eröffnet sich eine ganz neue, magische Welt. Dann bemerken wir erst so richtig, was sich auch außerhalb unseres Blickes so alles abspielt.
Wenn Ihnen die Unterhaltungen der Vögel auch schon immer ein Mysterium waren, begleiten Sie uns gerne auf unserer Wanderung. Aber auch erfahrene Ornithologen mit geschulten Ohren sind herzlich eingeladen. Denn das Schöne am Konzert der Vögel ist, dass man nie auslernt, immer neue Erfahrungen machen kann und sich mit jedem Ausflug in die Natur, die Vogelwelt ein kleines Stück weiter öffnet und zum Erkunden einlädt.
Die Führung beginnt am Samstag, den 11.04.2026 um 8:00 Uhr und wird ca. 3 Stunden dauern.
Treffpunkt ist der Parkplatz an der Basilika des Klosters Niederalteich.
Bitte Ferngläser und gutes Schuhwerk mitnehmen.
Eine Anmeldung ist nicht nötig.
Das Rebhuhn - ein heimlicher Feldbewohner ist Vogel des Jahres 2026
Ruth Waas vom Landesbund für Vogel- und Naturschutz LBV zeigte ein fesselndes Porträt im Naturparkhaus Zwiesel. Deutschland hat einen neuen Vogel des Jahres: 2026 trägt das Rebhuhn (Perdix perdix) den Titel und löste damit den Hausrotschwanz ab. Die Menschen haben eine europaweit stark gefährdete Vogelart gewählt und ihr so die dringend nötige Aufmerksamkeit verschafft. Das Rebhuhn ist ein echter Charaktervogel der Feldflur, der einst häufig zu beobachten war. Sein Bestand ist seit den 1970er Jahren und noch deutlicher um 1990 dramatisch zurückgegangen. In Bayern leben Schätzungen zufolge nur noch um die 5000 Brutpaare. Die Gründe: Feldraine und Hecken verschwinden und die Insektennahrung ist spärlich geworden. Aber auch Fressfeinde und hohe Winterverluste setzen den kleinen Restbeständen zu. In Bayern darf das Rebhuhn im September und Oktober sogar noch gejagt werden. Auch im Landkreis Regen ist der ehemals gute Bestand dieser Vogelart drastisch eingebrochen. In den letzten Jahren konnten keine Bruten mehr festgestellt werden.
Nach der Begrüßung durch den Hausherrn Hartwig Löfflmann und die Vorsitzende der LBV Kreisgruppe Regen Dorothea Haas stellte die Biologin Ruth Waas den Jahresvogel mit vielen ansprechenden Bildern vor. Er hat die Wahl unter seinem Motto „Für Felder voller Leben“ als Stellvertreter aller Feldvögel mit großem Abstand vor Amsel, Waldohreule, Schleiereule und Zwergtaucher gewonnen.
Ruth Waas bezeichnete das Rebhuhn als „Fieberthermometer“ für die Arten der Agrarlandschaft. Als Bodenbrüter benötigt der Hühnervogel unbearbeitete Altgrasstreifen, Brachen und Feldraine. Auf Stoppelfeldern findet es Körner und Samen als Nahrung und die eiweißreichen Insekten für die Jungenaufzucht. Diese schlüpfen gleichzeitig aus den bis zu 15 Eiern und sind als Nestflüchter sofort mobil. Die Rebhuhnfamilie aus Eltern und diesjährigen Jungvögeln bildet eine sogenannte „Kette“, die die Felder zu Fuß durchstreift. Geflogen wird eher ungern.
In Deutschland gibt es zahlreiche Rebhuhnprojekte, eines davon auch in Niederbayern bei Straubing. Unter dem Motto „Rebhuhn retten-Vielfalt fördern“ werden in Zusammenarbeit von Naturschutz, Landwirten und Jägern mehrjährige Blühflächen angelegt, die aber mindestens 20 m breit sein müssen (gute Infos gibt es unter www.rebhuhn-retten.de). Die gute Botschaft ist, dass solche Maßnahmen spürbare Zuwächse des Bestandes bringen und daher der Rückgang auch wieder umkehrbar wäre. Leider ist dies seit 1991, wo das Rebhuhn schon einmal Vogel des Jahres war, nur punktuell in Projektgebieten und nicht flächendeckend gelungen.
Der „Vogel des Jahres“ wurde in Deutschland erstmals im Jahr 1971 gekürt. Seit 2021 wird er durch eine öffentliche Wahl bestimmt. 1996 startete die LBV Kreisgruppe ihre gemeinsame Vortragsreihe zusammen mit dem Naturpark Bayerischer Wald, die seitdem ohne Unterbrechung durchgeführt wird.
Text: Rosi Wagenstaller
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