• Naturpark Bayerischer Wald : 
  • Zu Gast im Reich der Nixen, Feen, Riesen und des Arbergeistes 34 Teilnehmer einer Naturpark-Führung lernten die „sagenhafte“ Seite des „Bayerwaldkönigs“ kennen


Sagen faszinieren. Sie sind aber auch ein wichtiger Teil unserer Kultur. Wer versucht, den „wahren Hintergrund“ der oftmals Jahrhunderte alten Geschichten herauszufinden, wird schnell merken, dass die Lehren, die uns die Sagen vermitteln wollen, noch heute aktuell sind. Dass Sagen – besonders, wenn sie in einer stimmungsvollen Umgebung erzählt werden – auch Erwachsene berühren, zeigte kürzlich eine abendliche Sagenwanderung rund um den Großen Arbersee mit Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer vom Naturpark Bayerischer Wald: Gleich zu Beginn erfuhren die 34 Teilnehmer, dass das Wegegebot und Badeverbot im Naturschutzgebiet Großer Arbersee zwar in erster Linie dazu dienen soll, dass die bereits bestehenden Trampelpfade am Ufer sich zurückentwickeln können und dass besonders geschützte Pflanzen, wie die Gelbe Teichrose, nicht zerstört werden. Sagen, wie die des Liebespaares, das im Arbersee ertrinkt, zeigen jedoch, dass der dunkle See, auf dessen Grund die Arbernixen der Sage nach den Arberriesen gefangen halten, in der Vergangenheit vielen Menschen nicht geheuer war. Mehrere Geschichten, wie das Gedicht vom „Fischer vom Arbersee“, das einige Teilnehmer in verteilten Rollen vorlasen oder die Sage vom Bergknappen Oswald aus Bodenmais, dem einst – verführt durch den „Gruben-Veitl“ - seine Gier nach den silbernen Fischen des Arbersees mit ihren goldenen Flossen und ihren Augen aus Edelstein zum Verhängnis wurde, erinnern noch heute daran, dass damals der Glaube vorherrschte, dass Habgier nur Unglück bringen würde und dass die Naturgewalten unkontrollierte Gewinnsucht zu verhindern wussten. „Sagen“, so Dr. Auer, „erklären uns also nicht nur Naturphänomene auf eher kindlich-naive Weise, sondern sie erzählen uns auch viel über uns Menschen. Sie zeigen uns unsere „arteigene“, durch die Hektik des Alltags oder auch durch unsere Erziehung manchmal verschüttete Haltung gegenüber der Natur, speziell dem Wald und den noch heute manchmal unbezwingbar erscheinenden Bergen.“

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