Holztrift im Bayerischen Wald
Vom Bayerischen Wald aus wurden Brennholz und Blöcher (zersägte Baumstämme von etwa drei Metern Länge) seit Beginn des 18.Jahrhunderts in die Städte Regensburg und Passau geflößt. Auf der Ilz und dem Regen erreichten die Hölzer die Donau, auf der sie nach Österreich und Ungarn geschwemmt wurden. Die Hölzer konnten nur von Frühjahr bis Herbst getriftet werden, dann allerdings in großen Mengen. 1879 wurden auf der Ilz 58.000 Ster Scheitholz und 75.000 Blöcher zur Donau gedriftet. 1907 schwammen auf dem Regen rund 190.000 Blöcher Richtung Cham, 1916 sogar über 211.000 Blöcher.
Langholz konnte in größerem Umfang erst nach 1877 mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Plattling-Bayer. Eisenstein und der Eröffnung der Unteren Waldbahn von Passau nach Freyung entlang der Ilz (1893) befördert werden. Der Holztransport per Eisenbahn war schonender, Holzabfälle konnten billiger als Brennholz verschickt und Langhölzer (Nutzholz) mussten nicht mehr wie bisher zersägt werden. Trotz der Konkurrenz von Eisenbahn und Straße konnte sich das Triften bis in die 20er Jahre (enormer Holzbedarf im Ersten Weltkrieg) halten. Der Ausbau des Straßen- und Schienennetzes machte das Triften schließlich unrentabel. Heute wird Holz zum größten Teil von Lastwagen transportiert.