Sonnenstich statt Spatenstich?
Baustart für die Naturpark-Sternwarte-Bayerwald auf dem Eschenberg bei Kirchdorf im Wald
Nach über fünf Jahren mühsamer Vorarbeit konnten die Fördermittel für eine Sternwarte der Superlative im Bayerischen Wald festgezurrt werden. Am Eschenberg bei Kirchdorf im Wald entsteht das deutschlandweit einzige, barrierefrei erreichbare, robotisch steuerbare 1 – Meter-Weltraumteleskop, das für Privatleute zugänglich ist.
Den Durchbruch in Sachen Finanzierung brachten die Fraktionsreserve-Finanzmittel des Freistaates Bayern. Es war ein Paradebeispiel für gute Zusammenarbeit. Auf die Initiative des Landtagsabgeordneten Martin Behringer hin wurde das Projekt auch von MdL Dr. Stefan Ebner voll unterstützt. Mit diesem Eigenmittelersatz und einer weiteren, entscheidenden Unterstützung aus dem Bayerischen Wirtschaftsministerium in Form eines separaten Förderbescheides für des 1- Meter-Teleskop konnten dann die über 2 Millionen Euro EU-Fördermittel aus dem INTERREG-Programm im Rahmen des Projektes „Stella Mundi BYCZ08-253“ festgezurrt werden. Zusätzliche Finanzmittel kamen über die Bayerische Sparkassenstiftung, die Sparkasse Regen-Viechtach, den Bezirk Niederbayern, den Landkreis Regen und die Gemeinde Kirchdorf. Nun stehen als Projektsumme etwa 3,3 Millionen Euro zur Verfügung.
Auf dem ehemals als Radarstation genutzten, militärischen Gelände errichtet der Naturpark Bayerischer Wald zusammen mit dem Projektpartner Astronomische Vereinigung Mittlerer Bayerischer Wald eine Volkssternwarte. Bis zum Wintereinbruch sollen nun Gebäude und Garagen saniert und eine Kuppel gebaut werden. Nach etwa einem Jahr Lieferzeit soll dann im Frühsommer 2027 das Teleskop installiert und die gesamte Anlage fertig gestellt und in Betrieb genommen werden.
Die Vorteile eines großen Teleskopes liegen darin, dass dann auch ein Farbsehen im Weltall möglich ist und ein ganz anderes Erlebnis geboten werden kann. Heute bieten Amateurteleskope schon relativ gute Beobachtungs- und Foto-Möglichkeiten. Mit einem 1-Meter-Telekop kann man aber noch ganz andere Tiefen des Weltalls erschließen. Der Eschenberg bietet dazu einen idealen Standort. Auf 1042 Meter Meereshöhe liegt man über dem Dunst der Niederung, abseits von störenden Lichtquellen und hat auch eine entsprechende „Luftruhe“, die für eine qualifizierte Beobachtung nötig ist. „Große Vergrößerungen und hohe Bildauflösung alleine bringen noch keine optimale Beobachtungsqualität“, so Josef Bastl, der 1. Vorsitzende der Astronomischen Vereinigung Mittlerer Bayerischer Wald.
Im Rahmen der kleinen Feierstunde zum Spatenstich, begrüßte der 1. Vorsitzende des Naturparks Bayerischer Wald Georg Bauer die geladenen Gäste. Danach bedankte er sich bei allen Förderstellen für die großzügigen Unterstützungen, die dieses Projekt überhaupt erst möglich gemacht haben.
Heinrich Schmidt, der Präsident des Naturparkverbands Bayern, überbrachte die Grüße des Naturparkverbands und ging kurz auf die an Anfänge des Projekts ein und bedankte sich bei allen Unterstützern. Der Landtagsabgeordnete Dr. Stefan Ebener sprach in seinem Grußwort die großzügige Förderung von über 1 Million Euro über den Freistaat Bayern an, die das Projekt überhaupt erst ermöglichte. Des Beobachten der Sterne begeistert die Menschen seit Jahrtausenden in allen Kulturen. Der Touristische Wert ist für die Region Bayerischer Wald ein wichtiger Faktor. Grußworte sprachen auch Bürgermeister Alois Wildfeuer und Landratsstellvertreter Helmut Plenk. Naturpark-Geschäftsführer Hartwig Löfflmann stellte das Projekt in seiner Gesamtheit vor, beginnend von den Anfängen bis hin zum geplanten Projektablauf und zur endgültigen Fertigstellung Anfang 2028. Er ging auf die touristische Bedeutung im Zusammenhang mit dem im Jahr 2025 anerkannten Sternenpark Bayerischer Wald ein.
Weil es sich bei einer Sternwarte nicht nur um eine klassische Baumaßnahme mit Spaten und Schaufel handelt, wurde von der Astronomischen Vereinigung die Gelegenheit geboten, mit einem Sonnenteleskop und entsprechenden Schutzbrillen als Einstimmung zu diesem Thema die Sonne als aktiven Stern zu beobachten. Ein weiteres Teleskop diente der Mondbeobachtung, der ebenfalls schon als kleine Sichel am Himmel Stand.