Bei strahlendem Sonnenschein hatten sich am vergangen Freitag bereits vor dem vereinbartem Beginn der Exkursion mehr als 20 Interessierte am Treffpunkt in Engelburgsried bei Grafling eingefunden. Nach einer kurzen Einführung durch den Geschäftsführer des Naturparkes, Hartwig Löfflmann, konnte die Führung mit dem Referenten Gerhard Nagl beginnen. Im Mittelpunkt der Führung standen die Bewirtschaftung der Wiesen und deren Auswirkungen auf die heimische Pflanzenwelt. Gerhard Nagl verdeutlichte dies vor allem an Pflanzen wie dem „Guten Heinrich“, welcher früher sehr häufig im Graflinger Tal und Umgebung zu finden war, heute aber eher selten anzutreffen ist. Den Hauptgrund für den Rückgang dieser und anderer inzwischen rar geworden Pflanzen wusste Gerhard Nagl auch zu nennen: übermäßige menschliche Nutzung. Die meisten der ursprünglich durch Beweidung entstanden Wiesen haben dadurch innerhalb kurzer Zeit eine große Veränderung durchlebt. So stellt für Moorpflanzen wie das Wollgras die Entwässerung ehemals feuchter Gebiete mittels Gräben und Brunnen eine empfindliche Störung dar. Eine weitere Veränderung wird durch übermäßige Düngung der Wiesen hervorgerufen, um einen höhen Ertrag bei der Mahd zu erzielen. Hierdurch wird der Wuchs nährstoffbedürftiger Pflanzen, wie z.B. des Wiesen-Sauerampfer, des Scharfen Hahnenfuß, des Löwenzahn und auch der Brennnessel, begünstigt. Die anspruchslosere, langsamer wachsende Magerrasenvegetation wird von ihnen buchstäblich überwachsen. Manchmal werden diese Magerrasen außerdem bei zu früher oder zu häufiger Mahd noch vor der Samenbildung abgemäht, und somit ihre Vermehrung unterbunden. Trotzdem ließen sich auf den Wiesen des Graflinger Tals noch einige seltenen Arten bewundern: An feuchten Gräben konnte Nagl den Exkursionsteilnehmern Pflanzen zeigen, die sonst nur noch in Mooren zu finden sind, wie Torfmoose oder diverse Seggenarten. Diese Gräben sind außerdem Standorte für wasserliebende Bäume wie die Saalweide, deren Blüten ein wichtiger Nahrungslieferant für Schmetterlinge sind. An einem Hang mit geringem Nährstoffeintrag ließen sich als Höhepunkt der Führung sogar eine Arnika sowie deren Verwandte, die kleine Schwarzwurzel finden. Wegen der bekannten Heilwirkung der gelbblühenden Arnika wies Gerhard Nagl darauf hin, dass es wegen des besonderen Schutzstatus verboten ist, Teile oder gar die ganze Pflanze, auszureißen. Heilmittel mit Arnika ließen sich fertig kaufen oder man könne sich, wenn man selbst Heilmittel herstellen möchte, ein in einer Gärtnerei nachgezüchtetes Exemplar in den eigenen Garten setzen. Nach 2,5 Stunden ging es wieder zurück zum Treffpunkt, wo sich alle Teilnehmer mit Applaus für die aufschlussreiche und interessante Führung bedankten.

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