Gebietsbetreuer in Bayern

Während es in anderen Ländern selbstverständlich ist, dass Besucher*innen in Schutzgebieten auf 'Ranger*innen' treffen, gab es in Deutschland zur Betreuung der Schutzgebiete lange keine hauptamtlichen Mitarbeitenden. Im Jahr 1974 wurde im benachbarten Nationalpark Bayerischer Wald eine erste hauptamtliche Nationalparkwacht eingerichtet, andere Nationalparke folgten später diesem Beispiel.

Aber nicht nur Großschutzgebiete bedürfen einer personellen Betreuung, gerade auch unsere Naturschutzgebiete tragen unter dem immer größer werdenden Erholungsdruck massive Schäden davon. Dabei fehlt es nicht an brauchbaren Schutzbestimmungen, vielmehr muss deren Einhaltung vor Ort auch gewährleistet werden. So müssen Besucher*innen oft erst über das Vorhandensein von Schutzbestimmungen informiert werden.

Mit der 1994 beim Naturpark Bayerischer Wald für den Großen Arber eingerichteten Schutzgebietsbetreuerstelle war damals bayernweit die erste hauptamtliche "Naturwacht" an einem Naturpark im Einsatz. Zudem ist entlang der Ilz ein Gebietsbetreuer unterwegs. Heute ist die Betreuung einer Vielzahl von Projekten in den jeweiligen Regionen damit verbunden.

Aufgaben

Ihre Arbeit ist sehr abwechslungsreich, da ihr Aufgabenfeld sehr weit gespannt ist. Es umfasst u.a.

  • Öffentlichkeitsarbeit  
  • Umweltbildung
  • Besuchslenkung
  • Beratung der Bevölkerung
  • koordinierende und konzeptionelle Arbeiten in der Projekt- und Gebietsentwicklung
  • qualifizierte Umweltbeobachtung/Monitoring mit Arten- und Methodenkenntnis
  • Mithilfe bei der Umsetzung der Schutzgebietsverordnungen
  • Ansprechpartner für ehrenamtliche Naturschützende, Verbände, Schulen, Flächeneigentümer*innen, Nutzer*innen, Naturbegeisterte, Behörden und Medien
  • Gebietsbetreuende machen ihr Gebiet bekannt und setzen sich für Nachhaltigen Tourismus ein
  • Erhebung von naturschutzfachlichen Daten, die sie für fachliche Konzepte nutzen, bereiten sie auf und stellen sie für Planungen der Naturschutzbehörden zur Verfügung

Finanzierung

Die Stellen der Gebietsbetreuenden werden von Naturschutzverbänden, anderen Vereinen oder Kommunen getragen. Sie werden vom Bayerischen Naturschutzfonds finanziell unterstützt. Die unteren Naturschutzbehörden der jeweiligen Landkreise und die höheren Naturschutzbehörden an den jeweiligen Bezirksregierungen begleiten Gebietsbetreuende naturschutzfachlich und organisatorisch. Zusammen mit der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege fördern sie zudem den Erfahrungsaustausch.

Die Gebietsbetreuer für Arber und Ilz werden über folgende Förderstelle mitfinanziert: