• Naturpark Bayerischer Wald : 
  • Vom Urwald, der Urzeit und dem Massentourismus 34 Teilnehmer einer Naturpark-Führung entdecken die Geheimnisse des Großen Arbersees


Über das Arbergebiet, seine naturkundlichen Besonderheiten, seine Geschichte, Sagen und Geschichten, aber auch über die Menschen, die ihn besuchen oder gar hier arbeiten, könnte man ganze Bücher schreiben. Arbergebietsbetreuerin Dr. Isabelle Auer führte kürzlich 34 Teilnehmer einer Naturpark-Führung in einen kleinen Teil dieser „Arberwelt“, das Naturschutzgebiet und Naturwaldreservat „Großer Arbersee mit Seewand“, ein. Bereits zu Beginn der Führung zeigte Dr. Auer, dass – wer das Arbergebiet als Ganzes, aber auch einzelne Bereiche verstehen will - vor allem eines machen muss: Die Natur und die Veränderungen in ihr beobachten, da Natur nichts Statisches ist: Lange galt beispielsweise der Biber am benachbarten Kleinen Arbersee als der Biber mit der höchstgelegenen Biberburg Deutschlands. Seit dem Jahr 2009 lebt jedoch auch am etwas höher gelegenen Großen Arbersee ein Biber, dessen Spuren am Seeufer leicht zu erkennen sind. Etwas Besonderes ist auch die Pflanzenwelt am Großen Arbersee: Ist der Alpenmilchlattich in den höher gelegenen Teilen des Bayerischen Waldes relativ häufig zu entdecken, so sind die vom Seerundweg leicht zu erkennenden Gelben Teichrosen oder der Fieberklee doch etwas eher Seltenes. Etwas Besonderes sind auch seine Schwimmenden Inseln im hinteren Bereich des Sees. Um sie zu schützen, errichtete der Forstbetrieb Bodenmais bereits in den 1990ern Balkenabsperrungen im See. Nur so kann dauerhaft verhindert werden, dass Tretbootfahrer hier anlanden und diese Naturschätze unwissentlich zerstören. Ursprünglich wirkende Natur – „Urwald“ – fasziniert, sie regt die Phantasie an. „Wurzelbrillen“, die aber auch als „Wurzeltänzer“, „Wurzelzöpfe“, die auch als „Wurzelschlangen“ interpretiert werden können, lassen den Arberseebesucher, der sich auf die Natur rund um den See einlässt, immer wieder Neues entdecken. Dr. Isabelle Auer: „Der Große Arbersee ist ein gutes Beispiel dafür, dass Massentourismus und Naturschutz nur dann miteinander vereinbar sind, wenn die Menschen Rücksicht auf die Natur nehmen. Andererseits lebt der Massentourismus auch vom Naturschutz: Nur in einer intakten Natur kann der Mensch Ausgleich zum Alltag finden – einen Ausgleich, der in unserer manchmal doch hektischen Welt immer wichtiger wird.“

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