Totale Mondfinsternis
Beobachtung am Naturpark Infozentrum in Zwiesel
Zwiesel. Der Naturpark Bayerischer Wald lädt gemeinsam mit der Astronomischen Vereinigung Mittlerer Bayerischer Wald am 07.09.2025 zu einer Beobachtung der totalen Mondfinsternis am Naturpark Infozentrum in Zwiesel ein.
Kaum ist der Strom der Perseiden-Sternschnuppen versiegt, erwartet uns Anfang September ein weiteres astronomisches Highlight. Am 07.09. ab 19:00 Uhr ist in ganz Bayern eine totale Mondfinsternis zu beobachten. Die beiden genannten Projektpartner, die im Rahmen des Sternenparks Naturpark Bayerischer Wald eng zusammenarbeiten laden aus diesem Anlass alle Interessierten zu einer gemeinsamen Betrachtung dieses Ereignisses ein.
Was ist eine totale Mondfinsternis? Die Erde kreist um die Sonne, der Mond um die Erde. Einmal im Monat passiert es, dass Mond und Erde in einer Linie liegen, der Mond wird dann von der hinter der Erde liegenden Sonne voll angestrahlt, wir beobachten einen Vollmond. Je nach der Lage der Mondbahn um die Erde im Vergleich zur Erdbahn um die Sonne, kann es dabei aber passieren, dass die Erde den Weg des Sonnenlichts zum Mond blockiert und der Mond nicht richtig beleuchtet wird. Er erscheint dann im Vergleich zum Vollmond sehr dunkel, wir sprechen von einer Mondfinsternis.
Warum kommt es nicht jeden Monat zu einer Mondfinsternis? Die Bahn des Mondes um die Erde und die Bahn der Erde um die Sonne liegen nicht immer in einer Ebene. Sie bilden einen kleinen Winkel zueinander, der in gewissen Grenzen variiert. Meist läuft der Mond unter oder über dem Kernschatten der Erde an der Erde vorbei und wird von der Sonne voll bestrahlt (Vollmond). Nur sehr selten, liegen die Bahnen in einer Ebene, dann kommt es zur Mondfinsternis.
Beim Schatten, den die Erde dann auf den Mond wirft, unterscheiden wir zwischen Kernschatten (= völliger Schatten) und Halbschatten (=Licht eingeschränkt, aber noch vorhanden). Tritt der Mond in den Halbschatten, dann sprechen wir von einer partiellen Mondfinsternis. Befindet er sich im Kernschatten, dann tritt eine totale Mondfinsternis ein. Die partielle Mondfinsternis ist oft schwer zu erkennen. Meist erscheint sie nur als leichter Grauschleier über einem Teil des Mondes. Erst wenn ein erheblicher Teil des Mondes bedeckt ist, dann erkennt man eine Verdunkelung. Auch die totale Mondfinsternis imponiert anders als man sich das vorstellt. Es wird nicht wie bei einer Sonnenfinsternis völlig dunkel, sondern der Mond wird blutrot! Wie ist das zu erklären? Das auf die Erde fallende Licht der Sonne wird im Kernschatten geblockt, somit müsste der Mond eigentlich unbeleuchtet bleiben. Jedoch ist die Erde aber von der relativ dicken Atmosphäre umgeben. Das tangential an die Erde vorbeistrahlende Licht wird dort nur geringfügig geblockt, aber die Atmosphäre wirkt wie ein Prisma. Das weiße Licht wird gebrochen, in seine Spektralfarben zerlegt und gestreut. Das dabei entstehende blaue Licht wird nach außen, von der Erde abgelenkt. Das längerwellige rote Licht wird nach innen in den Kernschatten gelenkt. Ein ähnlicher Brechungseffekt ist auch für die Morgen- und Abendröte verantwortlich, bei der das Licht beim Sonnenauf- oder -untergang ebenfalls tangential auf die Erde trifft, so einen weiten Weg durch die Atmosphäre zurücklegen muss und dadurch stärker gestreut wird. Bei der totalen Mondfinsternis erkennen wir zwar einen erheblich dunkleren, aber noch sichtbaren Mond, der deutlich rot gefärbt ist (Blutmond). Dieser Effekt ist nebenbei bemerkt umso ausgeprägter, je schmutziger die Atmosphäre ist. Hier ist die dreckige Großstadt einem Sternenpark mit seinen sehr viel besseren Sichtverhältnissen ausnahmsweise überlegen, die Mondfinsternis erscheint röter.
Die totale Mondfinsternis ist dieses Mal in großen Teilen der Welt, so auch in fast ganz Europa zu beobachten. Voraussetzung ist ein möglichst wolkenfreier Himmel, bei Bewölkung wird jede Himmelsbeobachtung unmöglich. Auch kann man mit dem bloßen Auge bereits das Wichtigste erkennen, spezielle Geräte sind nicht unbedingt erforderlich. Empfehlenswert ist aber ein möglichst freier Blick Richtung Ostsüdost. Die partielle Mondfinsternis hat schon begonnen, wenn der Mond aufgeht, der Mond steht also zumindest anfangs sehr tief am Himmel und liegt bei Hindernissen im Blickfeld leicht unter dem Horizont.
Die totale Mondfinsternis beginnt in Zwiesel um 19:34 Uhr, gegen 20:11 Uhr erreicht sie ihr Maximum (größte Verdunkelung), diese dauert 82 Minuten, die partielle Phase endet um 22:55 Uhr. Die Gesamtdauer beträgt nach dem Mondaufgang 3 Stunden und 21 Minuten.
Was spricht dafür, die Beobachtung am Naturpark Infozentrum in Zwiesel in der Gruppe durchzuführen? Das Infozentrum liegt am Südrand von Zwiesel. Von Osten bis Westen besteht ziemlich freie Sicht auf den Himmel. Das Naturpark Infozentrum schirmt von Zwiesel herkommendes Licht etwas ab. Es ist also auch der Mondaufgang in Ostsüdost gut zu erkennen. Die Faszination des Phänomens „Blutmond“ verursacht v. a. in der Gruppe eine besondere emotionale Stimmung, die auch zu eigenen fotografischen Dokumentationsversuchen anregt. Dies kann selbst mit normalen Kameras erfolgen (wenn möglich mit Stativ). Die anwesenden Experten der Astronomischen Vereinigung stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite. Sie können auch zahlreiche weitere Fakten erklären und können mit ihren aufgebauten Teleskopen zusätzlich das eine oder andere Detail demonstrieren, das dem bloßen Auge entgehen würde.
Die kostenlose Veranstaltung beginnt am Sonntag, den 07.09.25 um 19:00 Uhr..
Für die Nacht wird ausreichend warme Kleidung angeraten, eine Taschenlampe kann nützlich sein. Ebenso kann die eigene Fotoausrüstung mitgebracht werden.
Anmeldung bis Samstag, den 06.09.25, 12.00 Uhr unter der Telefonnummer 09922 802480 erforderlich.
Die Veranstaltung kann nur bei ausreichend gutem Wetter mit klarer Sicht erfolgen. Kurzfristige Änderungen werden auf der Internetseite des Naturpark Bayerischer Wald unter https://www.naturpark-bayer-wald.de/veranstaltungen.html bekannt gegeben.