Die Heim-ins-Reich-Bewegung

1938 wurden die Randgebiete der Tschechoslowakei 1938 an das Deutsche Reich angegliedert und in sog. Reichsgaue eingeteilt. Der nördliche Šumava kam mit den neu gebildeten Landkreisen Bergreichenstein, Markt Eisenstein und Prachatitz an Niederbayern, ein kleinerer Teil des Ceský les ging an die Oberpfalz (Landkreis Waldmünchen). Der südliche Šumava fiel mit dem Landkreis Krummau an Österreich (Oberdonau). Die neue Grenze zwischen dem Deutschen Reich und der Zweiten Tschechoslowakischen Republik war nahezu identisch mit der Sprachgrenze. Der Anschluß an das Deutsche Reich ("Heim ins Reich-Bewegung") zwang die tschechische Bevölkerung, die zum Teil während des Prozesses der Tschechisierung erst in das Randgebiet eingewandert war, zur Rückkehr in das tschechische Binnenland. Mehr als 370.000 Personen waren davon betroffen. Im Jahr 1939 lebten in den ans Reich angeschlossenen Gebieten rund 3,4 Mio. Menschen, davon waren fast drei Millionen Deutsche. Die Gebiete umfassten eine Fläche von 29.000 km² (Tschechoslowakei: 99.000 km², davon Protektorat Böhmen und Mähren: 48.900 km²). Während des Protektorates wurden keine Volkszählungen abgehalten. 1945 wurde die Tschechoslowakei in den Grenzen von 1938 wiederhergestellt. 1950 lebten dort auf einer Fläche von knapp 128.000 km² über zwölf Millionen Menschen